- Verhalten bei Beißerei Beitrag #1
Blacky
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Hallo zusammen,
ich erhielt vor kurzem eine Mail.
In dieser Mail geht es um das menschliche Verhalten bei Rangeleien/Beißereien...
Ich setz die Mail einfach mal rein. - Ich würde mich freuen wenn ihr was dazu schreiben könntet!
Ich persönlich finde das was dort steht ganz in Ordnung. Allerdings wird die größte Schwierigkeit sein, mit dem anderen Besitzer in Einklang zu kommen!
-----------------------------------
Hallo,
nicht eingreifen fällt schwer...
Hundekämpfe sind ein Albtraum für die meisten
Hundehalter. Mit Recht. Unser Beschützerinstinkt kann uns
verleiten, selber in den Kampf einzugreifen, weil wir
unseren Hund vor Verletzungen bewahren wollen. Es braucht
viel Überwindung, nicht einzugreifen, aber menschliches
Eingreifen und Ablenken eines der Hunde kann den Anlaß zur
Zuspitzung der Lage geben. Leider sind die Hundebesitzer
allzu oft Katalysatoren, die die Eskalation noch
beschleunigen. Sie entwickeln in einer Konfliktsituation
zwischen Hunden so viel Streß, daß sie alles andere als
souverän sind und erhöhen durch ihr Einwirken in aller
Regel die Spannung - wenn nicht akut in dieser Situation,
so doch evtl. dauerhaft in Bezug auf zukünftige
Hundebegegnungen. Denn es kann sein, daß der Hund
stärkere Aggressionen gegen bestimmte Artgenossen
entwickelt, weil er deren Anwesenheit mit dem durch seinen
Hundeführer erzeugten Streß koppelt. Also: Nicht auf die
Hunde zugehen und nicht herumschreien, weder mit den
Hunden, noch mit dem anderen Hundebesitzer! Außerdem
verhindert das Eingreifen auch, daß Hunde einen Konflikt
tatsächlich beenden. Er kann dann bei jeder Begegnung
wieder ausbrechen und es können sich schnell regelrechte
Feindschaften entwickeln.
Bei sehr statusbewußten Hunden kann es auch schon mal
sein, daß der Gegner durch Nackenschütteln gemaßregelt
wird. Solche Hunde erwarten Respekt und auch wenn sie
gegenüber Provokationen eher langmütig reagieren, platzt
ihnen manchmal dann doch der Kragen - sie schütteln, ohne
durchzubeißen und sind danach gleich wieder ruhig,
während der Geschüttelte die Flucht ergreift. Diese
Maßregelung zeigen bei manchen Rassen, die sich allgemein
durch grobes Spielverhalten auszeichnen, übrigens auch die
Mütter gegenüber ihren Welpen. Beißschütteln ist also
nicht immer mit einer Tötungsabsicht aus dem
Beuteverhalten gleichzusetzen, wie manchmal behauptet wird.
Die Situation kann sich jedoch auch so entwickeln, daß
eine harmlose Rauferei in eine ernsthafte Beißerei
ausartet und der erfahrene Hundehalter erkennt, daß es nun
hart auf hart geht, vor allem, wenn David und Goliath
aneinander geraten. Da in einem Ernstkampf in der Regel
keine Beschwichtigungsgesten akzeptiert werden, endet das
meist übel für einen der Beteiligten. Dann wird der
Hundebesitzer nicht untätig daneben stehen und zuschauen,
wie einer der Hunde unter die Räder kommt. Er begibt sich
ohne zu Überlegen selber in Gefahr.
