13-jähriger Rüde mit Aggressionsproblemen

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  • 13-jähriger Rüde mit Aggressionsproblemen Beitrag #1
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Sister Of Darkness

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Wie schon beschrieben habe ich seit 13 Jahren meine beiden Hunde.

Mein Rüde ist eigentlich sehr gut erzogen, sowohl damals, als auch jetzt (wieder).

Er war leider vier Jahre bei meiner Mutter, wo er morgens und abends zehn Minuten, nur an der "Knastkette", rauskam. Keinen Kontakt zu anderen Hunden, keinen Kontakt zu anderen Menschen, keine Kontakt zur Außenwelt.

Als meine Mutter gestorben ist, ist der Hund erst durch die ganze Familie gegangen, bevor er zu mir kam, da ich damals noch bei meiner Oma gelebt hab und noch nicht volljährig war. Als er dann bei mir war hat er innerhalb eines 3/4 Jahres sieben Menschen gebissen.

Das ist aber gar nicht mehr unser Problem.

Jetzt ist unser Problem, dass er noch Rüden angreift. Er beißt nicht, aber er deckelt und macht dem anderen Rüden klar, dass seine Mutter, die ich auch noch hab seine Hündin ist und andere Rüden an ihr nichts zu suchen haben. Vor kurzem hat er eine halbe Stunde einen Leonberger über den Platz gejagt, als ich ihn bestrafen wollte hat er mich angeknurrt und als die anderen Hunde aus dem Rudel zu uns kommen wollten, da wollte er mir ins Gesicht springen, kann auch sein, dass er sich nur losreißen wollte oder sonstwas, aber es sah mit Sicherheit für Außenstehende sehr gefährlich aus...

Wie kriege ich seinen Rüdenhass weg und wenn ich bestrafen muss, wie mache ich das am Besten, wenn ich mit unserem Rudel unterwegs bin. Wie gesagt, als ich ihn unterworfen hab, da wollte er mir ins Gesicht springen. Ich hab sein Zähne fletschen, knurren, bellen und Augen verdrehen jetzt nicht direkt auf mich bezogen... Es hat ihn wohl einfach nur "angekotzt", dass ich ihn unterworfen hab, wo er doch diesen blöden Leonberger jagen wollte. Ich kann aber auch nicht zulassen, dass er das ganze Rudel aufwühlt, obwohl seine Hündin an dem Tag noch nicht mal dabei war...

Vielleicht wisst ihr ja einen Tip oder habt selber so ein Rüdenproblem...

Bis dahin erstmal zwar dunkle, aber trotzdem liebe Grüße von Kathi und ihrer Rasselbande


Der Hund bleibt dir im Sturme treu, der Mensch nicht mal im Winde!!!
 
  • 13-jähriger Rüde mit Aggressionsproblemen Beitrag #2
Vielleicht solltest du mal ein Beisskorbtraining mit ihm machen. Das läuft über viel Lob und Belohnung.

Des weiteren solltest du dir mal überlegen, ob dein Hund mit 13 Jahren vielleicht schon einige Sinneseinschränkungen hat. Hören, Sehen, evtl. auch riechen.

Gruss Sophie
 
  • 13-jähriger Rüde mit Aggressionsproblemen Beitrag #3
Beißkorbtraining??? Du redest jetzt nicht von einem Maulkorb, oder??? Er beißt ja nicht, er deckelt nur. Er beißt erst, wenn er angegriffen wird und der andere Hund ihn permanent bedrängt und dann auch nicht, dass der Hund blutent am Boden liegt, sondern nur um sich zu wehren.

Und Sinneseinschrenkungen, nein, Rufus hört noch super, er sieht sofort zwischen dem ganzen Menschenrudel wo ich bin (ist auch nicht schwer, ich bin die einzige, die in komplett schwarz rumläuft) und wenn er nicht mehr so gut riechen könnte, dann wäre er nicht so mäkelig, wenn es um Leckerlies geht.

Die Aggression gegenüber anderen Rüden besteht auch nur, wenn wir stehen und auf andere Rudelmitglieder warten. Sobald wir dann loslaufen läuft er auch neben Hunden, die er einige Minuten vorher noch gedeckelt hat. Kann es sein, dass er einfach nur Langeweile hat, wenn er stehen soll? Wir hatten das auch mal mit einem anderen Rüden, der ist schon ganz alt und kann kaum noch laufen, selbst auf den ist er nach ca. 10 Minuten draufgesprungen, als ich mich mit dem Besitzer unterhalten hab.
 
  • 13-jähriger Rüde mit Aggressionsproblemen Beitrag #4
Hallo,

Zitat:

Wie gesagt, als ich ihn unterworfen hab, da wollte er mir ins Gesicht springen. Ich hab sein Zähne fletschen, knurren, bellen und Augen verdrehen jetzt nicht direkt auf mich bezogen... Es hat ihn wohl einfach nur "angekotzt", dass ich ihn unterworfen hab, wo er doch diesen blöden Leonberger jagen wollte.

