- Der Urlaub und seine Nachwehen Beitrag #1
hadschihalef
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In Tunesien sind wir natürlich auch nicht katzenlos...ich reiße mich zusammen und füttere keine der Restaurantkatzen vom Tisch (wirklich gruselig, wie erwachsene Menschen sich in hoher Zahl dazu hinreißen lassen). Was nach meinem Weggehen mit den Essensresten passiert, steht nicht mehr in meiner Macht. Sie sind alle schlank, blass und zierlich aber Überlebenskünstler. Sogar ein kleines Kätzchen mit teilamputiertem Hinterbein schlägt sich irgendwie durch. Naja...wären die Katzen nicht hier, gäbe es angesichts der Hotelabfälle vielleicht ein Rattenproblem, wer weiß.
Wieder zu Hause!
Wir waren nur eine Woche weg, fahren eiligst nach Hause, um unsere Katzen zu begrüßen. Erstaunlich, was für einen sicheren Instinkt sie immer haben und sich pünktlich zu unserer Heimkehr zuverlässig am Haus einfinden.....aber dieses Mal begrüßt uns nur Baby. Unsere liebe Nachbarin ist gleich zu Stelle, um uns ganz zerknirscht zu berichten, dass Tapsi seit zwei Tagen nicht gekommen ist. Nunja...sie ist zwar gerne lange unterwegs, aber seit sie sich für uns entschieden hat, ist sie zum Fressen und Ruhen immer zu uns gekommen. Irgendwas muss ihr dazwischen gekommen sein.
Unsere Nachbarn haben gleich in den nächsten Tagen die Nachbarschaft abgesucht, gerufen (was müßig ist, denn Tapsi antwortet nicht lautstark, höchstens durch ein dezentes Gurren). Umliegende Keller und Garagen werden durchsucht....nichts! Mir drängt sich der Verdacht auf, dass sie vielleicht entschieden hat, weiter zu ziehen und sich neue Menschen zu suchen, denn uns ist sie ja schließlich auch zugelaufen. Vielleicht macht sie das ja regelmäßig....Junge abwerfen, sich durchfressen und dann irgendwann weiterwandern....Wenn es so wäre, würden wir nichts daran ändern können, denn sie gehört uns ja nicht wirklich. Aus diesem Grunde, weil ich sie nicht als Besitz ansah, habe ich sie auch anlässlich der Kastration nicht tätowieren oder chipen lassen. Ich war immer der Meinung, wenn sie weiterzieht, muss ich das akzeptieren und kann keinen Besitzanspruch anmelden...
Zwischendurch habe ich allerdings Visionen von einer in irgendeinem Keller eingesperrten Tapsi, die langsam vor sich hin verhungert....wenn man doch nur wüsste, was sich ereignet hat, dass sie nicht wieder kam....seufz!
Wenn sie sich nun eine andere Familie ausgesucht hätte, dann könnte ich das akzeptieren, wenn ich wüsste, dass es ihr dort gut geht.....manmanman....
Ich starte das übliche Programm: Meldung bei Tasso, Nachfrage bei umliegenden Tierärzten, Nachbarn etc., ich mache wunderschöne aussagekräftige Plakate und verteile sie (sogar mit Schnipseln mit unserer Telefonnummer zum Abreißen...ja, wir haben keine Kosten und Mühen gescheut).
Tierheime gibt es in unserer Umgebung erst in einer Entfernung von 30km...außerdem schleppt hier auf dem Land nicht jeder eine herumlaufende Katze gleich ins Tierheim.
Das Plakat wird gesehen und beachtet, die Leute machen sich Gedanken, bei unseren Mädels gehen zahlreiche Tips von Mitschülern ein aber graue Tiger gibt es ja nun durchaus öfter.
Einmal klingelt's an unserer Tür: ein älteres Ehepaar hat Scotty auf dem Arm, der ihnen hinterhergelaufen ist (er wohnt ja nur eine Straße höher und sieht Mama Tapsi sehr ähnlich): "Ist das Eure? Die sieht doch aus wie auf dem Bild!"...nett gemeint!
