- Alter Schmerz Beitrag #1
Morastbiene
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Ich weiß nicht, was mich dazu gebracht hat, aber ich habe euch bei Facebook gefunden und in diesem Moment wurde mir wieder einmal klar, wie tief die Wunden sind, die ihr vor langer Zeit gerissen habt. Wie stolz war ich in der Grundschule auf meine große Familie. Meinen tollen (Paten-)Onkel mit dem Motorrad, den ich so bewundert und geliebt habe, meine coole Tante und ihren lieben Mann. Ihr habt mir gezeigt, dass das alles nichts wert ist. Blut ist nicht dicker als Wasser und darum widme ich euch diesen Blog. In der Hoffnung, endgültig damit abschließen zu können, nachdem ich die Tränen geweint habe, die ich mir seit fast zwanzig Jahren nicht zu weinen erlaubt habe. Wahrscheinlich habt ihr keine Vorstellung davon, was ihr in mir kaputt gemacht habt. Für Gedanken daran ist in eurem selbstgerechten Kosmos kein Platz.
Alt seid ihr geworden. Die gespuckten Ebenbilder eures Vaters. Eure Kinder sind groß und offenbar führt ihr ein glückliches Leben. Skylines, ein schickes Motorrad. Toll habt ihr das gemacht. Alles selbst verdient. Das Erbe meiner Urgroßeltern war sicherlich nur das Sahnehäubchen. Wen interessiert schon der Schmerz, den ihr für euren Pflichtteil über meine Familie gebracht habt? Es ist nicht so, dass man darüber nicht hätte reden können. Ihr habt euch lieber für ein anwaltliches Schreiben entschieden. Ein Zeugnis des guten Geschmacks. Als hätten wir es nicht schwer genug gehabt, der Schlag ins Gesicht musste anscheinend sein. Opa war keine drei Monate tot und schon habt ihr die Hand aufgehalten. Nicht nur das, was immerhin euer gutes Recht war, ihr konntet euch auch nicht verkneifen, meine Mutter der hinterhältigen Erschleichung des Erbes zu bezichtigen. Als hätte sie nichts anderes im Sinn gehabt. Gewiss wird sie diesen schmutzigen Plan bereits als Kind gefasst haben, als sie sich dafür entschied, auf der Insel zu bleiben und bei ihren Großeltern aufzuwachsen. Nahezu jede Ferien meines Lebens sind wir zu ihnen gefahren, um alles Wichtige erledigt zu wissen. Im Garten haben wir geschuftet, Omas geliebte Rosen gepflegt, Einkäufe nach Hause gekarrt, Essen gekocht und eingefroren, notdürftig renoviert und alles in Ordnung gehalten, soweit es uns möglich war. Es war eine Zeit in meinem Leben, die ich nicht missen möchte und ihr habt sie beschmutzt. Was ihr Oma damit angetan habt, davon fange ich gar nicht an.
Wo wart ihr in all den Jahren? Bestenfalls zum Geburtstag zu Besuch oder zum Jubiläum, obwohl ihr sogar näher gewohnt habt. Aber wir waren die Erbschleicher. Selbstverständlich. Ich schäme mich dafür, mit so etwas wie euch verwandt zu sein und wünsche euch, dass euer Leben eines Tages wie ein Kartenhaus zusammenfällt. Ihr habt es euch redlich verdient. Vergebung überlasse ich Gott, sofern es ihn gibt. Das ist nicht meine Aufgabe.
Wenn ich eure Gesichter sehe, kommt alles wieder hoch. Der bittere Hass und die abgrundtiefe Enttäuschung über euer Handeln. Trotzdem habe ich mir immer gewünscht, dass es anders gekommen wäre und das ist die nächste Komponente in diesem chaotischen Cocktail aus verletzten Gefühlen: Tiefe Traurigkeit. Etwas an der Situation zu verändern, das war scheinbar nicht euer Wunsch, denn sonst hättet ihr euch anders verhalten und euch wenigstens auf zwischenmenschlicher Ebene darum bemüht, den angerichteten Schaden wiedergutzumachen. Selbst für ein Wort der Entschuldigung wart ihr euch zu schade. Ich habe nie eines gehört, ich war ja nur ein Kind.
Für mich seid ihr Teil der Familie gewesen. Ich habe euch geliebt. Bekommen habe Gleichgültigkeit, Demütigung und Ignoranz. Meine Familie und ich, wir sind für euch nur eine längst vergessene Randerscheinung. So muss ich damit leben, dass meine Beziehung zu euch einseitig gewesen ist und mein Begriff von einer zusammenhaltenden Familie falsch. Zurück bleibt die Gewissheit, dass ihr nicht einmal das jemals erfahren werdet, weil ich kein Bedürfnis danach habe, mit Menschen wie euch je auch nur ein weiteres Wort zu wechseln. Meine Verwandten mütterlicherseits sind alle tot.
