Hi,
hm 15 Liter sind echt etwas wenig.
Ich wechsel, je nach Besatz hier, zwischen 40 und 70 %.
Stelle Dir im übertragenen Sinne vor, daß es mit dem Wohnungslüften bei uns gleich kommt. :mrgreen:
Perfekt wäre natürlich ein AQ, wo täglich kleine Mengen gewechselt werden, aber das ist in der Realität nur selten umzusetzen.
Früher wechselte man ganz selten, schrubbte einmal im Jahr.
Ist aber nicht richtig.
Gut ist, wenn man bei einem normalen AQ regelmäßig in kleineren Abständen Wasser wechselt.
Damit reichern sich giftige/hemmende Stoffe für Tiere und Pflanzen (!) nicht an, wichtige Spurenelente für beide werden wieder eingebracht durch das frische Wasser.
Man senkt die Keimrate und entlastet somit die Fische.
Das ist die in meinen Augen sinvollste und auch gut einschätzbare Methode ein AQ zu pflegen.
Natürlich gibt es auch noch andere Wege, aber bei z.B. Altwasser sollte man sich dann auch mit der Wasserchemie etc. gut auskennen.
Normalerweise sollte das sanfte Ausspülen eines Filters kein Problem darstellen.
Im AQ Wasser ist schonmal ein guter Tip.
Ich weiß aber, daß es unglaublich viele Möglichkeiten in der Aquaristik gibt gut oder falsch zu pflegen. :mrgreen:
Am besten ist, man hat immer einen Nitrittest zu Hause...dann kann man selber ertröpfeln ( ist echt superleicht) und kann sofort reagieren-> Wasserwechsel.
Den Test am besten im Kühlschrank aufbewahren.
Ich persönlich benutze den von JBL, aber alle anderen tun es auch.
Diese Streifentests ( 5in1 etc.) sind ungenau und eignen sich nicht, wenn man auf genaue Daten gucken muß.
Zum Verständnis ein paar Zeilen, die ich vor einiger Zeit mal woanders schrieb:
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Nitrit ( NO2):
Einer der wichtigsten Werte im Aquarium ist der Nitritwert. Er sollte daher immer mit einem Tropfentest gemessen werden und nicht nachweisbar sein.
Woher kommt Nitrit?
Durch Ausscheidungen der Fische (Ammonium, Ammoniak), Futterreste (Eiweiß) und absterbenden Pflanzen ( geringfügig) gelangen organische Verbindungen ins Wasser. Die gelösten Stoffe werden durch die so genannte Nitrifizierung abgebaut.
Dazu werden aber bestimmte Bakterien in einem Aquarium benötigt.
Bakterien der Gattung Nitrosomonas scheiden bei der Verarbeitung von Ammonium das giftige Nitrit aus. Dieses wird dann mit Hilfe der Nitrobacter zu Nitrat weiterverarbeitet.
Sind nicht genügend Nitrobacter vorhanden reichert sich das Nitrit an.
Gründe dafür können sein:
- neue, noch nicht eingefahrene Aquarien
- gestörter Bakterienhaushalt durch z.B. Medikamente
- Überlastung durch plötzliche intensive Fütterung / weiterer Besatz / tote Fische
- reinigen / erneuern des Filtermaterials
- Filterausfall/ ungeeignete Filter
Was bewirkt Nitrit?
Ganz vereinfach ausgedrückt: der Fisch erstickt innerlich, auch wenn genügend Sauerstoff im Wasser vorhanden ist. NO2 heftet sich an das Hämoglobin (rote Blutkörperchen) und blockiert somit den Platz, den normalerweise das O2 (Sauerstoff) benötigt.
Je höher die Nitritkonzentration, umso gefährlicher ist es. Niedrige Konzentrationen können ebenfalls auf Dauer schädigen, da das Tier permanent an einer Sauerstoffunterversorgung leidet. Ein Wert von 0,3 mg/l in einem mit Fischen/Wirbellosen besetzten Becken ist schon bedenklich und sollte sofort korrigiert werden!
