Hallo Rex,
Entweder reagiert dein Hund so aus Trennungsangst oder aus Langeweile.
Hunde mit Trennungsangst reagieren oft unterschiedlich.
Manche Hunde zerstören die Wohnungseinrichtung, andere pinkeln in die Wohnung. Dein Hund kratzt an Türrahmen und Tapeten. Das alles sind Übersprungshandlungen. Dein Hund hat einen Konflikt.
(Konfliktsituation = Übersprungshandlung)
Die Gründe für solches Fehlverhalten sind vielfältig. Aus Angst/Unsicherheit, Langeweile, Frustration, mangelnde oder falsche Erziehung. Immer aber haben solche Hunde „negativen Stress“.
Alle diese Hunde haben meist eine extrem starke Bindung zum Besitzer, was normalerweise gut und anzustreben ist. Aber manchmal ist es eben auch des Guten zu viel.
Kann es sein, dass dein Hund in der Wohnung ständig um dich rum ist? Meist ist das nämlich Auslöser für solches Verhalten.
Damit möchte ich sagen: Ihr seelisches Gleichgewicht ist gestört, wenn sie dann plötzlich alleine bleiben müssen oder ausgesperrt sind, oder auch nur einfach nicht mehr im Mittelpunkt stehen.
Viele Hundebesitzer berichten voller stolz von der Treue oder dem anhänglichen Charakter ihres Vierbeiners, der ihnen in der Wohnung auf Schritt und Tritt folgt.
Meine Hunde laufen mir nicht ständig in der Wohnung hinterher. Sie müssen mich nicht ständig begleiten, beobachten also kontrollieren, wo ich bin oder was ich mache. Beschützt werden muss ich in meinen eigenen 4 Wänden auch nicht. (Im Ernstfalle könnte ich aber auf sie zählen.) Hin und wieder schaut mal einer vorbei, und geht dann wieder. Ich finde das ok so.
Hunde die einem ständig folgen, kontrollieren meist aus Unsicherheit oder aus Dominanz. (Wo du hingehst, gehe ich auch hin...gleiches Recht für alle.) Oder aber aus Opportunismus. (Es könnte ja etwas lohnendes dabei herausspringen, z.B. in der Küche).
Manche Hunde entwickeln dabei einen regelrechten Stress, wenn sie meinen, ständig aufpassen zu müssen und können sich gar nicht mehr richtig entspannen. Ständig auf der Hut!
Sollte es sich bei deinem Hund tatsächlich um eine Form der Trennungsangst handeln, so sollte er lernen, auch in deiner Anwesenheit Dir nicht auf Schritt und Tritt zu folgen. Etwas mehr abnabeln, wäre dann da angebracht, auch wenn es unmenschlich erscheinen mag. Diese Trennungsangst entsteht meist aus übermäßiger Zuwendung, die dann auf einmal, durch weggehen des Besitzers, oder nicht mehr bei ihr/ihm sein dürfen, schlagartig weg ist.
Es wäre in dem Fall gut, den Hund an einen bestimmten Platz in der Wohnung zu gewöhnen. Man sollte also mehrmals täglich für einige Minuten das liegen bleiben auf dem zugedachten Liegeplatz üben. Das kann eine Decke oder ein Korb sein. Diesen sollte man mit Leckerle schmackhaft machen. Am Anfang entfernt man sich mit Kommando "bleib" nur für wenige Sekunden, bleibt aber selbst noch im Zimmer. Später erweitert man es auf den Nebenraum und verschwindet erst für wenige Sekunden, später erhöht man den Zeitintervall auf anfangs 1 - 2 Minuten, und steigert das schrittweise. Kommt man zurück und der Hund liegt noch brav auf seinem Platz wird gelobt/belohnt.
Möchte er aufstehen, sofort Kommando "Nein" oder „Platz“, läuft er entgegen, den Hund zurück auf den Platz bringen. Klappt das dann soweit gut, kann man dann versuchen die Tür des Raumes für kurze Zeit zu schließen.
