Was ich mit dem "Beruhigen lernen" meinte ist folgendes:
Meißtens sin Welpen ja sher leicht zu einem wilden Spiel zu begeistern (oder sie begeistern sich selber dazu :mrgreen: ) - es ist aber sehr schwer (bis manchmal unmöglich), sie aus dieser Situation heraus zu beruhigen, und das wird mit dem Alter erst mal schlimmer, bis es vielleicht mit 2-3 Jahren eventuell wieder besser wird. Viele Welpenbesitzer fördern diese "Tobsucht":mrgreen: auch noch.
Beispiel:
Als ich mit meinem Riesenzwerg (Rhodesian Ridgeback) in der Welpenschule war, trudelten die Teilnehmer nach und nach ein und mußten oft noch ein wenig warten, bis die Vorgruppe fertig war.
Meiner Meinung nach eine Supergelegenheit, den Zwergen etwas Geduld beizubringen, nämlich ruhiges Warten an der Leine, bis man auf die Wiese durfte.
Kein anderer Welpenbesitzer war der gleichen Meinung und so kam es wie es kommen mußte: Verknotete Hunde!
Ich habe mich mit dem Riesenbaby 20 Meter weiter weg aufgestellt und dem Entknoten zu gesehen. Natürlich fanden die anderen mich total gemein!
Allerdings waren wir auch nie in die ausufernden Knäule "verwickelt, die sich um so heftiger aufführten jeenger sie sich schon verknäult hatten - teilweise bis zu ersten Beißerei! Muß so was sein? Ich glaube nicht!
Übrigens waren das auch die Hunde, bei denen Leinenführigkeit in Gegenwart von anderen Hunden unmöglich war und Rückruf? Was ist Rückruf?
Und warum?
Na weil sie gelernt hatten, wenn ein anderer Hund da vorne ist, darf ich da sofort hin und spielen, Leine Hin oder Her..... So schaft man sich seine späteren Probleme.
Ich finde, es ist aus mehreren Gründen extrem wichtig, seinen Welpen aus einem Spiel heraus rufen zu können, ihn etwas zu beruhigen und ihn anschließend wieder Spielen zu lassen:
- Nicht jedesmal, wenn ein Spiel unterbrochen wird ist es ganz zu Ende - also ist es auch nicht schlimm, wenn man zwischendurch mal gerufen wird - So macht man sich den Rückruf nicht kaputt!
- Ein Hund, der aus einem Spiel noch abrufbar ist, ist immer mit einem Ohr bei seinem Menschen.
- Dieser Hund ist auch von anderen Reizen von seinem Menschen leichter ablenkbar.
- Der Hund fährt sich in einem Spiel nicht so hoch, dass er unkontrollierbar ist (denn sein Mensch ruft ihn ja raus, bevor er unkontrolierbar wird!).
- Auf die Dauer lernt der Hund, sich schneller abzuregen - wenn ihn eben erst wieder zum Spielen schickt,
wenn er sich abgeregt hat. Denn in dieser Situation ist das Spielen ja die größte Ablenkung also auch die größtmögliche Belohnung, die der Hund nur erhält, wenn er sich ruhig verhält.
Versuch auch, ein Entspannungssignal einzuführen:
Wenn Dein Fellnasi kurz vor dem Einschlafen ist (z.B während Eurer Kraul- und Schmusestunde), sag leise und summend "ruuuuuuhhig" oder etwas ähnliches. Dabei weiterstreicheln und ruhig auch mehrfach wiederholen. Der Hund verknüpft dann sein entspanntes angenehmes Halbschlafgefühl mit dem Entspannungssignal.
Wenn Du in den nächsten Tagen/Wochen Deine Knuddelstunden für dieses sehr anstrengende Entspannungstraining

genutzt hast, kannst Du es auch mal versuchen, wenn der Hund noch nicht halb schläft - aber auch noch nicht wie angestochen durch die Wohnung tobt. Zum Beispiel, bevor Du die Kuschelstunde einleitest. Oeder wenn er gerade irgendwo sitzt oder er - noch wach - in seinem Körbchen liegt. Wenn er dann aussiet, als ob ihm gelich die Augen zufallen, hast Du es richtig gemacht! Wenn Du immer schön weiter übst, kannst du dieses Signal auch in angespannten Situationen einsetzen. Natürlich wird der Hund draußen, während er sich gerade aufplustert, um den bösen Lieblingsfeind anzugiften, nicht schlafend zusammenbrechen, wenn er dann "ruuuuuhig" hört - aber er wird sich ganz bestimmt etwas "entplustern" und dann hast Du die Chance, ihn elegant von dem anderen Hund abzulenken.
Vor allen Dingen darfst Du nicht genervt reagieren. Welpen sind so, das steht so in ihrer angeborenen Gebrauchsanweisung: Spiel dich Müde und wenn Du müde bist, spiel so lange weiter bist du mitten im Sprung umfällst. Mit anderen Worten, er ist zu müde um schlafen zu können.
Ganz echt: vom Auspowern für Welpen halte ich echt gar nichts. Davon lernen sie nur, dass sie sich immer höcher drehen müssen, bevor endlich Ruhe ist. Ganz schnell sind die Zwerge dann völlig überanstrengt und machen aus lauter Streß mirgendwelchen Unfug.
Die Bewegen sich schon von ganz alleine soviel wie sie es brauchen.
Meiner Meinung nach ist es viel besser, sie geistig zu fordern: geh mit ihm zu einem Clickerkurs und bring ihm viele Tricks bei. Mach mit ihm Leckerchensuchspiel und andere Schnüffelspiele. Lernt apportieren, mit einem Futterdummy. Bei all diesen Sachen, lernt Dein Hund zu lernen. Und Du hast (wenn er viele Tricks und andere Sachen kann) viele Sachen, die Du ihn machen lassen kannst, wenn ihr mal in eine brenzliche Situation geratet (z.B. kannst Du ihn blitzschnell mit einem Nasentouch an Deine Hund um Dich rumlenken, wenn ein großer fieser böser Hund Deinem ans Fell will.
Oder er kann Sitzen, während der Riesenhaufen Tour de France Aspiranten an Euch vorbei saust. Oder er kann geduldig zu Deinen Füßen liegen, während Du Im Buchladen ein neues Buch aussuchst oder mit Freunden im Cafe einen Cappuchino schlürfst.
Liebe Grüße und viel Spaß beim "ruuuuuuhig"en Training
Martina & Crispen