Machen Pferde wirklich so viel Arbeit?

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  • Machen Pferde wirklich so viel Arbeit? Beitrag #21
Neben täglich einer Stunde für die anfallenden Sachen, kommt also auch noch mehrmals pro Woche qualitative Beschäftigung für das Tier dazu. Das stärkt dann auch gleich die Bindung. Hufe auskratzen und Putzen tun wir nicht täglich. So etwa ein Mal die Woche. Aber auch eher als bindungsfördende Arbeit und üben für den Hufschmied. Weil auf so weichem Boden nutzen sich die Hufe fast nicht ab und der sollte schon 3-4 Mal im Jahr vorbeischauen.
3-4 mal im Jahr?? :shock: Mein Pferd bekommt alle 6 Wochen die Hufe geschnitten, das ist auch notwendig, ich arbeite selbst zwischendrin mit der Raspel nach, um halbwegs die Form zu erhalten. Und mein Pferd wird ständig auf verschiedensten Böden bewegt, also abnutzen tut sich da schon was, aber ich würde niemals so lange ohne anständige Hufpflege bleiben... Kenne mich da aber mit Ponys nicht aus, ob das evtl. wegen geringerem Gewicht sich auch weniger auslatscht. Aber bei Großpferden ist das definitiv alle 6-8 Wochen fällig.


Zum Rest habe ich einfach nur das Gefühl, dass hier ein wenig der nötige Elan und die Begeisterung fehlt. Das Abäppeln wird nicht weniger, wenn man es nur alle paar Wochen macht, ist jedoch gesundheitlich wirklich absolut nicht zu empfehlen.
Das mit der Beschäftigung sehe ich halbwegs unkritisch, prinzipiell gibt es ja noch ein Zwischending zwischen Weide und Box, das nennt sich Paddock und ist häufig auch nicht befestigt. Aber mit gutem Sandboden oder Ähnlichem kann man häufig auch was anfangen.
Aber gerade bei alten Tieren ist häufig Arbeit mit dem Menschen mit Sinn und Verstand eine sehr gute Sache, um die Muskeln zu erhalten, was letztendlich zur Gesundheit des Pferdes beiträgt. Solange also vom Pferd aus nichts dagegen spricht und es bisher gearbeitet wurde, würde ich das definitiv beibehalten. Reiten bzw. prinzipiell die Arbeit mit dem Pferd sollte ja stets die Gesunderhaltung des Pferdes im Vordergrund stehen haben. Und das tut gerade auch einem alten Pferd gut, wenn es noch Muskeln hat, welche sein Gewicht tragen, das entlastet schließlich auch die Knochen.
Aber wenn du weder Lust hast, dich übermäßig viel um die Tiere zu kümmern, noch in irgendeiner Art mit ihnen arbeiten möchtest, warum willst du sie dann überhaupt?

Ins Geld gehen kann der Spaß übrigens auch enorm, gerade bei älteren Pferden ist der Tierarzt meistens doch öfter nötig als einem lieb ist und das ist alles andere als günstig. Und zum täglichen Gesundheitscheck gehört für mich Pferd putzen dazu. Denn erst da fahre ich alle Körperteile ab und bemerke auch eventuelle Schwellungen (z.B. dicke Beine) oder andere Verletzungen, welche eine Behandlung oder zumindest weitere Beobachtung benötigen.
Ich rechne auch mindestens 3 Stunden am Tag für mein Pferd, nur um ihn zu putzen, mit ihm zu arbeiten, evtl. grasen gehen oder Ähnliches. Da ist quasi keinerlei weitere Versorgung dabei, da die Stallbesitzer das Füttern übernehmen und wir eine Selbsttränke haben. Ich persönlich möchte derzeit kein zweites Pferd. Ich kümmere mich um meinen Bub nach bestem Wissen und Gewissen und mit extrem viel Freude und Liebe, aber danach reicht es mir auch. Noch einem Pferd könnte ich derzeit nicht gerecht werden.
 
  • Machen Pferde wirklich so viel Arbeit? Beitrag #22
Ich sage direkt vorweg, dass ich überhaupt keine Ahnung von Pferden habe, also so wirklich gar keine!

