- Machen Pferde wirklich so viel Arbeit? Beitrag #1
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XerophileTageule
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Hallo,
in unserem Familienbesitz befindet sich eine 6,5 Hektar große Weide. Diese ist praktisch seit 10 Jahren ungenutzt, da es hier keine Interessenten gibt, die sowas pachten oder kaufen möchten. Es darf auch nicht drauf gebaut werden und kein Ackerbau drauf betrieben werden. Momentan mäht sie nur ein Bauer 2x im Jahr für Heu.
Ich habe schon immer mit dem Gedanken gespielt mir dort eines Tages Pferde zu halten, also eine kleine Herde von 3-4 Ponys oder Pferden, vorausgesetzt ich würde in der Nähe der Weide wohnen, sprich maximal 15 Minuten Fußweg von der Weide entfernt. Aktuell spare ich für ein eigenes Haus und hoffe, dass ich mir dieses nächstes oder übernächstes Jahr leisten kann. Prinzipiell könnte ich mir auch andere Tiere vorstellen, Pferde reizen mich halt am meisten, weil man mit ihnen eben mehr machen kann als z.B. mit Schafen oder Schweinen.
Nun habe ich das Thema schon mehrmals im Freundeskreis angesprochen und stoße nur auf ziemliches Entsetzen. Überall wird mir gesagt: Pferde machen so viel Arbeit, das schafft man nur in einem Pensionsstall, Pferde dauerhaft draußen zu halten geht gar nicht, die sind viel zu krankheitsanfällig und werden schnell fett, wenn sie immer Grass haben, zudem würden sie bei dauerhafter Weide- und Gruppenhaltung verwildern und als Anfänger ist es sowieso viel zu gefährlich ein Pferd zu führen.
Stattdessen müsste ich mindestens einmal am Tag die Weide abäppeln, weil sonst Krankheiten entstehen, ich müsste mindestens einmal am Tag die Hufen auskratzen, weil sonst Hufkrankheiten entstehen, ich muss mindestens 1x am Tag den gesamten Zaun ablaufen, weil Nägel hervorstehen könnten, ich muss die Pferde mindestens einmal am Tag putzen, ich muss mindestens 1x am Tag die Weide nach Giftpflanzen absuchen und ich müsste mindestens alle paar Stunden nach den Pferden schauen und ihnen Heu geben, damit Krankheiten auch ja früh erkannt werden. Natürlich müssen sie im Herbst auch geschoren werden, damit das Fell nicht verfilzt oder zumindest muss das Winterfell mindestens einmal am Tag gebürstet werden, sonst sammeln sich da Flöhe an.
Und natürlich darf ich keinesfalls als Anfänger mit einem Pferd spazieren gehen, das ist viel zu gefährlich. Außerdem erkennt ein Anfänger Krankheiten ja immer viel zu spät.
Und natürlich geht es gar nicht, dass ich nicht reiten will/kann, die Pferde würden schnell seelisch verkümmern, weil sie dann unterfordert wären.
Stattdessen wird mir geraten mir unbedingt erstmal für ein paar Jahre eine Reitbeteiligung oder Pflegebeteiligung zu suchen. Aber ehrlich gesagt ist das nichts für mich. Ich würde schnell die Lust verlieren, wenn ich erstmal eine weite Anreise zum Pferd hätte, dass zudem nicht mal meins ist. Daher würde ich das ganze Projekt eben auch nur starten, wenn ich wirklich ein Haus fußläufig zur Weide finde und dort mehrmals täglich vorbei komme, sodass man die Pferde zumindest sieht und es auch nicht stressig wird, falls wirklich mal eins jahrelang 3x täglich Medikamente braucht oder ich im tiefen Winter alle paar Stunden das Wasser enteisen muss.
Machen Pferde wirklich so viel Arbeit und sind sie wirklich so anfällig und gefährlich?
Ich dachte halt wirklich man kann Pferde einfach auf die Weide stellen und eine Kontrolle am Tag reicht, wenn nicht gerade tiefster Winter herrscht oder ein Tier krank ist. Dafür hatte ich ca. 30min am Tag eingeplant um die Grundversorgung (Futter, Wasser, Sauberkeit) zu gewährleisten. Natürlich würde ich noch mehr Zeit investieren für Dinge wie Bodenarbeit, Longieren, Putzen, Hufpflege, Spazierengehen, Abäppeln, Tricks beibringen, etc. dies aber eben nicht täglich.
Ich will auch keine energiegeladenen Vollblüter, sondern ruhige, ältere Tiere. Am liebsten aus dem Tierschutz, wo man vorher mal ein bisschen spazieren gehen kann und sowas, damit man sieht, ob man mit den Tieren klar kommt.
Habe ich da so falsche Vorstellungen? Man holt sich als Anfänger doch auch Kaninchen, Hunde und Katzen. Wieso dann kein Pferd? Ein Hund macht auch viel Arbeit, wird trotzdem nicht in einem Pensionsstall gehalten, wieso dann ein Pferd? Wer berufstätig ist und sich wenig menschenbezogene Tiere wie Mäuse oder Hamster hält merkt es unter Umständen auch erst nach 1-2 Tagen, wenn das Tier krank ist. Wieso muss man zum Pferd dann so oft nach dem Rechten schauen? Würdet ihr mir da lieber zu anderen Tieren raten? Machen Ziegen oder Schafe weniger Arbeit und sind sie robuster?
Oder was müsste ich ändern, damit mein Wunsch doch noch realisierbar wäre?