Wenn es bei einer Hundebegegnung leise und wirklich
erbittert zugeht, ist Gefahr im Anmarsch. Sollte sich -
meist eher aus Versehen - aus der Hitze des Gefechts ein
ernsthafter Beschädigungskampf entwickeln, beißen beide
Gegner abwechselnd oder gleichzeitig fest zu und versuchen,
in verletzbare Körperteile wie Hals und Bauch zu beißen
und den anderen möglichst stark zu verletzen. Hierbei
fehlen alle drohenden und imponierenden Gebärden. Der
Ernstkampf passiert meist blitzschnell und lautlos. Er wird
niemals durch beschwichtigendes Verhalten des Verlierers
beendet. Nur durch Flucht oder intensive Verteidigung kann
er sich den Verfolgungen des Siegers entziehen. Kommt es zu
keiner Entscheidung, beendet erst beidseitige Erschöpfung
den Kampf.
In diesem Fall kann man natürlich nicht einfach
weitergehen und so tun, als ob man nichts damit zu tun
hätte. Der Ernstkampf kann für ein Tier schlecht ausgehen
und wirklich gefährlich werden. Im echten aggressiven Kampf
sind alle Hunde, ob Rüde oder Hündin, völlig blind, taub,
witterungslos und schmerzunempfindlich. In Rage sind sie wie
in einem Rausch und beißen wie Krokodile nach allem, was
ihnen vor die Zähne kommt. Also vorsichtig - nicht
dazwischen fassen. Und bleiben Sie ruhig, um den Kampf
nicht noch durch Ihr Geschrei anzuheizen.
Falsch ist es auf jeden Fall, wenn einer der Hundehalter
versucht, seinen Hund am Halsband zu packen. Das ist mit
das schlimmste, was man in der Situation machen kann, denn
dann eskaliert die Rauferei sofort. Greifen Sie nie in das
kämpfende Knäuel! Schon eine einfache Berührung am Hals
kann den Hund in einer solchen Situation noch aggressiver
machen. Wird er dann auch noch festgehalten, ist er in
seiner Bewegungsfreiheit stark eingeschränkt, was in
dieser Situation die Aggression noch mehr fördert, denn
dadurch ist er dem Gegner wehrlos ausgeliefert. Dazu kommt
der Vertrauensbruch, da der eigene Rudelführer ihm in "den
Rücken gefallen" ist. Auch wird meist der fremde Hund durch
dieses Festhalten zu einem Angriff regelrecht eingeladen, er
nutzt natürlich jede sich bietende Chance. Hat die
Beißerei erst einmal angefangen, sollte man Ruhe bewahren!
Jetzt ist alles Rufen und Schreien völlig nutzlos und wirkt
eher noch anstachelnd. Der Hund hätte nur den Eindruck
"Frauchen knurrt und bellt mit."
Trotzdem sollten beide Hundebesitzer sofort alles daran
setzen, die Kampfhähne zu trennen. Und zwar gemeinsam und
in direkter Absprache miteinander. Dabei sollten die
Hundehalter sich ihren Hund in einer "konzertierten Aktion"
greifen: beide Halter packen ihren Hund an den Hinterläufen
(über den Pfoten), nehmen ihn beide gleichzeitig auf
Kommando hoch und schieben ihn erst nach vorne (der
Überraschungseffekt läßt sie kurz die Kiefer öffnen)
und ziehen ihn dann zurück, bis sie mindestens zwei Meter
voneinander entfernt sind. Diese Schubkarrenstellung bringt
sie schnell wieder zur Vernunft, da sie auf diese Weise
ziemlich hilflos sind. Diese Methode klappt zwar recht gut,
ist aber nur durchführbar, wenn beide Menschen gleich
schnell und gut reagieren - und das ist im Kampfgetümmel
wirklich nicht einfach, gerade bei großen Hunden! Notfalls
kann man die Hunde auch am Schwanzansatz packen. Falls
vorhanden, kann man auch einen Eimer Wasser über die
Raufbolde schütten oder eine Decke/Jacke über jeden der
Hunde werfen und den Moment des Erschreckens ausnutzen,
indem sich jeder schnell seinen Hund schnappt. Oder man
geht mit einem Stück Holz dazwischen. Hat sich einer der
Hunde festgebissen, kann man evtl. versuchen, sein Maul mit
Hilfe eines Stockes aufzuhebeln während der andere
Hundebesitzer seinen Hund schnell wegzieht, damit dieser
nicht nachsetzen kann. Notfalls kann man auch das Halsband
so lange verdrehen, bis dem Hund die Luft wegbleibt. Ist
man allein, ist Pfefferspray die einzige Möglichkeit, die
Hunde zu trennen. Wichtig ist es, die Kontrahenten nach dem
Trennen sofort umzudrehen, um ihren gegenseitigen
Blickkontakt zu verhindern und sie mehrere Minuten auf den
Boden zu drücken, da sie sonst aufgrund ihres
Erregungszustandes sofort wieder aufeinander losgehen
würden.