Aber ich möchte trotzdem meinen Senf dazu geben, weil ich eine Sache eben doch weiß.

Hier bei mir in der Gegend lebten 3 Pferde (später nur noch eins, inzwischen keines mehr), die wirklich NUR auf der Weide standen, mit denen nichts gemacht wurde, die ab und an mal ne Wurmkur und ne Impfung bekamen und alle paar Monate kam mal ein Hufschmied. Ansonsten bekamen sie Wasser und ab und an mal Heu zum Gras dazu (je nach Jahreszeit).
Ich verstehe wirklich nichts von Pferden (im Endeffekt kann ich einen Isländer nicht von einem Araber unterscheiden), aber selbst ich als totaler Laie stand manchmal fassungslos vor den Tieren und hab mit den Tränen gekämpft, weil selbst ich sehen konnte wie ungepflegt, teilweise kränklich und unglücklich diese Tiere aussahen.

Ja, viele mögen ihre Pferde so halten, aber nur weil es viele machen, macht es die Tiere nicht glücklich und gesund.
 
  • Machen Pferde wirklich so viel Arbeit? Beitrag #23
So nun habe ich einen Ziegenhalter kontaktiert und der meinte, dass Ziegen erheblich mehr Arbeit machen und schwieriger zu halten sind als Ponys oder Pferde. Das verwirrt mich nun total. Es scheint fast so als sollte der Otto-Normalhalter überhaupt kein Tier mehr halten. Aber irgendwas muss es doch da geben, was zu mir passt?

@demona:
Über die Unterstände mache ich mir noch keine Gedanken. Erst wenn ich weiß, ob, welche und wie viele Tiere kommen und wie ich die Weide aufteile werde ich mich damit beschäftigen, welche Unterstände ich baue, abreiße oder ausbessere.

Was machst du wenn eines der Pferde über längere Zeit seperiert werden muss?

Dann würde ich es entweder auf den Hof holen oder auf einen separaten Teil der Weide stellen. Ich wüsste nicht, wieso man ein krankes Tier dann in einen kleinen Unterstand sperren soll.

Stehst du neben diesen Weiden und siehst, dass sie 24 Stunden nichts machen?

Eigentlich ja. Ich arbeite von zuhause und sehe die Weiden vom Schreibtisch aus.

Vielleicht kommen die Besitzer sehr früh, oder sehr spät, oder wenn du gerade einkaufen bist, oder wenn du gerade duschst, oder wenn du gerade Essen kochst. Verstehst du was ich meine?

Gut, aber wenn sie in den 20min kommen wo ich dusche oder einkaufen bin, dann können sie ja keine 2-4 Stunden brauchen um die Tiere zu versorgen.

ein schöner Stall mit Laufboxen und Paddock und Zugang zur Weide. Wo die Pferde selbst entscheiden können ob sie draußen oder drinnen sein wollen

Worin liegt jetzt der Unterschied zwischen solch einer Haltung und meiner Vorstellung? Bei mir könnten die Tiere auch entscheiden, ob sie auf die Wiese gehen oder sich irgendwo unterstellen.

Viele unserer Tiere gehen im Hochsommer, bei Regen oder Schnee nicht mal freiwillig auf ihre Paddocks sondern drücken sich drinnen im Trockenen rum. Warum wohl?

Weil sie kein Winterfell im Winter haben?

@Calimero:
Wieso? Was reicht denn an Spazierengehen, Longieren, Bodenarbeit, Tricks beibringen und Reiten nicht an Beschäftigung, wenn man dies mehrmals die Woche macht? Soll ein Pferd etwas in so einer Führanlage stundenlang im Kreis laufen? Bzw. was an mehr müsste ich denn machen? Mir fällt da ja gar nichts mehr ein, was man noch großartig mehr machen könnte. Wie oft machst du denn was konkret mit deinen Tieren? Ich hatte ja nun nicht vor mit einen jungen Vollblutaraber hinzustellen, sondern eher ein ruhiges älteres Tier. Das sollte doch jetzt nicht täglich 4 Stunden Beschäftigung benötigen oder doch? Das kann doch kein Otto-Normal-Mensch leisten und trotzdem halten sich so viele Pferde und Ponys.
 
