Wie würdet ihr handeln?

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Schweinemama

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Ich habe derzeit einen Pflegehund. 1 Jahr alt, kommt aus der Tötung, zu mir kam er über 3 Ecken. Eine Mutter wollte ihrem Kind den Herzenswunsch seines Lebens erfüllen und hat einen Hund gekauft. Nun sitzt er bei mir, ist seit einigen Stunden in der dortigen Familie, kennt rein gar nichts, läuft ständig weg und hat dauernd nur Angst. Und am Sonntagmorgen kam man drauf, dass man am Montag arbeiten muss :silence:, den Hund hätte ich die ganze Woche, einschließlich wochenende, weil man was zu tun hat.

Meine alte Dame hat sich ihrer sogar angenommen sie bemüht sich sogar liebevoll (sie darf sogar an ihr Futter, etwas was sie nicht mal ihren Welpen erlauben würde, hätte sie mal welche gehabt,Frauli hat dann noch Leckerlis ausgeteilt, beide hunde gleichzeitig, meine Hündin war entspannt, die andere hat sich nicht getraut hinzusehen) Meine Hundedame ist derzeit total tiefenentspannt (ich sag nur wow) , liegt, schläft und lässt den anderen Hund mal machen, knurrt nicht, tut nichts, sie ist einfach nur da, aber die kleine ist echt eine arme Seele. Ich behaupte ja von mir immer, dass ich mich mit Hunden auskenne, ich verstehe sie, ich kann mit ihnen umgehen, aber sowas habe ich noch nicht erlebt. Man braucht immense viel Geduld, der Briefträger war da und der Hund ist durch den Türspalt davongelaufen, meine alte Hündin ist ihr hinterher und hat sie am Gartenzaun abgepasst und zurückgebellt, wieder - Hund ist stocksteif... Türglocke, der Wind der durch die Äste weht, Strasse, Auto, Strassenbahn, Bach, Wald der Hund hat noch nichts erlebt. er ist stocksteif, wobei ich ihn in der Früh sogar dazu gebracht habe mit meiner Hündin mitzugehen, Gelöst hat sich der Hund nicht, aber er ist eben mitgegangen. Nun liegt sie neben meinem Stuhl, ist extrem angespannt und duckt sich, sobald ich auch nur versuche sie mit der Hand zu berühren... Seufz (egal ob ich sie von vorne angreife, von oben Herab mache ich das gar nicht, da wird sie stocksteif, von der Seite oder sie versuche zu locken). Geduld, Geduld und nochmals Geduld, und ich hoffe, dass ich sie etwas später angreifen kann, und mir die Familie am Abend nicht wieder alles zusammenhaut.

Kein kennenlernen bevor ich den Hund übernommen habe, sondern ein "hier haben sie, ich bin um 15:00 wieder da". So ein Hund im Haushalt mit einem Kleinkind - mir ist schlecht.

Den Hund weiter nehmen, den Hund dankend zurückgeben mit der Info, dass man es sich überlegen sollte bevor man einen Hund nimmt, weitermachen und hoffen, dass ich aus dieser armen kleinen Seele einen Hund machen kann, der sich behaupten kann gegenüber sich selbst und seiner Familie... Ich weiß echt nicht. Der Hund müsste erst einmal eine Bindung aufbauen, und zwar nicht mir gegenüber sondern allgemein. Ich warte auf das was er mir anbietet, sie kam auch schon mal tollkühn mit einer Socke daher, hat sich aber dann nicht getraut sie zu holen. Aber jedes Wort ist zuviel schreck, zu viel Angst... armer Hund.
 
  • Wie würdet ihr handeln? Beitrag #2
Hallo,
ja eine traurige Geschichte, man sollte immer überlegen, ob und welchen Hund man haben und halten kann.

Ich habe aber nicht verstanden, welches Anliegen Du nun hast,
oder was Du uns nun eigentlich mit deinen Ausführungen mitteilen möchtest :?:

Ich denke, bei der Entscheidung,
ob Du Dich weiter für den Hund einsetzen möchtest, kann Dir niemand helfen.

