Hi ihr, hi Chiron
Ich kann mich Chrion nur in allen Punkten anschließen!
Ich bin Gott sei Dank letzes Jahr im Juli auf Chiron gestoßen bzw. er hat mir die Augen geöffnet. Meine Reitbeteiligung (Linda, 14 jährige Haflingerstute) lahmte nach Hufeisenabnahme 6 Wochen lang, vom TA kam in der ganzen Zeit keine Diagnose aber sie wurde mit Schmerzmittel vollgepumpt und bekam Boxenruhre bis sie schließlich fast gar nicht mehr aus der Box gehen konnte. Ihre Sehnen an den Vorderhufen waren sülzig, sie zeigte Wendeschmerz. Wir hatten von Hufrehe über Hufgeschwür bis Sehnenanriss alles im Angebot aber der TA konnte es nicht sagen. In meiner Verzweiflung schrieb ich dann hier im Forum und Chiron meldete sich zu Wort und das war das Beste was uns hätte passieren können.
Er hat anhand von Fotos die ich ihm geschickt hab gesagt dass Linda ne Hufrehe hat. Das konnte der TA nicht mal am lebenden Objekt diagnostizieren und Chiron anhand von Fotos :shock: ich war irgendwie skeptisch und sehr neugierig zugleich. Anfang August beschloss Chiron den weiten Weg auf sich zu nehmen und sich Linda anzunehmen.
Die ganze Stallgemeinschaft war gekommen und lauschte andächtig Chiron´s "Predigt" über Haltung, Hufe etc. und wir alle wurden ganz still weil uns klar wurde was wir den Pferden über die Jahre angetan haben. Keiner von uns wusste was Schmerzfalten sind und wie die aussehen.
Ich hatte bis dahin auch alle diese idiotischen Anschauungen wie "Pferd muss beschlagen sein", "bei Hufrehe kein Eiweiß haltiges Futter mehr", "Dauerdiät" und "Rehebschlag" usw.
Ich kaufte mir dann das Buch von Fr. Dr. Straßer über Hufrehe und es überzeugte mich restlos. Ich lernte wie der Pferdehuf innen aussieht,wie er aufgebaut ist, was sich genau warum dort abspielt und ich verstand immer mehr was Chiron sagte.
Linda wurde von dem Tag an von Chiron ausgeschnitten. Anfangs alle 2-3 Wochen und bekam einen Paddock damit sie sich 24 Stunden bewegen konnte und obwohl sie Hufrehe hatte Hafer und durfte jeden Tag ohne Maulkorb auf die Koppel was alle im Stall sehr verwunderte. Linda lief einige Wochen über steinigen Boden ganz schlecht bekam aber nur Traumelltabletten und im Stall wurden die Rufe immer lauter, wir seien Tierquäler wir gehören eingesperrt, ja keiner im Stall wollte mehr was mit mir zu tun haben und ich wurde gemieden. TÄ und Hufschmiede die kamen waren entsetzt und beschimpften uns auf Übelste. Nur konnte mir keiner von den Herren erklären warum der Hufmechanismus in vollem Gange war, was genau IHRE Behandlung bringen sollte und warum Linda nach 4 Wochen Hafer und Gras keinen erneuten Reheschub bekam. Ich ging als Linda freiwillig mitkam auf der geraden Wiese täglich mit ihr spazieren, die Kommentare könnt ihr euch denken aber ich blieb stark, merkte dass Linda immer besser lief und der Knick in ihrer Hufwand wuchs stetig runter cm für cm, wir mussten jede Woche raspeln so rasch wuchsen die Hufe und man konnte sehen dass sich die weiße Linie immer mehr schloss. Nach jedem Ausschnitt lief Linda 2 Tage lang wieder schlechter, was mir dank Chiron aber logisch war und es war alles andere als schön mit anzusehen ja das geb ich zu aber ich bin froh dass wir durchgehalten haben. Linda war gut drauf und hat in der Zeit enorm abgenommen. Sie war vorher zu dick doch seit sie Hafer bekam nahm sie immer mehr ab. Das war kein Fett sondern Wassereinlagerungen!
Linda und ich gingen immer länger auf weichem Untergrund spazieren, jeden Tag bei jedem Wetter und der Knick wuchs immer weiter runter.
Seit November haben die anderen von der Stallgemeinschaft ihre Sprüche sein lassen, wollten es aber nicht zugeben dass Chiron in allen Punkten Recht hatte, aber das war mir egal, Linda ging es noch nie besser. Der Knick ist jetzt bis auf einen cm runter gewachsen, die weiße Linie ist fast geschlossen und Linda ist super gut drauf und voller Lebensfreude. Wir gehen auf jedem Untergrund ob Kiesel, ob Teer, ob Schotter, ob Wiese einwandfrei und wir können es kaum erwarten im Sommer wieder über die Felder zu galloppieren und das haben wir nur der Straßer Methode und vor allem Chiron zu verdanken. :clap:
Ich möchte dir Chiron nochmal viel viel vielmals danken dass du immer die insgesamt 4 stündige Fahrt auf dich genommen hast und nimmst um uns zu helfen. Ich danke dir auch für deinen seelischen Beistand als alle gegen uns waren und du uns immer wieder Mut gemacht hast als Tränen geflossen sind und wir aufgeben wollten.
Vielen vielen Dank! :058:
Sorry das es so lang wurde, aber ich kann es jedem nur ans Herz legen sich wirklich mit dem Thema Hufe bzw. Huf-Bearbeitung nach Straßer auseinander zu setzen und zwar unvoreingommen und ich bin mir sicher euch werden mit etwas Verstand die Augen aufgehen. Wir können voraussichtlich im Mai, Juni wieder anfangen zu trainieren und im Sommer dann hoffentlich wieder reiten nach einem Jahr Pause. Konnte mir deswegen auch einige Sprüche anhören wie "was?! du kannst jetzt ein Jahr nicht auf dem Pferd reiten? Das kanns ja nicht sein." Den Leuten sei gesagt: ein Pferd ist kein Sportgerät und muss das Recht haben seine Krankheit in Ruhe voll und ganz auszukurrieren egal wie lange es dauert und was das kostet! Wer andere Ansicht ist, sollte sich ein Mottorad kaufen!
Kein Pferd braucht einen Beschlag sondern korrekte Hufe.
LG Veri