Hallo Angie 1984,
nein um Himmels Willen, das Vetrauen in Dich darf Dein Hund niemals verlieren. Aber er muss Dich auch als seinen Boss, einen guten Boss, anerkennen. Ich würde ehrlich gesagt, eine gute Hundeschule empfehlen, weil kommen sollte der Hund schon, wenn man ihn ruft. Ich beschreibe mal kurz wie wir unsere Edna rufen, das klappt ganz gut, vielleicht hilft Dir das ja weiter: 1) wir rufen stehend "Hier", etwas langestreckt in der Betonung, normale Sprechlautstärke, freundlich, aber bestimmt, damit sie weiß, jetzt kommt etwas, was Frauchen will und was nicht mit Spielen zu tun hat (also eine Aufforderung oder ein Befehl, wenn man es so ausdrücken will), 2) wenn sie auf uns zukommt, wird gelobt, nicht überschänglich und nicht so, dass sie es als Spielaufforderung auffasst, sondern freundlich und ruhig, aber so dass sie merkt, dass ihr Kommen das gewünschte positive Ergebnis auf den Befehl ist (Motivation), 3) ca. 1 - 2 Meter bevor sie bei uns ist, kommt der Befehl "Fuß", freundlich aber bestimmt, 3) sofort in dem Moment, wenn sie auf der linken Seite von uns ist, kommt "Sitz", wieder freundlich, aber bestimmt, 4) ganz doll loben, aber darauf achten, dass der Hund im Sitz bleibt und nicht sofort wieder losrennt. Wir haben festgestellt, dass Fuß und Sitz mit einem deutlich ausgesprochenen und betonten "tz" oder "ß" am Ende besser bei unserem Hund ankommen, wobei wir das Sitz kurz aussprechen und das Fuß etwas gedehnt. Geübt haben wir anfangs mit der 10-m-Laufleine. Dies hat den Vorteil, dass wenn der Hund das erste "Hier" überhört, ein kurzes Ziehen (nicht so doll, dass der Hund durch die Gegend fliegt, aber ausreichend, dass er in Deine Richtung kommt) an der Leine, meist den gewünschten Erfolg bringt und dann sobald er sich in Deine Richtung bewegt wieder loben usw.... Wichtig ist eigentlich, dass Befehle von Herrchen nicht übergangen werden, sprich 2 - 3 mal Rufen muss eigentlich ausreichen, dann sollte der Hund hören. Ansonsten macht man sich vor dem Hund zum "naja mir fällt kein passendes Wort ein", er nimmt einen dann halt nicht ernst, hat ja auch keine Konsequenzen. Weiß ja nicht, wie groß Euer Hund ist, ab einer gewissen Größe kann das Probleme geben. Aber auch bei Kleineren Hunden ist es nicht schön, wenn der Hund dann der Chef im Haus ist, sowas kann ausufern.
Habe aus Deiner Beschreibung herausgelesen, dass Ihr den Hund übernommen habt, also er nicht bei Euch aufgewachsen ist. War er denn schon mal in einer Hundeschule? Ich würde hier einen Besuch empfehlen, da kann man eigentlich nur dazu lernen (wenn es eine gute Hundeschule ist natürlich) und normalerweise festigt das gemeinsame Üben die Bindung.
Ich hoffe, ich konnt ein wenig hilfreich sein.
Grüße,
Samson
P.S. Wenn der Hund auf Zuruf trotz Strecken stets brav zu Dir kommt (ohne unwilliges Knurren, das hat mir nämlich echt Sorgen gemacht), würde ich das Strecken als Eigenart des Hundes werten und gut ist.