Fritz.
 
  • Wie würdet ihr handeln? Beitrag #3
Für mich stellt sich die Frage, ob es einen Sinn hat, eine Bretrauensbasis zum Hund aufzubauen, wenn ich weiß, dass die Besitzer komplett Hundeunerfahren sind. Weil er äusserst sensibel erscheint, ich habe schon ein Sensibelchen zu Hause, ein lautes Wort und den Hund siehst du den ganzen Tag nicht mehr - oder dir eine Absolution durch Kekse und eieis erkaufen , aber hier habe ich noch eine steigerungstufe, da kann man nichts erkaufen, da kann man nur warten, bietet sie was an... Vorsichtig und immer wieder anbieten, als er noch wach war, hat er sogar versucht ein Stück Hundwurst aus meiner Hand zu fressen, als es dann am boden lag hat er nach etwa 10 Sekunden hingelangt... Eine unheimlich geschundene Seele.

Natürlich kann ich ihnen beibringen wie man mit Hunden tut, auf was man achtet und worauf so ein Hund steht. Aber ich weiß es derzeit noch selber nicht, und der zeigt auch nichts. Derzeit sitzt er unter dem Tisch und schläft (seit 2 Stunden) den Kopf am Tischbein aufgestützt, und ich bin gar nicht so unglücklich darüber. er döst und er dürfte sich langsam mehr entspannen, oder überkam es ihm einfach, weil er fix und fertig ist (aber ich sehe es als gutes Zeichen, wenn ich darf) . aber eben, von einem "komm mit und wir schauen uns das Haus an" - sind wir weit - weit entfernt. Der Hund ist im Welpenalter - in dem müsste Energie stecken dass er funken schlägt, aber .... er ist stiller wie meine 14 jährige (heute geburtstag) Hundedame. Auf meine Alte Maid bin ich heute ganz besonder stolz, ich hätte abgelehnt wenn ich gewusst hätte das es eine Hündin ist, aber meine kleine Maus meistert das souverän und zeigt Präsenz und Rückgrad, wenn die kleine das braucht (mein Mäuschen geht beim Spaziergang sogar vorne weg, obwohl sie schlecht sieht und sonst hinterherwackelt, aber sie zeigt "folge mir" eine ganz tolle geste)... Bussi an meinen Hund.

Ich werde dann wieder eine kleine Runde drehen, über die Strasse, entlang vom Bach, weg von den Autos und den ganzen Lärm (im Garten kann ich ihn nicht auslassen, er passt durch unser Gitter durch) ... VIelleicht kann er sogar mal pinkeln, ich wünsche es ihm.
 
  • Wie würdet ihr handeln? Beitrag #4
Auweia, armer Hund.
Kannst Du mit den Besitzern reden, ihnen versuchen zu erklären in welchen Zustand der Hund ist und was es braucht um ihn da rauszuholen?
Klar werden die Dir alle Bemühungen immer wieder versauen wenn sie ihn zu sich nach Hause holen, aber Hunde lernen schnell. Er wird schnell begreifen dass er tagsüber bei Dir sicher ist und etwas auftauen.
Versuch mit den Besitzern zu reden. Versuch ihnen klarzumachen was es bedeutet für einen Hund in einer Tötungsstation festzusitzen und was es mit seiner Seele macht.
Wie alt ist das Kind? Du sprichst von Kleinkind?
 
  • Wie würdet ihr handeln? Beitrag #5
Es ist schwierig mit dem Hund, der hat "zu Hause" keine Richtlinien, ist ein Kinderspielzeugs. Heute hat er versucht mich von der Couch bei ihm zu Hause runterzubeissen. Nun ja, netter versuch, ich habe ihn am Brustgeschirr gepackt und runter gesetzt (auf der anderen Seite sass das besagte Kind). Da gibts für mich keine Diskussionen über die Psyche eines armen geschlagenen Hundes, sondern da geht der Mensch vor. Um die Psyche des Hundes kümmere ich mich später (vor lauter Schreck hat sie noch hingepinkelt, aber besser Angstpinkeln als das Kind beissen).

