Ich möchte an dieser Stelle einmal das Buch "Katzen würden Mäuse kaufen" von Hans-Ulrich Grimm zitieren (S. 23 und 24):
" Doch das Trockenfutter ist bei Experten höchst umstritten. So enthält es nach Branchenangaben viermal soviel Kalorien wie Nassfutter, erhöht mithin das Risoko für Übergewicht. Die Trockenpellets enthalten auch viele Kohlenhydrate - damit sie nicht zerbröseln. "Aus Verarbeitungsgründen wird Trockenfutter auf Getreidebasis hergestellt", weiß das HILL'S-Handbuch: "Die Stärke fungiert als eine Art Zement." Vierzieg Prozent Kohlenhydratanteil sind aus technischen Gründen der Standard - "da dieser Anteil den Minimalanforderungen für das Extrusionsverfahren entspricht". Der Extruder, das ist die Lieblingsmaschine der Food-Fabriken, kann beinahe beliebige Produkte herauspressen - Chips, Spaghetti, aber auch Katzenflocke und Hundepellets.
Das bedeutet: Nicht feinschmeckerische oder tierfreundliche Gründe bestimmen die Rezeptur, auch nicht die gesundheitsmotive. Eine ganz wesentliche Rolle spielt das Produktionsverfahren.
Nicht das Tier steht im Mittelpunkt, sondern die Maschine.
Das Tier soll aber fressen, und daher wird das Produkt noch passend gemacht - mit den Mitteln der Chemie.
Damit es unterwegs nicht verdirbt, kommen Konservierungsstoffe rein. Damit es appetitlich aussieht, kommen Farben zum Einsatz (...).
Vitaminverluste können durch künstliche Nährstoffe ausgeglichen werden - was allerdings offenbar Glückssache ist: Denn es ist schwierig, den Bedarf der Tiere zu treffen. Manchmal ist zu weng drin, häufig aber zuviel. Das kann sogar auf die Gesundheit gehen: Die STIFTUNG WARENTEST machte im September 2006 darauf aufmerksam, dass "der Griff zur falschen Tüte" unter Umständen "fatale Folgen haben" könne (...).
Damit es nicht so stinkt, gibt es Aromastoffe; Zucker und Süßstoffe, damit es besser schmeckt - und das Tier mehr verzehrt.
Eine besondere Herausforderung ist es offenbar, das Trockenfutter mit Geschmack zu versehen.
Dafür gibt es ein ganzes Arsenal von Möglichkeiten, so das Handbuch von HILL'S: "Die Pellets der meisten Trockenfutter sind mit Geschmacksverstärkern beschichtet, wie beispielsweise mit tierischem Gewebe, das zuvor durch proteolytische Enzyme verdaut wirden ist. Auch Salze, auf der Oberfläche oder im Inneren der Pellets enthaltene Fette, L-Lysin, L-Cystein, Mononatriumglutamat, Zucker und Sojasoße wirken geschmackverstärkend." Außerdem verwenden die Futtermittelhersteller Blut und Mehl auf Vogelfedern, Nukleotide, Hefeextrakt, Käsetrockenpulver, fermentiertes Fleisch und Molke, fleischhaltige Lösungen, die bei der Extrusion injiziert werden, hydrolisiertes pflanzliches Protein, Eier sowie Zwiebel- und Knoblauchpulver. "Immer häufiger", so das Handbuch, "werden auch künstliche Aromastoffe eingesetzt, erkennbar am Aroma von Speck und Käse und dem Räucheraroma mancher Haustierfuttermittel und Leckerbissen."
(...)
Die menschen vergleichen die Nahrung für die Tiere gern mit ihren eigenen. (...)"
Was ich erschreckend fand, ist, dass es weniger um die Inhaltstoffe bei der herstellung von Futter geht, sondern in erster Linie, was einfacher ist.
Ich verstehe es, wenn man Katzen Trofu gibt, wenn sie nichts anderes vertragen, aber allein, weil es den Katzen besser schmeckt, finde ich, ist kein Argument.
Aber letztendlich muss jeder selbst sehen, was er füttert.
Ich will hier auch niemanden schlecht machen, da ich aber gebeten wurde mitzuteilen, was in dem Buch drin steht, wollte ich diese Passage mal vorstellen...