Und wisst ihr was? Im Gegensatz zu euch sterbe ich eines Tages wenigstens mit einem Rückgrat. Das bekommt man nämlich nicht für Geld.
Ich habe lange überlegt, ob ich diesen Eintrag veröffentlichen soll, aber ich sehe ihn als würdigen Grabstein für etwas, das schon vor langer Zeit gestorben ist.
Alt seid ihr geworden. Die gespuckten Ebenbilder eures Vaters. Eure Kinder sind groß und offenbar führt ihr ein glückliches Leben. Skylines, ein schickes Motorrad. Toll habt ihr das gemacht. Alles selbst verdient. Das Erbe meiner Urgroßeltern war sicherlich nur das Sahnehäubchen. Wen interessiert schon der Schmerz, den ihr für euren Pflichtteil über meine Familie gebracht habt? Es ist nicht so, dass man darüber nicht hätte reden können. Ihr habt euch lieber für ein anwaltliches Schreiben entschieden. Ein Zeugnis des guten Geschmacks. Als hätten wir es nicht schwer genug gehabt, der Schlag ins Gesicht musste anscheinend sein. Opa war keine drei Monate tot und schon habt ihr die Hand aufgehalten. Nicht nur das, was immerhin euer gutes Recht war, ihr konntet euch auch nicht verkneifen, meine Mutter der hinterhältigen Erschleichung des Erbes zu bezichtigen. Als hätte sie nichts anderes im Sinn gehabt. Gewiss wird sie diesen schmutzigen Plan bereits als Kind gefasst haben, als sie sich dafür entschied, auf der Insel zu bleiben und bei ihren Großeltern aufzuwachsen. Nahezu jede Ferien meines Lebens sind wir zu ihnen gefahren, um alles Wichtige erledigt zu wissen. Im Garten haben wir geschuftet, Omas geliebte Rosen gepflegt, Einkäufe nach Hause gekarrt, Essen gekocht und eingefroren, notdürftig renoviert und alles in Ordnung gehalten, soweit es uns möglich war. Es war eine Zeit in meinem Leben, die ich nicht missen möchte und ihr habt sie beschmutzt. Was ihr Oma damit angetan habt, davon fange ich gar nicht an.
Wo wart ihr in all den Jahren? Bestenfalls zum Geburtstag zu Besuch oder zum Jubiläum, obwohl ihr sogar näher gewohnt habt. Aber wir waren die Erbschleicher. Selbstverständlich. Ich schäme mich dafür, mit so etwas wie euch verwandt zu sein und wünsche euch, dass euer Leben eines Tages wie ein Kartenhaus zusammenfällt. Ihr habt es euch redlich verdient. Vergebung überlasse ich Gott, sofern es ihn gibt. Das ist nicht meine Aufgabe.
Wenn ich eure Gesichter sehe, kommt alles wieder hoch. Der bittere Hass und die abgrundtiefe Enttäuschung über euer Handeln. Trotzdem habe ich mir immer gewünscht, dass es anders gekommen wäre und das ist die nächste Komponente in diesem chaotischen Cocktail aus verletzten Gefühlen: Tiefe Traurigkeit. Etwas an der Situation zu verändern, das war scheinbar nicht euer Wunsch, denn sonst hättet ihr euch anders verhalten und euch wenigstens auf zwischenmenschlicher Ebene darum bemüht, den angerichteten Schaden wiedergutzumachen. Selbst für ein Wort der Entschuldigung wart ihr euch zu schade. Ich habe nie eines gehört, ich war ja nur ein Kind.
Für mich seid ihr Teil der Familie gewesen. Ich habe euch geliebt. Bekommen habe Gleichgültigkeit, Demütigung und Ignoranz. Meine Familie und ich, wir sind für euch nur eine längst vergessene Randerscheinung. So muss ich damit leben, dass meine Beziehung zu euch einseitig gewesen ist und mein Begriff von einer zusammenhaltenden Familie falsch. Zurück bleibt die Gewissheit, dass ihr nicht einmal das jemals erfahren werdet, weil ich kein Bedürfnis danach habe, mit Menschen wie euch je auch nur ein weiteres Wort zu wechseln. Meine Verwandten mütterlicherseits sind alle tot.
Und wisst ihr was? Im Gegensatz zu euch sterbe ich eines Tages wenigstens mit einem Rückgrat. Das bekommt man nämlich nicht für Geld.
Ich habe lange überlegt, ob ich diesen Eintrag veröffentlichen soll, aber ich sehe ihn als würdigen Grabstein für etwas, das schon vor langer Zeit gestorben ist.
