Angst vor Zügelzug

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  • Angst vor Zügelzug Beitrag #1
SoylentGreen

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Hi ihr !

Schon wieder habe ich ein Problemchen ;)

Ich habe schon länger Probleme damit, das mein Pferdchen Angst vor Zügelzug hat. Wenn ich verstärkt treibe oder zu steif in der Hand bin oder im falschen Moment die Zügel annehme, zieht mein Pferd den Kopf hoch. Manchmal, wenn ich dann versuche ihn vorsichtig wieder zu stellen, weicht er dem Zügel aus. Er zieht den Kopf also noch höher und ich kann den Zügel nicht richtig annehmen.

Das ganze hat natürlich auch seine Geschichte, für die ich mir totale Vorwürfe mache. Ich hatte mal eine recht brutale Reitbeteiligung die Gerte und Zügel mehr gebrauchte als es nötig war - leider erfuhr ich davon erst recht spät, weil sie mir soetwas natürlich nicht erzählte oder zeigte, wenn ich dabei war und andere, die es sahen, sich lieber raushielten und mich erst im Nachhinein mit diesen Geschichten bombardierten.
Sie zog so stark an den Zügeln, dass mein Pferd sich bei Zügelzug im falschen Moment, heraushebelte aus der Stellung und panisch durch die Halle galoppierte. Bei weiteren Paraden durch den Zügel, riss er den Kopf noch höher und wurde noch panischer und noch schneller.

Das ganze hat sich inzwischen so entwickelt, dass er sich eben noch ab und zu aus der Stellung reißt, aber nicht durchgeht und nicht all zu panisch wird, auch wenn ich Gegendruck erzeuge, nur eben versucht er dem Zügel auszuweichen.

Ich versuche, wenn er sich aus der Stellung entzieht, die Zügel zunächst nachzugeben, um ihm zu zeigen, dass ich ihm eben nichts böses will. Für gewöhnlich pariere ich dann auch zum Schritt durch um wieder Kontrolle über ihn zu bekommen und ihn neu einzustellen, das klappt soweit auch ganz gut.
Meine neue Reitlehrerin meint aber, dass er das ganze ausnutzt. Er wüsste, dass ich dann nachgiebig werde und gönne sich einfach eine Pause. Sie meinte, ich solle gegenhalten und ihm zeigen, dass ich der Chef bin. Ich habe ihr die Geschichte für sein Verhalten erzählt und ihr auch gesagt, dass ich nicht glaube, dass er das aus reinem Eigennutzen tut, weil er einfach ein arbeitswilliger, gutmütiger Kerl ist, der mir so gut er kann Unterstützung bietet und absolut nicht gegen mich arbeiten würde, wenn er keine Angst hätte.
Ihre Begleiterin meinte, dass vielleicht ein anderes weicheres Gebiss Abhilfe schaffen könnte. Ich habe derweil ein einfach gebrochenes "normales" Gebiss. Gibt es da ein Gebiss, das vielleicht weniger Druck ausübt ?
Und: Was meint ihr ? Wie soll ich reagieren ? Soll ich Gegenarbeiten oder soll ich lieber versuchen ihn von meiner guten Absicht zu überzeugen ?
Wie kann ich lernen noch ruhiger und noch sanfter und nachgiebiger in der Hand zu sein? Ich gebe mir wirklich Mühe, aber ich glaube ich muss da nochmal ran.
Hat jemand vielleicht Erfahrung und kann mir sagen, was ich ansonsten noch tun kann ?

Liebe Grüße
 
  • Angst vor Zügelzug Beitrag #2
Huhu

Weicher iost ein doppeltgebrochenes Gebiss. Und da am besten ein Olivenkopf.

Ob du nachgeben sollst oder nicht, kann man so schlecht beurteilen. Ich kenne das, dass Pferde schnell ihre SItuation ausnutzen. Lego hat teilweise wirklich Angst, und dann wieder weiß er nur "Wenn ich jetzt so tue muss ich nicht weiter". Da ist es schwer zu unterscheiden.

