- Bissattacke im Tierheim Beitrag #61
demona
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Finde ich auch interessant. Ich hoffe, für dich und deinen hund, dass du viele helfenden Hände hast, die im Umgang mit deinem Hund dir helfen können, solltest du mal ausfallen.
Denn im tierheim sitzen die Kollegen, die auf einen Menschen geprägt sind. Denn die sogenannte Selbstüberschätzung passiert nicht nur im allgemeinen sondern auch im hundehaltertum.
Beispiel gefällig, binnen 2 Stunden Sepsis- inkl. Notop die mehr als 8 Stunden gedauert hat, 3 Wochen Krankenhaus. Hätte ich einen problemhund-wäre er eingeschläfert worden, den Ärzten war es scheiss egal ob ich noch etwas zu erledigen gehabt hätte. In meiner Familie hatte keiner den Kopf für den hund. Dem ging es bestens, bei der 90 jährigen Nachbarin, die ihn von all dem Stress-bestens abgeschirmt hat. Sie hätte ihn auch länger behalten, den wautzi...
Zwischen Problemhund und Problemhund liegen Welten. Heute wird fast alles, was nicht der Norm entspricht, als Problemhund hingestellt. Da wird nicht differenziert zwischen Artgenossenunverträglichkeit, Ressourcenverteidigung, Menschenunverträglichkeit, Angst und gezielter Aggression, etc, pp....
Ein Problemhund kann ein Hund sein, der alles jagt, was nicht bei 1 auf den Bäumen ist und es bei 2 noch runter holt.
Ein Problemhund kann ein Hund sein, der schlicht und einfach keine erwachsenen, gleichgeschlechtlichen Artgenossen mag und das uach sehr deutlich zeigt.
Ein Problemhund kann ein Hund sein, der aus Angst und/oder schlechter Erfahrung nach vorne geht.
Ein Problemhund kann ein Hund sein, der gezielt auf Menschen und/oder Hunde geht.
Es gibt so viele Gründe, warum ein Hund als Problemhund bezeichnet werden kann.
Hat dein Hund dich gebissen? Klingt fast so.
Ja, mit einem Hund mit Besonderheiten braucht man mehr Rückhalt in der Familie, Freunde, Bekannte, zur Not FB-Freunde aber auch das ist machbar. Dass du diesen Rückhalt in der FAmilie nicht hast, ist schade aber auch kein Grund um ganze Hunderassen aussterben zu lassen.
Zum Thema Tierheim in staatlicher Hand:
Joah, dann kauft keiner mehr einen Hund aus dem Tierheim weil sie dann unbezahlbar werden. Der Staat wird nicht - wie es fast alle Tierheime leider tun - immer mit roten Zahlen arbeiten. Die werden irgendwie auf null kommen wollen. Das heißt im Umkehrschluss, dass entweder weniger Tiere aufgenommen werden - was manchmal nicht unbedingt schlecht wäre -, es an Pflegern gespart wird oder die Preise einfach angezogen werden.
Höhere Abgabekosten, und schon würden mehr Tiere ausgesetzt weil die Leute das nicht zahlen wollen.
Höherer Kaufpreis - und schon würden die Tiere länger bleiben, weil sich die Leute heute schon über teils 300 Euro pro Hund aufregen.
Mehr Arbeitsplätze werden dadurch auch nicht geschaffen, wer soll das zahlen?
Tierschutz ist eine Herzensangelegenheit, war es schon immer und wird es immer sein. Ich habe Tierpfleger gelernt und garantiert nicht weil es so gut bezahlt wird. Es ist ein Scheißjob. Punkt. Die Arbeit ist hart, schwer, bei Wind und Wetter, es ist undankbar und schlecht bezahlt. Man muss isch mit völlig idiotischen Menschen abgeben und dennoch freundlich sein und darf sie nicht mit dem Kopf in die Scheiße drücken. Man erntet Unverständnis wenn man nicht zur Verabredung kommen kann weil Tier xy krank ist und man sich kümmern will. In kleinen Tierheimen hängt fast alles an der Opferbereitschaft der Pfleger, die sind teilweise weit von dem 8 Stunden TAg entfernt - egal, was die gesetzlichen Vorgaben sind. Da wird halt in der "Freizeit" noch kleine, ausgesetzte Welpen/Kitten/Küken aufgezogen. Das zahlt kein Staat.
Da du, @Schweinemama , den Link scheinbar nicht gelesen hast, hier nochmal - bezüglich deiner teils abartig arroganten und beleidigenden Aussagen über die verletzten Tierpflegerinnen:
- Der Besitzer hat klar gelogen als er den Hund abgegeben hat, er hat sein wahres Potenzial verschwiegen
- der Hund wurde wesenstechnisch überprüft und war unauffällig
- der Hund war gerade 24 Stunden da und in dieser Zeit unauffällig
In den Zwinger dieses Tieres rein zu gehen, hat nichts mit Selbstüberschätzung zu tun sondern mit dem normalen Alltag. Man kann nicht davon ausgehen, dass jeder Hund eine mordende Bestie ist, sonst kann man den Job nicht machen. Vorurteile gegen bestimmte Hunderassen gehören nicht ins Bild eines Tierpflegers, sonst gehst du irgendwann unter oder vernachlässigst bestimmte Hunde. Das geht einfach nicht.
WAs da passiert ist, ist ein bedauerlicher Unfall, der mir persönlich sehr, sehr leid tut.