Hallo Animalfriend,
ich kann dir von deinem Vorhaben nur ganz dringend abraten!
1. Die Haltungsgenehmigungen sind in keiner Weise mit der von Papageien zu vergleichen! Du willst zwar anscheinend "nur" eine Kleinkatze und nicht gleich einen ausgewachsenen Tiger, aber deine Chancen stehen - insbesondere als Privatperson - trotzdem denkbar schlecht. Erschwerend kommt hinzu, dass sehr viele Kleinkatzen unter Artenschutz stehen.
2. Die Kosten sind irrsinnig hoch: du brauchst ein großes Freigehege, das im Normalfall auch überdacht werden muss, ein Innengehege und für beides eine passende Ausstattung; die Futterkosten sind enorm, du musst natürlich vollbarfen und von den Anschaffungs- und Tierarztkosten will ich gar nicht anfangen, denn eine Raubkatze bekommst du nicht in der nächsten Zoohandlung und du kannst sie nicht in der nächsten Kleintierpraxis behandeln lassen.
3. Die Haltungsbedingungen sind - auch wenn du dir viel Mühe gibst - für die Tiere katastrophal: auch Kleinkatzen bewohnen riesige Reviere und in Deutschland ist es zumindest für die von dir aufgezählten Arten viel zu kalt und nass.
Um ehrlich zu sein schockiert es mich, dass jemand irgendwo über eine für ihn neue Tierart stolpert und sich dann ernsthaft so ein Tier anschaffen will - ohne jedes Hintergrundwissen! Allein die Aufzählung Serval und Ozelot sagen eigentlich schon alles über dich: die zwei Katzen leben in völlig unterschiedlichen Lebensräumen, ja sogar auf unterschiedlichen Kontinenten. Sie gehören nicht einmal derselben (Unter-)Gattung an!
Mir ist klar, dass du sie nicht gemeinsam halten willst, aber es kann doch nicht sein, dass du nur darauf aus bist, dir eine Raubkatze anzuschaffen, ohne jegliche Wünsche bezüglich Lebensraum, Verhalten und Co!
4. Das Verhalten von Raubkatzen: deine Aussage, dass du "weißt wie gefährlich die Katzen sind" ist... aussagekräftig.
Wir sprechen hier nämlich von Katzen, die - im Falle des Servals, der übrigens ein Stück größer als das Ozelot ist - gerade mal an die 60cm kommen. Diese Kätzchen musst du schon arg in die Enge treiben, damit sie dich angreifen statt flüchten.
Sicher lassen sie sich, wenn sie von Kleinauf mit Menschen in Kontakt sind, bis zu einem gewissen Grad zähmen, aber es bleiben Raubtiere und... hast du eigentlich überhaupt Erfahrungen mit Katzen? Jedenfalls schon Katzen sind trotz ein paar Tausend Jahre Domestikation weit davon entfernt, liebe Haustiere abzugeben, dann kannst du dir ungefähr ausrechnen, wie sicher so eine Zähmung bei echten Raubkatzen sind.
Wie stellst du dir denn die Zähmung deiner Raubkatzen so vor?
Und du schreibst im ersten Beitrag, du hast dich bereits über die Tiere erkundigt - inwieweit das denn?
Sorry, aber zum Einen erscheint mit dein Vorhaben zumindest noch reichlich planlos und unüberlegt zu sein und zum anderen - wie man vermutlich unschwer aus meinem Beitrag entnehmen kann - bin ich absolut kein Freund davon, Wildtiere zum Spaß einzusperren. Das grenzt an Tierquälerei und ja, damit spreche ich auch die Haltung von gerade Raubkatzen in vielen Zoos an.
LG
blackcat