Pferdekauf, warum nur selten aus dem Tierschutz?

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  • Pferdekauf, warum nur selten aus dem Tierschutz? Beitrag #21
@Trullas:
Hier ist das so, dass die Pferde von den Ehrenamtlichen ausgebildet werden. Wie gut die Ausbildung ist weiß ich nicht, aber da die Pferde ja durchschnittlich 1-2 Jahre dort bleiben sollte schon eine vernünftige Grundausbildung da sein. Und die Pferde dürften bei Weitem wesentlich besser ausgebildet sein, als die 4 Jahre alten eingerittenen Pferde vom Bereiter/Züchter....
Naja und bei den kleinen Shettland-Ponys denke ich nicht, dass die Halter viel wert auf eine Ausbildung legen. Man holt sich so ein kleines Pony ja vermutlich eher, weil man selber viel mit dem Tierchen machen will oder es einfach nur lieb haben möchte.

Ich bin definitiv dafür ein Pferd aus einer guten Zucht zu kaufen, welche die Pferde vernünftig aufgezogen hat und Zeit und Geld in die Ausbildung gesteckt hat. Die schwimmen nicht im Geld, sondern stecken viel Herz in ihre Pferde.

Nach solchen Züchtern habe ich auch schon oft gesucht, aber bis heute so gut wie keinen gefunden. Die paar wenigen die ich finden konnte züchten fast ausschließlich Quarter und nehmen um die 20.000 Euro. Das dürfte nicht im Interesse des durchschnittlichen 75kg Freizeitreiters sein.

Und wie kommt denn Euer Verein an gesunde, reitbare Pferde für lau ran?

Veterinäramt, insolvente Reitställe, Züchter die "minderwertige" Fohlen bringen, wo sich eine Aufzucht nicht lohnt, Privatpersonen, die sich finanziell/zeitlich/gesundheitlich nicht mehr kümmern können, Privatleute, welche junge Pferde auf dem Pferdemarkt freikaufen, damit sie nicht zum Schlachter gehen, Privatleute die überfordert sind mit ihrem Pferd, etc.

Nicht jeder der ein Pferd abgeben muss will damit einen möglichst hohen Gewinn erzielen. Es soll auch noch Leute geben denen das Wohl des Pferdes an erster Stelle steht.

Und habe ich das richtig verstanden, dass Beistellpferde wieder geritten werden und als Reitpferde verkauft werden?

Nein hast du falsch verstanden. Jedenfalls denke ich nicht, dass man ein Shetland Pony reitet.

@A-Fritz:
Was soll daran besser sein, wenn das Pferd zum Schlachter kommt? Und für wen soll das besser sein? Für die Spender, welche die Pferde finanzieren? Für die Ehrenamtlichen die ihre Zeit opfern? Nun das soll doch jedem selber überlassen sein, was er mit seiner Zeit und Geld anfängt.
Klar ist es dumm ein Pferd freizukaufen, aber ganz ehrlich ich kann es verstehen, wenn nun Lieschen Müller mit dem freigekauften Pony vor der Stalltür steht und um Aufnahme bittet, dass man dann niemanden wegschickt. Das Kind ist da ja bereits schon in den Brunnen gefallen und Lieschen Müller hat das Pferd gekauft. Da kann man nur noch aufklären und darum bitten, dass Lieschen Müller eben kein Pferd mehr freikauft. Aber Lieschen Müller dann mit dem Pferd wegzuschicken obwohl sie es ja nur gut gemeint hat und selber gar kein Platz/Geld hat finde ich nun auch nicht richtig.

Besser ist es nach meiner Meinung, wenn nur für ihren Zweck geeignete Pferde am Leben bleiben

Naja selbst das 50 jährige kranke Shetland Pony hat noch einen Zweck, wenn sich jemand daran erfreut, dass so ein Tierchen glücklich hinter dem Haus auf dem Paddock steht und sich seines Lebens freut.
 
  • Pferdekauf, warum nur selten aus dem Tierschutz? Beitrag #22
Wenn das wohl meines Pferdes an erster Stelle steht, wenn ich es abgeben muss, verkaufe ich es in verantwortungsvolle Hände, die auch wissen, dass ein Pferd Geld kostet und es wert ist und drück es nicht an einen Schutzhof ab und überlasse denen die Vermittlung ;).

