So werde ich Rudelchef…

Diskutiere So werde ich Rudelchef… im Hunde Verhalten und Erziehung Forum im Bereich Hunde Forum; Liebe(r) Keisuke, Hast du Kinder? Falls ja: Wie hältst du die um Disziplin an bzw. maßregelst sie, wenn sie Mist bauen oder sich nicht so...
  • So werde ich Rudelchef… Beitrag #161
Ich finde diese Methoden auch ziemlich unlogisch.
Mal tue ich so, als sei ich ein Hund und behandle den Hund, wie ein Hund einen anderen behandeln würde - z.B. mit dem Schnauzengriff. Aber andererseits darf mein Hund mich nicht wie einen anderen Hund behandeln (z.B. Anspringen) und weiter noch, ich verlange total hundeuntypisches Verhalten. Welcher Hund befiehlt einem anderen Hund sich hinzusetzen oder durch einen Reifen zu hopsen? ;)

Mein Hund ist nicht dumm. Der weiß, dass ich kein Hund bin.

Ja, diese Methoden funktionieren erstmal. Sonst würden sie sich ja nicht so halten. Aber oft ist das nicht von langer Dauer. Ich kenne ein paar solcher Hunde - die sind teils aggressiv zu ihren Besitzern geworden. Da versteht man plötzlich nicht, warum der Hund einen anknurrt :roll:

Teils war der Lerneffekt nicht von langer Dauer und die Hunde verfielen schnell wieder in alte Muster. Und dann wurde lauter gebrüllt, härter gestupst und fester zugepackt, weil man sich anders nicht zu helfen wusste.
Ich kenne wirklich keinen, der langandauernd mit den Methoden Erfolg hatte.

Man kann dich natürlich nicht zwingen, wie du mit deinem Hund umzugehen hast, aber ich möchte nur anmerken: Es geht auch anders.

Würde man seinen Hund nur mit Druck und Zwang erziehen können, ich hätte keinen. Das ist mir persönlich viel zu viel Stress. Immer dieser Gedanke "Der Hund gegen mich". Immer Brüllen, handgreiflich werden etc.... Ne, das ist mir zu stressig. :lol:

Dass dein junger Hund beim Spielen aufdreht, ist absolut normal. Vielleicht machst du auch einen typischen Anfängerfehler und mutest deinem Hund in seinem jungen Alter einfach schon zu viel zu - das kommt hier sehr, sehr oft vor.
Wenn du weißt, dass er nach 10 Minuten spielen voll aufdreht, geh nach 8 Minuten nach Hause. Das erspart dem Hund Stress und dir auch.

Und ja. Jeder Hund ist unterschiedlich, so wie jeder Mensch auch. Aber keiner - egal ob Tier oder Mensch - mag es, gegen seinen Willen angestupst, angefasst, angebrüllt und eingeengt zu werden.