Nach dem Kampf wird jeder Hund sofort weggeführt und evtl.
irgendwo sicher angebunden. Schenken Sie Ihrem "Recken" so
wenig Aufmerksamkeit wie möglich! In der Regel sind die
Blessuren nicht so schlimm, als daß man sie sofort und
augenblicklich untersuchen müßte. Machen Sie Ihrem Hund
unmißverständlich klar, daß Sie seine Aggressivität
mißbilligen! Verbieten Sie ihm, daß er den anderen Hund
weiterhin anstarrt. Lassen sie ihn Platz machen und
ignorieren Sie ihn wenigstens einen Moment. Erst nach einer
"Bedenkzeit", in der Sie sich um die gegnerische Partei
kümmern können, sollten Sie Ihren eigenen Hund auf
Verletzungen untersuchen. Dabei darf der Hund niemals
getröstet oder beruhigt und schon gar nicht auf den Arm
genommen werden, denn der Hund kann alle diese Reaktionen
als Bestärkung, also Lob für sein aggressives Verhalten
mißverstehen! Diese ganz normalen menschlichen Reaktionen
bewirken alle eine Verschlechterung des Verhaltens, führen
also immer tiefer in einen Teufelskreis der Aggression.
Wenn möglich, tupft man die Wunden aus, um sich ein Bild
von den Verletzungen zu machen. Unbedingt sollte man nach
der Adresse und Telefonnummer des anderen Hundebesitzers
fragen, nötigenfalls auch dessen Autonummer notieren. Hat
der eigene Hund begonnen, dann gebietet es der Anstand
anderntags anzurufen, um sich über den Gesundheitszustand
des anderen Hundes zu erkundigen. Man sollte abklären, bei
welchem Tierarzt der Hund behandelt worden ist und ob eine
Haftpflicht- oder Unfallversicherung für den Hund besteht.
Schließlich und endlich: Die Hunde haben sich gebissen,
nicht die Menschen! Fangen Sie keine Diskussionen über das
Wie und Warum an ("Ihrer hat aber angefangen!"), das schafft
nur noch mehr Aufregung und Verdruß. Flüchten Sie nicht in
Ausreden und versuchen Sie nicht, Ihren Hund für seinen
Angriff zu entschuldigen (Natürlich macht er nichts, hat
er das jetzt zum ersten Mal gemacht, er beißt nicht
richtig, wurde provoziert, ist eben ein Alpha-Hund, eine
starke Persönlichkeit, mag keine XY-Hunde, ist als Welpe
gebissen worden usw. usf.)! Bagatellisieren Sie auch kleine
Verletzungen nicht! Während aggressive Gesten zur normalen
Kommunikation der Hunde dazugehören, zeigen Verletzungen
immer an, daß zumindest einer der Hunde nicht ausreichend
sozial kompetent ist und daher der Lage nicht gewachsen
war. Hunde, die auf andere Hunde losgehen, sind ganz
einfach schlecht sozialisiert bzw. erzogen und nichts
anderes. Warum sie auf den anderen losgehen interessiert
niemanden. Wer das Verhalten seines Hundes rechtfertigen
muß, hat versagt!
