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Diskutiere Langsam... im Pferde Ausbildung und Reiten Forum im Bereich Pferde Forum; Hallo ! Ich versuche nun schon seit geraumer Zeit meinem Pferd ein wenig mehr Speed anzueignen. Aber nichts schlägt an oder wirkt auf die Dauer...
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SoylentGreen

SoylentGreen

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Hallo !

Ich versuche nun schon seit geraumer Zeit meinem Pferd ein wenig mehr Speed anzueignen.
Aber nichts schlägt an oder wirkt auf die Dauer.

Ich habe es nun mit diversen Taktiken versucht:

Ich habe es mit Sporen versucht, allerdings damit bei weitem nicht den gewünschten Effekt erhalten und sie sofort wieder abgebaut.

Dann habe ich es mit viel mehr Abwechslung versucht, bin viel ausgeritten und gesprungen (sind die typischen Aufgaben, die mein Pony ein wenig wild machen). Allerdings hat es dann auch nur funktioniert, während ich ausgeritten oder gesprungen bin. Die Dressurarbeit ging so lahm von statten wie immer, selbst wenn ich sie miteinband, fuhr mein Pony schnell wieder herunter.

Meine Reitlehrerin lief eine Zeit mit der Peitsche hinter uns her, wirkte aber auch nur solange wie sie das tat.

Dann habe ich bewusst versucht meine treibenden Beinhilfen zu reduzieren und Langsamkeit viel mit Gerte zu strafen, um ihn wieder für das Bein zu sensiblisieren und minimale Hilfen geben zu können. Anfangs funktionierte es, aber der Effekt ließ nach einiger Zeit wieder nach.

Dann versuchte ich es mit Geschnalze und Aufforderungen und unterstütze auch diese mit der Gerte. Irgendwann klappte es auch ohne Gerte, aber auch das ließ irgendwann nach.

Dann habe ich mir eine neue, längere Gerte gekauft, die wohl respekteinflößender war. 3 mal musste ich ihn damit ermahnen, dann lief er die ganze Stunde brav durch, ohne dass ich zu energisch werden musste. Aber auch das lässt jetzt langsam wieder nach. Die Gewohnheit...

Inzwischen sitze ich auf ihm wie ein verwirrter Jockey und schlage mir selber gegen das Bein oder in der Luft herum, damit er sich vor dem Geräusch "erschreckt" und wenigstens etwas läuft. Aber es wird nicht lange dauern, bis das auch wieder Gewohnheit werden wird. Vor allen Dingen ist das auch ganz schön... ähm... affig :lol:

Im Unterricht mach ich das natürlich nicht. Da versuche ich nach wie vor zu treiben primär mit Bein und hin und wieder mit Gerte. Aber das artet dann teilweise in Gebolze aus, das ja nun auch nicht toll ist...

Selbst mit langem Zügel und Entlastungssitz läuft er nicht schneller. Gesundheitlich hat er nichts. Hufe sind okay und Beine funktionstüchtig. Rückenschmerzen hat er nicht. Zähne sind okay...

Ich weiß einfach nicht mehr was ich tun soll... egal wie ich es versuche, nichts schlägt auf längere Sicht an.

Ich hoffe nun darauf, dass mir hier vielleicht jemand helfen kann :(
Habt ihr vielleicht Tips und Tricks für mich ? Erfahrungen etc. pp. ?
 
  • Langsam...

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  • Langsam... Beitrag #2
Hallo!

Also was du schreibst kommt mir irgendwie bekannt vor. Wir hatten mal eine Stute gekauft, die ca 1 Jahr vorher getüvt worden ist (ne gute 2). Wir haben den damaligen Besitzern vertraut und dieses so brave und langsame Pferd für unsere Oma gekauft. Verkaufsgrund: Auf ner 60m Bahn ging der fitten Reiterin die Puste aus. Die Stute ging auch mit massivem Sporen- und Gerteneinsatz kaum schneller...
Da wir unsere Pferde aus Prinzip barfuß laufen lassen, sind die Eisen abgekommen, das Pferd war stocklahm. Wir dachten es würde an der Umstellung liegen, aber nach viel Rätselraten hatten wir auch mal den "richtigen" TA erwischt und das Ergebnis war ein Hufbeinbruch... Auch ließen wir unseren Osteopathen mal draufgucken, der hatte auch einiges zu tun...
Das Ende vom Lied: Nach einem Jahr rumdoktorn ist das Pferd nicht wieder zu erkennen und ist äußerst lauffreudig:)
Oft denkt man, dass gesundheitlich alles in Ordnung ist, muss aber nicht.
Hast du vielleicht die finanzielle Möglichkeit dein Pferd nochmal durchchecken zu lassen? Reiterlich kann ich dir leider auch keine Tipps geben, da du anscheinend schon alles versucht hast was ich auch gemacht hätte. Obwohl, versuchs mal mit vielen Tempi-Wechseln. Da zünden sie auch ganz gern mal wieder durch.
Ich hoffe ich konnte dir etwas helfen.
Glg, Betsy
 