Ich weiß nicht was ich machen soll. Dort hat niemand Zeit für die Erziehung mit einem Hund. der Hund reagiert auf Kinder besser wie auf erwachsene. Und ein Kind kann so einen Hund nicht den Halt geben den er brauchen würde. Ich bin in der Hundeerziehung eher streng, derzeit gibts doppelleinen Training, ich möchte sie aus dem Brustgeschirr draussen haben. Es wäre praktisch weil mit Haltegriff etc. Natürlich, aber wenn der Hund ständig rumgetragen werden sollte, wozu hat ihm die Evolution füsse verpasst und keinen Haltegriff. Bei mir läuft sie, ich trete auch bewusst hinter den Hund (denn von vorne ist sie überfordert, auch im Hockerln, auch mit Futter in der Hand und ich habe keine Lust dass sie schnappt, aber sie lernt dass sie nicht gewinnen kann ) , weil ich ihr die Möglichkeit geben will, selbsständig zu gehen und sie nicht wieder raustragen muss. Aber tja, zur Elterlichen Bezugsperson gibts kaum BIndungen (ich habe sie heute so getroffen, sie hat den Hund nicht mal gestreichelt), ist es Angst, ist es respekt, ist sie auch schon mal angefahren worden von ihr. Ich weiß es nicht. Aber es sieht so aus, als ob sie ihr nicht den Halt geben könnte den der Hund braucht (iich kann nur dadurch erahnen, dass ihn Erwachsene Menschen geschlagen haben müssen, er reagiert draussen auf Handzeichen mehr oder weniger allergisch, panisch kriegt sich gar nicht mehr ein (meine alte Hündin kann all diese Handzeichen deuten, und nein ich bin da nie fahrig gewesen sondern ich weise mit der Hand eine Richtung oder strecke den Arm in die Luft um zu Zeigen "huhu, hier bin ich,Herkommen, es gibt neue Befehle wie Richtungsänderungen, anleinen oder andere Möglichkeiten gehorsam zu probieren ", die andere Hand ist das Zeichen von "aufpassen, stehen bleiben und Umgebung beobachten, Radfahrer, Fussgänger, Reh, Hase, Kinder in der Nähe, da wäre es doof wenn sie losstartet und zu mir rennt", ich habe mir die Handzeichen antrainiert, weil ich nicht gerne draussen rumschreie, pfeiffe oder sonst was, es gibt einen speziellen Pfiff, auf den Mein Hund reagiert, anderes Pfeifen ignoriert sie), nur da ich die kleine noch an der Leine habe und sie gar nicht auslassen kann, da sie sofort panisch wird, stehe ich an. Ich kann ihr beibringen keine Angst vor mir zu haben, aber wenn irgendein anderer Mensch mal die Hand ausfährt um zu winken kann es sein, dass was passiert. Die kleine Lobe ich ständig, sie macht das auch ganz toll, nur wie gesagt, mit mir braucht sie sich nicht anlegen, ich bin da eher immun, und lass mir das nicht gefallen. Sie wäre nicht stubenrein, wie denn auch, die ist den ganzen Tag so angespannt, dass die Blase irgendwann automatisch aufmacht, und mit dem anderen schließmuskel wirds wohl genauso sein. Ich denke an dem Kinderspielzeug wird schnell die Lust vergangen sein, wenn sich da nicht bald was ändert.

Ich habe kaum Erfahrungen mit solchen Hunden, ich kenne mich ausgezeichnet aus mit Hunden die sozialisiert sind die den Kontakt suchen und auch einfordern, das ist bei ihr nur bei Kindern der fall., meine Hündin ist immer noch sehr lieb zu ihr und akzeptiert sie in ihrem Haus, aber sollte mich das Pflegemädchen einmal anknurren, hier im Haus, dann ist ihre Gutmütigkeit auch sehr rasch zu ende.
 