Wird er denn richtig panisch wenn du die Zügel richtig aufnimmst? Oder nur locker den Kopf hoch? Kann sich dabei vielleicht mal jemand sein Mienenspiel angucken (Angst erkennt man an vielen "Gesichtszügen").

Ansonsten wie wäre es mit gebisslosem reiten? Muss nicht sein (du wirst es auch wieder hinkriegen ihn entspannt am gebiss zu reiten) aber mit dem LG-Zaum z.B. kann man wunderbare Dressur machen und ich finde sowas für Pferde die eine Abneigung (warum auch immer) gegen Gebiss haben super!

Lg
 
  • Angst vor Zügelzug Beitrag #3
ich würde die zähne durchchecken lassen. manchmal entstehen solche probleme da man zähne abschleifen muss... also das wäre grundlegendes. es kann eben durch schmerzen verursacht werden.

als weiteres käme es auch in frage dass verletzungen entstanden sind, die vom heftigen ziehen an den zügeln kommen - das würde ich entweder selbst genau anschaun, oder eben ansehen lassen.

sollte das ganze tatsächlich entstehen durch angst von früher - dann solltest du vielleicht großartiges arbeiten in diesem bereich lassen und andere hilfestellungen geben und dich eben mehr auf diese konzentrieren.

bei meinem pferd damals reichte gute "beinarbeit" und gewichtsverlagerung aus... es war aber auch eher das klassische freizeitpferd - muss also nicht bei jedem funktionieren.

es wäre natürlich auch nicht schlecht auszuprobieren ob man ohne gebiss reiten kann (wie vorgeschlagen)... macht dein pferd trotzdem das kopf-hochreißen wenn du antreibst und die zügel kürzer nimmst (was er ja spürt) dann hat das wohl tiefgründigere ängste, die die früheren "misshandlungen" ausgelöst haben... - würde ich so draus schließen...
 
  • Angst vor Zügelzug Beitrag #4
Danke für die Antworten !

Erstmal zu Fussel:
Danke, damit bestätigst du die Aussage der Begleiterin meiner Reitlehrerin, die sprach nämlich auch von diesem doppelt gebrochenen Gebiss ;) Ich werde es wohl mal ausprobieren.

Also von oben fühlt es sich panisch an, er läuft nur eben nicht mehr weg wie früher, was mich ein wenig stutzig macht. Ich kann ja mal meine Schwester gucken lassen, die kennt ihn ja gut und kann das beurteilen.

Ich bin desöfteren gebisslos geritten, nachdem ich die Reitbeteiligung los war. Ich hab so ein Hackemoore oder wie das heißt benutzt. Damit geht er superlocker und streckt sich klasse ab, ihn stört nur etwas das Geklimper. Aber ich traue mich damit nicht die Zügel anzunehmen, weil ich Angst habe, ich könnte da etwas falsch machen, weil diese Zäumung ja sehr scharf sein soll. Ich fasse dann also wirklich nur am Ende der Zügel an.

So nun zu Claire P:
Die Zähne wurden erst vor einiger Zeit gemacht und sind wieder in Topform (Zahnstein wurde entfernt und etwas geschleift). Der Zahnarzt hat da nichts auffälliges bemerkt.

Verletzungen sind, wenn es denn welche gab, nicht zu sehen. Es ist auch schon ein paar Jahre her, dass die Reitbeteiligung auf ihm saß.

Er zeigt dieses Verhaltensmuster erst, seitdem diese Frau auf ihm saß... vorher hat er das nie gemacht. Er kam zwar mit dem Kopf hoch, aber nicht so extrem und es lag da auch eher an wenig Bemuskelung und reiterlichem Können, bzw. Nichtkönnen ;)
Er zieht den Kopf auch nicht hoch, wenn ich die Zügel lang lasse.
Was meinst du mit anderen Hilfestellungen ? Kannst du da etwas konkreter werden ? Also lenken tue ich mein Pferd nicht mit den Zügeln, sondern mit Bein und Gewicht. Die Zügel benutze ich lediglich für die Anlehnung und Paraden.

