- Schäferhundbesitzer wie macht Ihr das? Beitrag #21
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Hallo Gela,
Trollmama und Just4Fun haben Dir ja schon viele Fragen gestellt und gute Ratschläge gegeben.
Zunächst ein Buchtipp: In "Das Aggressionsverhalten des Hundes" beschreibt James O’Heare ausführlich, was Aggression ist und was man dagegen tun kann.
Ich habe auch ein paar Fragen:
Gegen wen ist Max dominant? Wie äußert sich das? Wie zeigt ihr ihm, dass er „das letzte Glied in der Kette ist“?
Zunächst ist es wichtig, dass Max lernt, dass nicht er darüber entscheidet, wer aufs Grundstück kommt. Das lernt er nicht, wenn Ihr in wegsperrt.
Lade ein paar Freunde und Bekannte als Versuchskaninchen ein. Stelle seine Lieblingsleckerchen bereit und lass die Leute klingeln. Dann gehst Du mit Max zum Tor/Tür und lässt ihn sitzen oder liegen. Wenn er ruhig bleibt, bekommt er ein Leckerchen. Dann – wichtig: Der „Besuch“ geht wieder. Und klingelt gleich darauf wieder. Der Ablauf startet von vorne. Das solltest Du ziemlich oft hintereinander üben, am Besten mehrmals täglich und mit verschiedenen „Besuchern“. Lass ihn so sein Fressen "verdienen".
Wenn Max sich am Anfang sehr aufregt, nimmst Du ihn an die Leine und bindest ihn so an, dass er das Tor im Auge hat, aber dem Besuch nicht zu nahe kommt. Der weitere Ablauf ist wie oben.
Ziel der Übung ist, dass er Besucher toll findet oder dass er zumindest seinen Impuls (Bellen, Anspringen, Schnappen) unter Kontrolle bringt (gute Trainingsanleitung zur Impulskontrolle gibt’s im Buch „Antijagdtraining“ von Pia Gröning).
Wie meinst Du, das er hat sich „gefestigt“? Offenbar hat er gelernt, dass er rumpöbeln (anspringen, schnappen, derb mit anderen Hunden spielen) darf! Oder meinst Du, dass sich sein schlechtes Benehmen gefestigt hat?
Was genau sind das für Unterordnungsübungen?
Wenn Du es mit Bachblüten versuchen willst, „besorg“ Dir die nicht einfach, sondern geh zu einem Therapeuten, der die Mischung individuell für Max zusammenstellt.
Ob er selbstbewusst ist oder nicht, kann man aus der Ferne natürlich nicht beurteilen. Doch Selbstbewusstsein hin oder her – er pöbelt und schnappt nach Menschen. Natürlich gehört Revier- oder Ressourcenverteidigung zu normalem Hundeverhalten. Lernfähigkeit aber auch und Hunde können bzw. müssen lernen, dass der Menschen entscheidt, wer wann wo geht oder steht, und das hund da nicht zu schnappen, oder gar zu beißen hat. Und auch, dass man beim Spielen nicht „derb“ wird. Letzteres geht z.B. ganz leicht, indem man den Hund aus dem Spiel holt, wenn er zu grob wird! Der Hund lernt: entweder spiele ich gesittet, oder gar nicht!
Das Problem ist, das dieser Radius evt. nicht gleich bleibt. Wenn er größer wird, wird Max immer früher auf näher Kommende reagieren. Hier solltet ihr auch ganz schnell gegen an trainieren!
[quote=Gela]…Wir sind auf einem Schäferhundeplatz und da hat man Max in allem getestet...[/quote]
Ich habe keine Erfahrung mit Schäferhundeplätzen – was und wie testet man denn da genau?
Ja, also bei der Vorgeschichte ist dann aber wahrscheinlich tatsächlich seine Sozialisation ehr suboptimal verlaufen – wenn ein junger Hund so schwache Muskulatur hat, dass er nicht mal richtig laufen kann, kann er ja praktisch nichts von der Welt gesehen haben.
Davon ausgehend würde ich denken, dass sein Verhalten ehr auf Unsicherheit beruht (Angriff ist die beste Verteidigung). Noch ein paar Buchtipps: „Calming Signals“ von Turid Rugaas. Hier werden die verschiedenen Körpersignale von Hunden beschrieben, die Hunde untereinander zur Kommunikation einsetzen. Es geht nicht darum, dass man selber diese Signale einsetzt, sondern darum, den Hund besser lesen zu können.
„Dominanz“ von Barry Eaton / Warum die typischen „Dominanz-Regeln“ oft am jeweiligen Problemverhalten des Hundes vorbeigehen.
„Positiv bestärken - sanft erziehen“ Karen Pryor
Wie ein Hund warum was lernt und wie mensch hund auf den richtigen Weg bringt.