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  • Wie würdet ihr handeln? Beitrag #6
Man darf doch so einen Hund der anscheinend völlig unsozialisiert ist, der nichts kennt, nicht an einen Platz geben, wo er keinen festen Platz hat, an unterschiedlichen Plätzen, von unterschiedlichen Personen betreut wird, dass geht gar nicht. Was der Hund braucht ist eine feste Bezugsperson, einen festen Ort, jemand mit ganz viel Zeit und vor allem Hundeerfahrung, damit er langsam Vertrauen fassen und aufbauen kann und dann nach und nach alles kennenlernt.

Ein Zweithund wäre sicher eine große Stütze für ihn. Auf keinen Fall würde ich so einen Hund in eine Familie mit Kindern geben, noch dazu ohne Hundeerfahrung, dass geht gar nicht, das Risiko ist viel zu groß.

Der Hund tut mir leid und ich denke der ist vollkommen überfordert mit der Situation, so wie sie jetzt ist. Der bräuchte ganz viel Stabilität, Ruhe, Ausdauer, Konsequenz, Geduld und ganz viel Liebe und ist mit Sicherheit keinesfalls als Spielgefährte für ein Kind geeignet, egal, welches Alter.
 
  • Wie würdet ihr handeln? Beitrag #7
Ich sag ganz ehrlich da ist was faul. Der Hund ist nicht sterilisiert, aber 1 1/2 Jahre alt (ich denke älter, der Hund hat eine Wolfskralle die fest ausgewachsen ist und fast schon an der Sehne kratzt, so eine Deformation entsteht nicht in 18 Monaten, und die Krallenstärke ist nicht so, dass das Horn schon so breit vom Beton schon abgewetzt ist). Kommt anscheinend vom Tierschutz (kann sein). Ich kenne keinenVerein der einen geschlechtsreifen Hund unsterilisiert/unkastriert weitergibt. Vielleicht gibts sowas, Ungarn- Tötung - ich weiß es nicht. Aber auch hier läuft das ganze doch über Vereine die die Kastration durchführen, bevor der Hund abgegeben wird.

Hundefutter wurde vom Tierheim empfohlen, Trockenfutter, alleinefutter für Hunde - welches es beim Discounter gibt. Ein bekannter wäre hundeerfahren, hat aber auf einmal keine Zeit zu unterstützen, und der Hund war weder gestern noch heute morgen draussen bevor ich ihn geholt habe (über 12 Stunden). Es hat schlichtweg keiner Zeit für den Hund, derzeit ist er 14 Stunden bei mir, ich habe nicht diese Kapazitäten.

Meinen Sohn (10 Jahre aber hundeerfahren) hat er heute nachmittag angefahren- der war etwas aufgelöst, da meine alte Hündin dazwischengegangen ist und sie weggeputzt hat - sie war selber recht aufgelöst, weil sonst macht sie das nie , da ist der Hund hier aufs Sofa und wollte sich nicht mehr nach unten begeben /unser sofa ist relativ neu - da darf auch unser Hund nicht mehr rauf). Aber so "selbstverständlich" macht das ja kein Strassenhund - der so ein Verhalten zeigt. Der haut sich aufs Sofa und knurrt alle an die sich nähern :roll:, und dann kam ich und er hat sich freiwillig geschlichen. Also am Selbstbewusstsein dürfte es doch nur dann happern wenn er draussen ist oder an der Leine (und ich an der anderen Seite) . Nichts desto trotz - das Verhalten kann er sich bei uns abschminken.

Dominanz hin oder her, aber knurren und schnappen geht nicht. Ich weiß ja nicht was der Hund zu Hause macht, oder was mit ihm gemacht wird. Nur ich komme da mit ein paar Tagen nicht wirklich weiter. Hier schläft er, er macht nicht rein, er war heute schon 2x lacki draussen, er entspannt langsam. Aber ich mache die Türe auf zum Garten, zur Haustüre und der Hund rutsch in eine art Panik... Die ersten schritte muss man ihn mehr oder weniger "schleifen" oder tragen und dann geht er von selber.
 
  • Wie würdet ihr handeln? Beitrag #8
Hey,

tatsächlich gibt es ein paar Vereine, die unkastriert vermitteln, wenn die Hunde zu jung sind.
Frag' doch die Besitzer mal, woher er genau stammt.