  • Machen Pferde wirklich so viel Arbeit? Beitrag #24
Ich finde, hier wird teilweise ziemlich übertrieben.
Unsere 4 Ponys (davon 3 recht alte, die Rehe gefährdet sind ) stehen von April bis Oktober/November komplett draußen. Dort haben sie nen unterstand und es wird täglich weiter gesteckt, damit sie nicht zu viel fressen.
2-3 mal die Woche werden die Pferde geputzt und geritten oder longiert oder wir gehen spazieren.
Einmal die Woche wird abgeäppelt und gemistet.
Natürlich sehen wir täglich nach den Pferden, dennoch sind sie den Großteil des Tages allein auf der Weide.

Wir haben 2 große Weiden, so können wir die Weiden alle 1-2 Jahre wechseln, damit sie sich erholen können.

Im Winter stehen die Pferde über Nacht in der box und kommen tagsüber raus.
 
  • Machen Pferde wirklich so viel Arbeit? Beitrag #25
Hi,

Dann würde ich es entweder auf den Hof holen oder auf einen separaten Teil der Weide stellen. Ich wüsste nicht, wieso man ein krankes Tier dann in einen kleinen Unterstand sperren soll.

Ein Rehe-Pferd kannst du nicht auf eine WEide stellen, das stirbt dir dann da weg. Ein Pferd, was eine Verletzung am Bewegungsapperat hat, sollte sich schonen und ja, wirklich in einer Box oder ähnlichem stehen damit es sich nicht so viel bewegt und die Verletzung heilt.

Aber allein dieser Aussage sagt mir, wie wenig Ahnung du von Pferden, deren Anatomie und deren Bedürfnissen hast. :?

Und welcher Hof? Du redest immer nur von einer Wiese mit drei, nicht näher beschriebenen Unterständen.

Eigentlich ja. Ich arbeite von zuhause und sehe die Weiden vom Schreibtisch aus.

....




Gut, aber wenn sie in den 20min kommen wo ich dusche oder einkaufen bin, dann können sie ja keine 2-4 Stunden brauchen um die Tiere zu versorgen.

Du sitzt also an deinem Schreibtisch und guckst da die ganze Zeit aus dem Fenster? So eine Arbeit hätte ich auch gerne. Sitzt du da 24 Stunden? Schläfst du nicht? ARbeitest du 24 Stunden und hast ein Nachtsichtgerät, damit du auch ja überprüfen kannst, ob die Tiere - die man auf die Entfernung immer und überall natürlich auseinander halten kann - auch ja nicht beschäftigt werden?

Sorry, aber das klingt wie manche Leute, die mich mit dem Hund an der Straße an der Leine sehen und dann behaupten, der Hund würde immer nur an dieser Strecke GAssi gehen und immer an der Leine. Die sehen mich ja auch 24 Stunden weil die da wohnen/arbeiten/oder einfach nur sinnlos in der Gegend stehen. :roll:

Worin liegt jetzt der Unterschied zwischen solch einer Haltung und meiner Vorstellung? Bei mir könnten die Tiere auch entscheiden, ob sie auf die Wiese gehen oder sich irgendwo unterstellen.

Wenn dir der Unterschied zwischen einem ordentlichen, befestigten Laufstall und einem einfachen Unterstand aus was auch immer nicht bewusst ist, solltest du dich nochmal genauer mit der Pferdehaltung beschäftigen. Ein Laufstall ist mehr als nur ein paar Bretter zusammen nageln und das dann Unterstand zu nennen.

Weil sie kein Winterfell im Winter haben?

Warum sollten unsere Pferde kein Winterfell haben?:eusa_think: Nein, die Tiere wollen halt auch nicht die ganze Zeit im Schneesturm stehen, die stellen sich dann freiwillig in ihre Box, legen sich sogar mal hin und schauen dem Schneetreiben draußen zu. Glücklich, dass sie nicht in einem zugigen Unterstand auf einer Wiese sich selbst überlassen werden sondern, dass sie eine schöne, warme, bequem eingestreute Box haben UND noch die Möglichkeit raus zu gehen.

