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Hallo zusammen,
ich wälze hier seit Tagen meine Gedanken hin und her, aber komme nicht weiter. Daher muss ich mich jetzt mal ausheulen und hoffe, dass mir eure Kommentare bei der Entscheidungsfindung helfen.
Ich habe seit Jahren immer wieder daran gedacht, Haustiere zu halten, habe dies aber immer wieder verworfen, da ich meine Lebensumstände als nicht tiergerecht empfand (kleine Stadtwohnung, viele Reisen, lange Arbeitszeiten). Vieles davon hat sich im Laufe des Jahres geändert (große Wohnung, häufig Home Office abgewechselt mit 1 oder eher selten mehrtägigen Reisen). Im großen und ganzen war ich eigentlich mit meinem Single-Leben zufrieden, auch wenn man manchmal einsam ist.
Vor ein paar Wochen wurden die latenten Gedanken über ein Haustier zu einem verzweifelten Wunsch. Dazu sollte ich vielleicht erwähnen, dass kurz zuvor ein Bekannter tödlich verunglückt ist und ich seit Monaten in einem anstrengenden beruflichen Projekt stecke. Ich hatte (und habe) das Gefühl, dass ich unbedingt einen Ausgleich zum "beruflichen Wahnsinn" brauche, etwas/jemand, der mich erdet und die wirklich wichtigen Dinge im Leben - Beziehungen - aufzeigt. Also habe ich meine gedankliche "Shortlist" an möglichen Haustierarten systematisch gekürzt. Übrig blieb die leicht schizophrene Wahl zwischen Ratten und Katzen, da beide sehr intelligent, etwas eigenwillig, aber bei guter Bindung mit Wahrscheinlichkeit verschmust sind. Ein Gefährte sollte es sein. Da meine Eltern sich kategorisch weigern "Ungeziefer" zu füttern, wenn ich doch mal über Nacht weg bin, fiel die Wahl also auf Katzen.
Daraufhin habe ich recherchiert und eine Rasse gefunden, von der ich glaube, dass sie charakterlich sehr gut zu mir passt und außerdem noch wenig haart. Also die Suche gestartet und auf einige Annoncen geantwortet. Am Freitag habe ich das erste Kitten kennen gelernt, aber den Züchter schien es so gar nicht zu interessieren, wo die Katze hinkommt - er hat mir null Fragen über mich gestellt. Noch dazu hatte ich ein schlechtes Gewissen, da Wohnungskatzen ja mind. zu zweit gehalten werden sollen und ich mir als Anfänger nicht unbedingt eine Zusammenführung zutraue. Also bin ich am Montag mehrere Hundert km gefahren, um Wurfgeschwister kennen zu lernen. Der Kontakt war nett, die Kitten munter, die Abgabeumstände gut. Also habe ich mich für zwei Kitten entschieden, die auch direkt zu mir Vertrauen zu fassen schienen, und bereits munter an mir herumkletterten und anfingen mich zu putzen.
Seit Montag Abend quälen mich Zweifel. Ich schlafe unruhig, werde wach, mache mir Gedanken, habe große Magenschmerzen und Verdauungsbeschwerden. Angefangen hat das mit zwei Sätzen. Einem äußerst bekümmerten "Hoffentlich hast du dir das auch gut überlegt" meiner Mutter und einem unbedarften "Ich finde, du bist kein Katzenmensch" meiner Schwester. Das Gedankenkarussel dreht sich unablässig. Bin ich wirklich kein Katzenmensch? Ja, ich hätte Probleme damit, wenn die Kitten meine ganze frisch kernsanierte Wohnung und die ganzen neu gekauften Möbel auseinander legen würden. Aber lässt sich das mit Geduld und enger Begleitung in den ersten Wochen nicht im Rahmen halten? Ja, ich möchte auch nicht nach dem Hinsetzen überall Haare haben, aber ich habe ja extra eine Rasse gefunden, die wenig haart. Kann ich wirklich eine enge Bindung zu den Tieren aufbauen oder werde ich genervt sein, wenn Katzen nun mal machen, was sie wollen? Andererseits schmelze ich bei Bildern und Videos liebevoller Tier-Mensch-Beziehungen dahin und beneide dies. Bin ich wirklich bereit meine ganze Wohnungseinrichtung noch einmal umzugestalten? Wäre wohl nicht mein Traum, aber wenn man dafür Gesellschaft und Liebe zurück bekommt? Und das schlimmste: Die Angst, dass es nur eine Kurzschlussreaktion aufgrund der akuten Lebenssituation war und ich die Anschaffung übereile und bereue. Immerhin sind Katzen Lebewesen, die ein schönes, liebevolles und artgerechtes Leben verdienen.
Letztlich kreisen die Gedanken: War es richtig, die zwei Kitten zu reservieren? Soll ich wieder absagen? Noch sind sie klein, wenige Wochen alt, und hätten gute Chancen einen tollen Zweibeiner zu finden...Sie sind erst in mehreren Wochen abgabebereit. Aber bereue ich es dann nicht? Werde ich ewig denken, was wäre gewesen, wenn...?