Eine erzwungene Unterwerfung ist keine!
Ein unten (ob seitlich oder auf dem Rücken liegender Hund = Demutsgeste) soll eine Beisshemmung des "Gegners" auslösen.

Ein Kräftemessen mit einem erwachsenen Hund wird kaum zum gewünschten Erfolg führen, sondern eher schief gehen.

Wichtig ist eine konsequente Erziehung! Mit Kommandos, die durch positives Training erreicht und gefestigt sein sollten.
Und eine Erziehung mit Ruhe! Unter Caniden wird nicht laut gebrüllt, sondern Souveränität durch ruhiges Verhalten demonstriert, im Gegensatz zu den Primaten, wo gerne gebrüllt wird. Nicht der stärkere eine Rudels ist Alpha, sondern der souveränste.

Positive Bestärkung der gewünschten Verhaltensweisen, ignorieren der unerwünschten, Motivation durch Stimme, Verbot durch ruhige, klare, präzise Ansagen. Beobachten der Signale des Hundes.

Eine Möglichkeit wäre, den Hund umkonditionieren...sprich...andere Hunde "schön füttern".

Dein Hund hat meiner Meinung nach einen Triebstau, der zu Übersprungshandlungen führt, die sich hier in "Pöbelei" äussert, wenn er warten muss.

Ich kenne dein Problem sehr gut, da auch ich einen sehr dominanten "Platzhirsch" mein eigen nennen kann. Er hatte aber auch die Souveränität kleinere oder alte Hunde nicht für voll zu nehmen, sprich sie waren keine Konkurenz für ihn, er zeigte mit wenigen Körpersignalen, dass er der Boss ist.

Mein Hund wurde aber erstmal als Deckrüde zunehmend aggressiver gegenüber anderen, gleich"wertigen" Rüden. Als ich dann eine Tochter von ihm aus dem ersten Wurf dazu nahm, war die "K...." am dampfen.

Inzwischen ist er 10 Jahre alt und über Gehorsam und "schön füttern" habe ich schon vor Jahren erreicht, dass Ruhe ist.

Von aversiven Hilfsmitteln halte ich nicht allzu viel, denn etwas zu "unterbinden", ist etwas anderes, als zu lernen mit der Situation umzugehen.

Kleines Beispiel zur Erläuterung:

Fuß laufen:

Ein an ganz kurz gehaltener Leine laufender Hund hat nicht die Möglichkeit von sich aus Fuss zu laufen und er lernt es auch nicht. Er hat einfach nicht die Möglichkeit vorzuprellen. Lernerfolg oder auch Umerziehungserfolg gleich NUll.

Da du schreibst, dass er andere Hund nicht ernsthaft verletzt (ernsthafte Beissereien werden übrigens selten von vielen Lautäusserungen begleitet), handelt es sich bei deinem Hund um reine Kommentkämpfe (Showkämpfe).

Natürlich auch nicht angenehm, aber du kannst hier einiges tun. Konsequenz in allen Richtungen, denn du solltest der "Boss" sein.
Damit meine ich: Erwünschte Verhaltensweisen belohnen, negative Verhaltensweisen entweder ignorieren oder durch "Gebot" unterbinden.

Mein Rüde weiss ganz genau, was er darf und was nicht.

Du solltest, da er auch schon früher Menschen gebissen hat, klare Strukturen innerhalb des Mensch-Hund-Rudels aufstellen.

D.h. Nur Futter nach befolgtem Kommando, keiner "Nötigung" seitens des Hundes (z.B. stupsen = streichle mich) nachkommen, keine erhöhte Sitzposition auf Sessel, Couch usw. Nicht auf Vorlieben und Abneigungen des Hundes eingehen usw.

Evtl könnte auch eine Futterumstellung hilfreich sein.
Den Proteingehalt des Futters reduzieren. (Lt. neuester Studien in den USA fördern bzw. steigern zu hohe Eiweismengen die Aggression, Hyperaktivität, und Impulsivität).

Mache mit ihm spielerisch Unterordnungsübungen, d.h. mit Motivation durch Spiel, Futter usw. als Belohnung.

Bleibe bei Konfrontationen ruhig, schreien o. auch Strafen mit Hand oder Hilfsmittel powern den Hund nur zusätzlich an. Die Schmerzgrenze eines aggressiven Hundes ist deutlich höher und bringt daher so gut wie nie etwas.

Versuche mit Ablenkung zu arbeiten. Achte dabei aber drauf, dass der "Reiz" dem du ihm bietest grösser ist, als der Reiz herumzustänkern.

Damit meine ich:

Einem Reh nachjagen ist z.B. oft ein grösserer Reiz, als ein Leckerle, sprich bringt dem Hund mehr (Eigen)belohnung.


LG

Bettina
 
  • 13-jähriger Rüde mit Aggressionsproblemen Beitrag #5
Ich hatte gerade nicht wirklich viel Zeit das ganze zu lesen, aber ich werde es mir nachher nochmal in Ruhe durchlesen.

Es hört sich logisch an!

Ich bedanke mich erstmal!!!
 
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