- Gewissensfrage (Philosophie) Beitrag #1
Schlitzer
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Hallo,
auch wenn das jetzt ins Philosophische abdriftet und erstmal vielleicht etwas bescheuert klingt, mache ich mir seit geraumer Zeit über eine Frage Gedanken:
Bin ich ein schlechter Mensch, weil ich lebende Tiere an meine Schlangen verfüttere?
Das Problem ist relativ simpel zu umgehen, in dem man seine Tiere an Frostfutter gewöhnt. Aber ab einer gewissen Bestandsgröße hat man auch Kandidaten dazwischen, die sich für totes Futter nicht interessieren. Da mein Python anchietae Frostfutter partout ablehnt, bin ich gezwungen lebendes Futter anzubieten.
Wem ging das nicht so bei dem ersten lebendigem Futtertier, dass ihn die Gewissensbisse gequält haben und man sich danach schlecht gefühlt hat. In der Theorie kein Problem. Aber in der Praxis dabei seelenruhig zuzusehen, wie vor den eigenen Augen ein Tier sein Leben verliert?
Irgendwann einfach nurnoch Routine. Bis man sich genauer mit diesem Thema beschäftigt und sich die von mir oben genannte Frage stellt.
Wie wir Halter von Schlangen alle Wissen, fressen unsere Tiere ausschließlich andere Tiere. Der Hauptteil davon Säugetiere. Soweit erstmal ganz natürlich. Aber ist es immernoch natürlich ein lebendiges Säugetier zu kaufen, nach Hause zu fahren mit dem Wissen, dass das Tier in kürzester Zeit qualvoll verenden wird? Es in einen Kasten ohne Fluchtmöglichkeit zu stecken und darauf zu warten, dass es vergiftet, erwürgt oder bei lebendigem Leibe gefressen wird?
Im Grunde bleibt festzustellen, dass diese ganzen Tiere nur zu meinem Privatvergnügen sterben. Damit ich sehe, wie meine Schlange wächst und gedeiht. Das, was einem in der Terraristik die größte Freude bereitet. Denke ich um, komme ich zu dem Entschluss, dass wenn ich keine Futtertiere anbiete, meine Schlange auf kurz oder lang verhungert. Aber wie wägt man ein Schlangenleben gegen hunderte von Mäuse- oder Rattenleben ab?
Wäre ich diesem Hobby nicht verfallen, müßte ich diese Entscheidung nicht treffen. Klipp und klar gesagt:
Würde ich dieses Hobby nicht ausüben, müssten unter meiner Obhut keine Tiere ihr Leben lassen.
Eine weitere Frage ist, wo ziehe ich die Grenze des "lebenden"? Wieso plagen mich diese Bisse nicht, wenn ich eine Grille an meine Echse verfüttere? Ist das Leben der Ratte mehr Wert als das einer Heuschrecke?
In freier Natur ist das der Lauf der Dinge.
Mäuse und Ratten fressen Dörfern in Indien das Getreide weg und die Menschen würden verhungern, würden die vielen Kobras und Rattenschlangen nicht hinter den Mäusen her sein. Die Menschen jagen ebenfalls nach den Ratten, grillen und essen sie. Fressen oder gefressen werden.
Aber bei uns zu Hause im Wohnzimmer müssten wir doch in einen Gewissenskonflikt geraten. Wie blendet man den Tod eines Lebewesens aus?
Es stellt sich die Frage:
Habe ich eine schlechte Seele, weil ich Tiere sterben lasse um meinem Hobby zu fröhnen?
Ich würde mich über jederlei Antworten zu diesem Thema freuen...eventuell melden sich ja sogar ein paar Nicht-Schlangenhalter zu Wort.
Gruß
auch wenn das jetzt ins Philosophische abdriftet und erstmal vielleicht etwas bescheuert klingt, mache ich mir seit geraumer Zeit über eine Frage Gedanken:
Bin ich ein schlechter Mensch, weil ich lebende Tiere an meine Schlangen verfüttere?
Das Problem ist relativ simpel zu umgehen, in dem man seine Tiere an Frostfutter gewöhnt. Aber ab einer gewissen Bestandsgröße hat man auch Kandidaten dazwischen, die sich für totes Futter nicht interessieren. Da mein Python anchietae Frostfutter partout ablehnt, bin ich gezwungen lebendes Futter anzubieten.
Wem ging das nicht so bei dem ersten lebendigem Futtertier, dass ihn die Gewissensbisse gequält haben und man sich danach schlecht gefühlt hat. In der Theorie kein Problem. Aber in der Praxis dabei seelenruhig zuzusehen, wie vor den eigenen Augen ein Tier sein Leben verliert?
Irgendwann einfach nurnoch Routine. Bis man sich genauer mit diesem Thema beschäftigt und sich die von mir oben genannte Frage stellt.
Wie wir Halter von Schlangen alle Wissen, fressen unsere Tiere ausschließlich andere Tiere. Der Hauptteil davon Säugetiere. Soweit erstmal ganz natürlich. Aber ist es immernoch natürlich ein lebendiges Säugetier zu kaufen, nach Hause zu fahren mit dem Wissen, dass das Tier in kürzester Zeit qualvoll verenden wird? Es in einen Kasten ohne Fluchtmöglichkeit zu stecken und darauf zu warten, dass es vergiftet, erwürgt oder bei lebendigem Leibe gefressen wird?
Im Grunde bleibt festzustellen, dass diese ganzen Tiere nur zu meinem Privatvergnügen sterben. Damit ich sehe, wie meine Schlange wächst und gedeiht. Das, was einem in der Terraristik die größte Freude bereitet. Denke ich um, komme ich zu dem Entschluss, dass wenn ich keine Futtertiere anbiete, meine Schlange auf kurz oder lang verhungert. Aber wie wägt man ein Schlangenleben gegen hunderte von Mäuse- oder Rattenleben ab?
Wäre ich diesem Hobby nicht verfallen, müßte ich diese Entscheidung nicht treffen. Klipp und klar gesagt:
Würde ich dieses Hobby nicht ausüben, müssten unter meiner Obhut keine Tiere ihr Leben lassen.
Eine weitere Frage ist, wo ziehe ich die Grenze des "lebenden"? Wieso plagen mich diese Bisse nicht, wenn ich eine Grille an meine Echse verfüttere? Ist das Leben der Ratte mehr Wert als das einer Heuschrecke?
In freier Natur ist das der Lauf der Dinge.
Mäuse und Ratten fressen Dörfern in Indien das Getreide weg und die Menschen würden verhungern, würden die vielen Kobras und Rattenschlangen nicht hinter den Mäusen her sein. Die Menschen jagen ebenfalls nach den Ratten, grillen und essen sie. Fressen oder gefressen werden.
Aber bei uns zu Hause im Wohnzimmer müssten wir doch in einen Gewissenskonflikt geraten. Wie blendet man den Tod eines Lebewesens aus?
Es stellt sich die Frage:
Habe ich eine schlechte Seele, weil ich Tiere sterben lasse um meinem Hobby zu fröhnen?
Ich würde mich über jederlei Antworten zu diesem Thema freuen...eventuell melden sich ja sogar ein paar Nicht-Schlangenhalter zu Wort.
Gruß