Off-Topic
Muss ich auch bei ner Mail ne Quelle angeben?:eusa_think:
ich erhielt vor kurzem eine Mail.
In dieser Mail geht es um das menschliche Verhalten bei Rangeleien/Beißereien...
Ich setz die Mail einfach mal rein. - Ich würde mich freuen wenn ihr was dazu schreiben könntet!
Ich persönlich finde das was dort steht ganz in Ordnung. Allerdings wird die größte Schwierigkeit sein, mit dem anderen Besitzer in Einklang zu kommen!
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Hallo,
nicht eingreifen fällt schwer...
Hundekämpfe sind ein Albtraum für die meisten
Hundehalter. Mit Recht. Unser Beschützerinstinkt kann uns
verleiten, selber in den Kampf einzugreifen, weil wir
unseren Hund vor Verletzungen bewahren wollen. Es braucht
viel Überwindung, nicht einzugreifen, aber menschliches
Eingreifen und Ablenken eines der Hunde kann den Anlaß zur
Zuspitzung der Lage geben. Leider sind die Hundebesitzer
allzu oft Katalysatoren, die die Eskalation noch
beschleunigen. Sie entwickeln in einer Konfliktsituation
zwischen Hunden so viel Streß, daß sie alles andere als
souverän sind und erhöhen durch ihr Einwirken in aller
Regel die Spannung - wenn nicht akut in dieser Situation,
so doch evtl. dauerhaft in Bezug auf zukünftige
Hundebegegnungen. Denn es kann sein, daß der Hund
stärkere Aggressionen gegen bestimmte Artgenossen
entwickelt, weil er deren Anwesenheit mit dem durch seinen
Hundeführer erzeugten Streß koppelt. Also: Nicht auf die
Hunde zugehen und nicht herumschreien, weder mit den
Hunden, noch mit dem anderen Hundebesitzer! Außerdem
verhindert das Eingreifen auch, daß Hunde einen Konflikt
tatsächlich beenden. Er kann dann bei jeder Begegnung
wieder ausbrechen und es können sich schnell regelrechte
Feindschaften entwickeln.
Bei sehr statusbewußten Hunden kann es auch schon mal
sein, daß der Gegner durch Nackenschütteln gemaßregelt
wird. Solche Hunde erwarten Respekt und auch wenn sie
gegenüber Provokationen eher langmütig reagieren, platzt
ihnen manchmal dann doch der Kragen - sie schütteln, ohne
durchzubeißen und sind danach gleich wieder ruhig,
während der Geschüttelte die Flucht ergreift. Diese
Maßregelung zeigen bei manchen Rassen, die sich allgemein
durch grobes Spielverhalten auszeichnen, übrigens auch die
Mütter gegenüber ihren Welpen. Beißschütteln ist also
nicht immer mit einer Tötungsabsicht aus dem
Beuteverhalten gleichzusetzen, wie manchmal behauptet wird.
Die Situation kann sich jedoch auch so entwickeln, daß
eine harmlose Rauferei in eine ernsthafte Beißerei
ausartet und der erfahrene Hundehalter erkennt, daß es nun
hart auf hart geht, vor allem, wenn David und Goliath
aneinander geraten. Da in einem Ernstkampf in der Regel
keine Beschwichtigungsgesten akzeptiert werden, endet das
meist übel für einen der Beteiligten. Dann wird der
Hundebesitzer nicht untätig daneben stehen und zuschauen,
wie einer der Hunde unter die Räder kommt. Er begibt sich
ohne zu Überlegen selber in Gefahr.
