- Rambo - Leben und Sterben unseres Hundes Beitrag #1
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Matzzze
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Hallo zusammen,
das ist mein erster Beitrag - leider kein glücklicher, aber ich muss ihn einfach schreiben, da der Hund so wie ein Kind oder ein Bruder ein Familienmitgliedwar und ich das irgendwie verarbeiten muss.
Der Beitrag wird wohl länger - dank all denen, die sich die Zeit nehmen, ihn zu lesen.
Ein virtuelles Grab, samt Foto von unserem Rambo findet ihr hier
### Rambos Leben ###
Ich möchte es nur kurz anreißen - eine kleine, alles andere als vollständige Erinnerung an ihn:
Wir bekamen ihn vor 13,5 Jahren, ich war damals 14 und wollte unbedingt einen Husky. Nun kam meine Mutter aber mit einem kleinen tollpatschigen Mischling daher. Alle Gedanken an den Husky waren verloren - der Hund war einfach toll und die ganze Familie liebte ihn.
Ich spielte viel und gerne mit ihm - die meiste Zeit fighteten wir, dennoch akzeptierte er letztlich stets seine Unterordnung. Er liebte es ins Sofa zu beißen, genau zwischen die Kante von Lehne und Sitz, wenn man seine Hand dort hinein steckte.
Wegen ihm zogen wir in ein Haus, da in unserer Wohnung Hunde verboten waren. Seit diesem Zeitpunkt bewachte er das Haus wie ein Wachhund. Sein Rudel liebte er - anfassen durften ihn nur Leute, die er kannte.
Aber er tat auch keinem fremden Menschen etwas, solange dieser ihm oder uns nichts tat.
Er sah aus wie eine Mischung aus Rottweiler und Dobermann, obwohl er das überhaupt nicht war.
Als ich auszog, macht er es sich für ein bis zwei Jahre zur Angewohnheit in meinem Bett zu schlafen. Anscheinend vermisste er mich.
Ich könnte viele Geschichten von und über ihn erzählen, wie er gegen Sträucher fightete, wie er sich freute wenn man mit ihm raus ging, ihn streichelte etc. etc. Kurzum: Er war ein toller, wunderschöner großer Hund.
### Sterben ###
Aber leider werden große Hunde nicht so alt. Mittlerweile ist er 13 - ein Opa. Kurz nach Weihnachten schwoll sein Bauch an, als ob er schwanger war und das machte ihm zu schaffen. Dann kam die Diagnose: Milztumor, der bereits durchgebrochen ist und das Blut in dem Bauchraum läuft. Ich kann nur allen Hundebesitzern ans Herz legen, bei älteren Hunden Krebsvorsorgeuntersuchungen durchführen zu lassen. Ich möchte hier weder uns noch dem Tierarzt einen Vorwurf unterstellen, er war regelmäßig dort (und es wurde nur Herzinsuffizienz diagnostiziert) - aber wie beim Menschen auch erkennt man Krebs oft zu spät. Falls ich je wieder einen Hund haben sollte - werde ich das regelmäßig untersuchen lassen.
### Not-OP oder Einschläfern ###
Der TA stellte uns vor die Wahl. Die OP hatte eine 50:50 Chance, dass er sie überlebt und noch ein wenig weiterleben kann. Wir entschieden uns dafür. Ganz einfach aus dem Grund, weil die Chance auf Leben bestand und auch im Nachhinein war die Entscheidung absolut richtig.
### Nach der OP ###
An Silvester überlebte er die OP, aber er war schwer angeschlagen und schwach. Von dort an leistete die ganze Familie Intensiv-Pflege. Meine Mutter schlief die nächsten Nächte bei ihm auf dem Wohnzimmerboden. Er trank zwar Wasser, aber er fraß nur sehr spärlich. Am 02.01. fraß er eigentlich überhaupt nicht mehr, zumindest trank er Wasser und quälte sich nicht. Wenn ich zu ihm kam, drehte er sich hoch und schaute einen an. Dann streichelte ich ihn und er wedelte leicht mit dem Schwanz. Er erkannte jeden ganz genau - und auch wenn es ihm schlecht ging, freute er sich über die Pflege und Zuwendung, die er bekam. Durch das wenige Fressen war er immer mehr abgemagert, aber immer noch so wunderschön.