Sogar die Tiere in den Laufboxen stellen sich unter wenn ihnen das Wetter nicht passt, trotz dickem Winterfell möchte auch kein Pferd Stundenlang im Schneetreiben stehen.

Was reicht denn an Spazierengehen, Longieren, Bodenarbeit, Tricks beibringen und Reiten nicht an Beschäftigung, wenn man dies mehrmals die Woche macht?

Meiner Meinung nach würde das schon reichen wenn man es richtig macht. Aber wenn man von Tuten und Blasen keine AHnung hat, versaut man jedes Tier. Longieren ist nicht einfach nur im Kreis rumtreiben. Bodenarbeit besteht nicht nur daraus das Pferd über ein paar STangen laufen zu lassen. Das muss mit viel Wissen gemacht werden.

Ich habe das Gefühl, du möchtest einfach nur hören, "Ja, super Idee, fang gleich an deine Pferde zu kaufen." Jedes Gegenargument ziehst du ins Extreme - was hat ausreichende BEschäftigung mit einer Führanlage zu tun? - und wilst gar nicht auf die Argumente eingehen. Warum bist du dann hier wenn für dich eh schon alles fest steht?

Das kann doch kein Otto-Normal-Mensch leisten und trotzdem halten sich so viele Pferde und Ponys.

Erinnert mich an die Aussage, "aber die Anderen haben das und das gemacht." :roll: Nur weil Andere ihre Tiere nicht oder nur unzureichend artgerecht halten, muss man es selber nicht tun.

Das ist dasselbe wie im Hundebereich "Ich habe ja schon seit 30/40/50 Jahren Hunde, ich habe das schon immer so gemacht." Joah, man kann auch Jahrelang alles falsch machen.

Lg Demona
 
  • Machen Pferde wirklich so viel Arbeit? Beitrag #26
Danke, das hört sich ja schon viel besser an.
 
  • Machen Pferde wirklich so viel Arbeit? Beitrag #27
Danke, das hört sich ja schon viel besser an.

Na super, dann hast du ja jetzt gehört, was du hören wolltest. :clap: Dann schnell los, Pferde kaufen und in ein, zwei Monaten oder Jahren kommt der nächste Thread, dann im Bereich "Probleme mit euren Pferden." Prost Mahlzeit.

Lg Demona

PS: Wer Ironie findet, darf sie behalten.
 
  • Machen Pferde wirklich so viel Arbeit? Beitrag #28
So nun habe ich einen Ziegenhalter kontaktiert und der meinte, dass Ziegen erheblich mehr Arbeit machen und schwieriger zu halten sind als Ponys oder Pferde. Das verwirrt mich nun total. Es scheint fast so als sollte der Otto-Normalhalter überhaupt kein Tier mehr halten.

Jetzt kommt's: Katzen machen auch viel Arbeit - und Hunde auch!
Auch Kaninchen und Meerschweinchen machen Arbeit und ebenso Vögel, Hamster ja selbst Fische!

Aber irgendwas muss es doch da geben, was zu mir passt?

Und da ist der Knackpunkt: WAS passt denn zu dir?
Was erwartest du von der Tierhaltung?
Welche Tiere interessieren dich?
Wie viel Geld, Platz und Zeit kannst und willst du investieren?
Was willst du mit den Tieren "unternehmen"?
Warum willst du dieses oder jenes Tier haben?

Vielleicht helfen dir diese Fragen weiter....
 
  • Machen Pferde wirklich so viel Arbeit? Beitrag #29
Ich würde Keisukes letzten Beitrag und vor allem ihre Fragen noch mal ganz dick unterstreichen und vorschlagen, das Thema von ganz vorn aufzurollen.
 
