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Diskutiere Join Up im Pferde Ausbildung und Reiten Forum im Bereich Pferde Forum; Was waren denn das für andere Methoden? *neugier* ~§~
  • Join Up Beitrag #41
Nach einigen Jahren, nachdem es mit Zisch versuchen mit blauen Flecken oder Prellungen gescheitert ist,das ganze mit verschiedenen Maßnahmen abzustellen versuchte ich es mit Join Up.

Was waren denn das für andere Methoden? *neugier*
~§~
 
  • Join Up Beitrag #42
Rückwärts gehen, Scheuchen, am Strick ziehen und wenn er mal meinte zubeißen zu müssen gabs natürlich nen Klatsch mit der Hand auf die Nase, denn das geht garnicht!
Allerdings bist du auch Hilflos wenn du versucht dein Pferd mit 15 und ner Körpergröße von 1,50m zu Longieren und es rennt Zähne fletschend auf dich zu und bäumt sich vor dir auf. Aber zum Glück gehörte das in die Vergangenheit und wir haben es in den Griff bekommen :)

Aufgrund dessen das mein Pferd aus schlechter Haltung kam ( Pferdehändler, der ihn vom Schlachter hatte) hatte er Anfangs panik vor Gerten und allem was aussah wie eine. Ich gehe davon aus, auch weil er eine Narbe am Bein hatte, das er mal etwas nicht so schönes erlebt hatte. Da er auch Trakehner halt, sehr Stur war und seinen Kopf immer durchsetzen wollte, kam es beim Metzger oder Händler sicher mal zu der ein order anderen Ausseinandersetzung :( ... wenn man dann mal oben drauf saß hat Ihn die Gerte allerdings nicht gejukt, habe allerdings auch nie Gerteneinsatz gebraucht, daher habe ich Sie sowieso selten genutzt.
 
  • Join Up Beitrag #44
Hey Leute,

ich habe einen Join Up Kurs mal besucht und ich kann euch sagen, ALLE die dabei Ihr Pferd scheuche nur damit es rennt und ihm Stress macht ALLE die machen es auf jeden Fall falsch!!

Join Up heißt ja nicht wie oben erklärt scheuchen!! Ich hab das mit meinem Pony mal versucht er vertraut mir sowieso und wir haben eine super Basis, die wir uns einfach durch Zeit und viel Arbeit erlangt haben.
Ich hab Ihn 2 mal von mir weg gescheucht, beim ersten mal hat er garnicht verstanden was er tun sollte und was es für einen Sinn macht, hat sich nach dem zweiten mal sofort "ergeben" Lippen geleckt Kopf runter und so weiter. Da habe ich sofort aufgehört!! Und er ist dafür nicht mal gallopiert, das wegschicken war für ihn schon schlimm genug..!! Er kam sofort zu mir als ich aufgehört hatte und war ganz verwirrt. Ich hab ihm das nie wieder angetan, der war völlig niedergeschmettert hat sich garnicht getraut wie sonst kuscheln zu kommen und so. Er tat mir soooooo Leid.

Dann hatten wir ein selbst gezogenes Hengstfohlen, dieser hat die beste Erziehung genossen, hat sich immer gut benommen, bis er zum Hörner abstoßen auf eine Hengstwiese gekommen ist.....
Anfassen ohne Stress?? Fehlanzeige! Ruhiges an anderen Pferden vorbeiführen?? Ging garnicht!!
Geschweige denn Einreiten..... :eusa_doh:

Mit unserem zu der Zeit dann 3 1/2 jährigen Hengst Join Up. Und es hat wunder bewirkt!!!
(großes Rounpen 25m Durchmesser, ohne Peitsche nur mit langem Strick)
Es hat fast 2 Stunden gedauert und viel viel Geduld meinerseits. Bocken, Buckeln, Steigen, austreten, beißen, drohen alles war dabei. Immer wieder kam es so weit das er mir signalisierte ok ich ergebe mich, ist aber nie zu mir gekommen erst nach fast 2 Stunden.

Zu den Gangarten (bevor das auch wieder jemand falsch versteht)
Am Anfang natürlich im Schritt einfach nur von mir weg nur damit er weiterläuft, so wie beim longieren.
anschließend je nach dem wie er sich benommen hat....
War er lieb durfte er Traben war er Böse wurde er vorwärts geschickt im Gallopp. UND NICHT GESCHEUCHT!! ANGETRIEBEN!!!
So bald er wieder ohne zu bocken gelaufen ist durfte er wieder Traben.

und das 2 Stunden lang zum Schluss...

Ergebnis:
Ruhe im Pferd ohne Stress, genervt war nur ich weils so lange gedauert hat.
Pferd: Keine Probleme mehr, hier und da zwar immer noch, aber anschließend wurde er geritten ist lieb unterm Sattel, führt sich aber trotzdem noch auf wie ein Hengst wenn er an einer Stute vorbei kommt was ganz normal ist.

Jetzt ein Jahr später wurde er gelegt und das Hengstgehabe ist auch vorbei...:D
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Join Up Beitrag #45
Hallo alle zusammen,

ich bin durch Zufall auf das Forum gestoßen, weil ich eigentlich was suche, was mir hilft mich auf mein eigenes Pferd vorzubereiten. Hier mal mein Problem und ein paar Gründe wie das Problem entstanden ist:

Ich bin 24, reite seit 16 Jahren (Araber) und habe eine Gehbehinderung, mit GdB 70. Ich bin passionierter Freizeitreiter habe aber Grundkenntnisse in Dressur und Springen (was im Wald im Weg ist wird halt mal Übersprungen).

