Ich verstehe schon: Du meinst, man lässt sich keine Alternative, kein Sicherheitspolster, sollte man mal eine Ausschlussdiät machen müssen. Zumal sich Allergien wohl erst sicher und dauerhaft zeigen, wenn der Hund mindestens drei Jahre alt ist. Bis dahin hat man dann alles durch, was man so kaufen kann, weswegen es dann unbrauchbar für die Ausschlussdiät ist. Das Problem: Ob Pferd wirklich so toll dafür ist – sei mal dahin gestellt. Du kannst aber nicht eine Fleischsorte zur Allergikersorte erklären und den Leuten verbieten oder zumindest anraten, sich das offen zu halten. Ich gebe zu, dass ich Leo auch von Anfang an so ziemlich alles gefüttert habe (teils auch mittels Wolfsblut), sodass mir im Zweifel wohl nur Krokodil oder was ähnliches geblieben wäre *hust*. Im Nachhinein bin ich Gott froh, dass sich da nichts in die Richtung ergeben hat.
Ob es sinnvoll ist, sich wenigstens eine Sorte aufzuheben? Ich denke schon, zumal es einem ja nicht weh tut.
Andererseits profitieren wir, gerade wenn wir seltenes Fleisch für eine Diät brauchen, von der Globalisierung, die auf der anderen Seite ermöglicht, dass all diese Sorten überhaupt hergestellt werden und das vor allem zu erschwinglichen Preisen. Globalisierung ist wie immer ein zweischneidiges Schwert und man muss eben auch sagen: Nachfrage bestimmt das Angebot. Ob die Sorten nur gekauft werden, weil sie was besonderes sind, oder weil immer mehr Hunde Allergien haben ist da egal, gäbe es keine Nachfrage käme keiner an das Fleisch ran oder nur so teuer, dass man sich die Ausschlussdiät gar nicht leisten könnte. Dazu kommt, dass die meisten Leute sowieso keine solche Diät machen (mein Eindruck), der TA egal wie sowieso zu Pferd rät oder einfach die Fertigvariante genommen wird. Da wundert einen nicht, dass es nichts bringt.
Aus eher heilpraktischer Sicht könnte das sogar ein Grund für diese massiven, jedes Fleisch umfassenden Allergien sein. Hier wird davon ausgegangen, dass es sozusagen (meine Worte) eine oder wenige Hauptallergien gibt und dazu mehrere Nebenallergien kommen können. D.h., es entwickelt sich eine Allergie, Symptome treten auf, es wird viel gesucht, gemacht und behandelt, das ganze zieht sich Monate hin. Inzwischen reagiert der Hund laut Test auf jedes Fleisch, jeden Fisch und ein paar Gemüse- und Getreidesorten. Woher kommt das? So ein Tier wäre gegen fast jede Nahrung, die es aufnehmen kann, allergisch. Und da gibts eben die Theorie, dass meinetwegen nur eine »richtige« Allergie gegen Rind, Ei und Huhn besteht, der Rest sind Unverträglichkeiten, die aus der Überforderung durch die ersten Allergien, langwierige, falsche und anstrengende Behandlungen sowie vll zusätzlichen Stress für das Immunsystem folgen. Bekommt so ein Hund eine Ausschlussdiät, findet man theoretisch nicht nur die genauen Auslöser (immerhin sind Tests nie ganz genau), sondern kann andere Auslöser, die laut Test vorhanden waren, sogar ausmerzen und wieder verfüttern, sobald die einhergehende Entgiftung stattgefunden hat, das Immunsystem aufgebaut wurde und der Hund sich erholen konnte. Dazu kommen noch Vermutungen zwecks Fertigfutter und Zusatzstoffe, die ich aber lieber mal beiseite lasse.
Ob das immer so ist und ob das fundiert ist das zu behaupten will ich lieber nicht beurteilen, aber an sich finde ich die Überlegung durchaus berechtigt. Man sollte sich das durch den Kopf gehen lassen, wenn man ein Tier mit anscheinend derart vielen Allergien hat. Das ist auch mit ein Grund, weswegen ich trotz Bluttest zur Diät rate. Vll bringt es nichts, aber einen Versuch ist es zumindest wert.
WB greift gerne auf Fleischsorten zurück die, gelinge gesagt, exotisch sind.
Exotisch ja, ich hatte es nur so verstanden, dass sozusagen in einem Sack fünf Fleischsorten wären und das stimmt ja nicht

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