Aggressiver Listenhund

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lowlife

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Hallo Leute, ich melde mich nach eeewigkeiten mal wieder.

Ich bin gerade bei einem Thema, bei dem ich hier sicher auf sehr empfindliche Nerven stoßen kann & ich möchte gerne hervorheben, dass ich mich deshalb erst an das Forum wende, bevor ich irgendwas unternehme.

Bei uns in der Gegend wohnt seit kurzer Zeit ein Listenhund, ein American Stafford. Ja ihr werdet jetzt sicher mit den Augen rollen, ich habe nichts gegen diese Rasse. Ich hab sogar selbst schon mit einem geliebäugelt, aber ich denke einfach dass mir die Erfahrung fehlt eben diese temperamentvolle Rasse richtig auszulasten.
Ich kenne eines dieser Exemplare als Therapiehund und war wirklich erschrocken, dass ich heute einem richtigen Klischee begegnet bin.

Besagter Hund wohnt nun seit ungefähr 4 Monaten bei uns in der Straße und müsste nun um die 8 Monate alt sein. Zu beginn war er recht süß, sehr aufbrausend. Er scheint mit Menschen gut klar zu kommen, leider überhaupt nicht mit anderen Hunden. Er hat anfangs nur gebellt doch die letzten beiden Kontakte waren mehr als beunruhigend. Er kommt mir entgegen mit seinem Besitzer (c.a 25 und recht zierlich) und geht zähne fletschend in die Leine, versucht seinen Kopf heraus zu drehen und schafft dies nur nicht weil er ihn an der leine Hoch reißt und mit dem Bein versucht an eine Mauer zu drücken. Er hat enorme Schwierigkeiten diesen Hund zu halten.

Ich weiß dass er bereits einen Hundetrainer hat, leider werden die Probleme zunehmend schlimmer und ich habe wirklich Angst um meinen Hund. Mein Hund verhält sich allen gegenüber sehr passiv und läuft artig beifuß nebenher.

Mich würde interessieren ob es bei uns (Friedrichshafen) eine Maulkorbpflicht für diese Rasse gibt?

Ich will eigentlich nicht direkt zur Gemeinde gehen damit ich am ende riskiere dass ein bisher unschuldiges Geschöpf im Tierheim landet. Aber ich denke auch das der Hund vor sich selbst geschützt werden muss! lasst ihn noch ein paar KG mehr bekommen und er schafft es locker sich der Leine zu entledigen!

Ich bin gerade wirklich total durcheinander weil ich so ein verhalten bei einem Hund noch nie gesehen habe! Es war wirklich Klischeehaft, kein einfaches Bellen und Knurren sondern richtiger Hass, einfach nur Hass und den drang sich auf uns zu stürzen.

Einerseits denke ich, ich übertreibe vielleicht.. bei uns wohnen zwar einige Kinder aber ich habe den Hund noch nie aggressiv auf menschen reagieren sehen. Andererseits bedeutet mir mein Hund alles und ich würde mir mein Leben lang Vorwürfe machen wenn ihm etwas passiert.

wie soll ich reagieren? Soll ich den Besitzer darauf hinweisen dass der Hund einen Maulkorb zu tragen hat? Die haben einen riesen Garten wo der Hund genug ohne Maulkorb Auslauf bekommen kann.
Oder soll ich mich direkt an die Gemeinde wenden?

oder überhaupt nichts machen?

ich bin einfach überfordert :( wenn es nicht in unmittelbarer Nachbarschaft wäre...
 
  • Aggressiver Listenhund Beitrag #2
Hallo Lowlife,

Ich verstehe gut, dass Du dir natürlich Sorgen machst und finde auch Deine Bedenken durchaus gerechtfertigt.
Hast Du denn schon einfach einmal probiert, mit dem Hundebesitzer persönlich zu sprechen?
Sprich ihn einfach mal ganz nett an, erkläre ihm, dass Du zb. ein Fan der Rasse bist und würdest gerne wissen, wie es sich mit dem Hund so lebt, wie er ausgelastet wird etc.
Somit kommt man einfach direkt ins Gespräch ohne gleich zur Gemeinde zu laufen und zu "petzen".
Vielleicht findet ihr zwei ja gemeinsam eine gute Lösung? Vielleicht sogar in Absprache mit dem Hundetrainer?