Dies geschieht durch Wasserwechsel, denn das Gift muss aus dem Aquarium raus. Je nach Höhe des Nitritwertes können da auch bis zu 70% oder mehr Wasservolumen des Beckens erforderlich sein. Nach einer halben Stunde sollte man erneut messen und notfalls noch einmal mittels temperiertem (!) Wasserwechsel korrigieren.
Es muss aber auch unbedingt nach der Ursache gesucht werden!
Man sollte unterlassen:
- Filterreinigung
- Mulmabsaugen ( es sei denn er liegt an manchen Stellen zentimeterdick und es könnte dort faulen)
- Füttern
- über Aktivkohle filtern (diese sollte nur in Ausnahmefällen eingesetzt werden, z.B. um Medikamente nach einer Behandlung herauszufiltern. Auch dann sollte der Einsatz nur kurzfristig sein, weil die Kohle alle absorbierten Stoffe wieder ans Wasser abgibt, wenn die Kapazität ausgeschöpft ist. )
Die benötigten Bakterien sind Substratgebunden und haften auf allen Oberflächen. Daher ist ein Wasserwechsel nicht schädlich, die wenigen freitreibenden Bakterien, welche man damit entfernt sind absolut vernachlässigbar. Mulm aus einem eingefahrenen Aquarium ist sehr hilfreich, doch man sollte sich vergewissern, das in diesem Becken keine Krankheitserreger/ Planarien (oder ähnliches) sind.
Wenn ein Aquarium neu eingerichtet wird, dann sollte man also abwarten , bis sich ausreichend Bakterien gebildet haben. Man kann alle zwei Tage eine winzige Prise Flockenfutter ins AQ geben, um die Bakterien anzufüttern. Mittels Tropfentests und täglichen Messungen kann man dann ein ansteigen und auch wieder abfallen der Werte ermitteln. Dies war dann der so genannte Nitritpeak.
Der Nitritpeak erfolgt meist in einem Zeitraum von 1- 4 Wochen und sollte auf jeden Fall abgewartet werden, bevor man ein Aquarium mit Fischen / Wirbellosen besetzt !
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Du siehst, die Bakterien sitzen nicht nur im Filter sondern auch auf Steinen, Pflanzen, im Kies, Mulm etc.
Je nachdem, wie Dein Aquarium nun eingerichtet ist, ob mit Kies/Sand, vielen Pflanzen, Steinen, Mulm ist es in der Lage auch z.B. den Ausfall eines Filters zu verkraften.
Hält man sein Aquarium sehr "reinlich", also schrubbt ständig Steine, kocht Wurzeln ab, hat kaum Pflanzen, saugt permanent jeden Fitzelchen Mulm weg (oder wühlt ständig mit ner Mulmglocke im Boden) kann der Filter manchmal der einzige nitritabbauende Plätzchen sein.
Man sollte ein Aq also immer so betrachten, wie man auch die Natur betrachtet.
Ein sauber gefegter und gewischter Waldboden käme uns doch such vollkommen un-normal vor, gelle?
Also darf auch im Aquarium "Dreck" liegen...darin befinden sich wiederum wichtige Bakterien, oder auch Nährstoffe für die Pflanzen.
Das Wasser sollte immer schön "sauber" sein.
In Deinem Fall hole Dir mal noch nen NO2 Test, damit Du das AQ momentan wenigstens bei diesem Wert im Auge behalten kannst/ bzw. nach der Filterreinigung und Medikamention prüfen kannst.
Wenn dann die Fische wieder "stehen", kann man sich an den nächsten Punkt ranwagen.
Der Besatz.
Ich weiß, vieles ist verwirrend, vor allem, wenn man es zum ersten Mal liest.
Bitte frage nach... wir haben alle mal mit nem Fragezeichen im Kopf angefangen. :lol:
Und manches verstehe ich selbst nach über 10 Jahren nicht.
LG Botia