Vorübergehende Schneckenhaltung in der Schule

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  • Vorübergehende Schneckenhaltung in der Schule Beitrag #41
Hallo,
ein Erlebnisbauernhof, oder Reiterhof ist wohl darauf spezialisiert Gäste zu empfangen,
es sind eben Unternehmen die so ihr Geld verdienen wollen und vielleicht auch für eine Klassenfahrt geeignet sind.

Ich denke aber, es gibt auch Möglichkeiten für die Lehrkräfte, die sich mit solchen Themen, die eine vorübergehende Schneckenhaltung
in der Schule nötig machen und sich damit überfordert fühlen, ich glaube, ich habe hier eine gute Lösung gefunden.

"Handwerk macht Schule" Bei diesem Projekt vermitteln ehemalige Praktiker Wissenswertes an Schülern in den Schulen.
Hier gibt es bestimmt auch Spezialisten, die auch besondere, praktische Kenntnisse in biologischen Bereichen weitergeben können
und bei besonderen Projekten in einer Schule im Unterricht helfen würden.



Fritz.
 
  • Vorübergehende Schneckenhaltung in der Schule Beitrag #42
Wenn Kinder bei Exkursionen in der Natur, oder bei Versuchen der Kinder mit Tieren oder Pflanzen,
einige dieser Exemplare nicht überleben sollten, kann dieses nicht der Grund sein, solches zu verbieten
und allen Kinder den Zugang oder den direkten Kontakt zu untersagen.

Da stehen mir ja die Haare zu Berge.
Wenn ich sowas lese, dann bin ich froh, dass der Einsatz von Tieren im Unterricht – und sei es nur die vorübergehende Haltung in der Schule oder gar nur die Beobachtung – in der Schweiz als Tierversuch gilt und genehmigungspflichtig ist. Das hält hoffentlich Lehrpersonen mit einer solchen Einstellung davon ab. Wobei ich ja hoffe, dass Lehrpersonen mit einem besseren Beispiel voran gehen und den Kinder nicht eine solche Gleichgültigkeit gegenüber dem Leben vorleben. Dann ist der Lehreffekt nämlich für die Biotonne.

Btw seven, da du dich ja mit Schnecken eingehender befasst hast: Weisst du zufällig, wie es mit der Geräuschempfindlichkeit ausschaut?
Ich musste mich zum Glück "nur" mit der Nagerhaltung in Schulen befassen und hoffe, dass der beschriebene Aufwand im Vergleich zum minimem Lehreffekt (man kann sie ja nicht anfassen, die Tiere lassen sich nicht beobachten am Tag, dennoch muss man sie täglich im Blick haben, auch am Wochenende und in den Ferien – mehr als: So sieht ein artgerechtes Gehege aus und man soll sie in Ruhe lassen kommt da nicht bei rum) abschreckend genug ist. Es kam aber die Frage auf, wie Schnecken auf Lärm reagieren. Da war ich minim überfragt. Aber vielleicht bist du bei deinen Recherchen ja darauf gestossen?
 
  • Vorübergehende Schneckenhaltung in der Schule Beitrag #43
Nienor, der Versuch zur Geräuschempfindlichkeit steht noch aus ;)
Da werden wir eine Triangel neben der Schnecke zum Läuten bringen und schauen, wie sie reagiert. Meine Vermutung ist ja, dass sie geschwind zumindest die Fühler einzieht.
Nun ist meine Klasse aber auch nicht die allerleiseste - vor allem nicht, wenn sie z. B. Frühstückspause haben. Das scheint die Schnecken aber nicht zu stören, die haben sich genauso verhalten, wie während ruhiger Arbeitsphasen... Die hängen auf ihren Ästen oder unter den Steinen oder an der Scheibe ab, fressen gemütlich vor sich hin - also wäre mein persönliches Fazit bisher: "Lärm aus der Entfernung" stört sie nicht großartig - anders mag es vielleicht sein, wenn man direkt neben ihnen ein Geräusch loslässt. Wir werden sehen ;)