Vielleicht kannst Du dem Hundebesitzer in dieser Kennenlernphase nahelegen, dass auch nicht jeder Hundetrainer Erfahrungen mit allen Rassen hat (im Idealfall natürlich schon, aber man kann sich auch Hundetrainer nennen, wenn man zuvor Bauarbeiter war, da der Beruf nicht geschützt ist...), und er sich einen entsprechend nachweisbaren Trainer mit Qualifikationen suchen könnte? (falls er dies nicht schon hat...).


Es gibt auch einfach Hunde, die nicht sozialverträglich sind, egal wie oft/gut man mit ihnen arbeitet.
Es gibt auch Hunde, die sich einfach partout nicht riechen können.
Und das dürfen sie auch.
Das ist wie bei uns Menschen, wir mögen auch nicht jeden und sind mit jedem "Gut Freund".

Der Hundebesitzer hat es anders herum betrachtet sicherlich auch nicht leicht, ich wette, er hat dadurch eine Menge Stress wenn er mit seinem Hund unterwegs ist.
Einerseits ist das natürlich nicht aktiv Dein Problem....andererseits kann man diese unschöne Situation vielleicht einfach zur Kontaktpflege nutzen um gemeinsam an dem Problem zu arbeiten?

LG Foss
 
  • Aggressiver Listenhund Beitrag #3
Ich habe selber einen Hund, der "auf Kehle" geht.
Daher meine Erfahrung an dich.

Für Missymann lege ich die aHand ins Feuer, wenn es um Menschen (egal ob besoffen, erwachsene, Kinder oder Babys) geh so wie Katzen.

Bei anderen Hunden spielt er, lauf oder ich beisse dich tot.
Das ist mehr als traurig, da ihm der Sozialkontakt abgeht.
Ich habe ihn ( 2.hand) nun 6 Jahre und mehr als nur viel Geld und Zeit in die Thematik investiert.
Kein Erfolg. Das bedaure ich mehr als alles andere.

Mein Fazit, leinenzwang ausser bei meinen Eltern auf dem 1000qm Grund.

Erkundige dich ruhig beim Amt oder der Gemeinde, ob hier eine Pflicht besteht.
Es muss nicht erst zum äußersten kommen.

Falls du den Besitzer mal triffst, wenn du ohne Hund unterwegs bist, sprich ihn freundlich an.
Vielleicht ist er sich der Problematik nicht bewusst oder arbeitet bereits daran.
 
  • Aggressiver Listenhund Beitrag #4
Vielen Dank für eure Nachrichten. Ins Gespräch kommen ist sehr schwer, da er sofort die Richtung wechselt wenn er jemand anderen sieht. Der Hund reagiert tatsächlich bei allen Hunden so. Einmal habe ich es geschafft nahe genug ran zu kommen und da hab ich gefragt und er meinte "andere Hunde sind ein Problem" da war es aber wirklich "nur" bellen, ich hätte es fast noch als drang zum spielen gesehen. Als er ganz neu war, lief er sogar ohne Leine rum und war ganz normal verspielt, hat mich absolut nicht gestört. Danach wars dann bei einigen Hunden so, dass er angefangen hat zu bellen und dann jetzt ist es plötzlich wirkliche Aggressivität.
Man könnte auf einer Skala verfolgen wie der Hund sich zunehmend verändert.
Ich werde mal bei der Gemeinde anrufen und mich erkunden, ich werde einfach sagen dass meine Eltern mich mit einem solchen Hund besuchen kommen und wie die Vorschriften zwecks Maulkorb sind. Sollte es Pflicht sein werde ich bei dem Besitzer klingeln und ganz einfach sagen dass ich ihn nicht mehr ohne Maulkorb draußen sehen will. Ich werde es natürlich freundlich sagen und dass ich mir einfach sorgen mache und es nun mal klare regeln für solche Rassen gibt. (Mein Hund selbst hatte in jungen Jahren einen Maulkorb weil er ständig versucht hat die Katze von nebenan zu beißen die leider keinerlei Abstand zu uns gehalten hat. Ich hab den Maulkorb immer solange drauf gelassen bis wir weit genug weg waren) heute kommt meiner zum Glück mit allen Katzen klar :mrgreen:

Ich will nicht dass der Hund wegkommt, es ist auch schön wenn er irgendwann den Test besteht und wieder frei davon ist aber ich finde es gibt eben Regeln und die sollten befolgt werden, besonders wenn es mehr als offensichtlich ist, dass man absolut überfordert ist.
 
