So werde ich Rudelchef…

Diskutiere So werde ich Rudelchef… im Hunde Verhalten und Erziehung Forum im Bereich Hunde Forum; Das klingt alles gut und schön und sogar logisch, hilft aber in der Alltagsbewältigund kein Stück weiter: "Ruhig und souverän die Führungsrolle...
  • So werde ich Rudelchef… Beitrag #141
Das klingt alles gut und schön und sogar logisch, hilft aber in der Alltagsbewältigund kein Stück weiter: "Ruhig und souverän die Führungsrolle übernehmen, Grenzen aufzeigen" - super! Aber wie genau das geht, wie ein "starker Blickkontakt" genau aussieht bzw. funktioniert, das erzählen die wenigsten der Feierabend-Theoretiker. Da hat man manchmal den Eindruck, dass es hier schlicht und ergreifend um "Revierkämpfe" geht: Man selbst weiß es halt am allerbesten, wer es anders macht, liegt falsch. Mich als Neu-Hundehalterin verunsichern diese vielen verschiedenen Auffassungen und oft mit unverhohlenem Dogmatismus vorgetragenen Erziehungstheorien einfach nur. Die eigentlich wichtigen Fragen wären doch hier eigentlich:

Was ist aus Sicht MEINES Hundes "fair"? Was "souverän"? Was "liebevoll"? Woran genau muss ich arbeiten, wenn mein 18 Wochen alter Welpe eben nicht auf Blickkontakt und offensichtlich unwillige Körpersprache hin vom Sofa springt oder auf Ruf hin kommt?
Im Übrigen bin ich der Auffassung, dass der Rudelführer natürlich begrüßt werden darf - allerdings heißt das nicht, dass die Begrüßung nach Gusto des rangniederen Mitglieds ausfallen darf. Anspringen geht z.B. einfach mal gar nicht. Macht er oder sie das dann nämlich auch beim 5-jährigen Nachbarskind, ist das Geschrei groß. Darf er/sie das aber beim Rudelführer, wird es ihm/ihr schwer verständlich zu machen sein, dass er/sie es hier darf, bei anderen aber nicht.
 
  • So werde ich Rudelchef… Beitrag #142
Tuuli, deine Beispiele sind reine Trainingsfrage.

Und fair ist einschätzbares und verlässliches Verhalten.
Schmerzzufügung ist übrigens nie fair.

Ganz grundsätzlich sollte man einfach mal unterscheiden zwischen nicht korrektem Trainingsaufbau und generellen Beziehungsproblem.
Es wird mir persönlich viel zu sehr darauf gepocht, dass nur gute aka perfekte Erziehung nach Lehrbuch eine gute Bindung bedeutet.

Das ist Quatsch.
Und gerade bei sehr jungen Welpen hat schlicht die Bindung Vorrang, grundlegende Regeln müssen immer gelten, sollten aber dem Alter des Tieres angepasst sein.

Im Übrigen musste ich in keinem einzigen meiner Welpenkurse irgendjemandem Schmerz als Erziehungsmittel nahelegen.
Das klappte umfassbarerweise auch ohne - auch bei "Nicht-Alphas".
 
  • So werde ich Rudelchef… Beitrag #143
Ich hab den thread jetzt nicht ganz gelesen, bin aber gerade etwas sprachlos. Ich dachte, dieses Dominanz- Rudelchefdings hätte sich schon allgemein als veralteter Blödsinn herumgesprochen. Habe da ziemlich viel darüber gelesen, als meine Hunde jung waren, also so vor 15 Jahren.

Ich hab mal - aus einer Notsituation heraus - versucht, meine Hunde in einer Tierpension unterzubringen. Mir wurde eine Pension empfohlen, max. 15 Hunde, diese wohnten mit dem Betreiber ihm im Haus, also keine Zwingerhaltung oder Zimmer, der Herr hätte sehr viel Erfahrung und würde das schon sehr lange machen.