LG

Liebe(r) Keisuke,

Hast du Kinder? Falls ja: Wie hältst du die um Disziplin an bzw. maßregelst sie, wenn sie Mist bauen oder sich nicht so verhalten, wie du es dir von ihnen wünschst? Kaufst du ihnen dann ein Eis (und tust damit etwas, was sie mögen) oder nimmst du sie bei der Hand und verlässt den Spielplatz (und tust damit etwas, das sie NICHT mögen)?
Wenn junge Lebewesen lernen sollen, etwas nicht zu tun, dann erreichst du das in aller Regel nicht, indem du dieses Verhalten noch belohnst, sondern indem du es negativ und ausschließlich richtiges Verhalten positiv sanktionierst.
Näher liegendes Beispiel: Wenn dein 15-jähriger Teenagersohn auf dich losgehen und dich schlagen würde, weil du ihm nach zu wilder Feierei den PC wegnimmst - würdest du vor ihm kuschen und ihm vielleicht noch eine Streicheleinheit verpassen oder würdest du entschieden durchgreifen (gegen seinen körperlichen Affront notfalls auch körperlich durch Gegenwehr?)
Hier geht es doch nicht um Fragen des alltäglichen Umgangs. Bei der Frage der Maßregelung geht es in aller Regel um Ausnahmesituationen, in denen es schlicht darum geht, die Kontrolle zurückzuerlangen gegen einen sich auflehnenden frühpubertierenden Hund. Wer das nicht tut, der geht aus Sicht des Hundes als klarer Verlierer aus dieser Auseinandersetzung hervor. Dadurch schwindet dein Ansehen bei ihm genauso rapide wie sein Respekt vor dir.
Wenn ich das hier so höre, habe ich den Eindruck, in eine Familie geraten zu sein, in der Kinder antiautoriär erzogen werden. Sie dürfen alles, werden nicht gestraft, wenn sie Mist bauen, weil es ja keinen "Mist" gibt, sondern nur völlig freie Individuen. Diese Kinder werden nie Regeln kennen und künftig überall anecken in einer Gesellschaft, die auf Regeln basiert. Ich halte davon gar nichts, denn am Ende machen die Kinder schmerzhafte Erfahrungen mit anderen. Irgendwann ist mein Hund ausgewachsen und wiegt 20 Kilo. Da wird es keiner mehr lustig finden, wenn er von ihr angsprungen oder bis nach Hause verfolgt wird, weil sie partout spielen will und ich sie halt machen lasse. Es muss möglich sein, den Hund aus dieser Situation abzurufen bzw. herauszunehmen, ohne dass sie die Dominante markiert (und sich z.B. nicht anleinen lassen will und nach meinen Händen schnappt). Bei meinem Hund war das ausschließlich durch rigoroses Durchgreifen möglich. Mit dem Resultat, dass es inzwischen viel viel besser klappt.
 
  • So werde ich Rudelchef… Beitrag #162
Off-Topic
Falls ja: Wie hältst du die um Disziplin an bzw. maßregelst sie, wenn sie Mist bauen oder sich nicht so verhalten, wie du es dir von ihnen wünschst? Kaufst du ihnen dann ein Eis (und tust damit etwas, was sie mögen) oder nimmst du sie bei der Hand und verlässt den Spielplatz (und tust damit etwas, das sie NICHT mögen)?
Wenn junge Lebewesen lernen sollen, etwas nicht zu tun, dann erreichst du das in aller Regel nicht, indem du dieses Verhalten noch belohnst, sondern indem du es negativ und ausschließlich richtiges Verhalten positiv sanktionierst.
Näher liegendes Beispiel: Wenn dein 15-jähriger Teenagersohn auf dich losgehen und dich schlagen würde, weil du ihm nach zu wilder Feierei den PC wegnimmst - würdest du vor ihm kuschen und ihm vielleicht noch eine Streicheleinheit verpassen oder würdest du entschieden durchgreifen (gegen seinen körperlichen Affront notfalls auch körperlich durch Gegenwehr?)
Hier geht es doch nicht um Fragen des alltäglichen Umgangs. Bei der Frage der Maßregelung geht es in aller Regel um Ausnahmesituationen, in denen es schlicht darum geht, die Kontrolle zurückzuerlangen gegen einen sich auflehnenden frühpubertierenden Hund. Wer das nicht tut, der geht aus Sicht des Hundes als klarer Verlierer aus dieser Auseinandersetzung hervor. Dadurch schwindet dein Ansehen bei ihm genauso rapide wie sein Respekt vor dir.
Wenn ich das hier so höre, habe ich den Eindruck, in eine Familie geraten zu sein, in der Kinder antiautoriär erzogen werden. Sie dürfen alles, werden nicht gestraft, wenn sie Mist bauen, weil es ja keinen "Mist" gibt, sondern nur völlig freie Individuen. Diese Kinder werden nie Regeln kennen und künftig überall anecken in einer Gesellschaft, die auf Regeln basiert.
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Dann solltest du dich einmal mit dem Thema psychischer Gewalt (Beschimpfung, Ignorieren, emotionale Erpressung: "Dann hab ich dich nicht mehr lieb!" und dergleichen befassen.
Man kann auch die Regeln der Umwelt kennen lernen, indem man sich mit dem Kind zusammensetzt, es auch ordentlich anhört (und dabei nicht gedanklich schon beim nächsten Einkauf ist).
Ich habe wirklich verdammt viel Scheiße in meinem Leben gebaut (3 Wochen am Stück wegen Unterforderung Schule geschwänzt, bei Freunden übernachtet, einfach mal 200 km zum ersten Freund gefahren ohne Bescheid zu sagen, mutwillig unser familiäres Eigentum zerstört,....aber trotzdem habe ich in meinem Leben nur eine einzige Ohrfeige bekommen - und zwar weil ich als Kind bei Rot über die Ampel gelaufen bin.
Jetzt arbeite ich in einem sehr gewaltbereiten Beruf, habe auch in der Freizeit bei Seminaren und Vorträgen mit Gewalt zu tun und sehe, was Gewalt tagtäglich aus den Menschen macht...egal ob Kind, Beruf, Freizeit, Hobby, Sport,...