  • Langsam... Beitrag #3
wie oft bewegst du denn dein pferd in der woche?
ein pferd braucht einen ruhetag in der woche^^
 
  • Langsam... Beitrag #4
ich halt zwar nicht viel davon wenn man sooo lange zeit an einem pferd rumdoktort, aber was sein muss muss sein. du solltest wirklich mal nen osteopathen drüber gucken lassen. und was reiterlich ist, probiere dein pferdchen vom sattel aus nach "vorne zu schieben". und vll mehr bein, aber das kommt drauf an wie deiner darauf reagiert. ich hatte bisher immer nur lauffreudige pferde unterm sattel. da war eher das bremsen und zurück holen mein problem.
 
  • Langsam... Beitrag #5
ein pferd braucht einen ruhetag in der woche^^
Das stimmt so nicht;)
Pferde werden in der Regel 1-2 Stunden geritten und haben 22-23 Stunden ihre Ruhe. warum sollten sie da noch einen Ruhetag benötigen? Wenn in diesen 1-2 Stunden zu hart gearbeitet wird, nützt ein einziger Ruhetag auch nichts, sondern leichtere Arbeit. Generell sagen, Pferde bräuchten einen Ruhetag, kann man also nicht.

Soy, hast du schon probiert, während der Dressurarbeit hin und wieder zum Aufwecken über einen Sprung zu gehen? Das wäre zumindest eine Möglichkeit, wenn dein Pferd wirklich vollständig gesund ist, keine Mangelernährung hat usw. usf.
 
  • Langsam... Beitrag #6
Hallo

Ich würde einen Ostherapeuten erstmal kommen lassen, und dann:

Wo wohnst du?
Ich war am Wochenende auf einem Lehrgang meiner Trainerin. "Pferde fühlen lernen" hieß der, und da ging es einfach mal darum mit seinen Pferden besser kommunizieren zu können. Egal welche Reitweise und egal welcher Ausbildungsstand und egal welcher Typ alles war vorhanden. Es wurde an den Grundsätzen angesetzt, unnd jeder hat enorme Fortschritte gemacht. Unter anderem auch ein extrem faules Pferd. Es lief lahm, und hat Ewigkeiten gebraucht um überhaupt vom Schritt in den Trab zu kommen, die Reiterin war die ganze Zeit nur am treiben.
Am Ende des Tages ritt sie ohne Sporen (vorher mit) und der Übergang lief um einiges besser und ohne viel Druck. Das Pferd lief zügiger, wenn auch noch nicht schnell, und war sichtlich zu frieden am lecken.

Und dabei ging es nicht primär darum, sondern generell um die Kommunikation. Und das man selbst sein Pferd besser kennen lernt. Sowas kann ich dir nur empfehlen!! Es war ein Augenschmaus die Fortschritte der Pferde an nur einem Tag zu sehen (ich war Theorie-Teilnehmerin).

Denn alles was du finden wirst um ihn mit Druck schneller zu machen, wird ihn nur immer mehr abstumpfen lassen.

Liebe Grüße
 
  • Langsam... Beitrag #7
Hi,

jedes Pferd hat 'sein Tempo' du musst rausfinden, ob er eben so 'langsam' ist, oder ob wie schon oben beschrieben ein Problem besteht.

Beim reiten ist es wichtig, dass du eher mit kurzen, anfangs deutlichen Impulsen (max 3 Wdhs) arbeitest und nicht mit 'dauer klopfen'

LG Lilly
 
  • Langsam... Beitrag #8
So ich versuche mal der Reihe nach alle Beiträge abzuarbeiten:

@Betsy87: Bisher habe ich ihn nicht weiter abchecken lassen. Liegt aber auch daran, dass er schneller kann, aber manchmal einfach überhaupt keinen Bock hat. Und ich bin einfach jemand, der wahnsinnig ungern zu extrem treibt. Er hat sich wohl meiner gemütlichen Art einfach angepasst.
Tempiwechsel ließ mich meine Reitlehrerin heute reiten. Wie der Zufall es wollte, spornte das mein Pferd auch unheimlich an. Er hatte eh bessere Laune... allerdings entzog er sich dann bockig immer wieder meinen Hilfen.