  • Machen Pferde wirklich so viel Arbeit? Beitrag #30
Na ja. Ich sag mal so, jedes Tier macht viel Arbeit, aber Pferde machen schon mehr Arbeit als eine Katze oder auch ein Hund - vor allem dann, wenn du nicht nur Pferdebesitzer sein willst, sondern die Tiere bei dir auf der Wiese halten willst.

Du brauchst einen wetterfesten Unterstand - bitte kein Bretterbau im Schlamm - , eine Tränke (die im Winter nicht zufriert), trockene Futterstellen. Diese Wiese würde ich auch in mehrere Bereiche unterteilen, damit die Wiese sich auch erholen kann. Ein Sandpaddock kann nicht schaden, wenn die Pferde sich mal nicht den Magen vollschlagen sollen.

Du musst, gerade im Winter, Futter dazu kaufen - Heu, vielleicht ein bisschen Kraftfutter, Mineralfutter. Stroh/Späne auch.

Jedes Tier muss regelmäßig begutachtet werden... putzen würde ich da gar nicht sooo viel, weshalb auch, wenn man nicht reiten will? Die Hufe müssen natürlich gepflegt werden, da solltest du Jemanden kommen lassen der sich wirklich auskennt.

Die Wiese bzw. die Zäune müssen kontrolliert werden, die Hinterlassenschaften entfernt werden. Wie oft, ist Ansichtssache :mrgreen: und kommt auf die Wiese und die Pferde an. 2-3x pro Woche sollten aber ausreichen, wenn es nur 2 Pferde sind.

Wenn du das nötige Kleingeld hast, dir noch ein paar Bücher durchliest und mit wirklich netten Tieren anfängst, viel Spaß. Verstehen kann ich das nicht - du kannst nicht reiten, hast keinen Bock dich um (fremde) Pferde zu kümmern... willst du einfach irgendwas auf die Wiese stellen? Mach nen Hundetreff daraus. :mrgreen:
 
  • Machen Pferde wirklich so viel Arbeit? Beitrag #31
Ich habe meinen zusammen mit dem meiner Freundin im Offenstall stehen. Eigenregie.
und ja, es es macht Arbeit.
Wir haben keinen Strom und entsprechend keine Pumpe. Wir schleppen im Sommer wenn es trocken ist und im Winter wenn es friert täglich mehrfach Wasser in Eimern zur Weide. Schwer, nass und im Winter sehr kalt. Erst vor Wochen haben wir einen neuen Unterstand gebaut. Du musst die Weiden sauber und in Ordnung halten. Brauchst einen zuverlässigen Lieferanten von Heu/Stroh, musst es so lagern können das es nicht schimmelt. Du musst die Pferde täglich kontrollieren ob gesundheitlich alles in Ordnung ist, bei den Zäunen ebenfalls ob sie in Ordnung sind. Du musst dafür sorgen das ein Hufschmied oder bei barhuf Pferden mindestens ein Hufpfleger kommt. Du musst Impfrhythmen einhalten, die Zähne sollten ebenfalls ab und an kontrolliert und evtl geraspelt werden.
Wenn du Einsteller mit Vollpension bist mag das alles nicht so wirklich anstrengend sein weil es Menschen für dich erledigen. Als Selbstversorger hast du die volle Verantwortung und daher auch die ganzen Arbeiten.

LG
 
  • Machen Pferde wirklich so viel Arbeit? Beitrag #32
Also nochmal zusammenfassend:
  • Pferde machen viel Arbeit. In der Regel mehr als andere Haustiere und aufgrund der anderen Bedürfnisse auch mehr als Ziegen & Co.
  • Eine einfache Wiese genügt nicht. Du musst einen Teil des Bodens befestigen und genügend große Unterstände mit ebenfalls befestigtem Boden haben, damit sich alle Pferde gleichzeitig unterstellen können. Zusätzlich brauchst du eine Möglichkeit, kranke Pferde zu separieren und sie gegebenenfalls daran zu hindern, sich zu viel zu bewegen
  • Du benötigst Lagermöglichkeiten für Futter und Einstreu sowie einen Misthaufen und die Möglichkeit, diesen zu entsorgen.
  • Bei der Weide genügt es meistens, sie 1-2 mal wöchentlich abzuäppeln, aber die Unterstände müssen sollten gemistet werden.
  • Genauso sollte idealerweise mindestens 2 mal täglich gefüttert und getränkt werden (auch wenn du krank bist usw., also sollte für den Fall eine Vertretungsperson zur Verfügung stehen).
  • Über die Beschäftigung lässt sich sicherlich streiten. Ein Pferd wird nicht zutiefst unglücklich werden, wenn es mit genügend Artgenossen und Beschäftigungsmöglichkeiten auf einer großen Wiese steht. Es ist aber definitiv schöner mit ein bisschen Bespaßung (ganz abgesehen von gesundheitserhaltendem Training, das Calimero erwähnt hat)