Da beide Hunde aus dem Tierschutz waren, einer angstaggressiv - auch Menschen gegenüber - sowie mit anderen Hunden eher schlecht verträglich, der andere sehr unruhig, hatte ich bereits Bedenken, als ich telefonisch Kontakt aufnahm. Der Herr meinte aber, er wolle die Hunde sehen und dass er eine sehr starke Persönlichkeit sei und das schon klappen würde.

Ich kam dort an, der Mann erklärte mir einiges über sein Zusammenleben mit den Gasthunden, sein Verhalten als Rudelchef, sowie über Cesar Milan. Da ich mich - aufgrund der schwierigen Vorgeschichte meiner Hunde jahrelang mit Hundeverhalten, allerdings durch positive Verstärkung, beschäftigt hatte - war ich nach diesem Vortrag geistig bereits dabei, das Haus zu verlassen, als er begann, mir zu erklären, dass ich meine Körperhaltung ändern sollte, lauter zu sprechen und anders aufzutreten, damit mich die Hunde respektieren.

Er erklärte mir, ich solle ihn eine halbe Stunde mit den Hunden alleine lassen und dann wieder kommen. Er wolle sehen, was passiert, wenn ich nicht da bin, da er meinte, ich würde mein unsicheres Verhalten auf die Hunde übertragen. Da ich wusste, er würde meine Hunde nicht misshandeln, ging ich also 30 min weg. Als ich zurück kam, stand der eine Hund am Zaun, er hatte dort die ganze Zeit auf mich gewartet und nicht auf Rufe oder Ablenkungen reagiert. Den anderen hatte er in ein Zimmer ins Haus mitgenommen, um ihn dort mit einem anderen Hund bekannt zu machen. Dort hatte er die ganzen 30 Minuten durchgebellt. Der liebe Herr erklärte mir, er könne meine Hunde nicht übernehmen, da sie ihm zu anstrengend wären, und er für diese Art von Hunden ja auch nicht mehr bezahlt bekäme.

Also bedankte ich mich, wollte die Hunde anleinen und sein Haus verlassen. Er aber meinte, sie könnten ruhig noch frei durch den Garten laufen, ich könne sie ja beim Ausgang anleinen. Ich verstand, dass er sehen wollte, ob sie mit mir mitkämen. Als ich aufstand und durch den Garten ging, trabten beide freudig neben mir her. Beim Ausgang blieben sie ruhig stehen, ließen sich anleinen und wir gingen.

Und nein, ich bin nicht so super und weiß alles. Ich weiß auch, dass ein junger Hund vieles erst lernen muss, was ein alter von selbst macht. Ich weiß, es ist oft nicht einfach. Aber die meisten Probleme entstehen, weil ein Hund nicht versteht, was er tun soll, weil die Halter es ihm nicht kommunizieren können. Nicht nur der Hund muss den Menschen verstehen lernen, sondern in erster Linie der Mensch den Hund! Und das auf eine liebevolle, konsequente aber rein freundschaftliche Weise. Sobald ein Hund merkt, dass er verstanden und unterstützt wird, wird er den Hundehalter respektieren und ihm vertrauen. Bindung, Vertrauen und Geduld ist der Schlüssel, der Rest kommt von selbst.

Jeder Hund hat einen Grund, warum er so reagiert wie er reagiert. Wenn er Stress hat, wird er diesen irgendwo ablassen. Es nützt nichts, einen Hund zu korrigieren wenn er in einer bestimmten Situation überreagiert, wenn er den Rest der Zeit mit anderen Dingen überfordert ist.
 
  • So werde ich Rudelchef… Beitrag #144
Was ist aus Sicht MEINES Hundes "fair"? Was "souverän"? Was "liebevoll"? Woran genau muss ich arbeiten, wenn mein 18 Wochen alter Welpe eben nicht auf Blickkontakt und offensichtlich unwillige Körpersprache hin vom Sofa springt oder auf Ruf hin kommt?

Hund notfalls am Halsband nehmen und zu seiner Decke bringen. Ablegen lassen und Leckerlie geben...
 
  • So werde ich Rudelchef… Beitrag #145
Eifelkater, dafür muss der Hund erstmal sauber die Ablage drauf haben.
Erst Training des Verhaltens, dann Abfrage des Verhaltens.
Das ist doch sonst Quatsch.
 