In der Nacht zum 03.01. - meine Mutter lag wie jede Nacht bei ihm, hörte sie wie er noch drei ganz tiefe Atemzüge machte und dann einfach aufhörte. Sie schrie nach meinem Bruder, versuchte ihn noch wiederzubeleben, aber es scheiterte. Rambo verstarb. Ich bekam den Anruf und verstand die Welt nicht mehr. Dennoch lag er friedlich dort, wir streichelten ihn. Er sah friedlich aus, fast wie im Schlaf. Alle heulten und waren fertig. Vor ca. 1.5 Jahren verstarb meine Großmutter, allerdings im Krankenhaus. Aber die Schwere des Verlustes war wie der eines menschlichen Familienmitglieds.
Wir packten ihn bis auf seinen Kopf in seine Decken ein - seine "Krankenstation" bestand unter anderem aus einer 500€ Cashmirdecke, aber was ist in so einem Moment schon Geld...
Da lag er nun, mein armer kleiner Rambo. Ich saß dann bis ca. 4 Uhr in der Nacht bei ihm, rauchte eine nach der anderen und schickte die anderen Familienmitglieder, die alle völlig fertig waren ins Bett. Am nächsten morgen war er schon steif, wieder streichelte ich ihn. Sein Kopf war schon hart, seine Ohren aber noch weich und ein bisschen warm. Diese schönen, stets gut riechenden Ohren. Die Augen waren nun endgültig tot. Trotzdem verlässt mich diese letzte Streicheleinheit nicht. Dieser harte Kopf, das ist so furchtbar. Es war Zeit ihn zu begraben. Eingehüllt in Decken und einer Folie legten wir ihn sanft in sein Grab.
Ich hab keinen Rambo mehr.
### Gewissen ###
Da ist noch eine Sache, die lässt mich nicht los. Am letzten Tag als ich ging, war die ganze Familie bei ihm und er schlief tief und fest. Ich schaute noch mal auf ihn, aber ich streichelte ihn nicht. Ich wollte ihn schlafen lassen, ihn nicht wecken. Aber im Nachhinein mach ich mir da schon Vorwürfe, auch wenn das wahrscheinlich falsch ist.
Danke.
das ist mein erster Beitrag - leider kein glücklicher, aber ich muss ihn einfach schreiben, da der Hund so wie ein Kind oder ein Bruder ein Familienmitgliedwar und ich das irgendwie verarbeiten muss.
Der Beitrag wird wohl länger - dank all denen, die sich die Zeit nehmen, ihn zu lesen.
Ein virtuelles Grab, samt Foto von unserem Rambo findet ihr hier
### Rambos Leben ###
Ich möchte es nur kurz anreißen - eine kleine, alles andere als vollständige Erinnerung an ihn:
Wir bekamen ihn vor 13,5 Jahren, ich war damals 14 und wollte unbedingt einen Husky. Nun kam meine Mutter aber mit einem kleinen tollpatschigen Mischling daher. Alle Gedanken an den Husky waren verloren - der Hund war einfach toll und die ganze Familie liebte ihn.
Ich spielte viel und gerne mit ihm - die meiste Zeit fighteten wir, dennoch akzeptierte er letztlich stets seine Unterordnung. Er liebte es ins Sofa zu beißen, genau zwischen die Kante von Lehne und Sitz, wenn man seine Hand dort hinein steckte.
Wegen ihm zogen wir in ein Haus, da in unserer Wohnung Hunde verboten waren. Seit diesem Zeitpunkt bewachte er das Haus wie ein Wachhund. Sein Rudel liebte er - anfassen durften ihn nur Leute, die er kannte.
Aber er tat auch keinem fremden Menschen etwas, solange dieser ihm oder uns nichts tat.
Er sah aus wie eine Mischung aus Rottweiler und Dobermann, obwohl er das überhaupt nicht war.
Als ich auszog, macht er es sich für ein bis zwei Jahre zur Angewohnheit in meinem Bett zu schlafen. Anscheinend vermisste er mich.
Ich könnte viele Geschichten von und über ihn erzählen, wie er gegen Sträucher fightete, wie er sich freute wenn man mit ihm raus ging, ihn streichelte etc. etc. Kurzum: Er war ein toller, wunderschöner großer Hund.