  • Aggressiver Listenhund Beitrag #5
Deswegen schrieb ich, wenn du ihn ohne deinen Hund triffst.

Ich kenne es selber, das Besis im vorbei gehen was sagen oder auch pöbeln. Da bin selbst unbeherrscht. Sprechen mich die selben Personen an, wenn sie ohne Hund da sind kommt es zum meist gutem Gespräch.

Erkundige dich einfach, bei deiner Gemeinde, ob für Listenhunde (so fern es bei euch eine gibt) Mk zwang gibt.

Missymann wurde sogar nach einer beisserei (für die ich mir selber in den Arsc* treten könnte), bei der Stadt Hamburg vorgestellt. Weil die andere Besi behauptet hat, dass er sie gebissen hätte. Ich hatte echte Zeugen (auch fremde) das dem nicht so war!
Ich habe einen offiziell von der Stadt bestätigten lieben Hund, nach deren Test. Mit der Ausnahme anderer Hunde. Keine MK pflicht-Leinenzwang besteht in Hamburg eh.

Es wurden Hunde tot gebissen aber nicht tot geschubst- im Fall der Fälle. Mach dich schlau und ganz wichtig, miteinander reden. Nicht das man ggf. im Dorf oder der Kleinstadt Krieg hat.
 
  • Aggressiver Listenhund Beitrag #6
Ich bin da auch bei missy. Man weiss nicht wie alt der hund ist, möglicherweise gerade tierisch in der pubertät. Trotzdem und gerade deswegen wäre es jetzt für den besitzer wichtig den hund führen zu können. Führen heisst nicht leine in die hand und ab die post, führen heisst auch ihn mit situationen zu konfrontieren die er zu trainieren hat... katze auf der anderen szrassenseite kann gefährlich werden, wenn der hund schneller wie der mensch reagieren darf und tut.

- - - Aktualisiert - - -

Ich kann mir schon vorstellen, dass der Besitzer überfordert ist. Der Hund mochte mit anderen Hunden interagieren, der Hundebesitzer versuchte die Kontrolle zu behalten. Versuch das mal - wenn die Krallen sich in den Asphalt fressen und Meter machen wollen. Irgendwann ist der Hund dann auch frustriert und wird agressiv. Wir haben hier auch so einen Hund, mehrere Mitmenschen haben das schon der Polizei gemeldet. Den Hund begegnet man grundsätzlich auf Augenhöhe, es ist kein Fall bekannt, an dem eine Begegnung nicht mit Hinterlauf in den Boden gerammt, Oberkörper aufgerichtet und in der Leine hängend passiert wäre. Der Hund wäre sicherlich grundsätzlich gutmütig (gewesen), aber der Besitzer ist der Meinung dass ein Zusammenleben mit diesem Hund sehr schwierig und problematisch ist, Würgehalsband, Lederleine und massivmaulkorb tun dann auch noch das übrige um so ein Tier zu demütigen. .

Der Beste Hundetrainer hilft nicht, wenn der Besitzer nicht beginnt umzudenken.
 
  • Aggressiver Listenhund Beitrag #7
Ich kenne auch einen alten Pitbull, er liebt Menschen, lässt sich von allem und jedem streicheln, kuschelt mit den Nachbarskindern und wedelt beim Tierarzt auch nach der dritten Spritze noch überglücklich mit dem Schwanz. Mit anderen Hunden ist es allerdings problematisch. Hündinnen sind okay, Rüden (vor allem wenn aufdringlich und/oder unkastriert) gehen allerdings gar nicht. Er hat mal einen Husky erwischt (wesentlich größer als er und auch nicht gerade von der freundlichen Sorte) und sich in seinem Hals verbissen. Da gab es offenbar auch keine großen Vorwarnungen seinerseits, er wollte nicht drohen, sondern hatte eine eindeutige Beschädigungsabsicht.
Er lebt auf einer Pflegestelle und wurde aus schlechter Haltung beschlagnahmt, man weiß also nicht was er vorher erlebt hat, allerdings bestätigte auch die Tierärztin, dass dieses Verhalten für diese Hunde nicht ungewöhnlich ist. Zu Menschen sind sie oft sehr freundlich, anderen Hunden gegenüber aber nicht selten aggressiv.