  • So werde ich Rudelchef… Beitrag #146
Und bis er das sauber macht soll er auf der Couch bleiben? Zumal der Aufbau einer sauberen Ablage bei einem Welpen mit 18 Wochen durchaus noch dauern könnte.
 
  • So werde ich Rudelchef… Beitrag #147
Nö, hab ich auch nicht gesagt, nur, dass eine Ablage in dem Alter Quatsch ist ;)
Hund schlicht und ergreifend immer wieder runter vom Sofa und wenn's halt 1000 Mal ist.
Unten kann er ja tun was er will, aber dann halt nicht hoch
 
  • So werde ich Rudelchef… Beitrag #148
Also - inzwischen springt sie zackig von alleine runter, wenn sie mich nur sieht und mal wieder heimlich nachts auf die Couch geklettert ist. Es scheint wohl doch alles auch mit der Zeit zu kommen :) Immerhin sind wir erst seit zweieinhalb Wochen zusammen.
Sie springt offenbar besonders gerne rauf, wenn ich meine Decke abends dort liegen lasse. Räume ich sei weg, finde ich sie in der Regel morgens in ihrem Körbchen oder auf dem Teppich vor der Couch vor.
Ich hab sie ein, zweimal runter geschoben und einen strengen Ton an den Tag gelegt. Das scheint nun langsam zu fruchten, sodass sie zumindest von selbst runtergeht, sobald ich auftauche.
Wir haben auch so schon einige heiße "Rangkämpfe" hinter uns, die jedes Mal damit endeten, dass sie unten lag, sich auf den Rücken drehte und nachgab. Der Hundetrainer sagt, dass das manchmal sein muss in dem Alter, wenn sie anfangen, Dominanzspielchen zu spielen (Händebeißen, Leinebeißen und mit ihr im Maul die Richtung vorgeben wollen usw." Hinterher ist aber alles gut.
 
  • So werde ich Rudelchef… Beitrag #149
Hey,

Darf ich mal fragen, wie so ein "Rangkampf" bei euch abläuft?

Das klingt mir dann doch eher nach "alter Schule" - mit Alphawurf, Schnauzengriff usw. - oder irre ich mich da?

LG
 
  • So werde ich Rudelchef… Beitrag #150
Hände- und Leinebeissen sind aber keine Dominanzspielchen.... :shock:
 
  • So werde ich Rudelchef… Beitrag #151
Das klingt wirklich nach sehr alter Schule.
Dein Hund ist eher einfach aufgeregt und lernt gerade ganz toll Angst zu haben wo Vertrauen herrschen sollte.

Der letzte Labbi der im Welpenalter häufiger mal auf dem Rücken lag, den ich im Einzeltraining hatte, hat fast 6 Monate gebraucht um wieder mit dem Besitzer angstfrei in einem Raum sein zu können.
Mal ganz abgesehen von beschädigendem Beißen vor lauter Panik sobald irgendeine Hand Richtung Rücken ging.

War ein sensibler Hund, aber das war das Resultat eben solcher "Rangkämpfe".
Das macht dann nachher niemandem mehr Spaß.

Dominanz ist übrigens die Beschreibung einer Beziehung- kein klar klar einzuforderndes Verhalten X.
Und das heißt auch, dass der submissive Part sich freiwillig (!) unterordnet.
Dominanz wird durch wenig mehr zerstört als durch Zwang.
 
  • So werde ich Rudelchef… Beitrag #152
Hallo Keisuke,

Der Rangkampf läuft so ab, dass der Hund zumeist Ordnungsrufe ignoriert, sich nicht anleinen lassen will und aufgeregt dabei nach meinen Händen schnappt. Meine Reaktion sieht dann so aus, dass ich ihre Schnauze kurz sanft(nicht fest!) packe, "nein" sage, sie wieder loslasse. Das funktioniert an sich sehr gut. Ob das jetzt "alte Schule" (muss ja deswegen nicht gleich schlecht sein) ist oder nicht, sei mal dahingestellt. Mein Hundetrainer ist kein Freund dieser Methoden, empfiehlt sie aber in sanften Dosen, um frühzeitig inakzeptables Verhalten beim Junghund zu maßregeln. Der sogenannte "Schnauzengriff" kommt übrigens auch in der Natur vor - fällt aber auch dort sehr sanft aus und wird ausschließlich beim Welpen bzw. Junghund angewendet.