### Sterben ###
Aber leider werden große Hunde nicht so alt. Mittlerweile ist er 13 - ein Opa. Kurz nach Weihnachten schwoll sein Bauch an, als ob er schwanger war und das machte ihm zu schaffen. Dann kam die Diagnose: Milztumor, der bereits durchgebrochen ist und das Blut in dem Bauchraum läuft. Ich kann nur allen Hundebesitzern ans Herz legen, bei älteren Hunden Krebsvorsorgeuntersuchungen durchführen zu lassen. Ich möchte hier weder uns noch dem Tierarzt einen Vorwurf unterstellen, er war regelmäßig dort (und es wurde nur Herzinsuffizienz diagnostiziert) - aber wie beim Menschen auch erkennt man Krebs oft zu spät. Falls ich je wieder einen Hund haben sollte - werde ich das regelmäßig untersuchen lassen.
### Not-OP oder Einschläfern ###
Der TA stellte uns vor die Wahl. Die OP hatte eine 50:50 Chance, dass er sie überlebt und noch ein wenig weiterleben kann. Wir entschieden uns dafür. Ganz einfach aus dem Grund, weil die Chance auf Leben bestand und auch im Nachhinein war die Entscheidung absolut richtig.
### Nach der OP ###
An Silvester überlebte er die OP, aber er war schwer angeschlagen und schwach. Von dort an leistete die ganze Familie Intensiv-Pflege. Meine Mutter schlief die nächsten Nächte bei ihm auf dem Wohnzimmerboden. Er trank zwar Wasser, aber er fraß nur sehr spärlich. Am 02.01. fraß er eigentlich überhaupt nicht mehr, zumindest trank er Wasser und quälte sich nicht. Wenn ich zu ihm kam, drehte er sich hoch und schaute einen an. Dann streichelte ich ihn und er wedelte leicht mit dem Schwanz. Er erkannte jeden ganz genau - und auch wenn es ihm schlecht ging, freute er sich über die Pflege und Zuwendung, die er bekam. Durch das wenige Fressen war er immer mehr abgemagert, aber immer noch so wunderschön.
In der Nacht zum 03.01. - meine Mutter lag wie jede Nacht bei ihm, hörte sie wie er noch drei ganz tiefe Atemzüge machte und dann einfach aufhörte. Sie schrie nach meinem Bruder, versuchte ihn noch wiederzubeleben, aber es scheiterte. Rambo verstarb. Ich bekam den Anruf und verstand die Welt nicht mehr. Dennoch lag er friedlich dort, wir streichelten ihn. Er sah friedlich aus, fast wie im Schlaf. Alle heulten und waren fertig. Vor ca. 1.5 Jahren verstarb meine Großmutter, allerdings im Krankenhaus. Aber die Schwere des Verlustes war wie der eines menschlichen Familienmitglieds.
Wir packten ihn bis auf seinen Kopf in seine Decken ein - seine "Krankenstation" bestand unter anderem aus einer 500€ Cashmirdecke, aber was ist in so einem Moment schon Geld...
Da lag er nun, mein armer kleiner Rambo. Ich saß dann bis ca. 4 Uhr in der Nacht bei ihm, rauchte eine nach der anderen und schickte die anderen Familienmitglieder, die alle völlig fertig waren ins Bett. Am nächsten morgen war er schon steif, wieder streichelte ich ihn. Sein Kopf war schon hart, seine Ohren aber noch weich und ein bisschen warm. Diese schönen, stets gut riechenden Ohren. Die Augen waren nun endgültig tot. Trotzdem verlässt mich diese letzte Streicheleinheit nicht. Dieser harte Kopf, das ist so furchtbar. Es war Zeit ihn zu begraben. Eingehüllt in Decken und einer Folie legten wir ihn sanft in sein Grab.
Ich hab keinen Rambo mehr.
### Gewissen ###
Da ist noch eine Sache, die lässt mich nicht los. Am letzten Tag als ich ging, war die ganze Familie bei ihm und er schlief tief und fest. Ich schaute noch mal auf ihn, aber ich streichelte ihn nicht. Ich wollte ihn schlafen lassen, ihn nicht wecken. Aber im Nachhinein mach ich mir da schon Vorwürfe, auch wenn das wahrscheinlich falsch ist.
Danke.