Hallo,
reines destilliertes Wasser ist für die Fischhaltung nicht geeignet.
Es fehlen Spurenelemente, die die Tiere brauchen.
Die meisten Gewässer, aus denen Südamerikaner kommen, also Salmler (Neons, Rote vom Rio, Glühlichtsalmler etc.), Panzerwelse, Antennenwelse, Skalare, Zwergbuntbarsche ( Schmetterlingsbuntbarsche, Diskus Apistogramma), nur um mal einige zu nennen, sind superweich.
Auch viele Asiaten wie einige Bärblinge, Fadenfische, Schmerlen kommen aus solchen Gewässern.
Letztere sind sogar fast immer Wildfänge, Zuchten konnte man also nicht über Jahrzehnte selektieren und anpassen.
Sie haben oftmals keine meßbare Kh, eine sehr niedrige Gh.
Man misst daher oft Zahlen des Leitwertes.
Dieser zeigt an wie viele Salze im Wasser enthalten sind und daraus kann man dann Rückschlüsse ziehen, aufgrund der natürlichen Zusammensetzungen.
In normalen Aquarien herrschen oftmals Werte zwischen 600-1000 µs ( Mikrosiemens)...in der Natur oftmals nur um die 10-50 µs.
Dies sind nur Beispielzahlen, ich wollte damit verdeutlichen, daß sich doch erhebliche Unterschiede aufweisen.
Hinzu kommt dann noch, daß in den Aquarien oftmals der Ph recht hoch ist, in diesen weichen Gewässern sich vielmals Werte um 6 einspielen.
Auch hohe Werte wie Nitrat oder Phosphat sind dort nur selten vorhanden, sie sind meist nicht meßbar, also gegen 0, während in so manchen Aquarien doch Werte um 100 herrschen.
Keime sind in der Natur nur wenig vorhanden, in Aquarien aber durch die kleinen wassermengen bezogen auf viel fsich extrem hoch.
Wechselt man dann nur alle Wochen, oder sogar Monate das Wasser, schwimmen die Fische quasi in ihrem eigenen Saft.
Nimmt man dies alles zusammen, bemerkt man, daß man ja doch einiges verbessern könnte. :mrgreen:
Destilliertes Wasser ist dazu geeignet.
Vor allem, wenn man Wasser nachfüllen muß aufgrund einer hohen Verdunstung.
Kippt man Leitungswasser rein, dann erhöht man Stück für Stück alle Stoffe, die man eigentlich nicht haben will bei "Weich"wasserfischen.
Denn nur das reine Wasser verdunst.
Alles andere, Kh, Gh, Nitrat, Phosphat und natürlich auch die unterschiedlichen Salze bleiben und sammeln sich immer mehr an.
Diese werden NICHT von einem Tropfen/streifentest erfasst.
Muß man also zwischen den Wasserwechseln ( am besten wöchentl. um die 1/3 , mehr darf auch sein) Wasser nachfüllen, dann sollte man auf destl. Wasser zurückgreifen.
Es sei denn, man hat superweiches Leitungswasser, lässt ab und an mal einen WW größer ausfallen.
Je nach Fischen, Aquarium und vor allem Erfahrungsgrad kann man also sehr weiches Wasser verwenden, indem man hartes leitungswasser mit weichem wasser mischt.
Ich hatte mal eine Osmoseanlage und meine Aquarien liefen super bei Kh <0,5 , Gh 1, Leitwert ~50 µs, Ph 6
Da sollte man aber wissen, was man macht.

Die meisten Lebendgebärenden z.B. mögen dies gar nicht, wollen eher hartes, alkalisches Wasser.
Auf Dauer ist das kaufen dest. Wassers recht teuer, daher besorgen sich viele eine Osmoseanlage oder einen Entsalzer.
So können sie zu Hause schönes weiches Wasser herstellen.
LG Botia
PS: sehr interessant in diesem Zusammenhang ist auch die
Osmoseregulation der Fische. Googlet mal danach.