Bei Nils ist es so, dass er an der Leine sich der Person am anderen Ende sicher sein kann. Er achtet dann verstärkt auf die andere Person, die mit Gassi geht, und orientiert sich an ihr, sofern der Leinenführer sich nicht einmischt.
Sobald Nils von der Leine ist, schnüffelt er viel weniger und schaut sich auch nicht mehr so viel um. Er weiß, dass jeder von uns plötzlich abhauen kann und er ihn dann suchen muss. Deshalb passt er auf und bleibt bei uns...
Unser Weg zum Laufen ohne Leine:
Wir haben einen großen (leider recht unübersichtlichen) Garten, etwa 2000 qm, wo Nils seit er bei uns ist frei laufen darf. Zu Anfang hatten wir ein Quitschtier dabei, einer lief weg, quitschte, Nils lief hinterher, "Komm", und dann wieder zum anderen zurück... Das war ganz am Anfang.
Er lief uns tatsächlich hinterher. Einmal ist er "ausversehen" abgehauen, weil er im Erdbeerbeet war, nicht gesehen hatte, wo wir waren, und wieder nach Hause lief. Das war so schlimm für ihn, dass er seitdem allermeistens auf uns achtet. Außer es gibt was zu Buddeln oder Katzenkot :roll: Aber auch dann hilft es, ganz begeistert "Schau mal hier" (er weiß, dass ich dann etwas Supertolles gefunden habe, das ich großzügig mit ihm teile) zu rufen und wegzulaufen. Sich verstecken hilft auch, wenn er einen dann nicht mehr sieht, rufen und Nils freut sich wahnsinnig, wenn er wen gefunden hat. Er liebt dieses Spiel und passt immer auf, dass niemand abhaut

Nur solltest du die Kleine immer im Auge haben, da es sein kann, dass sie mal zu abgelenkt ist oder an falscher Stelle sucht...
Als Nils etwa 10 oder 11 Wochen alt war, sind wir mit ihm auf eine große Wiese, wo es nichts Gefährliches gibt. Dort durfte er frei laufen. Wenn er sich ablenken ließ, nicht rufen, einfach weiter gehen, rennen, springen oder auch Singen... Nils lief immer freudig hinterher. Und wenn er gar nicht reagierte, versteckte ich mich so, dass ich ihn sah, aber er mich nicht. "Hilfe, wo ist mein Rudel???" Dann habe ich ihn gerufen und er flitzte sofort zu mir.
Dadurch, dass er nie weiß, wo ich genau hingehe (ändere plötzlich meine Richtung), ich manchmal etwas Tolles zu futtern finde, ich ihn graule oder mit ihm spiele, wenn er bei mir ist, sprich, es bei mir am Schönsten ist, bleibt er bei mir.
Mittlerweile entfernt er sich schon weiter, aber nie mehr als 10 m und kommt auch immer wieder zu mir zurück (manchmal dauert es auch etwas länger, wenn Hundi was freines riecht:roll: ). Bis jetzt hilft es immer, dass ich mich ruhig hinhocke und im Gras nach Essbarem wühle - dann kommt er ziemlich schnell. Nur nicht hinterher rennen!!! Das ist ein tolles Spiel für deine Kleine. Wegrennen oder Ignorieren ist da besser....
Nils hört eigentlich recht gut, dafür dass er sechs Monate ist und hin und wieder seine Grenzen testet. Fremde Menschen ignoriert er inzwischen. Nur bei lauten Geräuschen muss ich aufpassen, weil er dann immer neugierig hinrennt (besonders bei Rasenmähern) und dann am Gerät klebt :roll:
Und bei Hunden natürlich. Er liebt HUnde über alles, egal welche Rasse, will immer hin und spielen. Da ich nicht jeden Hund kenne und nicht jeder Hund freundlich gesinnt ist, ich ihn also nicht einfach so hinlassen möchte, muss ich halt alles im Blick haben. Wenn der Hund in einer bestimmten Entfernung ist (bis etwa fünf bis sieben Meter) kann ich Nils abrufen, danach nicht mehr.
Das bedeutet: Wähle einen ruhigen, ungefährlichen und gut überschaubaren Platz 8z.B. Wiese) und übe dort den Freilauf. Dabei solltest du den Hund und die Umgebung im Blick haben. Wenn fremde Hunde kommen, Richtung ändern, schauen das Hundi mitkommt, oder Hundi anleinen. Auf Fangenspielen nicht eingehen, lieber zeigen: Wenn du bei mir bist, ist es am Schönsten.
Viel Spaß beim Üben!
PS: Denke, dass ein Welpe mit 3 Monaten noch folgt, sofern er bisher z.B. im Garten frei laufen durfte...