Und wenn ich ein Reitpferd möchte, helfen mir ja auch 30 kerngesunde Shettys nichts...
 
  • Pferdekauf, warum nur selten aus dem Tierschutz? Beitrag #23
Natürlich kann jeder selber entscheiden was er mit seinem Geld, seiner Freiheit, oder seinem Arrangement macht
und es ist auch sehr menschlich, wenn Frau Müller als Pferdeanfängerin sich ein ungeeignetes Pferd anschafft,
aber anschließend Verantwortung übernimmt und sich aufopfernd um deren Pflege, Erziehung und Gesundheit bemüht.
Wenn aber der Tierschutz so etwas zum Prinzip erheben, und oft dieses als humanen, gesellschaftlich Maststab setzen möchte,
dann empfinde ich dieses als Übertreibung und große Fehlentwickelung.
Was vielleicht dem einzelnen Individuum helfen mag, ist für die Arterhaltung der Pferde bestimmt kein Gewinn. :(

Fritz.
 
  • Pferdekauf, warum nur selten aus dem Tierschutz? Beitrag #24
@Calimero:
Und wie wahrscheinlich ist es, dass du auf die Schnelle ein gutes Zuhause für ein Pferd findest, dass vielleicht auch noch roh ist? Oder du hast vielleicht nicht ein Pferd sondern gleich mehrere? Mal ehrlich ich sehe hier zu 90% Pferde die nicht artgerecht gehalten werden. Leute die ein tolles Zuhause bieten werden nicht gerade Schlange stehen.

@A-Fritz:
Was davon war jetzt die Antwort auf meine Fragen?
 
  • Pferdekauf, warum nur selten aus dem Tierschutz? Beitrag #25
Und wie wahrscheinlich ist es, dass du auf die Schnelle ein gutes Zuhause für ein Pferd findest, dass vielleicht auch noch roh ist? Oder du hast vielleicht nicht ein Pferd sondern gleich mehrere? Mal ehrlich ich sehe hier zu 90% Pferde die nicht artgerecht gehalten werden. Leute die ein tolles Zuhause bieten werden nicht gerade Schlange stehen.

Tjoa, das sollte einem aber auch durchaus klar sein, dass sowas nicht in 3 Tagen erledigt ist.

Ganz ehrlich:
Dieses ständige Herum-Gerette von allen möglichen Tieren hat selten etwas mit wirklichem Tierschutz zu tun.
Schlachtfohlen gerettet...joa. Und jetzt?
Freuen sich Züchter und Schlachter, weil Absatz ist ja so oder so da.

Das bringt rein gar nichts außer klingelnde Kassen bei genannten Personengruppen.
Gut, der Retter in der Not kann vllt. ein bisschen besser schlafen.

Die Zukunft für das Pferd sieht aber in den seltensten Fällen so aus, dass es in fähigen Händen landet.

Zum 50jährigen Shetty, dass noch jmd. erfreut:

Ja, aber der sich freuende Mensch sollte dann viel Zeit, viel Ahnung und viel Geld haben.

Diese romantische Idee von Pferdehaltung á la "Da hoppelt die frohe Rentnergang in den Sonnenuntergang und fällt irgendwann einfach tot um" ist sowas von fatal...

Das gibt es nicht.

Das wird aber nur aufhören, wie bei allen Tierarten übrigens, wenn nur noch aus seriösen Quellen Tiere bezogen werden.
Alles andere ist eine schlichte Unterstützung dieses durchaus vorhandenen Geschäftes mit Tierelend.
 
  • Pferdekauf, warum nur selten aus dem Tierschutz? Beitrag #26
Naja das sind dann meistens nicht mehr die privaten Liebhaber-Halter. Ein Reiterhof ist schließlich auch ein Gewerbe. Muss den Pferden da ja nicht zwangsläufig schlecht gehen, aber vielleicht gehts da dann eben doch auch eher um schnell los werden als um das beste Zuhause suchen ;). Möchte ja niemandem was unsterstellen und ist garantiert nicht immer so. Aber es ist umgekehrt absolut falsch, zu sagen, dass jeder, der sein Pferd ganz normal verkauft, nur aufs Geld aus ist und nicht auf das Wohl des Tieres. Das ist in meinen Augen eben genau umgekehrt, genauso wie es bei Kleintieren eine Schutzgebühr gibt.
 