Gibt so viele tolle Möglichkeiten. Warum muss man heimische Tiere einsperren, wenn sie überall draußen zu finden sind...?
SoylentGreen, das sind ja auch meine Gedanken. Natürlich kann man sie draußen dann "nur" beobachten, und gerade bei Schnecken ist das, wie schon gesagt, schwierig (wäre es bei Wildmäusen oder Schmetterlingen aber sicher auch ;) ) - aber mit der derzeitigen Vorgehensweise bin ich auch nicht wirklich zufrieden, da müsste man wirklich nochmal weiter überlegen.
Nun bin ich da aber (vie ja auch viele hier ;) ) besonders sensibilisiert fürs Tierwohl - die Leute, die normalerweise kaum bis keinen Kontakt zu Tieren haben, die sehen das einfach wesentlich lockerer und sagen: "Ist doch nur ´ne Schnecke, die wird schon 2 Wochen in ´nem Terra und ein paar Experimente überstehen." Genauso, wie sie sagen: "Ist doch egal, der Hamster kann doch mal ´nen Vormittag in der Klasse zum Haustiertag verbringen." Und das ist MIR eben NICHT egal, auch wenn´s nur ein Vormittag ist...
Ausflüge auf Bauernhöfe, Erlebnishöfe etc. - find´ ich toll, die Leute da sollten hoffentlich auch wissen, was sie ihren Tieren zumuten können und wollen.
Aber auf Teufel komm raus Tiere in die Schule zu schlören, da bin ich einfach absolut gegen.

Nun hatten wir heute Sportfest (Bundesjugendspiele), und ich hatte eigentlich vor, die Schnecken heute anschließend nochmal zu "wässern"... Da die ganze Aktion aber so stressig war und ich ganz allein mit meiner Horde über den Sportplatz ziehen musste, gleichzeitig Zeiten notieren und auf den Haufen aufpassen musste, war ich am Ende so fertig, dass ich das vollkommen vergessen habe :( Fiel mir dann ein, als ich zu Hause war... Zum Glück habe ich eine liebe Kollegin, die direkt neben der Schule wohnt (genau genommen hab´ ich 2 davon ;) Die eine wollte ja am Wochenende kommen und sich auch um meine Schnecken kümmern - die andere wird dann aber morgen früh hinfahren und sich zusätzlich kümmern - für mich wäre das insgesamt ´ne Stunde Fahrt, für die beiden sind es insgesamt 10 Minuten...) Also werden die Schneckchen das hoffentlich bis Montag schaffen... frisches Futter wird´s natürlich auch geben...

LG seven
 
  • Vorübergehende Schneckenhaltung in der Schule Beitrag #44
So, das letzte Update ;)
Heute haben wir die Schnecken erfolgreich wieder ausgewildert, nachdem wir das letzte Experiment beendet hatten.
Ich muss sagen, das Ganze hat sich positiv entwickelt, die Kinder haben ihre anfängliche Zurückhaltung abgelegt, sie sind stets sehr vorsichtig mit den Schnecken umgegangen (teilweise wirklich so vorsichtig, dass sie sagten: "Ich kann die Schnecke nicht da rausholen, die will nicht und ich will ihr ja nicht wehtun". Irgendwann hatten wir den Dreh dann aber raus - sie ließen sich vorsichtig an der Glasscheibe entlangschieben und saßen am Rand dann auf der Hand.
Und heute war die letzte Aufgabe, die Schnecken mal auf die Hand zu nehmen und zu fühlen, wie es sich anfühlt, wenn die Schnecken fressen (dazu gab es ein Fitzelchen Mehlbrei auf die Hand) - bis auf zwei oder drei Kinder haben das tatsächlich alle ausprobiert, und keiner hat mehr "iiiih" gesagt ;) (Gestern hatten wir schon eine Schnecke auf eine Plexiglasscheibe gesetzt, etwas Mehlbrei dazu, und da konnten wir dann von unten sehr gut sehen, wie die Schnecke frisst...)
Vorgestern haben wir den "Hörtest" gemacht - und ja, die Schnecke hat tatsächlich auf das Geräusch der Klangschale (ist ja vergleichbar mit ´ner Triangel) reagiert, indem sie ihren Kopf in die Richtung gedreht hat.
Ich hab´ dann aber nochmal gegoogelt - und siehe da: Schnecken können nicht hören. Sie reagieren auf die Schallwellen, die sie spüren. Fand ich auch äußerst interessant.
Das Experiment mit Licht und Schatten ist irgendwie etwas misslungen, da wir die entsprechenden Lichtverhältnisse nicht so ganz hinbekommen haben. Wir haben dann vermutet, dass Schnecken zumindest hell und dunkel unterscheiden können, und Tante Wiki hat uns das bestätigt - einige Schneckenarten können wohl auch tatsächlich etwas besser sehen.
Wir haben also wirklich einige Experimente nur mit einer einzigen Schnecke alle gemeinsam im Sitzkreis durchgeführt, weil es einfach praktikabler war, und so hatten die anderen Schnecken dann ja auch ihre Ruhe...

