Besser spät als nie - ich geb auch mal meinen Senf dazu ab.
Katzen sind keine Einzeltiere - und keine Rudeltiere.
Passenden Link dazu weiß ich jetzt zwar auch keinen, aber eigentlich weiß das ja jeder selbst.
Ich würde sagen: Katzen leben in lockeren Verbänden.
Es sind keine Rudeltiere, da sie normalerweise alleine auf die Jagd gehen (normalerweise heißt nicht immer! Mein erstes Geschwisterpaar hat die Vögel auch in Teamwork vom Himmel geholt

).
Rudeltiere - Löwen, Wölfe und Co - zeichnen sich im allgemeinen ja dadurch aus, dass sie die Beute gemeinsam zur Strecke bringen.
Katzen sind aber auf kleine Beutetiere spezialisiert und es ist einfach nicht sinnvoll, zu zehnt einer Maus nach zu laufen.
Sie sind aber auch keine Einzeltiere. Katzen brauchen Artgenossen und zwar nicht nur in der Paarungszeit.
Schon bei den Vorfahren der Katze - den Falbkatzen - kann man häufig beobachten, dass Geschwister über lange Zeit zusammen bleiben. Da sie aber ein sehr großes Revier brauchen um genügend Beute zu fangen zwingt sie das knappe Nahrungsangebot häufig dazu sich zu trennen.
Folglich: Solange das Nahrungsangebot groß genug ist sind Artgenossen eigentlich sehr willkommen.
Die größe eines Katzenrudels hängt also vom Nahrungsangebot ab.
Unsere Hauskatzen - insbesondere die freilebenden - sind innerhalb des Rudels sehr gur organisiert. Als bestes Beispiel: Es gibt oft sozusagen "Kindermädchen" die auf die Kitten aufpassen solange die Mutter nicht in der Nähe ist.
Es gibt eine strenge Rangordnung und einen Zusammenhalt, wenn es darum geht Feinde zu verjagen.
Die Behauptung Katzen sind von Natur aus Einzelgänger ist so gesehen einfach lächerlich.
Oder wer hat schonmal einen Bauernhof gesehen, wo nur eine einzelne Katze anzutreffen war?
Ist der Bauernhof nicht Beweis genug, schlage ich wirklich einen Urlaub in Süditalien, Spanien oder Griechenland vor, dort gibt es in gewissen Gebieten wirklich riesige Katzen"rudel".
Warum die Wohnungskatze dann keinen Artgenossen duldet?
Im Grunde reine Gewohnheit.
Die Katze stellt sich auf den Menschen ein und verlernt dabei den richtigen Umgang mit anderen Katzen. Wird ihnen dann plötzlich ein Artgenosse vor die Nase gesetzt ist die Katze nicht selten einfach hilflos und verwirrt.
Schlimmstenfalls hat die Katze den Umgang mit Artgenossen niemals gelernt.
Richtig ist natürlich auch, dass ein Eindringling von außen immer etwas anderes ist, als ein neues Mitglied, das in eine Katzengemeinschaft hineingeboren wurde. Die Rangordnung dieses Neulings muss erst geklärt werden und die alteingesessenen Katzen wollen ihren Rang natürlich behalten.
Um gleich noch ein weiteres Vorurteil in die Richtung aus dem Weg zu räumen:
Auch Kater sind keine Einzelgänger. Natürlich sind sie Rivalen wenn es um Weibchen geht, aber im allgemeinen ist die Rangordnung in der Hinsicht doch sehr zuverlässig. Katerfreundschaften gibt es also auch im Freien zu genügen.
Ich kenne zB einen Hof, wo um die sieben Kater friedlich zusammen leben.
Die Kastration macht ein Zusammenleben von Katzen natürlich in jeder Hinsicht einfacher, weil die meisten "Streitpunkte" damit aus dem Weg geräumt werden.
Sorry, dass das jetzt ein wenig sehr lang geworden ist.
LG
by blackcat