Sehr selten, zum Beispiel in situationen, wo ich sie aus einer (zu) wilden Balgerei mit einem Hund herausnehmen und anleinen will (z.B. wenn der andere Halter endlich mal weiter will), dann ist sie so "geladen", dass sie das nicht akzeptieren will und stattdessen wild mit mit mir, der Leine, meinen Händen usw. balgen will. Sie ist mit Worten wie "nein" und dergleichen dann in keiner Weise zu disziplinieren. In diesem Moment packe ich sie dann an der Flanke (ähnlich wie es ein dominantes Tier im Rudel auch tun würde) und drücke sie zu Boden, begleitet von dem Befehl "nein!". Sie balgt dann noch kurz weiter, bis sie merkt, dass das zu nichts führt. Dann legt sie sich auf den Rücken, und es ist Ruhe. Ich tue ihr dabei NICHT weh.

Das war alles vorrangig in den ersten beiden Wochen. Inzwischen kommt so etwas fast gar nicht mehr vor. Die Begegnungen mit anderen Hunden verlaufen inzwischen so, dass sie sich zwar immer noch wehrt, wenn ich das Spiel beenden will, sie schließlich aber auf "Sitz" reagiert. Sie jault und winselt dann zwar, wenn der Kumpel abzieht und sie darf nicht hinterher, aber sie akzeptiert es inzwischen. Ich werte das als Erfolg und Bestätigung meiner etwas entschiedeneren Methoden zu Beginn.
 
  • So werde ich Rudelchef… Beitrag #153
Hi,

sorry, Tuuli, aber wenn ich das lese, möchte ich am liebsten schreiend im Kreis rennen. :?

Punkt eins: du bist KEIN Hund!
und damit fällt jedes "Aber im Rudel wird das auch so gemacht" weg denn du bist einfach nicht in der Lage eine Reaktion wie den Schnauzengriff auch nur annähernd in der Reaktionszeit wie ein Hund zu machen. Du kannst einfach nicht den perfekten Zeitpunkt erwischen, das geht nicht. Und kein Hund hält einem anderen die Schnauze zu weil der zu hoch dreht, da gibt es noch sehr viel mehr Kommunikation vorher. Der Trainer hätte mich das letzte Mal gesehen.

Punkt zwei: dieses "In diesem Moment packe ich sie dann an der Flanke ...... und drücke sie zu Boden" führt nur zu einem Hund, der die Welt nicht mehr versteht. Ich weiß jetzt gerade nicht wie alt sie ist udn welche Rasse aber bei manchen Hunden kann das irgendwann mal so richtig nach hinten los gehen. Dann wird nicht mehr "gebalgt" sondern gebissen und dann? Maulkorb drauf damit man weiter mit solchen Methoden arbeiten kann? Sorry, habe ich kein Verständnis für.

Ich habe hier selber einen 7 Monate alten Hund sitzen udn ganz ehrlich? Der hat noch keinen Schnauzengriff hinter sich. Den musste ich noch nie an den Flanken packen und auf den Boden drücken. Wenn der mit anderen Hunden spielt und ich will gehen, dann rufe ich ihn fröhlich und mein Hund kommt und geht fröhlich mit mir mit. Da wird nicht gejammert weil der Kumpel weg ist, da wird sich gefreut weil bei Frauchen ist es viel, viel geiler, da wird belohnt und gespielt - da kann bis jetzt kein Hundespiel mithalten.

Punkt drei: du bist KEIN Hund!
und damit kannst du kein Rudel mit deinem Hund bilden und auch kein Rudelchef werden. Das sind - meiner Meinung nach - viel zu veraltete Erziehungsmethoden, die nach dem Motto leben "Ich muss jetzt da Macht über ein anderes Lebwesen ausüben, aus welchem Grund auch immer" Schrecklich, ganz ehrlich.