Die Wochen verstreichen, Tapsi taucht nicht wieder auf aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass es ihr irgendwo anders gut geht. Ich kann mir (auch angesichts der Umsicht, mit der sie sich an der (einzigen) Hauptstraße hier immer verhalten hat,) nicht vorstellen, dass sie überfahren irgendwo am Straßenrand liegt.
Wir bewegen uns mit großen Schritten auf den Kastrationstermin für Baby zu und als ob sie wüsste, was von ihr erwartet wird, findet sich auf die Rote wieder ein, die wir fortan Zora nennen. Während Baby schon sehr zutraulig und häuslich ist, hält Zora Abstand von uns und frisst draußen. Zu zwei Malzeiten am Tag ist sie pünktlich.
Meine Nähe duldet sie, wenn ich mich während der Malzeiten in 2-3 Meter Entfernung rumdrücke....das reicht mir, anders war es ja bei Baby auch nicht.
Ich schicke Baby regelmäßig raus zum spielen, die beiden haben nach kurzer Zeit wieder die ehemalige Vertrautheit erreicht.
Scottys Familie erzählt uns, dass Zora wohl in der Zwischenzeit oft bei ihnen oben war, Scottys warme Hütte genutzt und sich dort durchgefressen hat. Sie ist auch jetzt noch oft uns gerne dort anzutreffen, die beiden spielen miteinander. Im direkten Kontakt sieht man allerdings, wie große die Ernährungsdefizite unserer beiden Streuner gewesen sein müssen (zeitweise müssen sich sich von Küchenabfällen ernährt haben, die für die Hühner abgeworfen worden waren). Scotty ist viel größer und muss wohl bald das Doppelte wiegen wie Zora. Beim gemeinsamen Spiel sieht man, wie sehr Zora unterlegen ist und wie Scotty sich zurücknimmt. Aber beide spielen kompetent, erkennen die Zeichen des jeweils anderen und man erkennt hier, wie hilfreich es ist, wenn die Jungtiere ausreichend lange bei Mutter und Geschwistern bleiben, um den Umgang miteinander zu üben. Denn auch unsere Streuner haben ein intensives Familienleben gehabt, da unten in ihrer Wiese. An dieser Stelle denke ich, dass es nicht zwingend nötig ist, solche Wildlinge frühzeitig einzusammeln und ihnen Hilfe aufzuzwingen. Es war schon alles ganz gut, so wie es war. Bloß den Kastra-Zeitpunkt nicht verpassen!
Mehrer Telefonate mit der Tierhilfe Lippe: Anfang November ist die Kastra geplant, wir sollen uns nochmal melden, wegen des genauen Termins. Dann steht's fest: 9. November (ein Montag). Ein paar Tage vorher will man uns die Lebendfallen bringen, damit wir darin eine Zeit lang füttern können, um sie daran zu gewöhnen. In den letzten Tagen ist Babys und Zoras Mutter hier auch ab und an wieder aufgetaucht und ich habe die leise Hoffnung, sie ließe sich auch festsetzen, damit das Elend des ewigen Werfens endlich ein Ende hat, denn ihr Bauch scheint schon wieder dicker zu werden (und das zum Herbst
). Gelegentlich nimmt sie Futter von uns an, ist aber nicht verlässlich.
Wir folgen den Anweisungen und Zora nimmt die Falle als Futterstelle an. Für Baby brauchen wir keine, sie wird ohne Probleme in unsere Transportkiste gehen.
Sonntag sollen wir sie festsetzen, abends Abholung, Montag Kastra, einen Tag zur Beobachtung, Mittwoch zurück.
Ich muss Sonntag Nachmittag noch irgendwo hin, mein Mann beaufsichtigt die Fallen (oder auch nicht: er sitzt oben am Rechner und überlässt die Falle sich selbst...:roll:...Männer...).
Rabatz vor'm Küchenfester: der verfessene Scot hat sich in der Falle festgesetzt und macht jetzt Terror! Es dauert einen Moment, bis Schatzi rausfindet, dass er da den Falschen hat.....rauslassen...weiterwarten.