Respekt hingegen - ehrlicher Respekt, knackt sogar unsere Schwerbrecher ;)
Es dauert zwar länger, aber lohnt sich, da man den Gegenüber nicht "kleiner" macht und man sich gegenseitig in die Augen schauen kann.
 
  • So werde ich Rudelchef… Beitrag #163
Also - um das Ganze mal auf eine sachlichere Ebene zu bringen, denn das ist doch hier alles recht viel Spekulation und Fantasterei. Sorry, aber das geht alles völlig an meiner Realität vorbei. Und ja - es ging ja hier nun mal gerade um meine Realität. Die Frage lautete nämlich, wie das bei mir mit den Rangkämpfen aussieht. Also wäre es doch ganz vernünftig, wenn man beim konkreten Beispiel bleibt und nicht alles mit Allgemeinplätzen und beliebten Phrasen aus dem Hundeversteher-Einmaleins vermischt.

1. Mein Hund hat keine Angst vor mir. Wir haben ein liebevolles, aufgeschlossenes Verhältnis. Sonst wären die erwähnten Fortschritte ja gar nicht möglich. Nach dem Rüffel war sie stets wieder ausgeglichen und trottete brav an der Leine. Hinterher wurde zu Hause geschmust.
2. Mein Hund hat mich noch nie angeknurrt.
3. Mein Hund folgt mir schon beinahe problemlos, wenn ich sie ohne Leine laufen lasse. Ich habe festgestellt, dass sie das besonder gern und aufmerksam tut, wenn ich etwas zu tun habe. Z.B. im Garten arbeite oder am See Obst pflücke. Das ändert sich, sobald andere Hunde, Tiere oder Menschen auftauchen - aber das ist für das Alter und für die kurze Zeit, die wir erst zusammen sind, völlig normal.
4. Mein Hund behauptet so gut wie gar nicht mehr den Führungsanspruch, sodass die erwähnten Methoden im Grunde nicht mehr notwendig sind. Es funktioniert inzwischen auch sehr gut auf Kommandos.