Soweit mal rein zu den Haltungsbedingungen, was hier aber der eigentliche Knackpunkt ist: Du hast keine Pferdeerfahrung. Du kannst weder einschätzen, welches Arbeitsausmaß auf dich zukommt, noch weißt du, wie man mit Pferden umgehen muss und wie ihr normales Verhalten aussieht. Sich ohne Vorerfahrung Pferde auf die Wiese zu stellen ist meiner Meinung nach grob fahrlässig. Du musst die Tiere händeln können, wenn Tierarzt und Hufschmied nötig sind, du musst erkennen, wann sich ein Pferd "unnormal" verhält, um auf eventuelle Krankheiten schließen zu können. Das lernt man nicht alles aus ein paar Büchern, dafür braucht man sehr viel praktische Erfahung.

Hier hat niemand ein Problem damit, wenn jemand beschließt, Pferde in Eigenregie zu halten. Jedoch erscheinen die Grundvoraussetzungen bei dir bisher nicht gegeben, deshalb wird dir auch davon abgeraten und du solltest wirklich versuchen, die Kritik anzunehmen und dein Vorhaben ehrlich zu überdenken.
 
  • Machen Pferde wirklich so viel Arbeit? Beitrag #33
Kurzer Einwurf:

Es gibt auch rechtlich und baulich viel zu tun.
Mal eben einen Misthaufen auftürmen läuft nicht. Da es bautechnisch bestimmte Vorgaben die zu erfüllen sind, damit das Ganze natürlich nicht ins Grundwasser fließt.
Und andere gesetzliche Bauregelungen die das Ganze mit sich bringt und auch recht gut ins Geld geht.

Hier in Österreich gibt es dazu auch Regeln bezüglich Geruchsemissionen, Schutzabstände und andere Dinge. Hier mal ein Beispiel wie sowas aussieht als PDF Dokument:



Kenne aus dem damaligen beruflichen Feld jemanden der sich ne Stutenhaltung aufgebaut hat...ging schief als das Bauamt dann vor der Türe stand und alles auf eigene Kosten rückgebaut werden musste...

Hier noch was wegen der EU Verordnung bezüglich Nitrit Werte und dergleichen:


Diese Dinge gibt es halt auch noch zu beachten ;)

LG Foss
 
  • Machen Pferde wirklich so viel Arbeit? Beitrag #34
Habe den Thread von Anfang an verfolgt und mir stellt sich die Frage, warum du (TE), unbedingt Pferde willst. Ich lese hier keine Leidenschaft für Pferde, du hast kein Wissen bezüglich der Tiere und Interesse am reiten hast du auch nicht... Wieso also Pferde? (Das meine ich keineswegs als Angriff, aber wenn es um Tiere geht, mit denen man die Weide füllen kann, da gibt es ja noch andere. Es gibt beispielsweise Schafe, die rassetypisch nicht geschoren werden müssen. Oder ne Bullenweide, aber ich glaube das sollte man sich als Neuling auch sehr gut überlegen...:lol: Jedenfalls würde ich mich nach deiner Schilderung nicht so auf Pferde versteifen.:))
 
  • Machen Pferde wirklich so viel Arbeit? Beitrag #35
Es müssen nicht unbedingt Pferde sein. Aber es sollen eben Weidetiere sein mit denen man möglichst viel machen kann. Und da sind Ponys/Pferde doch das naheliegenste. Was soll man denn schon großartig mit Schafen machen? Die werden ja meistens nicht mal zahm. Kühe sollen noch schwerer zu halten sein als Pferde oder Ponys.