Zora hat irgendwie den Braten gerochen und lässt sich nicht blicken, die Mutter taucht schlauerweise auch erst gar nicht auf! Glückwunsch!
Noch eine Stunde bis der Mann von der Tierhilfe kommt.....ich sitze auf heißen Kohlen. Dann die SMS: Zora ist da und sitzt fest! Glückwunsch! Alles kann seinen Gang gehen.
Wieder zu Hause!
Wir waren nur eine Woche weg, fahren eiligst nach Hause, um unsere Katzen zu begrüßen. Erstaunlich, was für einen sicheren Instinkt sie immer haben und sich pünktlich zu unserer Heimkehr zuverlässig am Haus einfinden.....aber dieses Mal begrüßt uns nur Baby. Unsere liebe Nachbarin ist gleich zu Stelle, um uns ganz zerknirscht zu berichten, dass Tapsi seit zwei Tagen nicht gekommen ist. Nunja...sie ist zwar gerne lange unterwegs, aber seit sie sich für uns entschieden hat, ist sie zum Fressen und Ruhen immer zu uns gekommen. Irgendwas muss ihr dazwischen gekommen sein.
Unsere Nachbarn haben gleich in den nächsten Tagen die Nachbarschaft abgesucht, gerufen (was müßig ist, denn Tapsi antwortet nicht lautstark, höchstens durch ein dezentes Gurren). Umliegende Keller und Garagen werden durchsucht....nichts! Mir drängt sich der Verdacht auf, dass sie vielleicht entschieden hat, weiter zu ziehen und sich neue Menschen zu suchen, denn uns ist sie ja schließlich auch zugelaufen. Vielleicht macht sie das ja regelmäßig....Junge abwerfen, sich durchfressen und dann irgendwann weiterwandern....Wenn es so wäre, würden wir nichts daran ändern können, denn sie gehört uns ja nicht wirklich. Aus diesem Grunde, weil ich sie nicht als Besitz ansah, habe ich sie auch anlässlich der Kastration nicht tätowieren oder chipen lassen. Ich war immer der Meinung, wenn sie weiterzieht, muss ich das akzeptieren und kann keinen Besitzanspruch anmelden...
Zwischendurch habe ich allerdings Visionen von einer in irgendeinem Keller eingesperrten Tapsi, die langsam vor sich hin verhungert....wenn man doch nur wüsste, was sich ereignet hat, dass sie nicht wieder kam....seufz!
Wenn sie sich nun eine andere Familie ausgesucht hätte, dann könnte ich das akzeptieren, wenn ich wüsste, dass es ihr dort gut geht.....manmanman....
Ich starte das übliche Programm: Meldung bei Tasso, Nachfrage bei umliegenden Tierärzten, Nachbarn etc., ich mache wunderschöne aussagekräftige Plakate und verteile sie (sogar mit Schnipseln mit unserer Telefonnummer zum Abreißen...ja, wir haben keine Kosten und Mühen gescheut).
Tierheime gibt es in unserer Umgebung erst in einer Entfernung von 30km...außerdem schleppt hier auf dem Land nicht jeder eine herumlaufende Katze gleich ins Tierheim.
Das Plakat wird gesehen und beachtet, die Leute machen sich Gedanken, bei unseren Mädels gehen zahlreiche Tips von Mitschülern ein aber graue Tiger gibt es ja nun durchaus öfter.
Einmal klingelt's an unserer Tür: ein älteres Ehepaar hat Scotty auf dem Arm, der ihnen hinterhergelaufen ist (er wohnt ja nur eine Straße höher und sieht Mama Tapsi sehr ähnlich): "Ist das Eure? Die sieht doch aus wie auf dem Bild!"...nett gemeint!
Die Wochen verstreichen, Tapsi taucht nicht wieder auf aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass es ihr irgendwo anders gut geht. Ich kann mir (auch angesichts der Umsicht, mit der sie sich an der (einzigen) Hauptstraße hier immer verhalten hat,) nicht vorstellen, dass sie überfahren irgendwo am Straßenrand liegt.