Mein Hund darf vor mir aus der Tür, frisst vor mir, darf auf Couch und Bett, springt auf mir und meinem Mann rum wenn er gerade lustig ist, er wird die Weltherrschaft anstreben. Nein, im Ernst, wir sind ein Team. Mal muss er zurückstecken - Thema aus dem Auto steigen z.b. - mal steck ich zurück und lass ihn machen. Dann ruf ich eben vier Mal oder spare es mir gleich weil ich weiß, dass es nichts nutzt. Wir sind ein Team, keiner dominiert hier irgendwen. Hier herrscht ein respektvoller Umgang ohne irgendwelches Rudelgedöns. Wir sind kein Rudel, können wir gar nicht denn ich bin auch kein Hund und kann damit keine Hundetechniken anwenden. Ich muss menschliche Techniken anwenden und das klappt erstaunlich gut. Ohne Schnauzengriff und auf den Boden drücken.

Lg Demona
 
  • So werde ich Rudelchef… Beitrag #154
Also liebe Demona,

du darfst sehr gerne schreiend im Kreis herumrennen, wenn es dir Erleichterung verschafft :D
Aber ehrlich gesagt frage ich mich gerade: Wer bist du denn, dir ein Urteil über meine Erziehungsmethoden zu erlauben? Warst du dabei? Kannst du irgendetwas beurteilen? Nein. Du kennst weder mich noch meinen Hund. Du weißt nicht, wie sie auf mich reagiert, wie wir miteinander umgehen. Ehrlich gesagt macht mich deine oberlehrerhafte Einlassung im Befehlston hier fassungslos. Übrigens: Auch Hunde sind alle verschieden, genauso wie Menschen. Das fängt schon bei den Rasse-Spezifika an. Jede Mensch-Hund-Beziehung ist einzigartig. Da kann man nicht einfach hergehen und vom eigenen Hund und den eigenen Methoden auf alle anderen schließen.
Du magst deine Auffassungen vom Zusammenleben von Hund und Mensch und von Erziehungsmethoden haben. Und die musst du dir auch nicht nehmen lassen. Ich schlage aber vor, gesteh dasselbe auch anderen zu. Selbst wahrhaftige Hundeexperten, die seit Jahren mit den Tieren arbeiten sind da unterschiedlicher Meinung, was das Thema Rudel oder auch den Schnauzengriff betrifft. Ich finde es nicht sehr bescheiden und achtsam, sich darüber einfach so erheben zu wollen, wie du das hier machst. Kein sehr feiner Zug.
Überdenke einfach mal den Ton, mit dem du hier völlig Fremden (Menschen und Hunden) begegnest. Dann können wir weiterreden. Ansonsten bist du bei mir ganz schnell auf "ignore". Ich bin nicht hier, um mich von Dritten aus der Ferne anprangern und verurteilen zu lassen.

Meine Hündin wartet übrigens freiwillig einen Schritt hinter mir, bis ich aus der Tür raus bin. Da brauchte ich noch nie Druck anwenden. Auf der Treppe wartet sie unten, bis ich oben die Tür aufgeschlossen habe, dann kommt sie. Am Anfang habe ich sie gerufen - sie kam erst, als die Tür auf war und hat mich quasi vorangeschickt. SO UNTERSCHIEDLICH ticken Hunde!

Apropos: "Die Freiheit der Meinung besteht darin, das zu sagen, was die Leute nicht gerne hören."
Exakt. Aber man muss eben dann auch jederzeit damit rechnen, dass einem die eigene Meinung um die Ohren fliegt, wenn sie derart unfundiert ist.

