Ein hoher Kalziumgehalt wird nur dann zum Problem, wenn zusätzlich keine ausreichende Versorgung mit Flüssigkeit erfolgt. Solange das Kalzium in Lösung bleibt, ist es für das Kaninchen kein Problem.
Frische Gräser haben im Schnitt einen doppelt so hohen Kalziumgehalt wie Gemüse, frische Kräuter häufig sogar weitaus mehr. Kräuter sind in freier Natur die Hauptnahrung eines Kaninchens, auch Gräser können einen Großteil ausmachen. Da allerdings beides bevorzugt frisch gefressen wird, werden die Mineralien auch ohne Probleme wieder ausgeschwemmt.
Solange zusätzlich zu den getrockneten Kräutern ausreichend Frischfutter gereicht wird, dürfen diese auch täglich gereicht werden. Wenn allerdings Frischfutter nicht ad libitum gefüttert wird, gilt als ungefähre Richtlinie 20g/kg Körpergewicht pro Woche. Allerdings für die zusätzliche Fütterung, ein hochwertiges Heu enthält ja sowieso schon Kräuter.
Ziel sollte es nicht sein, ein Kaninchen möglichst naturnah zu ernähren sondern seinen Bedürfnissen entsprechend. Dass die natürliche Nahrung hierbei als Orientierung wichtig ist, ist selbstverständlich. Allerdings ist es in den meisten Fällen unmöglich, die Natur nachzuahmen und das Angebot zu bieten, dass wilde Kaninchen vorfinden.
Einiges Gemüse steht durchaus auch auf dem Speiseplan wilder Kaninchen. Zudem sind viele Gemüse nichts anderes als kultivierte Wildpflanzen. Viele kultivierte Gemüse sind im Vergleich zu Wildkräutern relativ Nährstoffarm, eine ausreichende Vielfalt und Ergänzung mit anderen Futtermitteln wie frischen Kräutern, Trockenkräutern, Obst und Saaten ist daher sinnvoll, sofern es nicht möglich ist, Grünfutter in Form von Kräutern und Gräsern als Hauptfutter zu reichen.
Obst kann durchaus auch um diese Jahreszeit noch gefunden werden, wenn die Tiere nicht alles im Spätherbst und Sommer vernichtet haben. Unter den Bäumen findet sich da noch einiges und diese Nahrungsquelle wird von vielen wilden Tieren insbesondere bei dichter Schneedecke, die unter Bäumen oft niedriger ist, gerne genutzt.