@Schnute: Er hat meist einen Ruhetag in der Woche. Allerdings arbeiten meine RB und ich auch nicht jeden Tag straight unsere Dressurarbeit ab. Er wird auch mal longiert oder darf laufen oder wird gelockert und gymnastiziert. Es wird mal ein Ausritt gemacht oder gesprungen.

@Danny: Ich hatte schonmal einen Osteopathen an meinem Tier. Ich bin wenig begeistert davon. Und... ehrlich gesagt, lief mein Pferd früher auch sehr fix und das zu Zeiten, wo noch der unpassende Sattel drauflag.

@ShiGi: Ja das habe ich probiert. Allerdings fährt er nur so lange auf, wie ich auf den Sprung zu reite. Er lässt sich dann schon besser motivieren, aber es ist keine klar erkennbare Verbesserung.

@Fussel: Ich glaube, ich verstehe mein Hotte schon irgendwie. Solange er langsam laufen darf ist er super zufrieden, kaut lieb und streck sich ab. Sobald ich aber etwas tue, was ihm missfällt, arbeitet er sofort gegen mich. Auch Tempo machen gehört dazu... meist lässt er sich dann nach einiger Zeit von mir überzeugen, dass ich recht.
Es ist ja auch nicht sooo extrem, Gangartwechsel und Übungen wie Schenkelweichen und co. klappen super. Er reagiert ja. Allerdings ist er nur in einer Schildkrötengeschwindigkeit die ihres gleichen sucht unterwegs.
Aber so ein Kurs würde mich trotzdem mal interessieren. Ist sicher spannend mal zusehen zu können bei soetwas :) bei Hamburg wohn ich.

@Lilly: Ja, das ist ja auch eigentlich meine Idee gewesen hinter der Gertentechnik. Lieber einmal richtig als 1000 mal für die Katz. Aber irgendwie... habe ich dabei Mitleid. Wenn meine Reitlehrerinnen mich anweisen gehts meiner Moral allerdings besser und ich kann das durchhalten.
So langsam ist er nicht, er kann schneller und ist es auch früher gelaufen. Er hat nur einfach meist keine Lust dazu und lässt sich bitten. Bzw. ich bin Schuld, weil ich ihn aufgrund von Faulheit einfach habe lange Zeit herumlatschen lassen.
 
  • Langsam... Beitrag #9
Hi,

weißt du, wenn du das Konsequent machst, dann zeigt es schnell Wirkung und dann musst du auch nicht mehr 'ständig boller' mit den Füßen etc,

Ich habe den Eindruck, dass dein Pferd dich beim reiten ganz schön im Griff hat... er stellt sich quer und du gibts ihm nach. Das darf nicht sein, nie. Aber so wies ausschaut hat dein Pferd das schon gelernt, leider.
Nur als Beispiel: mein Dicker geht bei mir auch viel fleissiger als bei meiner B, ich muss lang nicht soviel machen wie sie ;) obwoh sie sehr viel mit ihm macht. Aber ich bin halt die Konsequentere von uns beiden.

LG Lilly
 
  • Langsam... Beitrag #10
Da hast du sicher recht. Eigentlich bin ich ja auch nicht so jemand, der ständig klein bei gibt.
Aber ich bin auch noch nie auf so ein Pferd wie meines gestoßen, dass wirklich extrem "leidet", wenn man gegen ihn angeht. Er scheint sich richtig zu schämen und tut so als fiele ihm die Decke auf den Kopf, wenn ich gegen ihn angehe.

Mh... da werde ich mich wohl aber durchbeißen müssen.
 
  • Langsam... Beitrag #11
Das stimmt so nicht;)
Pferde werden in der Regel 1-2 Stunden geritten und haben 22-23 Stunden ihre Ruhe.

Autsch. Das klingt für mich wie Knast mit 23 Stunden Einzelhaft, mit einer Stunde Hofgang mit Knüppel auf dem Hintern (will ja nicht Ars.. schreiben).

