Verhalten bei Angstkläffern

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ST0FFEL

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Wie würdet ihr handeln?

Würdet ihr das Bellen als Nebenerscheinung der Angst gänzlich ignorieren und einfach versuchen, dem Hund die Angst zu nehmen? (zB durch "Antischeutraining", Ablenken in angstbehafteten Situationen, Alternativverhalten üben, anfänglichem Meiden zu stressiger Situationen ...)
Und dadurch dann hoffen, dass Hundi später auch nicht mehr bellt.

Oder würdet ihr o.g. machen aber zusätzlich das Angstbellen unterbinden, damit es sich nicht irgendwann automatisiert? So eine Erziehung eines ängstlichen zu einem mutigen Hund geht ja nicht von heute auf morgen...

Oder würdet ihr das Bellen nur in bestimmten Situationen unterbinden (wenn ja, in welcher dieser Situationen: andere Hunde, Menschen, Gegenstände, Schrecksituationen)


Dass nicht getröstet oder beruhigend mit dem Hund gesprochen wird, ist eh klar, weil das die Angst nährt.

Es handelt sich um keinen meiner Hunde sondern den einer Bekannten. Sie hat ihn mit 13 Wochen von einer lieben Züchterin geholt. Aufzucht war prima. Wurfgeschwister (sie hat immernoch Kontakt) sind durchschnittlich bis mutig. Ihr Kleiner wurde ihr von Anfang an als ängstlicher Kerl verkauft, da er sich auch bei der Züchterin schon so zeigte.
Er ist sehr lieb und leichtführig. Geht auch überhaupt nicht Richtung Angstbeißer.

Wenn sie ohne Mitmenschen leben würde, würde das Bellen auch keinen stören. So macht es aber unter Nachbarn und Mitmenschen nicht unbedingt Freunde.

Bislang hat sie ihn mittels Clicker immer wieder an Gegenstände herangeführt, die ihm Angst machen. Das klappt gut. Spätestens nach 3 Mal geht er dann vorbei und es erschreckt ihn nicht mehr und er bellt auch nicht mehr.
Das macht sie jetzt allerdings schon seit einem halben Jahr sehr geduldig. Er hat viele Hundekontakte, ist sehr verträglich.

Trotzdem zeigt sich keine wirkliche Besserung. Sobald eine Mülltüte 100m weiter liegt, als beim letzten Mal, ist es wieder schrecklich.
Kommt ein Mann mit blauer statt roter Tüte, ist es wieder schrecklich. Kommt er an einer anderen Stelle, als trainiert, ist es wieder schrecklich.
Versteht ihr, was ich meine. Hundi scheint nix zu übertragen. Jede Situation muss einzeln geübt werden.
Aber die Umwelt draußen verändert sich eben so schnell, dass das kaum möglich ist.
Vor allem aber seine Schreckhaftigkeit, auf die sich ja auch Mensch schlecht vorbereiten kann, ist ein Problem. (Hundi erschrickt fast zu Tode, wenn eine Amsel in der Nähe auffliegt.:roll:)

Bei Hunden ist es genauso. Jeder fremde Hund wird erstmal als bedrohlich empfunden. (und verbellt) Wurde er kennengelernt, ist es ok. Verträglich ist er mit allen Hunden.

Was mich am meisten wundert. Meine Bekannte besitzt einen wirklich souveränen erwachsenen Hund. Ich hätte eigentlich erwartet, dass sich der Kleine mit der Zeit beim Großen abschaut, dass alles gar nicht gruslig und schrecklich ist. Das ist aber nicht der Fall.

Also:
Würdet ihr weiter nur an der Angst arbeiten und hoffen, dass sich das Bellen irgendwann gemeinsam mit der Angst gibt.
Oder würdet ihr das Bellen unterbinden / verbieten? (Könnte das den Stress für Hundi erhöhen?)

Und ganz ketzerisch:
Es ist ausgeschlossen, dass die Angst durch schlechte Erfahrungen verursacht wurde.
Kann man so eine angeborene Charaktereigenschaft eigentlich jemals komplett aberziehen?

Sorry, ich kann mich einfach nicht kurz fassen. :uups:
 
  • Verhalten bei Angstkläffern Beitrag #2
Hey,
was ist denn ein "Antischeutraining"? Ich kann mir da im Moment gar nichts drunter vorstellen sorry :( Aber für mich hört sich das irgendwie für den Hund ziemlich stressig an oder?
Ich würd's erstmal so probieren, dass ich das ignoriere und mich in der Situation ganz normal verhalten, vielleicht würde ich auch mal "Nein" oder "Pfui" sagen, wenn er kläfft.
Wie alt ist der Hund denn jetzt?
Ich glaube, wenn nichts hilft, würde evtl. mal eine Hundeschule kontaktieren...viele machen auch Training zu Hause, das speziell auf die Wünsche des Hundehalters abgestimmt ist (natürlich auch auf den Hund), ist natürlich etwas teuer, aber wär für mich die letzte Lösung, wenn mir persönlich nichts mehr einfallen würde.
 
  • Verhalten bei Angstkläffern Beitrag #3
Er ist jetzt ein dreiviertel Jahr alt.

Wie man das bei Hunden nennt, weiß ich nicht. Antischeutraining gibts als Begriff bei Pferden und ist nicht stressig.
Der Hund wird da langsam (in dem Fall meiner Bekannten mit dem Clicker) an für ihn gruslige Sachen herangeführt und motiviert, sich die Monster anzuschauen, zu beschnüffeln, mal drauf zu klettern. Alles ganz langsam und immer an der lockeren Leine oder ohne Leine, so dass der Hund selbst entscheiden kann, wie weit er sich ran traut.

Hmm, in der Hundeschule sind sie. Dort kennt er alles und alle Hunde und somit gibt es keine Probleme.
Auch im Alltag gibt es keine Probleme.
Nur wenn es auf Wegen "gruslige" Veränderungen gibt, bringt ihn das schnell aus der Fassung.
Oder wenn unvermittelt jemand aus einem Eingang kommt und Hundi sich erschrickt. Oder eben eine Amsel kurz vor ihm vorbeifliegt.
Und dann gibt es so Tage, da erschrickt er sich am Anfang einmal ganz doll und dann ist er den Rest einfach durch den Wind und plötzlich sind wieder Sachen gruslig, die sonst schon ok waren.

Mich erinnert er in seinem Verhalten ganz oft an ein schreckhaftes Pferd und nicht an einen Hund. :?
 
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