Bleibt er brav an Ort und Stelle...wieder loben. usw. (Langsames Üben ist absolut wichtig...wenige Minuten am Anfang und die Intervalle auch nicht zu schnell steigern). Der Hund wird jedes mal von seinem Platz abgeholt und belohnt! Das bedeutet, dass der Besitzer bestimmt, wann der Hund sich frei bewegen oder hinterherlaufen darf. Das alles sollte natürlich auch geübt werden, wenn mal Besuch da ist. Der Hund muss lernen, dass er nicht der absolute Mittelpunkt ist.
Aber...der Hund sollte nun nicht stundenlang auf seinem Platz „gebannt“ bleiben und das alles muss wirklich in kleinen Schritten geübt werden.
Der nächste Schritt wäre dann, den Hund in einem bestimmten Raum zu lassen, zwar auch mit seiner Decke oder dem Körbchen, aber ohne zu fordern, dass der Hund dort liegen bleibt.
Das Ziel sollte ja sein, dass der Hund lernt alleine zu bleiben und nicht, dass er stundenlang auf ein und dem selben Platz verharrt.
Ein „sich davon stehlen“ ist genauso falsch, (Vertrauensbruch), wie übermäßige Verabschiedung.
Dieses Procedere erfordert viel Geduld, aber die Hunde lernen so pö a pö auch mit etwas weniger Aufmerksamkeit fertig zu werden, und dass es Zeiten gibt, wo sie auf ihrem Platz oder im zugedachten Zimmer zu bleiben haben, auch wenn Frauchen/Herrchen in der Wohnung ist. Der Besitzer bestimmt, wann es Aufmerksamkeit gibt, und wann eben nicht.
Ein homöopathisches Mittel könnte bei Trennungsangst unterstützend wirken.
Auch der sogenannte D.A.P – Spray, (beruhigende Pheromone) könnte die Stimulans des Hundes positiv beeinflussen.
Zerstörungswut aus Langeweile (Unterforderung):
Hunde, die nicht ausgelastet sind zeigen häufig ein solches Verhalten. Nur ein Hund der zuvor seinem Bewegungsdrang Rechnung tragen durfte, sich ausgiebig lösen konnte wird entspannt und ohne Stress auf die Rückkehr seines Besitzers warten können, und hat dem zufolge auch keinen Triebstau. Man kann ihm, nach ausgiebigem Spaziergang Kauartikel geben, mit denen er zumindest eine zeitlang beschäftigt ist.
Klassisches Beispiel:
Bei den „Superfrauchen“ wurde ein Dobermann gezeigt, der zwar zum einen auch wirkliche Trennungsangst hatte, der aber auch gleichzeitig total unterfordert war.
Frauchen tanzte Nachts zur Unterhaltung der Gäste in einer Diskothek, kam in den frühen Morgenstunden nach Hause und wollte erstmal schlafen. Der Dobermann hingegen wollte endlich beschäftigt werden und hatte ein enormes Bewegungsdefizit. Er nahm alles auseinander und kratzte obendrein den Putz von der Wand. Seinen Auslauf hatte er tagsüber zwei oder dreimal für 10 Minuten und der „grössere“ Spaziergang war ca. eine halbe Stunde lang. Dies alles mitten in Berlin und ausschliesslich an der Leine.
Wäre ich Hund gewesen...ich hätte mich genauso abreagiert!
Zur Aggression deines Hundes...
Bitte benutze die Suchfunktion. Es wurde schon mehrmals, (auch von mir) etwas dazu geschrieben.
Nur soviel noch jetzt hier dazu:
Wenn Ablenkung in Verbindung mit positiver Bestärkung wirklich nichts nutzt, dann solltest du über den Gehorsam gehen. Also Unterordnung üben...erst möglichst ohne Ablenkung, später dann auch, wenn andere Hunde auf Entfernung zu sehen sind.
Eine andere Möglichkeit wäre Clickern (Positiv-Signal). Dies zu hause
üben (ohne Ablenkung), später dann auch draussen anwenden. Allerdings wäre es sehr wichtig, dass du dir für's Clickern kompetente Hilfe suchst.
Eine Transportbox für kurzzeitige Unterbringung, nachdem der Hund genug Auslauf hatte und sich lösen konnte, ist nicht wirklich schlimm. Allerdings sollte der Hund nicht stundenlang eingesperrt sein.
LG
Bettina