Verschlimmert wird das Ganze davon, dass ich bisher noch nie von Zweifeln gequält wurde. Ich bin entscheidungsfreudig und ziehe normalerweise alles auch bei Widerstand durch, wenn ich mich einmal entschieden haben. Andererseits habe ich noch nie Verantwortung für ein anderes Lebewesen übernommen. Ich bin seit vielen Jahren Single und musste auf nichts und niemanden groß Rücksicht nehmen. Und hier liegt schon der nächse Knackpunkt: Die Entscheidung für oder gegen die Kitten ist für mich ein Scheidepunkt. Schaffe ich es mich einem Lebewesen gegenüber zu öffnen oder bleibe ich für immer allein? Und die an mich selbst gestellte Erwartung, einem Haustier ein gutes Leben zu ermöglichen und zu meinen Entscheidungen zu stehen.
Normalerweise ist mein Bauchgefühl ein guter Ratgeber, aber außer den Magenschmerzen ist da nichts. Normalerweise würde ich konsequenterweise sagen: wenn du Zweifel hast, dann tus nicht. Wenn ich aber konkret über einen Rücktritt nachdenke, fühlt es sich nicht gut an. Wenn ich denke, ich behalte sie, nagen die Zweifel.
Eine Liste auf Papier mit Bedenken und Chancen bringt mich nicht weiter. Ich weiß intelektuell, dass die Pros einen emtional höheren Stellenwert haben. Aber kann ich die Cons wirklich akzeptieren oder bereue ich es nach wenigen Tagen oder Wochen doch wieder. Und dann ein weiterer Satz meiner Schwester "Ein Tier wieder abgeben ist das Allerletzte". Mit meinem ohnehin sehr hohen Verantwortungsbewusstsein und der hohen Erwartungshaltung an mich selbst, steigt der Druck immer weiter und noch nie in meinem Leben habe ich solche körperlichen Reaktionen gezeigt.
Und so quäle ich mich Tag und Nacht mit meinen Gedanken und meinem Bauch und komme kein Stück weiter. Wahrscheinlich müsste ich einen Psychologen fragen, aber da gerade keiner zur Hand ist... Was meint ihr? Mache ich mich unnötig verrückt? Bin ich zu verkopft und zerdenke alles? Oder bin ich doch einfach noch nicht bereit, ein Tier mit all seinen Bedürfnissen aufnehmen zu können?
Bitte helft mir zu einer Entscheidungen zu kommen, die gut für die Kitten ist und mich aus diesem Zustand befreit :-( Vielen Dank für eure Gedanken!
ich wälze hier seit Tagen meine Gedanken hin und her, aber komme nicht weiter. Daher muss ich mich jetzt mal ausheulen und hoffe, dass mir eure Kommentare bei der Entscheidungsfindung helfen.
Ich habe seit Jahren immer wieder daran gedacht, Haustiere zu halten, habe dies aber immer wieder verworfen, da ich meine Lebensumstände als nicht tiergerecht empfand (kleine Stadtwohnung, viele Reisen, lange Arbeitszeiten). Vieles davon hat sich im Laufe des Jahres geändert (große Wohnung, häufig Home Office abgewechselt mit 1 oder eher selten mehrtägigen Reisen). Im großen und ganzen war ich eigentlich mit meinem Single-Leben zufrieden, auch wenn man manchmal einsam ist.
Vor ein paar Wochen wurden die latenten Gedanken über ein Haustier zu einem verzweifelten Wunsch. Dazu sollte ich vielleicht erwähnen, dass kurz zuvor ein Bekannter tödlich verunglückt ist und ich seit Monaten in einem anstrengenden beruflichen Projekt stecke. Ich hatte (und habe) das Gefühl, dass ich unbedingt einen Ausgleich zum "beruflichen Wahnsinn" brauche, etwas/jemand, der mich erdet und die wirklich wichtigen Dinge im Leben - Beziehungen - aufzeigt. Also habe ich meine gedankliche "Shortlist" an möglichen Haustierarten systematisch gekürzt. Übrig blieb die leicht schizophrene Wahl zwischen Ratten und Katzen, da beide sehr intelligent, etwas eigenwillig, aber bei guter Bindung mit Wahrscheinlichkeit verschmust sind. Ein Gefährte sollte es sein. Da meine Eltern sich kategorisch weigern "Ungeziefer" zu füttern, wenn ich doch mal über Nacht weg bin, fiel die Wahl also auf Katzen.
Daraufhin habe ich recherchiert und eine Rasse gefunden, von der ich glaube, dass sie charakterlich sehr gut zu mir passt und außerdem noch wenig haart. Also die Suche gestartet und auf einige Annoncen geantwortet. Am Freitag habe ich das erste Kitten kennen gelernt, aber den Züchter schien es so gar nicht zu interessieren, wo die Katze hinkommt - er hat mir null Fragen über mich gestellt. Noch dazu hatte ich ein schlechtes Gewissen, da Wohnungskatzen ja mind. zu zweit gehalten werden sollen und ich mir als Anfänger nicht unbedingt eine Zusammenführung zutraue. Also bin ich am Montag mehrere Hundert km gefahren, um Wurfgeschwister kennen zu lernen. Der Kontakt war nett, die Kitten munter, die Abgabeumstände gut. Also habe ich mich für zwei Kitten entschieden, die auch direkt zu mir Vertrauen zu fassen schienen, und bereits munter an mir herumkletterten und anfingen mich zu putzen.
