Juhu dein Pferd lebt :mrgreen:.
Alle meine Pferde fangen irgendwann an lustig an der Longe zu werden. Sobald das Gleichgewicht, Kraft und die Lust am Laufen da sind, gehts los.
Ich longiere sowieso meist am Halfter, da das das Gleichgewicht des Pferdes schult und das lockere Fallenlassen des Halses fördert. Außerdem kann ich so sehen wie das Pferd sich entwickelt und ob ihm das lockere über den Rücken laufen schon leichter fällt. Ab und zu longiere ich aber auch ausgebunden und wenn ich an der Longe ausbilden will, nehme ich sowieso die Doppellonge.
Lustige Pferde longiere ich grundsätzlich am Stallhalfter oder -wenn sie abhauen- am Sidepull. Ich will auf jeden Fall vermeiden, dass ein Pferd sich beim fröhlichen Luftsprung im Maul weh tut oder aber -wenn das Pferd an der Longe gern mal abgeht- nur durch Gebiss und Ausbinder ruhig gehalten werden. Ein Pferd benötigt Gehfreude und Selbstdisziplin.
Ich löse das ganz einfach:
Bei Pferden, die gern mal 'die Sau rauslassen' longiere ich mit Halfter oder Sidepull. Solange das Pferd mir nicht zuhört unterlasse ich Kommandos, sonst lernt mein Pferd nur, dass es meinen Kommandos nicht folgen muss, denn ich müsste höchst unfreundlich werden (Schmerz), wenn ich mich unbedingt durchsetzen wollte. Also verzichte ich auf Übergänge.
Ich lasse das Pferd bocken und losrennen und lasse es einfach laufen. Ich achte dabei auf einen gleichmäßig runden Zirkel, damit das Pferd nicht geradewerden und mich wegziehen kann oder irgendwann durch die Bande eine Ecke laufen muss, sich evtl. dort umdreht oder gar stürzt.
Ich lasse das Pferd laaaange galoppieren, wechsele dann die Hand und lasse es wiederum laaaange galoppieren. Bis es mir zuhört und dann noch weiter. Selbst Pferde, die bei guter Kondition sind und sich heiß rennen, merken, dass Rennen und Buckeln Arbeit bedeutet und werden ruhiger. Sie lernen einfach, dass es grundsätzlich länger dauert, wenn das Kommando Galopp kommt. Auch wenn das Pferd mal an einem Tag nicht buckelt oder abdüst, der Galopp dauert länger (mind. 15 Min. also 7 Min. auf jeder Hand) - wie bei mir beim Reiten auch.
Ganz böse und chronische Buckler lasse ich zuvor lange auf beiden Händen traben, damit sie Stress abbauen -warum auch immer der sich gerade aufbaut.
Meine Pferde älteren Pferde können locker 30 Min. am Stück galoppieren bzw. wirkliche Galopparbeit unterm Sattel leisten und haben dann Betriebstemperatur.
Ein Pferd das weiß, dass es laufen darf, buckelt nicht wenn es keine Schmerzen hat. Es lernt sich selber zu lösen und seine Kraft einzuteilen.
Stangen etc. lege ich bei solchen Pferden niemals hin, denn ein Pferd das aus welchen Gründen auch immer buckelt oder abgeht, hört nicht zu, schaut nicht hin, konzentriert sich nicht. Das ist mir zu gefährlich. Stangen etc. kommen erst dazu, wenn das Pferd warm ist, konzentriert ist und sich selber schön gelöst hat.
So habe ich bisher immer ein freundlich, gut gelöstes und arbeitsbereites Pferd bekommen, das mir eben gern zuhört da Kraft, Kondition und Konzentration stimmen.
Ältere Pferde, die das Programm schon kennen, benötigen es meist nicht mehr. Sie teilen sich ihre Kraft ein und konzentrieren sich schneller.
Buckler und junge ausgelassene Pferde stehen oft schnaufend aber glücklich da -endlich laufen dürfen.