Auch aus meiner Sicht ist der Maulkorb hier die einzige und beste Lösung. Der alte Pitti den ich kenne hat sich gut daran gewöhnt und trägt ihn ohne Probleme. Eigentlich ist er sehr entspannt im Alltag, aber falls doch mal ein Rivale kommen sollte ist man damit auf der sicheren Seite.
Von daher würde ich auch dem Nachbarn dringend zum Maulkorb raten. Dadurch ist man auch als Besitzer entspannter und das überträgt sich schließlich auch auf den Hund. Was die Behörden sagen empfinde ich erstmal als zweitrangig, ich würde an seine Vernunft appellieren.
 
  • Aggressiver Listenhund Beitrag #8
Moin,


ich bin kein Experte der Rasse. Hatte aber selbst eine Staffy zur Pflege und derzeit haben wir einen (frisch) kastrierten Staff-Rüden in der Gruppe. Als er zum 'Vorstellungsgespräch' kam, dachte ich auch... Heidewitzka. An der Leine eine totale Katastrophe. Null Bindung zum Menschen. Der hat uns fast den Pfosten aus den Boden gerissen, als er dort angebunden wurde.
Folgendes Bild als er angebunden war: Er hat sich in die Leine geschmissen, bellte, fletschte die Zähne, Speichelfäden flogen durch die Gegend.

Wie verhält sich der Hund freilaufend? Wusste man so nicht.
Okay. Zu dem Zeitpunkt äußerst friedliche, passive Hunde auf dem Platz. Die anderen Besitzer wurden gebeten auf ihre Hunde zu achten und ran zu rufen, damit der Staffy nicht in Bedrängnis kommt.
Schleppleine an den Rüden, vorsichtig vorgetastet...
Nichts geschah. Sobald der Hund verstanden hat, das er mehr Freiraum zur Verfügung hat, der liebste Kerl... Kein bellen, Zähne fletschen oder dergleichen.

Mittlerweile läuft er an der langen Schleppleine über den Platz, trotzdem gesichert mit einem Maulkorb. Aus einem Grund: Sein eigener Schutz. Die Schlabberbacke ist gutmütig und lässt sich so einiges gefallen. Da ist ein Terrier der ihn provoziert, wenn der Besitzer nicht mal aufpasst. Der Rüde weicht zurück und will der Konfrontation entkommen.
Alle sind bemüht dem Hund eine Chance zu geben. Wir haben auch Aufklärungsgespräche in der Gruppe geführt. Sehr aufschlussreich für einige, die zuvor Angst hatten.
Jetzt wird mit dem Rüden gearbeitet. An der kurzen Leine ist es noch immer schwierig mit ihm. Aber mittlerweile schafft er es mit einem Ohr zuzuhören und Kommandos auszuführen. Trotz der Aufregung.

Sollte er, obwohl er provoziert worden ist oder dergleichen, mal zubeißen und das geschädigte Herrchen geht zum Amt, hat der Rüde die *rschkarte. Deshalb Maulkorb.
'Letzte' Chance für die Sabberbacke. Familie ist Ratlos, haben aber mittlerweile wieder Mut gefasst, da er, wenn auch kleinschrittig, Fortschritte macht.



Deshalb würde ich dem Besitzer auch einen vernünftigen Maulkorb ans Herz legen. Auch zu seiner eigenen Entspannung. Bei dem Rüden den wir in der Gruppe haben, hat Bindungsarbeit ganz toll geholfen... Wir alle haben die Hoffnung das die Besitzer durchhalten. Dem Rüden zur Liebe.


Ansonsten geh doch mal ohne Hund die übliche Strecke zur gleichen Zeit... Vielleicht kommt ihr ohne deinen Hund besser ins Gespräch. Ich drück die Daumen!
 
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