Ja, was soll denn jetzt aus dem Tier werden?

Ich würde mit den Besitzern sprechen und erklären, dass der Hund einfach nicht passt. Zeige ihnen doch mal auf, wieviel er allein ist und wieviel man eigentlich tun müsste. Sei dabei aber nicht von oben herab, sondern verständnisvoll und mache deutlich, dass du nur helfen willst. Dem Tier geht es da nicht gut, so wie es ist. Die Besitzer können sich entweder entscheiden, etwas ganz drastisch zu ändern oder ihn wieder abgeben - letzteres wäre wohl das Beste für alle.

Wenn er aus dem Tierheim kommt bzw. du weißt, woher er stammt, ruf' da mal an. Die meisten Tierheime und -vereine sind interessiert daran, dass es ihren Schützlingen gut geht und könnten vielleicht auch nochmal auf die Familie einwirken.

Bei dir wird der Hund jdf. auch nicht bleiben können und genau das würde ich den Besitzern auch so sagen. Vielleicht schaffst du es ja, sie zu Vernunft zu bringen.
Der Hund gehört in fähige Hände, ein stabiles Umfeld mit einem hundeerfahrenen Halter.

P.S. der Hund hat vermutlich nicht aus Dominanz geschnappt, sondern aus Überforderung, Verunsicherung etc. Der ist einfach völlig neben der Spur, scheint völlig verängstigt zu sein, völlig überfordert - da knallt's dann schonmal schneller. Das ist natürlich ein Verhalten, an dem man arbeiten sollte - aber es ist eben nicht überraschend bei einem solchen Hund. Ich würde dein Kind auch vom Hund eher fernhalten, nicht dass da noch mehr passiert :?
 
  • Wie würdet ihr handeln? Beitrag #9
Ich habe heute abgebrochen. Der Stress für meine alte Dame war zu viel. Ihr geht es nicht gut, ihr Zucker ist entgleist, sie erbricht, frisst gras und rührt kaum Futter an. Sie braucht eine Pause die ich so akzeptieren muss. Wir kuscheln auf dem Kopfpolster, die Kriegt Leckerlis die sie weil ich so lieb bin auch frisst. Die Entscheidung ist mir wegen der Gesundheit meines Hundes leicht gefallen. Eine 100 jährige Frau lässt man auch nicht auf ein Wickelkind aufpassen. Das kann gutgehen, aber nicht über tage wochen oder gar Monate. Ich hatte ja angeboten, dass ich den Hund mal mitnehme zum Gassigehen, dass ich vormittags mittags oder Nachmittags eine Runde mit dem Hund drehe. Das das so ausartet, dass ich einen zweithund bekomme der 14 Stunden täglich bei mir rumsitzt und sich gar nicht auskennt, war gar nicht ausgemacht. Wenn ich sowas gewollt hätte, wäre ich selbst im Tierheim gewesen und hätte mir einen Zweithund geholt. Aufgrund des Alters meiner Dame verweigere ich aber ihr diesen Stress anzutun. Ich geniesse jeden Tag mit ihr, bin dankbar für jede Woche und feiere jeden Monat dass sie noch bei mir sein darf und dass es ihr in ihrem Gesundheitszustand so gut geht (sie ist ein rüstiges Mädchen und sie kommt hoffentlich wieder auf die Beine, aber derzeit geht es ihr einfach nicht gut, sie braucht mich heute, morgen und das bis zum Wochenende ganz dringend für sich ganz alleine).