LG Jenny
in unserem Familienbesitz befindet sich eine 6,5 Hektar große Weide. Diese ist praktisch seit 10 Jahren ungenutzt, da es hier keine Interessenten gibt, die sowas pachten oder kaufen möchten. Es darf auch nicht drauf gebaut werden und kein Ackerbau drauf betrieben werden. Momentan mäht sie nur ein Bauer 2x im Jahr für Heu.
Ich habe schon immer mit dem Gedanken gespielt mir dort eines Tages Pferde zu halten, also eine kleine Herde von 3-4 Ponys oder Pferden, vorausgesetzt ich würde in der Nähe der Weide wohnen, sprich maximal 15 Minuten Fußweg von der Weide entfernt. Aktuell spare ich für ein eigenes Haus und hoffe, dass ich mir dieses nächstes oder übernächstes Jahr leisten kann. Prinzipiell könnte ich mir auch andere Tiere vorstellen, Pferde reizen mich halt am meisten, weil man mit ihnen eben mehr machen kann als z.B. mit Schafen oder Schweinen.
Nun habe ich das Thema schon mehrmals im Freundeskreis angesprochen und stoße nur auf ziemliches Entsetzen. Überall wird mir gesagt: Pferde machen so viel Arbeit, das schafft man nur in einem Pensionsstall, Pferde dauerhaft draußen zu halten geht gar nicht, die sind viel zu krankheitsanfällig und werden schnell fett, wenn sie immer Grass haben, zudem würden sie bei dauerhafter Weide- und Gruppenhaltung verwildern und als Anfänger ist es sowieso viel zu gefährlich ein Pferd zu führen.
Stattdessen müsste ich mindestens einmal am Tag die Weide abäppeln, weil sonst Krankheiten entstehen, ich müsste mindestens einmal am Tag die Hufen auskratzen, weil sonst Hufkrankheiten entstehen, ich muss mindestens 1x am Tag den gesamten Zaun ablaufen, weil Nägel hervorstehen könnten, ich muss die Pferde mindestens einmal am Tag putzen, ich muss mindestens 1x am Tag die Weide nach Giftpflanzen absuchen und ich müsste mindestens alle paar Stunden nach den Pferden schauen und ihnen Heu geben, damit Krankheiten auch ja früh erkannt werden. Natürlich müssen sie im Herbst auch geschoren werden, damit das Fell nicht verfilzt oder zumindest muss das Winterfell mindestens einmal am Tag gebürstet werden, sonst sammeln sich da Flöhe an.
Und natürlich darf ich keinesfalls als Anfänger mit einem Pferd spazieren gehen, das ist viel zu gefährlich. Außerdem erkennt ein Anfänger Krankheiten ja immer viel zu spät.
Und natürlich geht es gar nicht, dass ich nicht reiten will/kann, die Pferde würden schnell seelisch verkümmern, weil sie dann unterfordert wären.
Stattdessen wird mir geraten mir unbedingt erstmal für ein paar Jahre eine Reitbeteiligung oder Pflegebeteiligung zu suchen. Aber ehrlich gesagt ist das nichts für mich. Ich würde schnell die Lust verlieren, wenn ich erstmal eine weite Anreise zum Pferd hätte, dass zudem nicht mal meins ist. Daher würde ich das ganze Projekt eben auch nur starten, wenn ich wirklich ein Haus fußläufig zur Weide finde und dort mehrmals täglich vorbei komme, sodass man die Pferde zumindest sieht und es auch nicht stressig wird, falls wirklich mal eins jahrelang 3x täglich Medikamente braucht oder ich im tiefen Winter alle paar Stunden das Wasser enteisen muss.
Machen Pferde wirklich so viel Arbeit und sind sie wirklich so anfällig und gefährlich?
Ich dachte halt wirklich man kann Pferde einfach auf die Weide stellen und eine Kontrolle am Tag reicht, wenn nicht gerade tiefster Winter herrscht oder ein Tier krank ist. Dafür hatte ich ca. 30min am Tag eingeplant um die Grundversorgung (Futter, Wasser, Sauberkeit) zu gewährleisten. Natürlich würde ich noch mehr Zeit investieren für Dinge wie Bodenarbeit, Longieren, Putzen, Hufpflege, Spazierengehen, Abäppeln, Tricks beibringen, etc. dies aber eben nicht täglich.
Ich will auch keine energiegeladenen Vollblüter, sondern ruhige, ältere Tiere. Am liebsten aus dem Tierschutz, wo man vorher mal ein bisschen spazieren gehen kann und sowas, damit man sieht, ob man mit den Tieren klar kommt.
Habe ich da so falsche Vorstellungen? Man holt sich als Anfänger doch auch Kaninchen, Hunde und Katzen. Wieso dann kein Pferd? Ein Hund macht auch viel Arbeit, wird trotzdem nicht in einem Pensionsstall gehalten, wieso dann ein Pferd? Wer berufstätig ist und sich wenig menschenbezogene Tiere wie Mäuse oder Hamster hält merkt es unter Umständen auch erst nach 1-2 Tagen, wenn das Tier krank ist. Wieso muss man zum Pferd dann so oft nach dem Rechten schauen? Würdet ihr mir da lieber zu anderen Tieren raten? Machen Ziegen oder Schafe weniger Arbeit und sind sie robuster?
Oder was müsste ich ändern, damit mein Wunsch doch noch realisierbar wäre?
LG Jenny