Die Stute die ich normalerweise reite ist von und für Nichtbehinderte ausgebildet, was an und für sich kein Problem ist, nur das es das Aufsteigen etwas schwerer macht. Auf Grund meiner Behinderung wird mir allerdings nicht gestattet, alleine ins Gelände oder auf den Platz zu gehen, wofür ich Verständnis habe, schließlich liegt beim Besitzer ja die Verantwortung für Pferd und Reiter. Leider schränkt es meine Möglichkeiten und die Zeit ein, die ich aufs Pferd kann. Jetzt spiele ich schon seit fast 2 Jahren mit dem Gedanke mir ein eigenes Pferd zu zulegen, stehe aber vor dem Problem nicht zu wissen, wie und was ich mit ihr machen kann bzw. sollte, damit ich sie sozusagen auf meine Behinderung einstellen kann und mich eben auch auf Sie. Literatur gibt es so gut wie keine, hab mich schon umgeguckt aber die meisten Bücher die sich mit behinderten Reitern auseinandersetzten sind Ratgeber fürs reiten selber und nicht für das Trainieren von Pferden.

Vielen Dank im Voraus für eure Hilfe und euren Rat.

Liebe Grüße

QueenofShadows88
 
  • Join Up Beitrag #46
Der Text ist sehr informativ und ich finde es gut, das so etwas mal angesprochen wird! Ich selber habe auch eines gemacht, weil meine RB kein bisschen auf mich regiert hat, habe allerdings bewusst peitsche weg gelassen und nur ab und zu die Hand in der ich den strick hatte gehoben.
Es hat sehr geholfen, jedoch werde ich kein weiteres durchfrühren, da es meine allerletzte Option war. Ich werde weiter mit T Touch arbeiten und mit ihr spazieren gehen, doch die erfolge zeigen sich jetzt schon... Habe aber, muss ich sagen, von viele gehört, die anderen raten ein JU zu machen, mit Peitsche, ordentlich treiben, bis Pferd nicht mehr kann. Das ist meiner Meinung nach nicht der richtige weg....

Vielen Dank für den interessanten Beitrag :D LG
HoneyLeSchoki
 
  • Join Up Beitrag #47
Hallo!
Ich möchte kurz auf dieses Thema antworten, weil ich hier oft gelesen habe, dass Methoden wie JU die letzte Option für manche sind. Und so etwas zu lesen trifft mich sehr! Ich weiß, dass es gerade im Umgang mit Pferden die landläufige Meinung ist "gewinnen zu müssen!" Das wurde mir auch selbst von meinen unterschiedlichen Reitlehrern so erklärt. Viele Jahre lang dachte ich deshalb, dass ich nie mit Pferden umgehen könnte, denn ich gehöre nicht zu denen, die ihre Interessen ohne Rücksicht auf Verluste durchsetzen. Erst mein erstes eigenes Pferd, das mir mein Reitlehrer schenkte, weil er selbst nicht mit ihm zurechtkam, änderte alles, was ich dachte über Pferde zu wissen. Und eigentlich ist es meiner Meinung nach auch ganz einfach, wenn man 2 Dinge beachtet: Die eigene Meinung und die seines Pferdes! Die Methoden in denen man Druck aufbaut um das Pferd zu unterwerfen oder gefügig zu machen klappen bei 90% aller Pferde. (Wobei man solche Mittel bei diesen Tieren gar nicht bräuchte!) Die restlichen 10 % wehren sich gegen all diesen Druck bis zu ihrem Untergang. Ich habe 3 solche Pferde Zuhause in meinem Stall stehen. Sie alle hätten keine Chance mehr gehabt, weil ihre Vorbesitzer dachten, dass sie sich mit möglichst viel Druck durchsetzen müssen. Ich liebe jedes meiner Pferde für seine Charakterstärke, dafür, dass sie sich zu nichts zwingen lassen und zugleich alles für einen tun, wenn man sie nur freundlich darum bittet!
Letztlich muss sich jeder von uns Menschen die Frage stellen, was er von seinem Pferd will! Soll es ein funktionierender Roboter sein, der auf Knopfdruck funktioniert, oder will man einen Freund, der seine Meinung äußern darf, selbst wenn diese nicht immer mit meiner eigenen übereinstimmt. Mit negativer Verstärkung und Methoden die auf negativem Druck basieren, wie dem JU bekommt man einen Sklaven, aber sicher keinen Freund. Das ist zumindest meine Erfahrung und die, meiner Pferde.
Und was soll man nun mit einem „schwierigen“ Pferd tun? Werden jetzt vielleicht manche denken? Ganz einfach! Immer das, was man tun kann und was dem Tier angenehm ist! Kann man es nicht reiten, dann geh mit ihm spazieren. Kannst du es nicht führen, dann arbeite frei mit ihm auf dem Reitplatz. Wenn ihr euch in dem, was ihr mit einander könnt eine ehrliche Basis erarbeitet habt, folgen viele kleine Zwischenschritte bis zum angestrebten Ziel! Druck oder Rangordnung klären ist nicht nötig! Denn egal wie sehr du dich bemühst, dein Pferd weiß, dass du kein Pferd bist! Zum Glück!! ;)
 
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