Hafer enthält ein für Pferde sehr gut verwertbares Eiweiß und hochwertiges Öl. Daher ist Hafer ein hervorragendes Leistungsfutter.
Meist wird jedoch gequetschter Hafer gefüttert, da ist der Ölanteil dann sehr viel geringer und der Hafer staubt, gerade, wenn er nicht frisch gequetscht ist.
Man quetscht Hafer, da viele Pferde ihr Futter nicht richtig kauen oder kauen können. Pferde, die nur ungequetschten Hafer bekommen, fressen langsamer, regelmäßige Zahnkontrollen und eine von Natur aus gute Gebissstellung ist dabei Voraussetzung.
Pferde mit nicht mehr so ganz perfekten Zähnen können ungequetschten Hafer nicht richtig kauen und aufschließen, sie schlucken viele ganze Körner einfach runter, diese kommen dann hinten genauso wieder raus, da die Verdauungssäfte des Pferdes das Korn nicht aufschließen können.
Viele Ställe mischen daher ihrem Quetschhafer Öl bei um den Staub zu binden und den Hafer wieder aufzuwerten (Öl = Energie).
Es gibt jedoch Pferde, die diesen Energieschub nicht vertragen und noch mehr Reiter, die dann mit ihrem Powerpony nur noch schlecht klar kommen. Verspannungen sind die Folge (den sticht der Hafer).
Bekommen diese Pferde dann einfach weniger Futter, magern sie möglicherweise ab.
Einige Pferde kommen mit der großen Eiweißmenge nicht klar, Allergien, Felljucken, angeschwollene Beine etc. sind die Folge. Insgesamt wird Hafer von Robustpferderassen häufig schlechter vertragen, gerade während der Weidezeit, wo unsere Wiesen für einige Pferderassen sowieso schon fast zu fett sind. Im schlimmsten Fall kann es dann zu einer Eiweißrehe kommen.
Bei ausschließlicher Haferfütterung müssen unbedingt Mineralien zugefüttert werden. Das haferfreie Mischfutter ist meist mit Mineralien versetzt, so dass bei normaler Leistung ein Leckstein vollkommen ausreichend ist.
Gutes Heu in ausreichender Menge ist bei jeder Fütterung pflicht, da das Pferd nur so seine Sättigungsgrenze erreicht (kleiner Magen, großer Darm), die Darmtätigkeit angeregt wird, der Wasserhaushalt geregelt wird und das Pferd seinem natürlichen Verhalten (Dauerfressen) nachkommen kann.
Pferde, die permanent ihre Sättigungsgrenze erreicht habe, stürzen sich beispielsweise nicht auf ihr Kraftfutter, halten die Futterzeiten nicht absolut nach, neigen nicht zu Koliken, haben keine Probleme mit ihrem Wasserhaushalt (selbst bei großer Anstrengung) und sind gesund und zufrieden.
Ich entscheide bei jedem Pferd individuell, ob es Hafer bekommt oder nicht. Allerdings mische ich die Futterarten nie, da Hafer eine andere Kaubewegung benötigt als pellettiertes Futter oder Müsli (Mischfutter). Bei Mischfütterung mit Hafer und haferfreiem Futter, besteht eine komplette Mahlzeit aus Hafer. Diese wird idealerweise dann gegeben, wenn ich anschließend reite und das Pferd so die durch den Hafer gewonnene Energie auch optimal einsetzen kann (da ich vormittags reite, besteht dann, die Frühfütterung aus Hafer).