Wir bewegen uns mit großen Schritten auf den Kastrationstermin für Baby zu und als ob sie wüsste, was von ihr erwartet wird, findet sich auf die Rote wieder ein, die wir fortan Zora nennen. Während Baby schon sehr zutraulig und häuslich ist, hält Zora Abstand von uns und frisst draußen. Zu zwei Malzeiten am Tag ist sie pünktlich.
Meine Nähe duldet sie, wenn ich mich während der Malzeiten in 2-3 Meter Entfernung rumdrücke....das reicht mir, anders war es ja bei Baby auch nicht.
Ich schicke Baby regelmäßig raus zum spielen, die beiden haben nach kurzer Zeit wieder die ehemalige Vertrautheit erreicht.
Scottys Familie erzählt uns, dass Zora wohl in der Zwischenzeit oft bei ihnen oben war, Scottys warme Hütte genutzt und sich dort durchgefressen hat. Sie ist auch jetzt noch oft uns gerne dort anzutreffen, die beiden spielen miteinander. Im direkten Kontakt sieht man allerdings, wie große die Ernährungsdefizite unserer beiden Streuner gewesen sein müssen (zeitweise müssen sich sich von Küchenabfällen ernährt haben, die für die Hühner abgeworfen worden waren). Scotty ist viel größer und muss wohl bald das Doppelte wiegen wie Zora. Beim gemeinsamen Spiel sieht man, wie sehr Zora unterlegen ist und wie Scotty sich zurücknimmt. Aber beide spielen kompetent, erkennen die Zeichen des jeweils anderen und man erkennt hier, wie hilfreich es ist, wenn die Jungtiere ausreichend lange bei Mutter und Geschwistern bleiben, um den Umgang miteinander zu üben. Denn auch unsere Streuner haben ein intensives Familienleben gehabt, da unten in ihrer Wiese. An dieser Stelle denke ich, dass es nicht zwingend nötig ist, solche Wildlinge frühzeitig einzusammeln und ihnen Hilfe aufzuzwingen. Es war schon alles ganz gut, so wie es war. Bloß den Kastra-Zeitpunkt nicht verpassen!
Mehrer Telefonate mit der Tierhilfe Lippe: Anfang November ist die Kastra geplant, wir sollen uns nochmal melden, wegen des genauen Termins. Dann steht's fest: 9. November (ein Montag). Ein paar Tage vorher will man uns die Lebendfallen bringen, damit wir darin eine Zeit lang füttern können, um sie daran zu gewöhnen. In den letzten Tagen ist Babys und Zoras Mutter hier auch ab und an wieder aufgetaucht und ich habe die leise Hoffnung, sie ließe sich auch festsetzen, damit das Elend des ewigen Werfens endlich ein Ende hat, denn ihr Bauch scheint schon wieder dicker zu werden (und das zum Herbst
Wir folgen den Anweisungen und Zora nimmt die Falle als Futterstelle an. Für Baby brauchen wir keine, sie wird ohne Probleme in unsere Transportkiste gehen.
Sonntag sollen wir sie festsetzen, abends Abholung, Montag Kastra, einen Tag zur Beobachtung, Mittwoch zurück.
Ich muss Sonntag Nachmittag noch irgendwo hin, mein Mann beaufsichtigt die Fallen (oder auch nicht: er sitzt oben am Rechner und überlässt die Falle sich selbst...:roll:...Männer...).
Rabatz vor'm Küchenfester: der verfessene Scot hat sich in der Falle festgesetzt und macht jetzt Terror! Es dauert einen Moment, bis Schatzi rausfindet, dass er da den Falschen hat.....rauslassen...weiterwarten.
Zora hat irgendwie den Braten gerochen und lässt sich nicht blicken, die Mutter taucht schlauerweise auch erst gar nicht auf! Glückwunsch!
Noch eine Stunde bis der Mann von der Tierhilfe kommt.....ich sitze auf heißen Kohlen. Dann die SMS: Zora ist da und sitzt fest! Glückwunsch! Alles kann seinen Gang gehen.