Das Besondere an meiner Hündin ist, dass sie die ersten 4 Monate ihres Lebens beinahe völlig autark zugebracht hat. Sie wuchs auf einem Bauernhof mit ihrer Mutter und ihren Wurfgeschwistern auf, die den lieben langen Tag lang mehr oder weniger sich selbst überlassen waren. Regeln kannten sie so gut wie keine. Wenn sie Hunger hatten, mussten sie sich melden, sonst gab es nix. Hierarchien gab es vorrangig innerhalb des Rudels, aber nicht zwischen Mensch und Tier. Ich musste bei ihr also quasi von null anfangen. Dazu gehörte auch, ihr klarzumachen, dass sie ihre bisherige Position im Rudel in ihrem neuen Umfeld aufgeben und mir folgen muss. Und zwar in allen Lebenslagen. Dazu kommt, dass sie ein Jagdhund ist. An der Disziplin zu arbeiten ist gerade bei diesem Hundetyp oberstes Gebot. Ich bin übrigens nicht auf der Wurstbrühe dahergeschwommen und habe mir mal aus Lust und Laune einen Hund angeschafft.
Ich habe mich 18 Monate lang darauf vorbereitet, Seminare in der Hundeschule besucht, Bücher gelesen usw. In dieser Zeit habe ich gemerkt, dass es so viele Erziehungsansätze wie Trainer und Psychologen gibt, die oft auch fundamental widerstreiten. Jeder will sich mit seinem durchsetzen und profilieren. Für den Halter bleibt eigentlich nur, sich von jedem das praxisnähste und zum eigenen Hundetyp passendste herauszusuchen, mit dem er im Alltag am besten zurecht kommt. Ich persönlich halte viel von gewaltfreier Erziehung. Und zu 98 Prozent findet die bei mir auch statt, wenn man den sanften Druck auf die Schnauze oder einen klaren Dämpfer in die Flanken bei Fehl- oder das zu Boden drücken bei rüpelhaftem Verhalten als "gewaltsam" bezeichnen möchte. Diese zwei Prozent, die hoffentlich bald überhaupt nicht mehr nötig sein werden, nehme ich in Kauf. WEIL es funktioniert. Ich halte Konsequenz und Durchsetzungvermögen für weitaus wichtiger als völlige Gewaltfreiheit - weil sich mit ersteren beiden Letztere nämlich in Kürze ganz von selbst ergibt. Im Rudel meines Trainers erlebe ich das täglich. Wir trainieren immer im Rudel (4 Aussies). Und wenn sie dort ihre Sperenzchen macht, kriegt sie einen Rüffel vom Rudelchef, dass sie zwei Meter weit fliegt. Und dann ist für den Rest des Tages Ruhe im Schiff. Sobald sie sich falsch verhält (z.B. an jemandem hochspringt), ist der Rudelchef zur Stelle, verbellt und knufft sie. Das ist so viel hilfreicher als alle möglichen Theorien in Ratgebern - oder Foren. Mein Trainer hat mir klargemacht, dass ich diese Methodik auch im Privaten weiterführen muss, wenn sie versucht, sich über mich zu erheben (was für das Alter auch völlig normal ist). Es ist völlig logisch, dass ich das nicht genauso schnell kann wie ein Aussie-Rüde. Aber die Wirkung ist trotzdem dieselbe. Das könnt ihr nun bestreiten und bezweifeln, so ganz ohne dabei gewesen zu sein - aber es wirkt dann eben schwerlich seriös.
Und weil ich die Pauschalbreitseite gegen meinen Trainer bereits kommen sehe: Mein Trainer ist diplomierter Biologe, Tierpsychologe und Homöopath. Er bildet Trainer und Therapiehunde aus. Anders als so viele andere hat er Jahre seines Lebens in Hörsälen und mit seinen Hunden zugebracht. Und das wunderbar entspannte Klima in seinem Rudel und das absolute Vertrauen, dass es ihm als Führer entgegenbringt, geben ihm Recht.