@Midoriyuki: Das ist genau der Grund, warum ich diesem Thread gegenüber sofort argwöhnisch war: Hier wird mit absolut sinnfreien Allgemeinplätzen gearbeitet und aus der Ferne Diagnosen gestellt, die völlig aus der Luft gegriffen sind. Von solchen Leuten würde ich mir nie irgendetwas über Erziehung erzählen lassen, weil das schlicht unseriös ist, ja regelrecht an Kaffeesatzleserei grenzt.
Meine Hündin hört inzwischen wunderbar, und auch die Rangkämpfe treten schon seit einigen Tagen gar nicht mehr auf. Angst hat meine Kleine vor mir überhaupt nicht. Aber so was kann man eben nur dann beurteilen, wenn man Hund und Halter mal miteinander erlebt hat - und nicht über ein unpersönliches Forum vom PC aus. Dass man so was überhaupt erst anmerken muss, ist schon ziemlich bemerkenswert.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • So werde ich Rudelchef… Beitrag #155
Hi,

es geht hier nicht nur um dich sondern auch um die User, die mitlesen und sich denken, "ach, wenn Tuuli scheinbar ein Hund ist und damit Hundeverhalten anwenden kann, dann kann ich das auch." Je nach Rasse und Charakter des Hundes kann das sehr, sehr schnell nach hinten los gehen und im Schlimmsten Fall bedeutet das von einem Biss über die Abgabe bishin zum Einschläfern. :(

Solche veralteten Erziehungsmethoden kann man einfach nicht stehen lassen, wir sind KEINE Hunde und können niemals so adäquat wie Hunde reagieren. Bis du - oder jemand Anderes - einen Schnauzengriff gemacht hast, mit unserem menschlichen, langsamen Reaktionsvermögen, ist die Situation meistens schon gegessen und du bestrafst deinen Hund für Dinge, die er nicht kapiert.

Ich erhebe mich nicht über irgendwelche Leute, die schon seit Jahrzehnten Hunde erziehen - nebenbei kann man auch Jahrzehnte lang alles falsch machen aber das nur am Rande - ich habe lediglich meine Meinung geschrieben. Nur weil Jemand seit Jahrzehnten mit schmalen Schnürchen, Schnauzengriff oder Tritten in die Seite arbeitet, macht es das weder richtiger noch besser noch tierfreundlicher.

Ja, früher wurde anders erzogen weil es einfach so war. Man wusste weniger über die positive Lerntheorie und die Menschen hatten schlicht andere Probleme als ob der Hund jetzt bellt oder jagt. Hat er die eigenen Besitzer gebissen, ging es mit Gewehr in den Wald und ohne Hund wieder Heim, Ersatz gab es schnell. Hunde waren zum großen Teil Nutztiere, die mussten funktionieren und nicht dreimillionen Tricks und Kniffe können. Früher war Kettenhaltung völlig normal, heute ist es verpönnt und das zu Recht.

Du kannst deinen Hund auf den Boden drücken, Schnauzengreifend und was weiß ich, mir persönlich völlig egal. Mir tut da nur der Hund leid. Aber ich lasse solche Aussagen hier nicht unreflektiert stehen für User, die mitlesen. Das ist keine moderne Hunderziehung, das ist veraltet und es geht schlicht und einfach besser. Ob du mich ignorierst oder nicht, ist mir genauso egal, ich werde trotzdem weiter schreiben und wo ich mich im Ton vergriffen habe, wüsste ich nicht. Ich war weder beleidigend noch unhöflich, ich war direkt und wenn du das nicht verträgst, tut es mir leid. Wirklich.

Ich habe mittlerweile einige Hunde erlebt, die nach dem "ICH bin der Rudelchef" erzogen wurden und ganz ehrlich? Die hatten alle einen Knacks weg. Von völliger Resignation über panische Angstzustände bishin zu nach vorne gerichteter Beschädigungsabsicht allen Menschen gegenüber war alles dabei.
Da war der Schäfer, der nur noch hinter seinem Besitzer her gelaufen ist. Klar, der war lieb, hat nichts gemacht und ich meine wirklich nichts. Nicht geschnüffelt, nicht geguckt, nur den Blick auf den Besitzer und wenn der mal kurz weg war, wurde schnell gepinkelt und gekackt. Besitzer O-Ton "Ja, der weiß, wer der Chef ist." Danke, brauch ich nicht.
Da war der Goldie, der das Kind gebissen hat. Mit knapp drei Jahren "völlig unvorhersehbar". Klar, seit Welpe an wurde jede Mahlzeit unangekündigt unterbrochen, teils für Minuten, teils für Stunden. Knurren wurde mit "Schnauzengriff" in den Griff bekommen und irgendwann wusste sich der Hund nciht mehr zu helfen und hat gebissen. Endstation Tierheim und ein Hund, der Andere töten wollte wenn Futter im Spiel war.
Da war die Mix-Hündin, die vor ihrem Besitzer weg gelaufen ist wenn der die Leine in der Hand hatte. Wirklich panisch, inklusive unter sich pinkeln wenn sie irgendwann in die Ecke gedrängt wurde.
oder, oder, oder, da gibt es einige... leider.

