Hallo
Jetzt schreib ich doch auchmal was dazu:
Mein Kater Majesty ist jetzt so 5 Jahre alt und von kleinauf ans Geschirr gewöhnt. Er darf nur an der Leine raus oder unter Aufsicht in den Garten - und das seit ungefähr zwei jahren.
Die Leute sind immer total überrascht. Das Katzengeschirr habe ich gegen ein Hundegischirr in der Größe JackRussel Terrier ausgetausch, die Leine natürlich auch. Das hat den Vorteil, dass der Zug nicht mehr am Hals ankommt, sondern auf der Brust - viel angenehmer und wirksamer.
Anfangs war mein Stubentiger ein verängstigtes Häufchen, was bei jedem Auto, jedem Fussgänger auf den Arm musste und auch dort noch zitterte.
Aber ich bin trotzdem jeden Tag mit ihm ein paar Minuten raus gegangen (außer im Winter) und inzwischen ist er ziemlich gelassen. Wenn er mag, dann läuft er selbst, sonst lässt er sich tragen - vorallem an belebteren Orten. Er läuft nicht bei Fuss, aber folgt doch ganz anständig und das, ohne sich um Laternenpfähle zu wickeln.
Einen Korb benutze ich schon lange nicht mehr. Mein Arm ist der Korb und so kann ich auch Auto und Bahn fahren. Bei der Tierärztin ist er ein Star, alle Nachbarn kennen ihn und im Seniorenheim lässt er sich im Rollstuhl rumfahren.
Naja, wahrscheinlich habe ich da ein besonders liebes Exemplar erwischt. Er geht nicht auf Tische, nicht in Regale, macht nichts kaputt, bettelt fast nie und akzeptiert, wenn er nicht raus kann.
Was ich teilweise über Katzen lese hört sich so völlig anders an.
Mein Kater begrüsst mich schon mit Miau bevor ich die Wohnungstür öffne und will dann unbedingt auf den Arm. Wenn ich verreist bin, dann schiebt er anfangs regelrecht Panik und frisst nicht. Fremde dürfen ihn nur anfassen, wenn ich dabei bin.
Ich komme mir oft mehr vor wie ein Hundehalter.
Inwieweit man das also auf andere Katzen anwenden kann, ist schwer zu sagen.
Ich denke aber, dass es grundsätzlich sinnvoll ist eine Katze an die Leine zu gewöhnen, auch wenn man nicht regelmäßig gassi gehen möchte. Auch Katzen wissen, dass sie nicht immer machen können, was sie wollen, und gehen gerne Kompromisse ein, wenn dabei auch etwas für sie rausspringt. Hier ist also absolutes Teamwork gefragt, kein Unterwerfen und kein reines der Katze hinterher laufen. Es geht um die Kommunikation. Wenn das Tier sich weigert, dann ist nicht unbedingt das Ziel schlecht und unerreichbar, sondern die Kommunikation hat versagt.
Jemand, der ein gutes Gespühr für sein Tier hat, merkt, was zumutbar ist und was nicht.
Jeder, der mit seiner Katze an der Leine raus geht, muss damit rechnen, dass sie sich mal fürchterlich erschreckt - und in der Lage sein, sofort einzugreifen.
Ein Hund, Fahrradfahrer etc. will auch schon von weitem erkannt sein bevor die Katze mal plötzlich einen Satz macht und nur schwer wieder hervorzuziehen ist...
So, ich glaube, das reicht erstmal
LG Ashiama