Nach diesem Post kann man sich eigentlich jede Worte sparen. :( Du kannst Konsequenz und Durchsetzungsvermögen nicht von unnötiger Gewalt unterscheiden und heißt sie gut. Ein "Rudelchef" muss niemanden "zwei Meter durch die Luft fliegen" lassen, das hat er nicht nötig. Mein Kleiner ist von Anfang an mit einer ausgewachsenen Schäferhündin konfrontiert wurden, die deutlich gemacht hat, dass er nichts zu sagen hat und dazu musste sie ihn nicht ein einziges Mal anpacken, durch die Luft fliegen lassen oder auf den Boden drücken, das hat sie rein über ihre Körpersprache gemacht. Ein "Rudelchef", der so etwas nötig hat, ist einfach keiner. Der Aussie geht scheinbar unkontrolliert seinem Kontrollwahn nach und ein super, duper "Trainer" verkauft seinen unerzogenen Hund als perfekten "Rudelführer." Sorry, aber wenn mein Hütehund - zwar nicht so krass wie ein Aussie, aber dieselben Veranlagungen - sich so ein Verhalten erlauben würde, wäre aber die Hölle los. Zurechtweisen ja, aber so übertrieben? Nein. Andere Hunde hüten - und das ist dieses Verbellen und knuffen - ist meiner Meinung nach nichts Anderes. Geht gar nicht.

Nur weil jemand ein Diplom hat, macht er noch lange nicht alles richtig. Nachdem, was du hier schreibst, wäre das ein Mensch, dem ich draußen nicht begegnen möchte. Sein "Rudelchef" würde sich dieses Verhalten nur ein einziges Mal bei meinem Kleinen oder meiner Gassihündin erlauben, dann würde er aber Fersengeld geben weil ICH das dann regel. :evil:

Und ein 18 Wochen alter Hund will sich nicht über dich erheben. Der versteht gearde die Welt nicht mehr. 16 Wochen lebte sie nur mit Mama und Geschwistern, kein Mensch wollte was von ihr. Dann kommst du, nimmst sie mit und haust sie in eine völlig fremde Welt und weil sie so reagiert, wie sie es bis jetzt gewohnt war, wird sie bestraft. Der Hund kann noch nicht lange bei dir sein, wieso soll sie dir vertrauen und dir folgen? weil du sie bestrafst? Total logisch. Mal davon abgesehen, dass ich aus so einer unseriösen "Quelle" keinen Hund gekauft hätte, aber egal.

Disziplin hat nichts mit Strafe zu tun. Ein guter "Rudelführer" braucht nicht zu bestrafen, er führt souverän 24 Stunden am Tag und vermittelt den Anderen das Gefühl "Egal, was ist, ich bin da und ihr könnt euch auf mich verlassen." Das was du da tust, ist es nicht.

Für mich - ohne dich oder deinen Hund näher zu kennen - klingt das Verhalten der Hündin einfach völlig überfordert und ein überforderter Welpe/Junghund zeigt schließlich Übersprungshandlungen - in die Hände beißen, bellen, einfach hohl drehen. "Training" mit vier erwachsenen Aussies finde ich zu viel, gerade wenn da das Motto regiert, "Das regeln die unter sich." Schreckliche Vorstellung. Eine ruhige Trainingsstunde mit gleichalten Hunden, wo Trainer sinnvoll eingreifen und niemand durch die Luft fliegt, wäre für deine Hündin wesentlich sinnvoller.

Aber es ist im Endeffekt egal, was wir hier schreiben. Du hast mit deinen Methoden sehr schnell Erfolg erzielt und damit bestätigen sie sich für dich. Dass du nur die Symptome bekämpft hast und die Ursache weiter brodelt, ist egal. Und irgendwann kommt dann der Thread "Ich kann meinen Hund nicht mehr ableinen, er jagt" "Mein Hund hat mich angeknurrt" "Mein Hund hat nach mir geschnappt" tut mir jetzt schon leid für die Hündin. Denn wenn du jetzt schon zu solchen Methoden greifen musst, was wird dann wenn der Hund älter wird und das Verhlaten wieder kommt? :?