  • Pferdekauf, warum nur selten aus dem Tierschutz? Beitrag #27
Nun es spricht doch aber nichts dagegen, wenn ein insolventer Reitbetrieb seine Pferde an einen Tierschutzverein abgibt, wenn sie schnell weg müssen.
 
  • Pferdekauf, warum nur selten aus dem Tierschutz? Beitrag #28
Natürlich nicht, aber dann sind wir vor allem beim möglichst schnell und nicht beim möglichst gut. Dafür ist der Tierschutz ja quasi auch da, denn wer Zeit hat, versucht ja erstmal, das Tier direkt wieder an einen festen Besitzer zu vergeben und das ist nunmal meistens ein ganz normaler Verkauf.
 
  • Pferdekauf, warum nur selten aus dem Tierschutz? Beitrag #29
Wieso? Viel besser als beim Tierschutz kann es ein Pferd doch nicht haben.
 
  • Pferdekauf, warum nur selten aus dem Tierschutz? Beitrag #30
Klar, jeder Tierschutzverein hat nämlich Wissen, Mittel und Leute um alles und jedes Tier supergut zu versorgen und den bestmöglichen Platz zu finden.

Außerdem sind Tierschützer staatlich qualifiziert und wissen genau was sie tun und handeln natürlich niemals aus reinem Gutmenschentum oder falsch verstandener Tierliebe.

Gute, seriöse Tierschutzvereine zu finden ist fast genau so schwer wie seriöse Züchter.

Manchmal würde ich wirklich supergerne mal in deiner Realität leben.
 
  • Pferdekauf, warum nur selten aus dem Tierschutz? Beitrag #31
@Trullas:
Hier ist das so, dass die Pferde von den Ehrenamtlichen ausgebildet werden. Wie gut die Ausbildung ist weiß ich nicht, aber da die Pferde ja durchschnittlich 1-2 Jahre dort bleiben sollte schon eine vernünftige Grundausbildung da sein. Und die Pferde dürften bei Weitem wesentlich besser ausgebildet sein, als die 4 Jahre alten eingerittenen Pferde vom Bereiter/Züchter....

Woher nimmst Du diese Annahme? Meine 4 Jährigen zb Gehen ohne Probleme ins Gelände ( alleine und in der Gruppe), haben auf ihren ersten Turnieren durch ihr ruhiges, ausgeglichenes Verhalten gezeigt dass sie absolutes Vertrauen in ihren Menschen haben. Das ist das Ergebnis von einer sehr guten Aufzucht und durchdachter Ausbildung und Pflege der Tiere. Das kann von Leuten gemacht werden die dementsprechend qualifiziert sind und Ja: solche Pferde kosten dann auch Geld und gibt es nicht hinterher geschmissen, aber dann haben die Käufer auch endlich mal das was sie eigentlich wollen und womit sie zurecht kommen. Das würde die Problematik der Spontan- und Fehlkäufe schon immens eindämmen.



Nach solchen Züchtern habe ich auch schon oft gesucht, aber bis heute so gut wie keinen gefunden. Die paar wenigen die ich finden konnte züchten fast ausschließlich Quarter und nehmen um die 20.000 Euro. Das dürfte nicht im Interesse des durchschnittlichen 75kg Freizeitreiters sein.

Also hier verstehe ich nicht viel. Seit wann gibt es denn in Deutschland nur Quarter Horse Züchter? Die Warmblüter, allen voran der Hannoveraner ist die stärkste Rasse und es gibt viel "Kleine" Züchter mit wenigen Zuchtstuten und guter Haltung. Da findet sich etwas für den kleinen Geldbeutel, wenn es auch roh sein darf.

Und wo wir hier bei dem Thema sind: Hast Du dir mal durchgerechnet, was ein Pferd den Züchter kostet bis es, sagen wir 4 Jahre ist?