Und das oft nur weil sich in den Köpfen der Menschen immer noch dieses "Ich muss der Boss sein und das immer zeigen" festgesetzt hat. Wird sich wohl nie ändern aber deswegen werde ich trotzdem dagegen schreiben wenn ich es lese.

So, jetzt war ich wieder oberlehrerhaft und belehrend, jetzt kannst du mich getrost ignorieren.

Lg Demona
 
  • So werde ich Rudelchef… Beitrag #156
Danke, Demona, fuer deine Beitrage und deine Ausdauer.
Der Hund von Tuuli ist erst ca. 18 Wochen alt

@Tuuli
ich habe seit Jahrzehnten bereits mehrere Hunde, ich moechte dir hiermit sagen, dass es keine wirkliche festgelegte Rangordnung unter ihnen gab.
Das hat man wohl mal bei Woelfen in Gefangenschaft so festgestellt, die sich in ihrem Gehege nicht ausweichen konnten.
Das aber nun auf Haushunde zu uebertragen ist schlicht ein Fehler.

Bei meinen Hunden gab es auch kein "auf die Seite oder auf den Ruecken legen", "einen Schauzengriff" gab es nur bei Mutter/Welpe.
Ein souveraener Hundefuehrer hat das alles nicht noetig.
Der erkennt es auch vorher, wenn ein Welpe/Jungspund am ueberdrehen ist und greift da vorher ein und laesst es erst gar nicht so weit kommen
 
  • So werde ich Rudelchef… Beitrag #157
Ich finde diese Methoden auch ziemlich unlogisch.
Mal tue ich so, als sei ich ein Hund und behandle den Hund, wie ein Hund einen anderen behandeln würde - z.B. mit dem Schnauzengriff. Aber andererseits darf mein Hund mich nicht wie einen anderen Hund behandeln (z.B. Anspringen) und weiter noch, ich verlange total hundeuntypisches Verhalten. Welcher Hund befiehlt einem anderen Hund sich hinzusetzen oder durch einen Reifen zu hopsen? ;)

Mein Hund ist nicht dumm. Der weiß, dass ich kein Hund bin.

Ja, diese Methoden funktionieren erstmal. Sonst würden sie sich ja nicht so halten. Aber oft ist das nicht von langer Dauer. Ich kenne ein paar solcher Hunde - die sind teils aggressiv zu ihren Besitzern geworden. Da versteht man plötzlich nicht, warum der Hund einen anknurrt :roll:

Teils war der Lerneffekt nicht von langer Dauer und die Hunde verfielen schnell wieder in alte Muster. Und dann wurde lauter gebrüllt, härter gestupst und fester zugepackt, weil man sich anders nicht zu helfen wusste.
Ich kenne wirklich keinen, der langandauernd mit den Methoden Erfolg hatte.

Man kann dich natürlich nicht zwingen, wie du mit deinem Hund umzugehen hast, aber ich möchte nur anmerken: Es geht auch anders.

Würde man seinen Hund nur mit Druck und Zwang erziehen können, ich hätte keinen. Das ist mir persönlich viel zu viel Stress. Immer dieser Gedanke "Der Hund gegen mich". Immer Brüllen, handgreiflich werden etc.... Ne, das ist mir zu stressig. :lol:

Dass dein junger Hund beim Spielen aufdreht, ist absolut normal. Vielleicht machst du auch einen typischen Anfängerfehler und mutest deinem Hund in seinem jungen Alter einfach schon zu viel zu - das kommt hier sehr, sehr oft vor.
Wenn du weißt, dass er nach 10 Minuten spielen voll aufdreht, geh nach 8 Minuten nach Hause. Das erspart dem Hund Stress und dir auch.