Vielleicht solltest du mal in Ruhe überlegen warum hier so gut wie alle User gegen diese Methoden sind? Ich bin noch in zwei anderen Tier/Hundeforen und da herrscht die gleiche Meinung vor, von Leuten, die teilweise mehr mit Hunden zu tun habben als ich jemals haben werde. Von Leuten, die Hochleistungshunde haben und sehr hochtourig im Sport oder an den Schafen arbeiten, die arbeiten alle mehr oder weniger nach dem Prinzip der positiven Bestärkung. Von Leuten, die seit Jahrzehnten eine Hundeschule leiten und ihren unkastrierten Rüden mit einem einfach "Nein" von der standheißen Hündin abrufen können - ohne jegliches Beschwichtigungszeichen des Rüden.


@Eifelkater: Nachdem er kapiert hat, was "Hier" ist, eigentlich von der 10. Woche an. Wir haben da immer ein Spiel draus gemacht - auch in der Welpenstunde - Hunde rufen, total hoch belohnen und wieder spielen schicken. Hund hat gelernt "Jeah, Leckerlie/Spielie und dann geht das wilde Spiel weiter".
Mittlerweile reicht ein fröhliches "Komm, wir wollen weiter" und er löst sich von Fremdhunden/Menschen und kommt fröhlich mit. Wird auch hoch belohnt, der möchte auch manche Leute und Hunde mit Heim nehmen. :mrgreen:

Lg Demona
 
  • So werde ich Rudelchef… Beitrag #164
Demona, danke, dass du das alles so klar schreiben kannst.

Tuuli: Mein Kleiner ist grade 2,5 Jahre alt (joa, ein Mensch), bekommt die naechsten Wochen einen Bruder und ist teilweise richtig anstrengend.

ICH denk aber nicht drueber nach, was ist in .. Jahren, weil das garnicht realistisch ist.

Wenn Mister abdreht, gehts raus an die frische Luft;)
EGAL wann.
Klar, man kanns Kind auch ins Zimmer sperren und sagen "Du,du,du!"

Nach 30 Minuten austoben draussen ist die Energie vom Kind wieder auf normalen Level und die Mutter auch entspannt.

Wenige, klare, feste Regeln (wie zb draussen bei kaltem Wetter kommt eine Muetze auf, mit Essen wird nicht irgendwo rum geschmiert, es wird nicht auf die Strasse gerannt, nicht gehauen) sind wesentlich sinnvoller.
Tut er das doch, steh ich dann nicht da mit ner "Schelle" (wie beim Hund dein unnuetzes Rang Gedoens), sondern unterbreche sein Handeln, nehme ihm notfalls das jeweilige weg, oder halte ihn an der Strasse fest und erklaere kurz, streng, aber nicht laut, dass xy nicht in Ordnung ist, weil xy.

Es gibt nicht nur schwarz/weiss, sondern viele Stufen der Hunde- und Kindererziehung.

Aber klar, die Kinder, die beim rum mantschen dann bis morgens nix mehr zu essen griegen, beim einmaligen Bloedsinn machen vom Spielplatz gehen muessen, oder HundeBABYS die koerperlich angegangen werden, werden vieles schneller befolgen.
Alles andere ist zu aufwendig und hey, die Ausrede "wenn der das mit 20kg macht,..", zieht doch gut:)
Bloss nicht zu viel Arbeit, ist ok, wirklich:!:

- - - Aktualisiert - - -

Du scheinst ja Kinder zu haben, angenommen aeltere- da wirst du dir sicher denken, bei der wirds spaeter abgehen:D

Das gute ist- ich werde noch Spielraum haben, innerhalb der vielen Grauzonen.
Da es mein erstes Kind ist, lerne ich stets mit dem Kind, ABER lebe in der Gegenwart (was du mit deinem Hundebaby dringend tun solltest), mit der Einstellung, mich neuen Problemen und Situationen immer selbstreflektierend zu stellen.

Aber, es funktioniert ja gut, also.. vielleicht eher ein Beitrag fuer mich selber oder fuer mein Gewissen? Egal, es nuetzt was:mrgreen:
 
  • So werde ich Rudelchef… Beitrag #165
Off-Topic

.... bekommt die naechsten Wochen einen Bruder .....