Du hast Recht, Max ist bestimmt eine Herausforderung, aber ihr liebt ihn ja. Also werdet ihr auch versuchen in bestmöglich zu erziehen, sodass er zukünftig mit seiner Umwelt besser klar kommt. Allerdings glaube ich wirklich, dass ihr mit den Ratschlägen von eurem Hundeplatz in die falsche Richtung marschiert.
Liebe Grüße
Martina
Trollmama und Just4Fun haben Dir ja schon viele Fragen gestellt und gute Ratschläge gegeben.
Zunächst ein Buchtipp: In "Das Aggressionsverhalten des Hundes" beschreibt James O’Heare ausführlich, was Aggression ist und was man dagegen tun kann.
Ich habe auch ein paar Fragen:
Gegen wen ist Max dominant? Wie äußert sich das? Wie zeigt ihr ihm, dass er „das letzte Glied in der Kette ist“?
Zunächst ist es wichtig, dass Max lernt, dass nicht er darüber entscheidet, wer aufs Grundstück kommt. Das lernt er nicht, wenn Ihr in wegsperrt.
Lade ein paar Freunde und Bekannte als Versuchskaninchen ein. Stelle seine Lieblingsleckerchen bereit und lass die Leute klingeln. Dann gehst Du mit Max zum Tor/Tür und lässt ihn sitzen oder liegen. Wenn er ruhig bleibt, bekommt er ein Leckerchen. Dann – wichtig: Der „Besuch“ geht wieder. Und klingelt gleich darauf wieder. Der Ablauf startet von vorne. Das solltest Du ziemlich oft hintereinander üben, am Besten mehrmals täglich und mit verschiedenen „Besuchern“. Lass ihn so sein Fressen "verdienen".
Wenn Max sich am Anfang sehr aufregt, nimmst Du ihn an die Leine und bindest ihn so an, dass er das Tor im Auge hat, aber dem Besuch nicht zu nahe kommt. Der weitere Ablauf ist wie oben.
Ziel der Übung ist, dass er Besucher toll findet oder dass er zumindest seinen Impuls (Bellen, Anspringen, Schnappen) unter Kontrolle bringt (gute Trainingsanleitung zur Impulskontrolle gibt’s im Buch „Antijagdtraining“ von Pia Gröning).
Max ist ja 1Jahr bei uns er hat sich sehr gefestigt. Am Anfang konnte man die Leute rein lassen nun ist das sein Revier unten im Hof, Garten und da er schon den Schwiegersohn mal hart angesprungen ist- - sind wir vorsichtig geworden.Fakt ist Max ist sich seiner Stärke bewußt und die Unterordnung Übung muß ständig mit ihm gemacht werden... Ja aber es darf eben keiner neben mich oder meinem Mann treten ja der wird betroht und dies geht so nicht,also nun muß ich mal sehen wo ich die Bachblühten bekomme.
Wie meinst Du, das er hat sich „gefestigt“? Offenbar hat er gelernt, dass er rumpöbeln (anspringen, schnappen, derb mit anderen Hunden spielen) darf! Oder meinst Du, dass sich sein schlechtes Benehmen gefestigt hat?
Was genau sind das für Unterordnungsübungen?
Wenn Du es mit Bachblüten versuchen willst, „besorg“ Dir die nicht einfach, sondern geh zu einem Therapeuten, der die Mischung individuell für Max zusammenstellt.
Schnappt er nach Dir, oder der fremden Person?…und wir sind auf dem Hundeplatz dort ist man begeistert von dem selbstbewußten Kerl- - aber man muß immer mit Max arbeiten.Unterordnung- - Fuß - - Platz - - Bleib klappt.Nur sagte uns der Hundetrainer der selbst einen Schäferhund hat,das er seinen Hund auch auf dem Grundstück frei laufen läßt,da könnte auch keiner rein und das Verhalten wäre normal.Er sperrt den Hund dann in den Zwinger und dies machen wir auch. Wenn jemand neben mich tritt und ich streichele gerade den Max zack schnappt Max zu, so schnell kann man da garnicht reagieren.Nur wenn er richtig beißen tät, na das ginge böse aus und dies wollen wir vermeiden.
Ob er selbstbewusst ist oder nicht, kann man aus der Ferne natürlich nicht beurteilen. Doch Selbstbewusstsein hin oder her – er pöbelt und schnappt nach Menschen. Natürlich gehört Revier- oder Ressourcenverteidigung zu normalem Hundeverhalten. Lernfähigkeit aber auch und Hunde können bzw. müssen lernen, dass der Menschen entscheidt, wer wann wo geht oder steht, und das hund da nicht zu schnappen, oder gar zu beißen hat. Und auch, dass man beim Spielen nicht „derb“ wird. Letzteres geht z.B. ganz leicht, indem man den Hund aus dem Spiel holt, wenn er zu grob wird! Der Hund lernt: entweder spiele ich gesittet, oder gar nicht!