Das fängt bei der Haltung der Stute an: monatliche Kosten: Stroh, Heu, Kraftfutter+Mineralien, Schmied, Impfungen, Entwurmung. Für das Projekt "Fohlen" dann noch Tupfern, besamen ( Je nach Hengst ab 1.500 Decktaxe bei Warmblut), Trächtigkeitsuntersuchung vom Tierarzt.
Nach dem Abfohlen, dann wieder Impfung/ Entwurmen, Futter, GGF Unterstellkosten wenn das Fohlen nicht Zuhause aufgezogen werden kann ( um die 200 im Monat mit Glück) und die Stute kostet auch immer noch Geld.
Da die meisten Züchter keinen Bereiter am Hof haben, geht es zum anreiten, und ggf wenn nicht vorher verkauft, zur weiteren Ausbildung von einem Jahr auch auswärts. Und das kann auch mal einen tausender Pro Monat sein, wenn es zu den sehr guten, sehr gewissenhaften Leuten gehen soll.

ich rechne zB mit Kosten von 15 000 bis sie 4 Jährig sind ( viertes Quartal). Da müssen sich die Leute mal Gedanken machen. Das Pferd, welches man günstig bekommen hat, hat entweder eine so günstige Aufzucht erhalten, welche an den Bedingungen zweifeln lässt oder hat jemanden um mehrere tausend Euro erleichtert.

Veterinäramt, insolvente Reitställe, Züchter die "minderwertige" Fohlen bringen, wo sich eine Aufzucht nicht lohnt, Privatpersonen, die sich finanziell/zeitlich/gesundheitlich nicht mehr kümmern können, Privatleute, welche junge Pferde auf dem Pferdemarkt freikaufen, damit sie nicht zum Schlachter gehen, Privatleute die überfordert sind mit ihrem Pferd, etc.
Nicht jeder der ein Pferd abgeben muss will damit einen möglichst hohen Gewinn erzielen. Es soll auch noch Leute geben denen das Wohl des Pferdes an erster Stelle steht.

Hier vertauscht Du leider etwas: Wenn ich dafür sorge, dass mein Pferd welches mit bestem Wissen und Gewissen aufgezogen und gearbeitet wurde an Menschen verkaufe mit der selben Einstellung zum Tier wie ich, dann sehe ich nicht, dass mir das Pferd weniger Lieb ist als jemandem, der Viehmarkthändler aktiv unterstützt in dem er regelmäßig seine Ware kauft. Das ist doch das selbe wie mit den Wühltisch-Welpen. Die Maschine läuft weiter, so lange sie bedient wird.


Nein hast du falsch verstanden. Jedenfalls denke ich nicht, dass man ein Shetland Pony reitet.

Aber im weiteren Verlauf gibst Du doch an, dass Pferde bei Euch (wieder) angeritten werden?

A-Fritz:
Was soll daran besser sein, wenn das Pferd zum Schlachter kommt? Und für wen soll das besser sein? Für die Spender, welche die Pferde finanzieren? Für die Ehrenamtlichen die ihre Zeit opfern? Nun das soll doch jedem selber überlassen sein, was er mit seiner Zeit und Geld anfängt.
Klar ist es dumm ein Pferd freizukaufen, aber ganz ehrlich ich kann es verstehen, wenn nun Lieschen Müller mit dem freigekauften Pony vor der Stalltür steht und um Aufnahme bittet, dass man dann niemanden wegschickt. Das Kind ist da ja bereits schon in den Brunnen gefallen und Lieschen Müller hat das Pferd gekauft. Da kann man nur noch aufklären und darum bitten, dass Lieschen Müller eben kein Pferd mehr freikauft. Aber Lieschen Müller dann mit dem Pferd wegzuschicken obwohl sie es ja nur gut gemeint hat und selber gar kein Platz/Geld hat finde ich nun auch nicht richtig.



Naja selbst das 50 jährige kranke Shetland Pony hat noch einen Zweck, wenn sich jemand daran erfreut, dass so ein Tierchen glücklich hinter dem Haus auf dem Paddock steht und sich seines Lebens freut.

Aber warum sollte man so einem alten Tier denn noch einen weiteren Umzug zumuten? Mein Ältester wird jetzt 29 und in dem Alter sind die so sehr in ihrem alten Muster drin, dass eine Neuintegrierung nur noch purer Stress wäre, den ich persönlich den Rentnern nicht mehr zumuten möchte. Und man muss da auch mal ehrlich sein: Wenn ein Pferd ein wirklich langes, langes Leben hinter sich hatte, ( und ab einem Gewissen Alter kommen Probleme die sich nicht mehr auflösen und zu einer zu großen Belastung für das Tier wären) sollte man sich tatsächlich eher Gedanken machen das Tier einzuschläfern als noch 3 mal zu vermitteln.
 
  • Pferdekauf, warum nur selten aus dem Tierschutz? Beitrag #32
Thema:

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