Eine etwas andere Tierheimfrage

Diskutiere Eine etwas andere Tierheimfrage im Hunde Haltung Forum im Bereich Hunde Forum; Hallo, um diese Frage zu stellen muss ich ein bischen ausholen. Uns ist vor zwei Wochen vier mal an einem Abend ein Hund zugelaufen - eher...
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  • Eine etwas andere Tierheimfrage Beitrag #1
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Monschischi

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Hallo,

um diese Frage zu stellen muss ich ein bischen ausholen.

Uns ist vor zwei Wochen vier mal an einem Abend ein Hund zugelaufen - eher gesagt ein Welpe. Der Besitzer war uns bekannt und wir brachten ihn immer wieder zurück. Der Besitzer selbst Alkoholiker kann sich selbst kaum versorgen, geschweige denn einen Hund. Der Hund hatte auch Angst vor ihm, so dass ich ihn schließlich überredete den Hund abzugeben. Wir behielten ihn über Nacht und mussten ihn leider am nächsten Tag ins Tierheim bringen.

Mein Freund und ich sind beide berufstätig, haben keinen Garten so dass der Hund bei uns total unterfordert wäre.

Mir tat es total leid, die Süße abzugeben, aber es ging nicht anders.

Ich habe sie nun zwei mal besucht und hatte ein erstaunliches Erlebnis. Sie war richtig fröhlich, lebte jetzt in einem "Rudel" von 5 Hunden, tollte herum und genoss es. Vielleicht hatte ich ein falsches Bild vom Tierheim.

Da kam mir ein Gedanke: Ob es wirklich so schlimm für Hunde ist, in einem Tierheim zu leben. Natürlich unter der Voraussetzung, dass sie mit anderen Hunden sozialisiert werden können. Brauchen Hunde den Menschen überhaupt um glücklich zu sein oder reden wir uns das nur ein, um uns gut zu fühlen? Ist es vielleicht nicht wirklich besser Hunde unter ihresgleichen zu lassen oder sind sie schon zu sehr vermenschlicht?

Ich weiß, dass ist eine Frage, die bestimmt einige Gemüter erhitzt und bestimmt nicht gut ist, um sie als erste Frage in ein Forum zu stellen, aber mich beschäftigt es eben, gerade weil ich jetzt dieses Beispiel habe.

Was meint ihr?

LG
Michi
 
  • Eine etwas andere Tierheimfrage Beitrag #2
Ein gutes Tierheim ist für einen Hund besser als ein schlechter Halter aber niemals so gut wie ein guter Halter.
 
  • Eine etwas andere Tierheimfrage Beitrag #3
Kommt wohl auch auf den Hund an. Es gibt auch viele Hunde, die im Tierheim sehr leiden und dringend eine "Familie" brauchen. Außerdem ist ja auch jedes Tierheim anders aufgebaut. Ich denke, dass man das nicht verallgemeinern kann.
 
  • Eine etwas andere Tierheimfrage Beitrag #4
Ein gutes Tierheim ist für einen Hund besser als ein schlechter Halter aber niemals so gut wie ein guter Halter.

Ja, aber gerade da interessiert mich das warum. Natürlich ist ein guter Halter immer besser als ein schlechter Halter.

Aber gehen Hunde miteinander trotzdem nicht viel "Artgerechter" miteinander um und gibt es dadurch nicht weniger "Kommunikationsprobleme". Ist es dann nicht schlechter einen Hund in einem Rudel Menschen zu halten als in einem Rudel Hunde.

Vielleicht gibt es dafür auch keine wirkliche Antwort.
 
  • Eine etwas andere Tierheimfrage Beitrag #5
  • Eine etwas andere Tierheimfrage Beitrag #6
Es kommt dabei wahrscheinlich sehr stark auf den Hund an. Ein Welpe ist ja noch sehr anpassungsfähig, während ein Hund, der schon einige Jahre "seinen eigenen" Menschen hatte wahrscheinlich schon sehr leidet. Außerdem verstehen sich ja auch nicht alle Hunde mit anderen Hunden. Da ist dann dieses "Rudel-Leben", wie du es beschrieben hast, ja eher schwierig.
 
  • Eine etwas andere Tierheimfrage Beitrag #7
Aber gehen Hunde miteinander trotzdem nicht viel "Artgerechter" miteinander um und gibt es dadurch nicht weniger "Kommunikationsprobleme".

Aber ein Heim bleibt ein Heim. Ein begrenzter Raum/Zwinger. Bei einem eigenen, guten zuhause hat der Hund Menschen, täglich Auslauf, trifft auch andere Hunde, wird individuell gefördert. Diese Möglichkeiten haben die wenigsten TH.
 
  • Eine etwas andere Tierheimfrage Beitrag #8
Ich bin überzeugt davon, dass ein Hund Hundekontakte braucht. Dazu bedarf es aber nicht eines Tierheims.
 