Zum letzten Absatz siehe oben.
 
  • Angst vor Zügelzug Beitrag #5
Das mit den Hilfestellungen hast du schon richtig verstanden. Es gibt einige Mädels die ja gern ma zu allem Möglichem die Zügel benutzen, auch wenn sie nicht grad rumzerren.

Bei Anlehnungen und Paraden ist das ja dann ganz in Ordnung. Vielleicht braucht das Tier einfach etwas Zeit, da es vielleicht im Moment noch negative Empfindungen hat, wenn es geritten wird.
Ich weiß nicht ob es Quatsch wäre zu sagen, dass es vielleicht durch die womöglich sehr aggressive Reitweise der Frau, einen Schock mitgenommen hat. Pferde können sehr sensibel sein.
 
  • Angst vor Zügelzug Beitrag #6
Mh ja also ich möchte von mir jetzt nicht behaupten, eine klasse Reiterin zu sein, hin und wieder passiert es dann doch mal, dass ich die Zügel unabsichtlich anderweitig missbrauche, wenn ich merke, dass etwas so nicht klappt wie ich es will (z.B. wenn die wollte zu groß wird). Ich habe allerdings für vermehrten Unterricht gesorgt, werde also auch kontrolliert und bekomme auf die Finger gehauen, wenn ich sowas versuche.

Ich weiß nicht, ob Pferde eine Art Schock bekommen können, aber ich glaube schon, dass es sich tief in mein Pferd gefressen hat. Er ist einfach ein Sensibelchen und einen gravierenden Fehlen sollte man bei ihm einfach nicht machen.
 
  • Angst vor Zügelzug Beitrag #7
Pferde sind schon sehr sensibel, vielleicht hilfts was wenn du oft verbal Lobst, damit dein Pferd weiß wer da auf ihm sitzt...
 
  • Angst vor Zügelzug Beitrag #8
Ja, das versuche ich bereits... ich bin nur immer zu sehr aufs Reiten konzentriert, dass mir meist kein Lob über die Lippen kommt, sondern nur ein Lächeln ;)

Ich werd diese Woche einfach mal im Reitladen schauen und mich nach Gebissen erkundigen. Mit meiner RB rede ich auch nochmal.
Ich werd berichten, obs geholfen hat.
 
  • Angst vor Zügelzug Beitrag #9
Ratschlag

Hallo, versuch es doch mal einfach mal mit einem Hack...Das wirkt auf die Nase und wird dir bei deinem Pferd sicherlich helfen. :D
Du musst dir keine Sorgen da was falsch zu machen, das ist nicht scharf. Du übst damit nur den Druck auf die Nase aus und solltest deshalb nicht ruckartig daran ziehen oder eben zu stark. MIt einem Hack reitet man eh locker, am langen Zügel. Probier das mal aus, da wird dein Pferd noch viel besser auf Schenkel und Gewichthilfen reagieren und viel feiner werden.
gruß leni
 
  • Angst vor Zügelzug Beitrag #10
Öhm der Thread ist doch schon 3 Wochen alt, ists denn überhaupt noch aktuell?

Wie auch immer, nem Englischreiter zu sagen ne mechanische Hack wär harmlos find ich ehrlich gesagt hart am Limit. Zäumungen aus dem Westernbereich allgemein sind in englisch-gewöhnten Händen (und bei schlechten Westernreitern.) generell nicht die erste Wahl. Anlehnung damit wird jedenfalls nix werden, ausser noch grössere Probleme.

Aber zurück zu Soyli, hat sich was getan?
 
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