Dein Pferd benötigt als Erstes Weidegang in einer gemischten Herde, die ihn auf Trab hält - sorry auch wenns bös klingt aber das ist meine Meinung zur Pferdehaltung. So gehalten kann kein Pferd motiviert sein.
Bei mir ist jedes Pferd eines unter vielen und bekommt nur eine Sonderbahandlung und Sonderbeachtung für Leistung, somit habe ich kein Pferd, das nicht gern von der Wiese kommt und nicht gern geritten wird (und nicht nur deshalb geritten werden will, weil es sich einfach Bewegung wünscht).
Beim Reiten (Western) gilt bei mir das Prinzip, dass ich einmal schnalze, dann treibe und wenn das Pferd noch immer nicht reagiert gibts Ärger (Gerteneinsatz bzw. Zügel). Ärger ist jedoch nicht mit Schmerz verbunden, sondern einfach nur beeindruckend für das Pferd.
Ich habe mehrere Englisch gerittene Pferde geritten, die als faul und zäh galten (bin Umsteiger, also bin ich im Englischreiten nicht ganz fachfremd). Bei diesen Pferden war fast durchweg das Problem beim Reiter zu suchen. Die Reiter ritten allesamt mit schlagendem und zu viel treibendem Schenkel.
Der Schenkel sollte am Pferd anliegen und nicht klopfen. Z.B. beim Leichttraben sollte der Reiter beim Aufstehen den Schenkel nicht vom Pferd nehmen und in der Lage sein in jeder Phase des Leichttrabens zu treiben.
Ein ruhiger Schenkel, der komplett am Pferd liegt ist manchmal schon das ganze Geheimnis :D - gar nicht so schwer, wenn man das mal rausgekriegt hat). Zu viel Druck schadet oft nur. Man kann ein Pferd so fein einstellen, wie man es eben möchte.
Auch schlagen viele Reiter den Schenkel zum Treiben nach hinten. Unruhe am Schenkel mögen Pferde gar nicht.
Was ist mit deiner Trainerin? Hat sie sich mal auf das Pferd gesetzt? Hat sie die gleichen Probleme?
 
  • Langsam... Beitrag #12
Einmal finde ich es nicht gut, mit Sporen etc. das Pferd auf zu muntern, wenn die Ursache nicht gefunden wird. Es gibt einmal ruhigere Pferde da ist es halt so, sie brauchen eine Weile um in "Fahrt" zu kommen.
Ich würde ansonsten dass Pferd durch checken lassen, von Hufrolle, Sattel zwickt, Zähne oder was auch immer gibt es einfach viele Gründe, warum das Pferd gebremst läuft. Stell Dir vor, es hat irgendetwas und wird noch mit Sporen gepiesakt.
 
  • Langsam... Beitrag #13
Mein Pferd steht in einer kleinen Herde im Offenstall. Wozu dann noch zusätzlich auf die Weide ? Da kann er sich auch bewegen und hat seine Artgenossen.

Meine Trainerinnen haben sich bisher nicht auf mein Pferd gesetzt.

Ich streite ja gar nicht ab, dass der Fehler bei mir liegt ;) Das liebe Pferdchen war ja mal recht schnell und kann auch schnell.

Zähne und Sattel wurden erst vor einiger Zeit gemacht, sind daher ok. Tierarzt war ja auch erst heute da, wenn noch etwas anderes wäre, hätte er es ja bemerken müssen, denke ich.

Ich denke einfach es liegt an meiner eigenen Unbeständigkeit. Und an der muss ich einfach arbeiten.
 
  • Langsam... Beitrag #14
Off-Topic
Autsch. Das klingt für mich wie Knast mit 23 Stunden Einzelhaft, mit einer Stunde Hofgang mit Knüppel auf dem Hintern (will ja nicht Ars.. schreiben).
Dass das Pferd 22-23h täglich seine Ruhe vor dem Menschen hat, hießt doch nicht, dass es dabei in der Box stehen muss. In diesem Zusammenhang ist es völlig egal, ob das Pferd nun auf der Weide (->gut) oder in der Box (->weniger gut) steht. Es geht lediglich darum, dass nur 1-2h lang mit ihm gearbeitet wird.
 
  • Langsam... Beitrag #15
Offenstall ist doch völlig in Ordnung. Viele Pferde kommen jetzt nicht auf die Weide, um diese zu schonen.
 
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