Dazu muss ich jetzt auch mal etwas sagen. Ich schliesse mich euch an, dass die MEISTEN Zoohandlungen wirklich schlecht sind, doch ich habe auch mal in einer gearbeitet. Wir waren zwar nicht perfekt, doch im Gegensatz zu vielen anderen hatten es unsere Tiere wirklich "gut".
1. zoohanldungen haben kein geld um kranke tiere vom TA behandeln zu lassen, sie werden entweder krank verkauft (weil man es nicht sieht oder der mitarbeiter keine ahnung davon hat) oder wenn es zu offensichtlich ist, werden kleintiere als schlangenfutter verfüttert.
sind die tiere zu krank werden sie lebendig in mülltonnen entsorgt oder an die wand geklatscht, andere tiere sterben einfach.
Wenn unsere Tiere krank waren, gingen wir mit ihnen zum TA. Egal ob jetzt ein Kaninchen aus irgendwelchen Gründen auch immer zu dünn war, die Ratten Schnupfen hatten oder der Welli ein entzündetes Auge. Wir haben weder Tiere verfüttert, noch sterben lassen und schon garnicht einfach weggeschmissen. Sie wurden solange behandelt, bis sie wieder gesund waren. Alle unsere Kaninchen und Meerschweinchen Böcke wurden kastriert und möglichst paarweise (also ein Männchen und mindestens ein Weibchen) abgegeben, da dies die beste Konstellation ist.
2. eine zoohandlung hat nicht die möglichkeit auf die bedürfnisse der tiere einzugehen aus platz und geldmangel.
hamster können nicht einzeln gehalten werden, kaninchen können keine 2 qm pro tier geboten werden, vögel haben zu wenig platz werden mit anderen vögeln die sich meißt nicht vertragen eingepfercht.
reptilien und andere empfindliche tiere werden falsch gehalten (zu warm, zu kalt, falsches wasser, falsche luftfeuchtigkeit usw usf.) es fehlt die zeit dass man auf so viele verschiedene tiere artgerecht eingehen kann und der platz und vorallem das geld.
Hamster haben wir einzeln gehalten, sowie soziale Tiere mindestens zu zweit und auch NUR SO abgegeben. Die Terrariengrösse bei den Nagern betrug immer 100x40cm, oder 80x50cm, Vögel wurden in Volieren gehalten, genauso wie die Ratten auch. Unsere Tiere bekamen jeden Tag zweimal frisches Gemüse und Obst, Kräuter und auf die jeweilige Tierart angepasstes Trockenfutter sowie Eiweiss. Nins und Meerschweinchen wurden strikt getreidefrei ernährt. Wollte jemand bei uns ein Tier kaufen und hatte beispielsweise ein zu kleines Terrarium, wollte ein soziallebendes Tier einzeln halten usw., so verkauften wir ihm dieses Tier auch nicht. Wir durften und wollten das nicht. Erstens wurden wir auch regelmässig vom Veterinäramt überprüft, und zweitens hätte uns unsere Chefin bestimmt den Hals abgedreht, wenn wir Tiere in schlechte Haltung verkauft hätten. Natürlich konnten wir die Tiere nicht genauso halten wie der zukünftige Halter, denn wir hatten Verkaufsnormen bei den Gehegen, die im Vergleich zu anderen Geschäften aber wiederum ziemlich grosszügig waren.
3. es gibt keine ausbildung für jemanden der in einer zoohandlung arbeitet, diese leute die dort arbeiten sind meisst tierlieb, aber haben von tuten und blasen keine ahnung, sie können weder geschlechter unterscheiden noch artgerechte fütterung empfehlen.
Ich weiss ja nicht, wie das in Deutschland ist, aber bei uns gibt es die Ausbildung zur Detailhandelsfachfrau/mann mit dem Schwerpunkt Tiere, d.h. man musste regelmässig Kurse und Schulen besuchen, wo man alles über die artgerechte Haltung, Ernährung, Krankheiten usw. lernen musste und dies dann auch geprüft wurde.
4. zoohandlungen wollen geld machen desshalb verkaufen sie den größten mist (trockenfutter, knabberstangen und sonstiges buntes zeug)
Verkauften wir zwar, doch machten die Kunden auch darauf aufmerksam, was für das Tier gesund ist und was nicht...alles konnten wir nun auch nicht beeinflussen
5. die tiere aus zoohandlungen stammen alle entweder, und das sind fast alle, aus großen zuchtfarmen, dort wird vermehrt was das zeug hält, es gibt innzucht und die tiere werden unter katastrophalen bedingungen gehalten, und auch transportiert. weiß der mitarbeiter das geschlecht nicht zu unterscheiden, nimmt das chaos einen schrecklichen kreislauf, man bedenke nur die inzucht.
der andere, kleinere teil, kommt aus kinderzimmervermehrungen und von möchtegern züchtern die ihre tiere nicht los bekommen.
Die Tiere wurden natürlich nach Geschlechtern getrennt gehalten und auch nur so verkauft. Tiere aus "Privatzuchten" nahmen wir generell nicht an (Inzucht, Krankheiten usw.). Wir hatten unsere Züchter (Nins und Schweinchen aus Aussenhaltung, meistens konnten wir sie dann auch wieder nach draussen weggeben oder zumindest in Innenhaltung mit permanent Auslauf).
reptilien sind meisst wildfänge, das heisst sie werden in der natur eingefangen, durch die halbe welt gekarrt und landen dann in einer zoohandlung.
kann ich nicht beurteilen, da wir nie welche hatten. Fische waren alles Nachzuchten.
6. das wasser bei den fischen ist nicht in verschiedene becken aufgeteilt, im hintergrund läuft eine riesige anlage, die das wasser von einem becken in das andere pumpt, was passiert wenn in einem becken eine krankheit ausbricht kann sich jeder ausmalen.
War nicht so, wir hatten in jedem Becken einen seperaten Filter
das sind nur die wesentlichen grüne, warum man jede zoohandlung meiden sollte.
und diese argumente treffen auf ausnahmslos JEDE zoohandlung zu, allein schon desshalb weil das geld fehlt, man müsste die tiere doppelt so teuer verkaufen wenn man sie zb behandlen lassen würde, und das könnte der laden nicht tragen da dann niemand mehr was kauft.
Die Preise für ein Tier in der CH sind wesentlich höher als in DE. Wenn ich mich recht erinnere, kostete ein Kaninchenpaar umgerechnet 130Euro. ich würde das Argument also nicht auf jede Zoohandlung beziehen, sondern auf 99% aller Zoohandlungen. Es gibt durchaus auch gute unter den vielen schwarzen Schafen.