Geregelte Futterzeiten - ein Mythos?

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  • Geregelte Futterzeiten - ein Mythos? Beitrag #1
SusiR

SusiR

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Hallo,

Also ich muss jetzt mal nachfragen...
Bei uns im Stall (nicht mein eigener, bin nur Einsteller ;) ) ist es etwas iritierend. Mal kommen die Pferde um 17 Uhr von der Koppel in die Box zum fressen, manchmal aber auch um 20 Uhr.
Viele von den Einstellern regen sich auf, weil sie der Meinung sind, dass etwas geregelt die Futterzeiten schon sein sollten, oder auch die Zeiten in der sie auf oder von der Koppel kommen.

Ist das jetzt den Pferden egal, oder hat das für die Tiere doch eine bedeutung?

glG
 
  • Geregelte Futterzeiten - ein Mythos? Beitrag #2
He das ist doch mal ein Klasse Streitthema!
Pferde sind Gewohnheitstiere und lieben einen rundherum geregelten Tagesablauf.

Morgens um xY geht das Licht an, ne viertel Stunde später ist das Futter da (nächster Streitpunkt, erst Heu oder erst Kraftfutter?) ne weitere halbe Stunde später kommt der Zimmerdienst. Dann noch ein Schläfchen, danach gehts in die Führmaschine und dann Unfug überlegen bis zum Mittag, aber exakt um dreiviertel Z und auf keinen Fall erst nach dieser Stute gegenüber!
Nach dem Mittagsschläfchen, natürlich ohne das da einer über die Stallgasse latscht, warten auf den Mensch, natürlich täglich zur selben Zeit.
Der Mensch macht auch alles in der selben Reihenfolge, dann Dösen bis zum Abendessen. Anschließend noch ein wenig mit dem Nachbarn streiten. Pünklich um kurz nach y geht das Licht aus und Nachtruhe.

Wenn ein solches Pferd mal mit auf Turnier, Wanderritt oder in Urlaub geht hat es ein riesen Problem, früher aufstehen und der gesamte Tagesablauf ist durcheinander, wenn es dann noch woanders schlafen muß ist Streß vorprogrammiert.
Es sollte den Pferden ein relativ geregelter Tagesablauf geboten werden, aber immer so das es für das Pferd und den Menschen organisierbar ist.

Wenn eure Pferde bei schönem Wetter länger draußen bleiben, werden die das auch zu genießen wissen. Diese Pferde sind in der Lage sich auch mal anzupassen, deren Reiter werden doch auch nicht jeden Tag zur selben Zeit kommen und immer exakt das selbe machen. Was ist den dann wenn die mal im Urlaub oder Krank sind?

Aber es ist ein tolles Streitthema, kann mir schon vorstellen das Euer Stall in zwei Lager geteilt ist.
 
  • Geregelte Futterzeiten - ein Mythos? Beitrag #3
Also bei uns im Stall werden die Rein- und Rauslass-Zeiten und damit auch die Futterzeiten bewusst immer mal ein bißchen geschoben, damit die Pferde nicht "drauf bestehen" um 19 Uhr ihr Futter zu bekommen oder morgens um 8 Uhr auf die Wiese zu kommen.
Wie Sandfloh schon schreibt können so extrem geregelte Zeiten im Fall von Turnieren oder auf Wanderritten o.ä. zum Problem werden. Eine gewisse Regelung sollte der Tagesablauf allerdings schon haben.
 
  • Geregelte Futterzeiten - ein Mythos? Beitrag #4
Ich denke dass es für manche Reiter auch schwierig ist, dann noch zum Reiten zu kommen. Wenn man an einem Tag nur 1 Stunde Zeit hat um das Pferd zu bewegen und es dann gerade Kraftfutter bekommen hat, dann ist das sicherlich nervig.

Aber dass es das Pferd so extrem stört kann ich mir nicht vorstellen. Wäre mal interessant zu wissen, wie das Pferde im Offenstall mit per Halfterchip gesteuerter Selbstbedienung (die sich ja aussuchen können wann sie wie viel Kraftfutter zu sich nehmen) machen...
 
  • Geregelte Futterzeiten - ein Mythos? Beitrag #5
Hallo,
Stimmt, das wäre wirklich interessant. Aberer man sieht es ja auch bei Pferden, die den ganzen Tag auf der Weide stehen. Sie fressen ja fast durchgehend.