Gestern gab es noch ein Gespräch, nicht dass mir die Besitzerin sagte, dass das mein Problem ist, dass der Hund schnappt. Ich dachte ich spinne. Mir tut der Hund wirklich sehr leid, aber ich habe nicht die Kapazitäten mich zusätzlich zu meinem Hund, zu meinen Kindern, meinem Haushalt und meinem Leben noch darum zu kümmern. Es wäre nicht fair, keinem gegenüber. So ein Hund muss einfach gezielt dann genommen werden, wenn man weiß dass man wochen und monatelang zu Hause sein muss, weil man es dem Hund schuldet. Ich habe das immer gemacht, ein neuer Hund und die nächsten 3 Monate waren verplant. Kein Urlaub, kein fremd abgeben (nun gut, mein Papa der Hundenarr holt sich manchmal meinen Hund, sie lieben sich heiß, sie lieben sich innig, sie sind ein Topf passt auf Deckel gespann), und vor allem absolut kein Stress wie Kindergeburtstag, Urlaub, Jobwechsel etc. Ich rede mir da leicht, ich kenne kein Leben ohne Hund, da war immer etwas wie ein Bruder/eine Schwester in meiner Kindheit, und ein Kind ab dem Zeitpunkt ab dem ich erwachsen wurde. Immer jemand der nicht erlaubte spontan sein zu dürfen, nicht egoistisch sein zu dürfen, und mal nicht 24 stunden im Bett zu verbringen, weil da jemand raus muss.

Ich glaube auch nicht dass er es absichtlich gemacht hat. Er wollte vielleicht auch ganz einfach austesten wie weit er bei mir gehen kann, oder Kindgerecht gesagt, er wollte einfach unter der Daunendecke liegen, der Wecker hat geklingelt und man hats eine halbe Stunde ignoriert, und dann kam Mutti ins Zimmer . Nur in dem Haus ist Stress pur, ich habe 5 Minuten den Hund da rauszuholen, teilweise muss ich erst einmal das Brustgeschirr montieren und der Hund ist noch nicht bereit dazu. Ich weiß das, der Hund weiß das, dem Hundebesitzer ist es egal. So kann ein vorsichtiges kennenlernen und ein wenn du mitgehst haben wir es lustig gar nicht entstehen. Denn bevor der Hund erst einmal was positives erleben kann, gibt es erst einmal eine mit dem Dampfhammer draufgebrannt. Man hat ja bei anderen Menschen gesehen, dass der hund so nebenbei mitläuft. Natürlich läuft mein Hund nebenbei (noch schlimmer, manchmal muss ich überlegen ob mein Hund neben mir steht, oder im Auto sitzt oder ich ihn zu Hause gelassen habe, weil alles so automatisch abläuft, ist er bei mir verlässt er mich nicht) , natürlich ist ein Hund verantwortung, Pflege und ein Riesen Zeitaufwand ( wenn ich an meine Hündin denke, die steht derzeit im 6 Stelligen Eurobereich für die Zeit, die Energie und die Tierarztkosten die ich da reingesteckt habe). Aber sie gibt es mir jeden Tag zurück, und wenn ich meine Schuhe hole, steht sie da, sie braucht mittlerweile ein paar Minuten länger zum Auto aber sie ist stets bemüht und wenn es nicht anders geht wird sie getragen, sie möchte bei mir sein, und wenn ich den ganzen Tag im Besenkammerl sitzen würde, sie würde die Zeit trotzdem nur mit mir verbringen wollen. Sie bereichert unser leben täglich, und ich würde sie vermissen wenn sie nicht da wäre, ich bin krank vor Sorge, wenn es ihr schlecht geht, und ist sie so wie heute, wird sie wie ein Kind behandelt. Sie liegt auf dem Daunenkopfpolster, hat ein Kirschkernkissen am Bauch und geniesst es umsorgt zu werden. Manchmal stöhnt sie, und ich decke sie zu, ab und warte dass sie mir zeigt was sie von mir will. und manchmal heilen meine Hände auch das Bauchgrummeln.. armes, krankes Hündchen. Und meine kleine Tochter ist auch derzeit krank, sie liegen nebeneinander und mein Kind verzichtet aufs Fernsehen, weil der Hund gerade eingeschlafen ist und man schlafende Hunde niemals wecken soll. Dafür liesst sie ihr leise aber gewissenhaft ein Buch vor.