Den Hund auf den Rücken legen wird sicher nicht klappen. Ganz abgesehen, davon, dass Du das gar nicht schaffst, erzeugt Druck nur Gegendruck. Max bleibt offenbar „friedlich“ solange die Menschen nicht in seinen Individualbereich eindringen. Wie dicht können Leute an Euch ran kommen, ohne dass er reagiert?Max aber bei so ein Vorfall einfach auf den Rücken zu legen na das klappt nie, da Max sehr groß ist und sich dies nicht gefallen ließ. Wir arbeiten die ganze Zeit schon mit dem Maulkob seit dem Herbst und das klappt wunderbar. Max ist draußen an der Leine friedlich,da können Kinder mit den Fahrrad fahren,Leute an uns vorbei gehen da macht er nichts auch wenn wir Wandergruppen im Wald treffen macht Max Platz und alle erfreuen sich über den großen Kerl- - nur zu nahe darf uns keiner kommen,aber da wird selbst die Huskyhündin schlecht....
Das Problem ist, das dieser Radius evt. nicht gleich bleibt. Wenn er größer wird, wird Max immer früher auf näher Kommende reagieren. Hier solltet ihr auch ganz schnell gegen an trainieren!
Das Problem ist nicht was „Max sich erlaubt“ – es geht darum, was ihr ihm erlaubt!Nein der Hundeplatz ist in Ordnung und stolz oder für richtig finden wir es nicht,was da sich Max erlaubt...
Ich glaube nicht, dass „vor nichts Angst haben“ mit Souveränität gleichzusetzen ist. Ein Hund kann „völlig klar im Kopf“ und selbstsicher und trotzdem (oder vielleicht gerade dann) gefährlich aggressiv sein. Daher sind diese Charakteristika wenig aussagefähig. So wie Du Max beschreibst, hört er sich für mich wie eine tickende Zeitbombe an. Irgendwann wird aus dem Schnappen ein Beißen. An Deiner Stelle würde ich mir professionelle Hilfe von jemandem holen, der nicht das Problem verniedlicht, es als „normal“ abstempelt, oder Dir nur rät, den Hund wegzusperren, denn er zeigt ja auch ausserhalb des Grundstücks Aggressionsverhalten.Max ist getestet worden und man sagte uns das es noch wenig solcher Hunde gibt,die einfach vor nichts Angst haben... Wir haben uns selbst mit einem Polizeihundetrainer in Verbindung gesetzt und der findet Max klar im Kopf man hätte gern den Max gehabt...
[quote=Gela]…Wir sind auf einem Schäferhundeplatz und da hat man Max in allem getestet...[/quote]
Ich habe keine Erfahrung mit Schäferhundeplätzen – was und wie testet man denn da genau?
Vorgeschichte vom Max wissen wir,ein junges Paar wollte mal einen großen Hunde haben- - hatten keine Hundeerfahrung gehabt und sie bekamen ein Baby.Sie hatten weder das Geld für Futter noch Geld für einen Tierarzt und man hatte einen Zwinger gekauft- - auf Abzahlung- - und da verbrachte Max seine Zeit.Max kannte weder einen Hundeplatz noch je ein Gassi gehen seine Hinterpfoten hatten die erste Zeit Schwierigkeiten richtig zu laufen…
Ja, also bei der Vorgeschichte ist dann aber wahrscheinlich tatsächlich seine Sozialisation ehr suboptimal verlaufen – wenn ein junger Hund so schwache Muskulatur hat, dass er nicht mal richtig laufen kann, kann er ja praktisch nichts von der Welt gesehen haben.
Davon ausgehend würde ich denken, dass sein Verhalten ehr auf Unsicherheit beruht (Angriff ist die beste Verteidigung). Noch ein paar Buchtipps: „Calming Signals“ von Turid Rugaas. Hier werden die verschiedenen Körpersignale von Hunden beschrieben, die Hunde untereinander zur Kommunikation einsetzen. Es geht nicht darum, dass man selber diese Signale einsetzt, sondern darum, den Hund besser lesen zu können.
„Dominanz“ von Barry Eaton / Warum die typischen „Dominanz-Regeln“ oft am jeweiligen Problemverhalten des Hundes vorbeigehen.
„Positiv bestärken - sanft erziehen“ Karen Pryor
Wie ein Hund warum was lernt und wie mensch hund auf den richtigen Weg bringt.
Du hast Recht, Max ist bestimmt eine Herausforderung, aber ihr liebt ihn ja. Also werdet ihr auch versuchen in bestmöglich zu erziehen, sodass er zukünftig mit seiner Umwelt besser klar kommt. Allerdings glaube ich wirklich, dass ihr mit den Ratschlägen von eurem Hundeplatz in die falsche Richtung marschiert.
Liebe Grüße
Martina