Nun habe ich einen Pensionsstall gefunden, der zwar meinen Vorstellungen von artgerechter Haltung am ehesten entspricht, jedoch von der Entfernung her grenzwertig weit weg liegt. Das käme jetzt wirklich auf den Standort meines Eigenheimes drauf an. Ansonsten macht der Stall aber einen ganz passablen Eindruck. Es gibt eine Herde von 26 Tieren, die Sommer wie Winter, Tag und Nacht zusammen draußen stehen. Es gibt 2 Futterautomaten in 250m Entfernung. Abwechselnd bekommt da jedes Pferd pro Automat 15x am Tag Futter. Wenn ich davon ausgehe, dass ein Pferd verfressen ist und sich seine 30 Rationen am Tag abholt muss es also schon 7,5km dafür am Tag zurück legen. Wasser, Heu, Sandplatz, Schlafplätze, Massagebürste, etc. befinden sich ebenfalls weit auseinander. Sodass ein Pferd an Wintertagen vermutlich auf eine reelle Strecke von 10-12km kommen sollte oder?

Zugang zur Weide gibt es leider nur im Sommer, was für mich ein bisschen der Knackpunkt ist. Zur Weide selbst müssen die Pferde aber auch noch mal 300m weit latschen.

Also ausreichend Bewegung sollte vorhanden sein.

Gleichzeitig sagt mir das Angebot an Kursen sehr zu. Es gibt einen Trailgarten, Springpark, Kurse in Bodenarbeit, Vertrauensarbeit, Longieren, Handarbeit, Zirzensik, Longieren, Freizeitdressur und der Reitunterricht macht auch einen ganz passablen Eindruck, geht alles sehr in Richtung Natural Horsemanship. Also wirklich einiges Sinnvolles was man mit dem Pferd tun kann.

Das Ganze ist dann sogar noch überraschend günstig und hat ein LAG-Siegel.

Klingt eigentlich ganz gut oder?
 
  • Machen Pferde wirklich so viel Arbeit? Beitrag #36
Hä? Ich denke, du willst bei dir auf die Wiese ein paar Tiere stellen?


Ehrlich gesagt, finde ich die ganze Story immer unglaubwürdiger...
 
  • Machen Pferde wirklich so viel Arbeit? Beitrag #37
in unserem Familienbesitz befindet sich eine 6,5 Hektar große Weide. Diese ist praktisch seit 10 Jahren ungenutzt, da es hier keine Interessenten gibt, die sowas pachten oder kaufen möchten. Es darf auch nicht drauf gebaut werden und kein Ackerbau drauf betrieben werden. Momentan mäht sie nur ein Bauer 2x im Jahr für Heu.
Ein Zitat aus deinem ersten Post...

Nun habe ich einen Pensionsstall gefunden, der zwar meinen Vorstellungen von artgerechter Haltung am ehesten entspricht, jedoch von der Entfernung her grenzwertig weit weg liegt. Das käme jetzt wirklich auf den Standort meines Eigenheimes drauf an.
nun aus deinem letzten Post...

daher kann ich Exe´s Frage durchaus verstehen.

Aber ich habe da eine ganz andere Frage:

Wie willst du das finanzieren? Ist deine Familie damit einverstanden, dass du mal so eben mit einem Grundstück aus dem Familienbesitz planst?
 
  • Machen Pferde wirklich so viel Arbeit? Beitrag #38
Wenn auf der Weide nicht gebaut werden darf, sehe ich keine Grundlage dort ganzjährige Tiere drauf zu stellen. Nicht nur Pferde haben Bedarf daran, sich bei schlechtem Wetter unterzustellen.

Verstehe auch nicht, warum die Arbeit mit anderem Großvieh hier so klein geredet wird. Auch von diesen Tieren sollte man Ahnung haben, bevor man sich einen Trupp davon anschafft. Wie soll ich denn sonst erkennen, ob sie krank sind?
Tatsächlich leben außer Pferden auch andere Tiere nicht nur von Luft und Liebe und brauchen ständig Wasser und im Winter Zufutter. So hat man auch hier täglichen Aufwand.