Wenn es bei einer Hundebegegnung leise und wirklich
erbittert zugeht, ist Gefahr im Anmarsch. Sollte sich -
meist eher aus Versehen - aus der Hitze des Gefechts ein
ernsthafter Beschädigungskampf entwickeln, beißen beide
Gegner abwechselnd oder gleichzeitig fest zu und versuchen,
in verletzbare Körperteile wie Hals und Bauch zu beißen
und den anderen möglichst stark zu verletzen. Hierbei
fehlen alle drohenden und imponierenden Gebärden. Der
Ernstkampf passiert meist blitzschnell und lautlos. Er wird
niemals durch beschwichtigendes Verhalten des Verlierers
beendet. Nur durch Flucht oder intensive Verteidigung kann
er sich den Verfolgungen des Siegers entziehen. Kommt es zu
keiner Entscheidung, beendet erst beidseitige Erschöpfung
den Kampf.
In diesem Fall kann man natürlich nicht einfach
weitergehen und so tun, als ob man nichts damit zu tun
hätte. Der Ernstkampf kann für ein Tier schlecht ausgehen
und wirklich gefährlich werden. Im echten aggressiven Kampf
sind alle Hunde, ob Rüde oder Hündin, völlig blind, taub,
witterungslos und schmerzunempfindlich. In Rage sind sie wie
in einem Rausch und beißen wie Krokodile nach allem, was
ihnen vor die Zähne kommt. Also vorsichtig - nicht
dazwischen fassen. Und bleiben Sie ruhig, um den Kampf
nicht noch durch Ihr Geschrei anzuheizen.
Falsch ist es auf jeden Fall, wenn einer der Hundehalter
versucht, seinen Hund am Halsband zu packen. Das ist mit
das schlimmste, was man in der Situation machen kann, denn
dann eskaliert die Rauferei sofort. Greifen Sie nie in das
kämpfende Knäuel! Schon eine einfache Berührung am Hals
kann den Hund in einer solchen Situation noch aggressiver
machen. Wird er dann auch noch festgehalten, ist er in
seiner Bewegungsfreiheit stark eingeschränkt, was in
dieser Situation die Aggression noch mehr fördert, denn
dadurch ist er dem Gegner wehrlos ausgeliefert. Dazu kommt
der Vertrauensbruch, da der eigene Rudelführer ihm in "den
Rücken gefallen" ist. Auch wird meist der fremde Hund durch
dieses Festhalten zu einem Angriff regelrecht eingeladen, er
nutzt natürlich jede sich bietende Chance. Hat die
Beißerei erst einmal angefangen, sollte man Ruhe bewahren!
Jetzt ist alles Rufen und Schreien völlig nutzlos und wirkt
eher noch anstachelnd. Der Hund hätte nur den Eindruck
"Frauchen knurrt und bellt mit."
Trotzdem sollten beide Hundebesitzer sofort alles daran
setzen, die Kampfhähne zu trennen. Und zwar gemeinsam und
in direkter Absprache miteinander. Dabei sollten die
Hundehalter sich ihren Hund in einer "konzertierten Aktion"
greifen: beide Halter packen ihren Hund an den Hinterläufen
(über den Pfoten), nehmen ihn beide gleichzeitig auf
Kommando hoch und schieben ihn erst nach vorne (der
Überraschungseffekt läßt sie kurz die Kiefer öffnen)
und ziehen ihn dann zurück, bis sie mindestens zwei Meter
voneinander entfernt sind. Diese Schubkarrenstellung bringt
sie schnell wieder zur Vernunft, da sie auf diese Weise
ziemlich hilflos sind. Diese Methode klappt zwar recht gut,
ist aber nur durchführbar, wenn beide Menschen gleich
schnell und gut reagieren - und das ist im Kampfgetümmel
wirklich nicht einfach, gerade bei großen Hunden! Notfalls
kann man die Hunde auch am Schwanzansatz packen. Falls
vorhanden, kann man auch einen Eimer Wasser über die
Raufbolde schütten oder eine Decke/Jacke über jeden der
Hunde werfen und den Moment des Erschreckens ausnutzen,
indem sich jeder schnell seinen Hund schnappt. Oder man
geht mit einem Stück Holz dazwischen. Hat sich einer der
Hunde festgebissen, kann man evtl. versuchen, sein Maul mit
Hilfe eines Stockes aufzuhebeln während der andere
Hundebesitzer seinen Hund schnell wegzieht, damit dieser
nicht nachsetzen kann. Notfalls kann man auch das Halsband
so lange verdrehen, bis dem Hund die Luft wegbleibt. Ist
man allein, ist Pfefferspray die einzige Möglichkeit, die
Hunde zu trennen. Wichtig ist es, die Kontrahenten nach dem
Trennen sofort umzudrehen, um ihren gegenseitigen
Blickkontakt zu verhindern und sie mehrere Minuten auf den
Boden zu drücken, da sie sonst aufgrund ihres
Erregungszustandes sofort wieder aufeinander losgehen
würden.