LG hasi
 
  • Geregelte Futterzeiten - ein Mythos? Beitrag #6
Mich ausnahmsweise mal hier herumschleich...:D

Also, Pferde sind grundsätzlich Gewohnheitstiere, die eine gewisse Konstanz in ihrem Tagesablauf durchaus zu schätzen wissen, ABER:
Je mehr Abwechslung man ihnen bieten kann (auch in den Zeiten verschiedener Vorgänge), desto flexibler bleiben sie und desto "spannender" ist ihr Tag. (Immer gleiche Abläufe fördern vorallem bei Boxenhaltung das Auftreten von Stereotypien und aufmerksamkeitsforderndem Verhalten, da gewisse Verhaltensweisen (z.B. Scharren, gegen die Boxenwand treten, aufgeregt umherlaufen) immer zum gleichen Zeitpunkt "belohnt" werden (Futtergabe, Koppelgang) und somit anhand von positiver Verstärkung vermehrt auftreten)

Das bedeutet nicht, dass man jeden Tag Animation bieten muss und alle Routine umschmeißen, aber gewisse Schwankungen in Fütterungszeiten, Koppelgängen etc. sind eher positiv als negativ zu bewerten! (das ist übrigens wissenschaftlich erwiesen)
 
  • Geregelte Futterzeiten - ein Mythos? Beitrag #7
(nächster Streitpunkt, erst Heu oder erst Kraftfutter?)

Ich schließe mich da voll an, nur zum Thema Heu/Kraftfutter noch schnell was gesagt: erst Heu. ;) Fördert die Speichelproduktion, der wird abgeschluckt und senkt den Magen-pH während Kraftfutter gegenteiligens bewirken kann.
Wenn man also Kraftfutter auf nüchternen Magen gibt kann es zur Übersäuerung und zur Ausbildung von Magengeschwüren oder Schleimhautentzündungen kommen.
Allerdings gabs früher bei uns am Reitstall auch immer erst die Rutsche Kraftfutter und dann Heu - ist auch nie was passiert
Aber wenn die Frage schon in den Raum geworfen wurde - dann wäre es physiologisch sinnvoller erst Heu zu geben.

LG
 
  • Geregelte Futterzeiten - ein Mythos? Beitrag #8
Gut, ich werde die Stall-leute mal darüber informieren ;)

Danke für die Antworten ;)
 
  • Geregelte Futterzeiten - ein Mythos? Beitrag #9
Ich denke dass das bei Pferden, die generell gesund sind und vor der Fütterung abends den ganzen Tag auf der Wiese standen und den Bauch somit ja voller "Raufutter" haben bzw die abends soviel Heu rein kriegen dass sie bis morgens davon zehren können, nicht so essentiell ist wenn dann doch erst Kraftfutter gegeben wird.

Aber bei Pferden mit einem "nervösen" Magen oder derartigen Problemen kann das schon ausschlaggebend sein.

LG
 
  • Geregelte Futterzeiten - ein Mythos? Beitrag #10
He, Klasse wenigstens wir sind uns hier mal alle einig!
Ist doch mal schön!
 
  • Geregelte Futterzeiten - ein Mythos? Beitrag #11
Ich würde allen hier zustimmen, ein gewisses Maß an Regelmäßigkeit muss schon bestehen. Wir füttern drei mal am Tag Heu und das zu immer ungefähr gleicher Zeit. Es kann sich auch mal um eine halbe Stunde verschieben. Wenn die Pferde gerade auf der Weide stehen, wird eine Heumahlzeiten eben ausgelassen. Die Pferde kommen auch nicht immer unbedingt zu den selben Zeiten auf die Weide, es schiebt sich eben, je nachdem wie unser Tagesablauf ist. Wir bemühen uns darum es zu den selben Zeiten zu tun, aber wenn mal etwas dazwischenkommt (was desöfteren der Fall ist) läuft es eben mal etwas anders.

Ich denke aber, wenn man mit seiner Tagesablauf zu sporadisch ist, ist das Pferd auch nicht gerade glücklich. Wir Menschen mögen es ja auch lieber, einen gewissermaßen regelmäßigen Futterplan zu haben.
 
  • Geregelte Futterzeiten - ein Mythos? Beitrag #12
Bei uns auf dem Hof stehen die Pferde den ganzen Sommer 24 Std. auf der Koppel. Kraftfutter gibt es also nur dann, wenn der Besitzer selbst füttert. Bei den meisten ist das dann halt einfach nach dem Reiten. Bei den wenigsten passiert das um genau die gleiche Zeit. Find ich auch nicht wirklich schlimm. Wenn sie dann im Winter im Stall stehen werden die Heuraufen morgens von der Stallbesitzerin aufgefüllt (Unsere Pferde haben 24Std. Heu zur Verfügung - außer in manchen Fällen) und nach Bedarf wird auch Kraftfutter von ihr gegeben. Den Rest erledigen dann wieder die Einsteller selbst - also auch eher unregelmäßig. Ich find das überhaupt nicht schlimm...
 
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