Nuja, und dann kam heute die große Aktion: Wir evakuieren das Terra.... Jeweils zwei Kinder haben sich um eine Schnecke gekümmert und die an einem schattigen Platz mit feuchter Erde ausgesetzt (dazu durften sie ausnahmsweise auch hinters Schulgebäude ins Unterholz), andere haben das Inventar nach draußen gebracht, wieder andere haben Sand und Erde ausgeschaufelt und abtransportiert (wobei ihnen mitten im Treppenhaus die Mülltüte gerissen ist, juchu - aber sie haben selbstständig alles wieder sauber gemacht....), und dann hab´ ich das Terra geschrubbt, während die Kinder nochmal Schneckenbilder gemalt haben (die Entspannung hatten sie sich nach den Aufräumarbeiten verdient ;) )
Joar... die Arbeitsblätter sind irgendwie zu kurz gekommen, die müssen wir dann nächste Woche wohl noch nacharbeiten...

Fazit: Ich bin immer noch sehr skeptisch und möchte sowas nicht zwangsläufig nochmal wiederholen - werde ich auf der entsprechenden Konferenz auch deutlich machen - aber insgesamt ist es besser gelaufen als befürchtet, und die Kinder achten jetzt viel bewusster auf Schnecken, die sie in ihrer Umgebung entdecken (ich weiß nicht, ob sie nicht jetzt sogar etwas zu überbesorgt sind, denn einige erzählten mir: "Da hab´ ich eine Schnecke gesehen, die saß voll in der Sonne - die hab´ ich dann in den Schatten getragen" ;) )

LG seven
 
  • Vorübergehende Schneckenhaltung in der Schule Beitrag #45
So, insgesamt ist es besser gelaufen als befürchtet, und die Kinder achten jetzt viel bewusster auf Schnecken, die sie in ihrer Umgebung entdecken (ich weiß nicht, ob sie nicht jetzt sogar etwas zu überbesorgt sind, denn einige erzählten mir: "Da hab´ ich eine Schnecke gesehen, die saß voll in der Sonne - die hab´ ich dann in den Schatten getragen" ;) )

LG seven


Hallo,
es freut mich sehr, wie erfolgreich diese Aktion nun doch verlaufen ist. :clap::clap:

Die Kinder haben nicht nur etwas über die Schnecken erfahren,
sondern auch gleich ihre Berührungsängste verloren.
Doch besonders wichtig ist wohl das erlernen der Fähigkeit,
sich in die Gefühle anderer, fremder Lebewesen hineinzuversetzen.

:eusa_shhh: Auch Empathie, und Einfühlungsvermögen ist eine Fähigkeit,
die besonders mit Kindern geübt werden muß.

Jetzt solche guten Möglichkeiten des praktischen Lernens mit Tieren
in der Schule nicht weiter zu nutzen, weil vielleicht eine Schnecke Schaden erleiden könnte,
wäre bestimmt für Schüler und Natur gleichermaßen schädlich. :eusa_think:

Fritz.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Vorübergehende Schneckenhaltung in der Schule Beitrag #46
Danke, Fritz - und das aus Deinem Munde ;)
Nee, im Ernst - ich freu´ mich!
Aber trotzdem werde ich die ganze Aktion weiterhin kritisch hinterfragen. Sicher - meine Kinder haben sich als vorbildlich erwiesen, und sie haben offenbar auch viel gelernt. Und den Schnecken hat es hoffentlich auch nicht geschadet (die haben sich zwischenzeitlich übrigens auch gepaart - zum Eierlegen sind sie mangels Zeit dann nicht mehr gekommen... - aber das fanden meine Kinder auch ganz faszinierend - also haben wir dann nebenher auch noch behandelt, dass Schnecken Zwitter sind und was das überhaupt bedeutet...)
Dennoch - ich möchte einfach nicht, dass ein Tier dabei zu Schaden kommt.
Heute hatten wir im Morgenkreis nochmal ein Gespräch - da sagte ein Kind: "Ich bin schon mal aus Versehen auf eine Schnecke getreten". Joar - da konnte ich dann nur sagen, dass mir das auch schon passiert ist (damals, als auf unserer ehemaligen Terrasse noch diverse Schnecken herumkrochen und ich abends im Dunkeln noch mal rausgegangen war.) Da konnte ich dann nur sagen, dass sowas leider als tragischer Unfall zu werten ist, an dem aber nun wirklich niemand Schuld hat, sowas passiert halt leider einfach... Aber sowas musste bei uns in der Klasse ja nicht passieren, denn da wusste ja jeder, wie er mit den Schnecken umzugehen hatte und dass da keine Schnecke einfach so auf dem Boden herumkroch...
LG seven
 
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