  • Eine etwas andere Tierheimfrage Beitrag #9
Hallo

ich denke das es von Hund zu Hund unterschiedlich ist. Meine Hündin kommt aus einem TH und hatte dort eine Patin und kam oft in den Auslauf, trotzdem war sie totla fertig, Gastitis, Haarausfall und Futterverweigerung, sin nur ein paar Beispiele mit denen sie zu kämpfen hatte, als Ich sie aus dem TH geholt habe war sein ein Wrack. Wochen später war sie wie ausgwechselt, ein glücklicher ausgeglichener Hund ohne Probleme.

ich denke das ein Hund sehr wohl ein stabiles zuhause braucht, eben wie Wölfe die auch ein stabiles Rudel haben.

Trotzdem ist es für einen Hund natürlich wichtig genügend guten Sozialen Kontakt zu Atrgenossen zu haben, da der Hund ein sehr sozieles Wesen ist. Aber um sozialen Kontakt zu bieten braucht man kein TH.

TH ist nicht gleich TH, viele TH haben einfach nicht die möglichkeit bzw die Angestellten das jeder Hund täglich aufmerksamkeit bzw Kontakt zu Artgenossen bekommt, ein guter Halter hingegen wird sehr darauf schauen das sein Hund jeden Tag den nötigen sozialen Umgang hat.

ich denke der Stress dem viele Hund im TH ausgestzt sind ist nicht zu unterschätzen. Alleine das Bellen andere Hund, der Stress wenn Leute zu besuch kommen, die ständigen gerüche, kaum Ruhe durch andere Artgenossen die jaulen /bellen, wechselnde Pfleger, wenig Auslauf/ psychische und physiche beanspruchung, lassen viele Hund schnel verkümmern und machen sie unglücklich.

Zwar bin Ich auf jeden Fall der Meinung das ein gutes TH besser ist als ein schlehter Halter, trotzdem sollte das TH für jden Hund nur eine zwischen Station auf dem Weg zu einem guten neuem Halter sein.

LG
 
  • Eine etwas andere Tierheimfrage Beitrag #10
Ich bin seit einigen Jahren ehrenamtlich in einem TH tätig.

Bei uns gehen die Hunde weitestgehend jeden Tag mit ehrenamtlichen Gassigängern spazieren und dürfen (soweit verträglich) einige Stunden im Rudel toben.

Insgesamt sieht es so aus, dass das Tierheim für Strassenhunde, Hunde aus schlechter Haltung und misshandelte Hunde der wahre Himmel auf Erden ist - regelmäßige Mahlzeiten, die nicht geteilt zu werden brauchen, ein eigener Schlafplatz, nette Menschen, etc. Aber Hunde, die bereits ein gutes Zuhause hatten (Scheidungsopfer, Mensch gestorben/im Heim, etc.) leiden teilweise trotzdem sehr.

Will meinen:
Kaum ein Tierheim kann so gute Rudelhaltung bieten (Fläche, Abwechlung, Ansprache), dass das ein gutes Zuhause aufwiegen könnte.

Aber die generelle Frage bleibt: Brauchen wir den Hund oder Hund uns?
 
  • Eine etwas andere Tierheimfrage Beitrag #11
Auch ich helfe ehrenamtlich im Tierheim, alle unsere Helfer geben ihr bestes um es den Tieren so angenehm wie möglich zu machen,
aber wir können ein gutes Zuhause nicht ersetzen,
sicher ist es nötig das Hunde immer Kotakt zu Artgenossen haben, dafür sollte auch jeder Halter sorgen.

Ein gutes Zuhause ist immer besser.
 
  • Eine etwas andere Tierheimfrage Beitrag #12
Ich denke es kommt sehr auf den Hund an.
Ein Hund der einmal die Nähe des Menschen als etwas positives kennen gelernt hat wird auch immer wieder danach suchen und sich beim Menschen sehr wohl fühlen.

Ein Hund der frei geboren wurde (ein Strassenhund abseits der Zivilisation zum Beispiel) und in seiner Prägephase niemals Kontakt zu Menschen hatte wir ihre Nähe nicht vermissen und sich sogar bei den Menschen unwohl fühlen.

Die Bedürfnisse des Hunde richten sich also danach auf was er im Welpenalter geprägt wurde.
Die meisten Hunde die in den Tierheimen sitzen dürften menschliche Nähe kennen und schätzen und sich freuen wenn sich jemand ihrer annimmt ;)
 
  • Eine etwas andere Tierheimfrage Beitrag #13
Hallo

ich denke das es von Hund zu Hund unterschiedlich ist. Meine Hündin kommt aus einem TH und hatte dort eine Patin und kam oft in den Auslauf, trotzdem war sie totla fertig, Gastitis, Haarausfall und Futterverweigerung, sin nur ein paar Beispiele mit denen sie zu kämpfen hatte, als Ich sie aus dem TH geholt habe war sein ein Wrack. Wochen später war sie wie ausgwechselt, ein glücklicher ausgeglichener Hund ohne Probleme.



ich denke der Stress dem viele Hund im TH ausgestzt sind ist nicht zu unterschätzen. Alleine das Bellen andere Hund, der Stress wenn Leute zu besuch kommen, die ständigen gerüche, kaum Ruhe durch andere Artgenossen die jaulen /bellen, wechselnde Pfleger, wenig Auslauf/ psychische und physiche beanspruchung, lassen viele Hund schnel verkümmern und machen sie unglücklich.