Ui, scheinbar habe ich was verpasst. :shock: Herzlichen Glückwunsch. :D Wann ist es denn soweit?

Lg Demona

 
  • So werde ich Rudelchef… Beitrag #166
Oh, danke :D
Entbindungstermin ist der 24.08 :)
 
  • So werde ich Rudelchef… Beitrag #167
@demona: "komm her" hat er quasi sofort kapiert und Leckerlies und wieder spielen gibt es auch immer....funktioniert halt nur dann nicht, wenn langsame Zweibeiner oder Vierbeiner in "Spieldistanz" sind.

Aber ich jammere auf hohem Niveau: "Platz und Bleib" klappt mit 14 Wochen fast perfekt und schwimmen tut er auch schon wie eine Wasserratte. Momentan arbeitet er sehr mötiviert an der Flußrettung von Stöckchen...
Man kann halt nicht alles haben :mrgreen:
 
  • So werde ich Rudelchef… Beitrag #168
Hi,

@Hundefreundin: dann gratuliere ich dir nochmal. :D Hoffe euch geht es allen gut und die Hitze ist nicht ganz so belastend für dich.

@Eifelkater: Das ist wohl auch eine Charaktersache, Loki ist ein Mamakind. Für ihn ist es das Schlimmste wenn ich - womöglich noch fröhlich und hüpfend - weg gehe. :roll: Das macht es manchmal sehr viel leichter. Dafür konnte er ewig kein Platz. :lol:

Lg Demona
 
  • So werde ich Rudelchef… Beitrag #169
Danke Liebes!
Die Hitze ist aetzend, aber ich bin viel mit Junior am Fluss.
Die Lahn ist hier aehnlich wie die Isar bei dir:)

Morgen gehts mit der Huendin von Oma samt Oma dahin, inklusive Wechselklamotten fuer mich und Wasserball:mrgreen:

(Hundi geht nur bis zum Bauch rein, sehr praktisch bei som Zwerg, alles was sich darueber abspielt is der Dame total egal. Nicht sehr terrier typisch:eusa_shhh:)
 
  • So werde ich Rudelchef… Beitrag #170
Ich glaube da kommt beim meinem ein bischen der Husky durch....."geh nur schon vor, ich weiß ja wo wir wohnen...." :roll:

Wobei er heute tatsächlich mal mit weitergelaufen ist, als ein Hund abgebogen ist, weil er nach Hause musste. Dafür konnte ich ihn dann aber die anderen vier Hunde abholen. Aber wenn das das einzige Problem bei ihm ist.....:lol:
 
  • So werde ich Rudelchef… Beitrag #171
Hey,

nein, ich habe keine Kinder.

Aber sollte micht mein Teenager Sohn schlagen wollen, nur weil ich ihm den PC wegnehme, wäre meine erste Reaktion wohl kaum "entschieden durchzugreifen" (was auch immer das bei dir heißt). Ich wäre wohl erstmal geschockt und würde deeskalierend reagieren und tatsächlich würde ich meinen wütenden Sohn wohl in den Arm nehmen - welch eine schwache Mutter ich wohl wäre ;)
Und dann würde ich schauen, warum er so reagiert hat - vermutlich liegt da nämlich einiges im Argen, wenn er so aggressiv reagiert. Daran würde ich arbeiten - statt ihn zu schlagen und mit seiner Wut/Verzweiflung/Problemen allein zu lassen.

Aber so bin ich nunmal. Ich versetze mich meistens in mein Gegenüber und versuche zu verstehen, warum Jemand so reagiert, wie er es tut. Und dann versuche ich eine Lösung dafür zu finden - Ursachen bekämpfen, nicht die symptome.