Nach dem Kampf wird jeder Hund sofort weggeführt und evtl.
irgendwo sicher angebunden. Schenken Sie Ihrem "Recken" so
wenig Aufmerksamkeit wie möglich! In der Regel sind die
Blessuren nicht so schlimm, als daß man sie sofort und
augenblicklich untersuchen müßte. Machen Sie Ihrem Hund
unmißverständlich klar, daß Sie seine Aggressivität
mißbilligen! Verbieten Sie ihm, daß er den anderen Hund
weiterhin anstarrt. Lassen sie ihn Platz machen und
ignorieren Sie ihn wenigstens einen Moment. Erst nach einer
"Bedenkzeit", in der Sie sich um die gegnerische Partei
kümmern können, sollten Sie Ihren eigenen Hund auf
Verletzungen untersuchen. Dabei darf der Hund niemals
getröstet oder beruhigt und schon gar nicht auf den Arm
genommen werden, denn der Hund kann alle diese Reaktionen
als Bestärkung, also Lob für sein aggressives Verhalten
mißverstehen! Diese ganz normalen menschlichen Reaktionen
bewirken alle eine Verschlechterung des Verhaltens, führen
also immer tiefer in einen Teufelskreis der Aggression.
Wenn möglich, tupft man die Wunden aus, um sich ein Bild
von den Verletzungen zu machen. Unbedingt sollte man nach
der Adresse und Telefonnummer des anderen Hundebesitzers
fragen, nötigenfalls auch dessen Autonummer notieren. Hat
der eigene Hund begonnen, dann gebietet es der Anstand
anderntags anzurufen, um sich über den Gesundheitszustand
des anderen Hundes zu erkundigen. Man sollte abklären, bei
welchem Tierarzt der Hund behandelt worden ist und ob eine
Haftpflicht- oder Unfallversicherung für den Hund besteht.
Schließlich und endlich: Die Hunde haben sich gebissen,
nicht die Menschen! Fangen Sie keine Diskussionen über das
Wie und Warum an ("Ihrer hat aber angefangen!"), das schafft
nur noch mehr Aufregung und Verdruß. Flüchten Sie nicht in
Ausreden und versuchen Sie nicht, Ihren Hund für seinen
Angriff zu entschuldigen (Natürlich macht er nichts, hat
er das jetzt zum ersten Mal gemacht, er beißt nicht
richtig, wurde provoziert, ist eben ein Alpha-Hund, eine
starke Persönlichkeit, mag keine XY-Hunde, ist als Welpe
gebissen worden usw. usf.)! Bagatellisieren Sie auch kleine
Verletzungen nicht! Während aggressive Gesten zur normalen
Kommunikation der Hunde dazugehören, zeigen Verletzungen
immer an, daß zumindest einer der Hunde nicht ausreichend
sozial kompetent ist und daher der Lage nicht gewachsen
war. Hunde, die auf andere Hunde losgehen, sind ganz
einfach schlecht sozialisiert bzw. erzogen und nichts
anderes. Warum sie auf den anderen losgehen interessiert
niemanden. Wer das Verhalten seines Hundes rechtfertigen
muß, hat versagt!