Was ich auch sehr kritisch sehe, ist, dass die TE scheinbar keine Ahnung von Landwirtschaft hat. Das ist aber notwendig, wenn man Weideland bewirtschaften will.

Alles in allem würde ich dir, liebe TE, dazu raten dich diesbezüglich erstmal schlau zu machen. Du musst wissen, was für Bedürfnisse die Tiere, die du dir hinstellst haben und du musst diese befriedigen können. Dazu wäre bei Pferden z.B. der Basispass eine gute Starthilfe. Es wird Grundwissen über die Haltung und Pflege von Pferden gelehrt und man übt auch den Umgang mit dem Tier. Geritten wird hier nicht!
Ebenfalls ist es sinnvoll sich mal bei der Landwirtschaftskammer über Kurse und Seminare zum Thema Weidewirtschaft zu informieren und ein paar davon zu besuchen.

Ich halte es zudem für keine gute Idee "Tierschutztiere" und allgemein sehr alte oder sehr junge Tiere aufzunehmen oder gar Tiere vorm Schlachter zu retten.
Gerade diese Tiere verlangen ein hohes Maß an Know-How und sind mit einem eher schlechten Immunsystem ausgestattet, dass dir bei Robusthaltung nicht in die Hand spielt. Eventuell bekommst du so gar Tiere, die aufgrund von bestimmter Gebrechen gar nicht für die Robusthaltung geeignet sind.

Was ich mich bei all dem Frage: Warum denn nicht einfach dein Land als Sommerweide für nen netten Landwirt oder Pferdehalter anbieten? Du hast weniger Arbeit, weniger Kosten und trotzdem kannst du aus dem Fenster Tiere anschauen.
 
  • Machen Pferde wirklich so viel Arbeit? Beitrag #39
@Para:
Ehrlich gesagt besteht meine Familie nur noch aus mir und einem seit Ewigkeiten verschollenen eigenbrötlerischen Bruder. Ob der damit einverstanden ist weiß ich nicht, ich habe ja keinen Kontakt zu ihm.

@SoylentGreen:
Aber wieso muss es zum unterstellen ein festes Gebäude sein? Ein Carport mit 3,5 Wänden oder ein großes Gartenhaus bietet doch genauso Schutz vor Wind.

Auch von diesen Tieren sollte man Ahnung haben, bevor man sich einen Trupp davon anschafft. Wie soll ich denn sonst erkennen, ob sie krank sind?

Mhh also ich habe mir schon viele Tiere angeschafft ohne vorher praktische Erfahrungen gehabt zu haben und ich denke die meisten Menschen, die sich ein Haustier zulegen haben höchstens vorher mal ein Kaninchen im Zooladen gesehen oder Omas Wellensittich in Pflege gehabt. Bei manchen Tieren geht das auch gar nicht. Ich hatte mir mal Zwergmäuse zugelegt wo ich mir wissen online aneignen musste mangels Zwergmaushalter. Ähnlich dürfte es bei Ziegen oder Rindern sein. Die hält praktisch auch niemand aus Spaß. Und ne kommerzielle Nutztierhaltung kann man kaum mit meinem Vorhaben vergleichen.

Und nicht zu vergessen: Auch Eltern kriegen Kinder ohne dass sie vorher viel praktische Erfahrungen haben.

Warum denn nicht einfach dein Land als Sommerweide für nen netten Landwirt oder Pferdehalter anbieten?

Was habe ich davon? Oder was habe ich davon, wenn ich mir aus dem Fenster Tiere anschauen kann?
 
  • Machen Pferde wirklich so viel Arbeit? Beitrag #40
Schafe werden zahm, ich renne regelmäßig aufm Deich rum, ich weiß das.:mrgreen:

Ansonsten schließe ich mich Exe an. Hier gibts ziemlich viele Widersprüche - ob gewollt oder nicht, hier kann man schwerlich vernünftige Antworten geben.
 
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