- - - Aktualisiert - - -

Wir hätten ja im März bis Mai fast einen zweithund bekommen. einen Grauen jagdlich gezogen - ein Ferrari, bei dem könnte ich mir diese Spässchen abgewöhnen, da muss eine andere Disziplin walten, wohlerzogen, er war hier, es hat alles super gepasst, aber er war für meine alte Dame zu dominant. Und ich habe abgesagt, und er sucht noch immer ein Platzerl wo er bleiben darf. Ich sitze immer wieder vor dem Telefon und warte auf den Moment, dass ich automatisch die Nummer anrufe und erkläre, in Gottes Namen, bringen sie ihn mir doch endlich, und der sich von einer 5 Kilo Hündin die Meinung geigen lässt, sie hat ihn mehrmals hier weggeputzt und er war so klein, so klein hätte man den im Leben nie zusammenfalten können . Ich bin ganz verliebt in den Buben, die Kinder sind verliebt in den Buben, ein echt liebevolles tier der dafür stirbt alles richtig zu machen, jeden noch so kleinen Fehler in der Erziehung nicht verzeiht und wo der Weitergabebereich nahezu bei 0 liegt da diese Tiere schwer auszulasten und zu handeln sind, reagiert der mal eigenständig ist es sehr blöd . Alles wäre prima. Aber ich habe mich dagegen entschieden, wegen meines Hundes und den Stress, der wie man jetzt sieht ihr auf die Gesundheit geht... Aber ist er noch zu haben, wenn meine alte Dame für immer einschläft, bin ich für ihn bereit, trotz allem, ich möchte den Tag nicht erwarten, denn dieser Tag wird einer der schwersten meines Lebens und eine Hundeseele die Welt verlassen.
 
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  • Wie würdet ihr handeln? Beitrag #10
Ich habe das heute dem Amtstierarzt übergeben. Ich hoffe dass allen Parteien geholfen werden kann. Ich habe sehr lange überlegt und entschlossen dem Tier zu helfen. Es ist zu verunsichert, zu hektisch um in diesem noch hektischeren Alltag existieren zu können. Da gehört ein Hundebesitzer her, der weiß was er tut, der auch auf Lange Sicht das Tier erziehen kann und gemeinsam mit dem Hund arbeitet. Es ist sicherlich ein guter und ein toller Hund, wenn die Angst verschwindet, das schnappen, das Kläffen und das reinpinkeln. Nur dort wird er nicht mehr lange geduldet werden, wenn er sich das nicht von selber abgewöhnt, und das kann kein Hund alleine bewältigen. Ein Kind dass den Hund rumträgt, mit einer armbeuge unter der Kehle , zugedrückt damit der Kopf fixiert ist, wird wissen warum es das tut.Dass kann so nur durch Schaden wird man klug gelernt sein. Denn hier gibt es keine Freundschaft sondern einen dominanten Teil (Kind) und einen Hund der es lernen wird sich aus diesem Knebelgriff zu befreien. Bei mir hat sie sich nochnehmen lassen, ich habe es ihr angeboten, sie wollte es nicht wirklich. Dennoch habe ich dem Tier die Möglichkeit gegeben, es runterzulassen wenn es ihm zu viel wird. Es hat sich ängstlich angekuschelt, es kennt das gefühl nicht, dass jemand "aufpasst" drauf, dass eben nichts passiert. Wohlfühlen war natürlich nicht drinnen, aber ich konnte sie von a nach b bringen und dort absetzen. Und ich habe sie vorsichtig abgesetzt, hinstellen lassen und habe erst dann komplett ausgelassen um keine negativen Gefühle hochkommen zu lassen, das tier stolpert runter, fällt hin und hat gespeichert "der besitzer hat mich geschupst". Das Tier sollte auf alle Fälle die Pflege bekommen die es benötigt, die Liebe bekommen die es erwartet und auch die Erziehung um in einer Stadt zurecht zu kommen. Hunde die Angst, besitzer die Angst vor dem Hund haben sind immer schlechte Ratgeber. Ich hoffe sie bekommt das Selbstbewusstsein um das Leben zu leben von dem sie geträumt hat.


. Drückt mir bitte für diese arme Hundeseele all eure Daumen.
 
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