Seit Montag Abend quälen mich Zweifel. Ich schlafe unruhig, werde wach, mache mir Gedanken, habe große Magenschmerzen und Verdauungsbeschwerden. Angefangen hat das mit zwei Sätzen. Einem äußerst bekümmerten "Hoffentlich hast du dir das auch gut überlegt" meiner Mutter und einem unbedarften "Ich finde, du bist kein Katzenmensch" meiner Schwester. Das Gedankenkarussel dreht sich unablässig. Bin ich wirklich kein Katzenmensch? Ja, ich hätte Probleme damit, wenn die Kitten meine ganze frisch kernsanierte Wohnung und die ganzen neu gekauften Möbel auseinander legen würden. Aber lässt sich das mit Geduld und enger Begleitung in den ersten Wochen nicht im Rahmen halten? Ja, ich möchte auch nicht nach dem Hinsetzen überall Haare haben, aber ich habe ja extra eine Rasse gefunden, die wenig haart. Kann ich wirklich eine enge Bindung zu den Tieren aufbauen oder werde ich genervt sein, wenn Katzen nun mal machen, was sie wollen? Andererseits schmelze ich bei Bildern und Videos liebevoller Tier-Mensch-Beziehungen dahin und beneide dies. Bin ich wirklich bereit meine ganze Wohnungseinrichtung noch einmal umzugestalten? Wäre wohl nicht mein Traum, aber wenn man dafür Gesellschaft und Liebe zurück bekommt? Und das schlimmste: Die Angst, dass es nur eine Kurzschlussreaktion aufgrund der akuten Lebenssituation war und ich die Anschaffung übereile und bereue. Immerhin sind Katzen Lebewesen, die ein schönes, liebevolles und artgerechtes Leben verdienen.
Letztlich kreisen die Gedanken: War es richtig, die zwei Kitten zu reservieren? Soll ich wieder absagen? Noch sind sie klein, wenige Wochen alt, und hätten gute Chancen einen tollen Zweibeiner zu finden...Sie sind erst in mehreren Wochen abgabebereit. Aber bereue ich es dann nicht? Werde ich ewig denken, was wäre gewesen, wenn...?
Verschlimmert wird das Ganze davon, dass ich bisher noch nie von Zweifeln gequält wurde. Ich bin entscheidungsfreudig und ziehe normalerweise alles auch bei Widerstand durch, wenn ich mich einmal entschieden haben. Andererseits habe ich noch nie Verantwortung für ein anderes Lebewesen übernommen. Ich bin seit vielen Jahren Single und musste auf nichts und niemanden groß Rücksicht nehmen. Und hier liegt schon der nächse Knackpunkt: Die Entscheidung für oder gegen die Kitten ist für mich ein Scheidepunkt. Schaffe ich es mich einem Lebewesen gegenüber zu öffnen oder bleibe ich für immer allein? Und die an mich selbst gestellte Erwartung, einem Haustier ein gutes Leben zu ermöglichen und zu meinen Entscheidungen zu stehen.
Normalerweise ist mein Bauchgefühl ein guter Ratgeber, aber außer den Magenschmerzen ist da nichts. Normalerweise würde ich konsequenterweise sagen: wenn du Zweifel hast, dann tus nicht. Wenn ich aber konkret über einen Rücktritt nachdenke, fühlt es sich nicht gut an. Wenn ich denke, ich behalte sie, nagen die Zweifel.
Eine Liste auf Papier mit Bedenken und Chancen bringt mich nicht weiter. Ich weiß intelektuell, dass die Pros einen emtional höheren Stellenwert haben. Aber kann ich die Cons wirklich akzeptieren oder bereue ich es nach wenigen Tagen oder Wochen doch wieder. Und dann ein weiterer Satz meiner Schwester "Ein Tier wieder abgeben ist das Allerletzte". Mit meinem ohnehin sehr hohen Verantwortungsbewusstsein und der hohen Erwartungshaltung an mich selbst, steigt der Druck immer weiter und noch nie in meinem Leben habe ich solche körperlichen Reaktionen gezeigt.
Und so quäle ich mich Tag und Nacht mit meinen Gedanken und meinem Bauch und komme kein Stück weiter. Wahrscheinlich müsste ich einen Psychologen fragen, aber da gerade keiner zur Hand ist... Was meint ihr? Mache ich mich unnötig verrückt? Bin ich zu verkopft und zerdenke alles? Oder bin ich doch einfach noch nicht bereit, ein Tier mit all seinen Bedürfnissen aufnehmen zu können?
Bitte helft mir zu einer Entscheidungen zu kommen, die gut für die Kitten ist und mich aus diesem Zustand befreit :-( Vielen Dank für eure Gedanken!