So handhabe ich das auch bei meinem Hund. Das heißt nicht, dass er tun und lassen kann, was er will und mir auf der Nase herumtanzt. Ich drücke ihn nur nicht zu Boden, halte ihm die Schnauze zu oder ähnliches.

Übrigens hat mein Hund mindestens 9 Monate, vielleicht sogar 15 Monate ohne Erziehung gelebt - irgendwo auf Rumäniens Straßen.

Wir haben noch immer hier und da ein paar Defizite, an denen wir arbeiten, aber es läuft ziemlich gut. Ich denke mir immer: Wir haben noch mindestens 10 Jahre Zeit, in denen er das lernen kann, das wird schon :lol:

Und wenn er ein paar Dinge niemals perfekt beherrschen wird, ist das für mich auch in Ordnung.
Ich habe mir einen Hund mit unbekannter Herkunft ausgesucht und musste damit rechenen, dass er niemals "perfekt" wird. Heißt nicht, dass Tierschutzhunde/Second-Hand-Hunde nicht perfekt werden können - aber man muss bei solcher Herkunft (oder auch bei dubiosen Hinterhofzuchten) einfach mit Defiziten rechnen.

Wenn ich hohe Ambitionen und hohe Erwartungen an einen Hund habe, dann gehe ich zum guten Züchter, der bereits von Anfang an alles tut, um dem Hund einen guten Start ins Leben zu ermöglichen.
Aber selbst da muss man mit Defiziten rechnen. Das ist immer noch ein Tier, keine Maschine.

@Eifelkater: So jung würde ich da jetzt noch kein Drama machen. Schau auch, ob du nicht schon zu viel verlangst vom Zwerg. Und da es ja wohl ein Husky (Mix?) ist, würde ich schon mal ein b isschen zum Thema Anti-Jagdtraining lesen.
Ich würde den Hund auch nicht von der Leine lassen, wenn du ihn immer abholen musst. Unser Hund will auch immer alle begrüßen und ist ein "Tut nix" - er wurde letzten Samstag das erste Mal gebissen, weil der Fremdhund nicht so begeistert von ihm war :?
(er war an der Schlepp, der Fremdhund nicht - also nicht meine Schuld, aber dennoch einfach doof)

LG
 
  • So werde ich Rudelchef… Beitrag #172
@Eifelkater: So jung würde ich da jetzt noch kein Drama machen. Schau auch, ob du nicht schon zu viel verlangst vom Zwerg. Und da es ja wohl ein Husky (Mix?) ist, würde ich schon mal ein b isschen zum Thema Anti-Jagdtraining lesen.
Ich würde den Hund auch nicht von der Leine lassen, wenn du ihn immer abholen musst. Unser Hund will auch immer alle begrüßen und ist ein "Tut nix" - er wurde letzten Samstag das erste Mal gebissen, weil der Fremdhund nicht so begeistert von ihm war :?
(er war an der Schlepp, der Fremdhund nicht - also nicht meine Schuld, aber dennoch einfach doof)

LG

Nicht nur Husky...auch Labrador...und Jagdtrieb hat er definitiv schon. Wobei sich das im Augenblick auf Mäuse, Vögel und Schmetterlinge beschränkt. Mit Mäusen und Schmetterlingen kann ich Leben. Alles andere wird halt schon im Vorfeld unterbunden. Katzen sind für ihn normale Spielgefährten. Da reicht es "nein" zusagen. Größere Wildtiere sind uns bis auf Schwäne noch nicht begegnet. Aber ich habe das Problem im Auge.
Wenn ich Hunde sehe, kommt er immer erstmal an die Leine, zumindest bei Fremdhunden oder bei Hundekumpels die an der Leine sind.
Allerdings haben wir hier das Glück, dass hier quasi nur sehr verträgliche Hunde wohnen. Klar sind da ein paar ältere Damen oder auch Rüden dabei, die ihn mal zurechtweisen....aber damit muss man als Jungspund eben leben.
 
Thema:

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