LG

Das war bei meiner genauso.
Auch dort hatte sie einen regelmäßigen Ablauf. Aber trotzdem war sie 3 Jahre bei einer Familie. Ich denke ein Welpe der noch nicht diesen menschlichen Sozialkontakt hatte und kennt. Wird es sich leichter tun.
Wie in deinem Fall beschrieben würde ich sagen dass der "Besitzer" sowieso nicht nach dem Hund geschaut hat somit gleichgültig war. Daher kennt der Welpe Menschen nur so. Ohne Bindung.
Seine Bezugspersonen sind dem Fall andere Hunde.

Trotzdem sollte ein TH nicht eine Dauerlösung sein, denn wie oben beschrieben ist dies eine große Belastung.

Ich vergesse nie meinen ersten Tag im TH. Ich wollte mit einem Hund gassigehen. Der Tierpfleger sagte zu mir : "Such dir einen aus." Ich fand diesen Satz so schlimm, ich am liebsten losgeheult. Es war in einem Kaufhaus, "du willst ein Spielzeug? Such dir eins aus". Ich mein dieser Satz sagt doch echt alles über unsere heutige Moral aus.

Habt ihr von dem Fall in Italien gehört? Dort lebten Hunde bei einem Messi. Die haben sich selbst verwildert. Und das sind die Schlimmsten. Die greifen wirklich jeden an der in ihr Territorium kommt. Leute die am strand spazierten usw.
Jedenfalls wurde ein Teil der Hunde gefangen ins TH gebracht und versucht sie wieder umzupolen.
Th s sind nichts als Mülleimer für ungewollte/ausgediente Hunde. Das klingt hart, ist es aber so.
 
  • Eine etwas andere Tierheimfrage Beitrag #14
Ein Hund der frei geboren wurde (ein Strassenhund abseits der Zivilisation zum Beispiel) und in seiner Prägephase niemals Kontakt zu Menschen hatte wir ihre Nähe nicht vermissen und sich sogar bei den Menschen unwohl fühlen.
Kann man so auch nicht verallgemeinern. Wir hatten eine wundervolle Hündin im TH, die aus Spanien kam undgeschlagen worden war und das nicht zu knapp, positive Erfahrungen mit Menschen werden wohl die Ausnahme gewesen sein. Trotzdem war es für sie das tollste am Tag wenn das Gassi gehen anstand. Nicht weil sie mal wieder rennen wollte, sondern weil sie mit dem Menschen (egal welchem Menschen) kuscheln wollte.
Dann hatten wir noch einen Kettenhund, der auch nie wirklichen Menschenkontakt hatte. Er war scheu, suchte zwar die Nähe, traute sich aber noch nicht ganz. Langsam ist er dann aufgetaut und das war toll zu sehen.

Eine gute Gruppenhaltung ist immer toll im TH, auch bei uns sitzen die verträglichen Hunde meist zu zweit im Zwinger, kleine Hunde auch zu dritt. Besonders die Welpen haben die wenigsten Probleme, sie sind nicht so gestresst durch die anderen Hunde und bemerken den wenigen Platz noch nicht, ihr Aktionsradius ist ja eh noch recht begrenzt. Es sind die älteren oder die sensiblen Hunde, die leiden und das oft sehr stark.
Wäre dies eine perfekte Welt, gäbe es keine Haushunde und wir hätten nur Wolfsrudel, die natürlich ohne den Menschen besser dran wären.
 
  • Eine etwas andere Tierheimfrage Beitrag #15
Hunde sind soziale Wesen.
Sie brauchen auch Aufmerksamkeit, denen ist es egal, ob diese positv oder negativ ist.
 
  • Eine etwas andere Tierheimfrage Beitrag #16
...

Hm... Ich denke schon, dass der Mensch sich mitunter ziemlich was zusammen dichtet... ;)

Ein Hund der ein Leben lang in einem sozialisierten freien Hunderudel mit viel Platz lebt hat meiner Meinung nach schlichtweg das artgerechtere Leben als er es jemals mit einem Menschenrudel haben könnte. Selbst wenn er auf Gassirunden andere Hunde trifft, und der Mensch sich durchgehend mit dem Hund beschäftigt.
Aber artgerecht ist dabei nicht immer 'einfacher' für den Hund und so geht es vielen Hunden wohl beim Menschen besser als er es in einem Hundrudel haben könnte.

Hm... Und ein Tierheim hat oftmals einfach zu wenig Platz für ein 'Hunderudel'. Die Hunde sind dort selten Tag und Nacht im Freilauf mit allen Hunden zusammen, sondern oft nur für ein paar Stunden und die restliche Zeit alleine oder mit 1-5 anderen Hunden im Zwinger eingesperrt.

Ich schreibe schon wieder so durcheinander.. :/
~§~
 
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