Hallo Ihr!
Ich hab hier alles mit viel Interesse durchgelesen und kann schlussendlich eigentlich nur all denen zustimmen, die Coma raten, einen guten Hundetrainer/Hundetrainerin aufzusuchen.
Bis dahin muss man sicherlich schauen, wie man Schadensbegrenzung betreibt, aber an dem Problem ändert sich dadurch noch nichts, auch nicht durch Bestrafung allein (und nichts anderes sind ja Sachen wie Spray-Halsband oder klappende Mausefallen, nur dass man hier den Hund glauben macht, die "Sachen" selbst straften, nicht der Mensch).
Langfristig aber muss man an der Ursache arbeiten, und das kann man per "Ferndiagnose" über noch so viele Tipps hier im Forum sicherlich nicht erreichen.
Mir fiel vor allem auf, dass das Problem ja offenbar schon seit einem halben Jahr besteht. Was ist in diesem halben Jahr an Erziehung gelaufen? Was war davor mit Amy? Was hat sie erlebt? Was ist sie für ein Hund? (Rasse, Charakter, Temperament etc.?)
Für mich hört sich das Ganze, so extrem und massiv wie es ist, an, als wäre die Hündin in echter NOT, solange sie allein ist. (Wobei es nun, nach sechs Monaten, zusätzlich auch sein kann, dass sich eine gewisse Gewöhnung eingestellt hat.) Es ist garantiert nicht einfach "Blödsinn" oder "Langeweile", besonders nicht, da die Hunde ja zu dritt sind. Ein ausgelasteter Hund, der das Alleinbleiben gelernt hat, schläft die meiste Zeit oder ruht, putzt sich, lauscht mal nach draußen, all sowas, aber er zerstört nicht das ganze Inventar!
Besonders der Hinweis von Coma, dass Amy sehr tief und viel schläft, wenn Coma zuhause ist, deutet für mich darauf hin, dass Amy, ohne Coma, wahrscheinlich unter enormem Stress leidet. Sie kommt erst zur Ruhe, wenn ihr Mensch wieder da ist, und muss sich dann erholen.
Oft ist es so, dass die Hunde nicht eigentlich Angst vor dem Alleinesein haben (in diesem Fall ist Amy ja nicht mal allein, sondern hat noch zwei Artgenossen um sich!), sondern dass sie glauben, sie müssten immer auf ihren Menschen, ihr Rudel, aufpassen. Und wenn dann dieses Rudel sich entfernt, geraten sie in echte Not, weil sie das nicht können, ähnlich wie eine Hundemutter, wenn ein Welpe sich entfernt und sie nicht dort hinkann, um es zurückzuholen.
Hier würde langfristig nur helfen, dass die Rudelstrukturen geklärt werden, bis Amy sicher weiß, dass sie sich nicht zu kümmern braucht. Dann könnte sie sich entspannen, auch wenn Coma mal weggeht. Nun sagt Coma, sie sei ganz klar Rudelchefin. Aber wie sicher ist das? Wie viele kleine Situationen mag es am Tag geben, auf die wir Menschen nicht mal sonderlich achten, in denen unser Hund aber das Gefühl hat, er bestimme die Situation? Das kann man wirklich nur herausfinden, wenn man als erfahrener Hundetrainer oder Tierpsychologe Comas und Amys Alltag kennenlernt.