Und ja. Jeder Hund ist unterschiedlich, so wie jeder Mensch auch. Aber keiner - egal ob Tier oder Mensch - mag es, gegen seinen Willen angestupst, angefasst, angebrüllt und eingeengt zu werden.

LG
 
  • So werde ich Rudelchef… Beitrag #158
Da versteht man plötzlich nicht, warum der Hund einen anknurrt :roll:


Dann will er deine Rudelführerposition haben *ironie off*

Ich habe ja noch keinen Hund erlebt, der die Rolle freiwillig übernehmen wollte......
Klar dass man je nach Rasse sehr eigenwillige und sture Hunde hat...geschenkt...aber gerade die wollen einfach ihr eigenes Ding machen und eben nicht noch gucken, was das (nicht vorhandene Rudel) so treibt. :lol:

Ein selbstbewusster Welpe geht übrigens vor raus. Da sind Wölfe genauso gestrickt wie alle anderen Eltern auch...."geh ruhig schon mal vor, wir sind da wenn es brenzlig wird."

@Tuuili: Wer bitte hat dir den Quatsch von Rangordnungskämpfen bei einem Welpen eingeredet? Rangordnungskämpfe treten im Hunderudel nur zur Ressourcenverteidigung ( Futter, Sex) auf. Und die beginnen bei Hunden nicht vor Ablauf der Pubertät. Wäre auch ziemlich idiotisch sich als Welpe/ Junghund sich mit älteren Hunden anzulegen. Da stuppst im übrigen keiner in die Flanke oder macht einen Schnauzengriff.....da wird zunächst abgeschnappt und wenn das nicht reicht den Hundhund/ Herausforderer mit Nackenbiss zu Bodengeworfen. Und da sind wir wieder bei "Menschen sind keine Hunde"....oder "warum der Nackengriff in der Hundeerziehung nichts zu suchen hat"....Wir Menshen bekommen das Abschnappen und die vorher ablaufende hündische Kommunikation über die Körpersprache einfach nicht hin.

@Demona: Ab wann hat sich deiner als Welpe von anderen Hunden abrufen lassen? Theoreitisch funktioniert bei uns der Rückruf mit 14 Wochen schon ausgezeichnet....aber Artgenossen oder potentiell "neue Familienmitglieder" ( darf ich das Zweibein mitnehmen *liebguck*) bekomme ich momentan noch nicht getoppt.
Da er aber Fahrradfahrer, Jogger und Co in Ruhe lässt, kann ich durchaus damit leben ihn dann abholen gehen zu müssen....
 
  • So werde ich Rudelchef… Beitrag #159
Also - um das Ganze mal auf eine sachlichere Ebene zu bringen, denn das ist doch hier alles recht viel Spekulation und Fantasterei. Sorry, aber das geht alles völlig an meiner Realität vorbei. Und ja - es ging ja hier nun mal gerade um meine Realität. Die Frage lautete nämlich, wie das bei mir mit den Rangkämpfen aussieht. Also wäre es doch ganz vernünftig, wenn man beim konkreten Beispiel bleibt und nicht alles mit Allgemeinplätzen und beliebten Phrasen aus dem Hundeversteher-Einmaleins vermischt.

1. Mein Hund hat keine Angst vor mir. Wir haben ein liebevolles, aufgeschlossenes Verhältnis. Sonst wären die erwähnten Fortschritte ja gar nicht möglich. Nach dem Rüffel war sie stets wieder ausgeglichen und trottete brav an der Leine. Hinterher wurde zu Hause geschmust.
2. Mein Hund hat mich noch nie angeknurrt.
3. Mein Hund folgt mir schon beinahe problemlos, wenn ich sie ohne Leine laufen lasse. Ich habe festgestellt, dass sie das besonder gern und aufmerksam tut, wenn ich etwas zu tun habe. Z.B. im Garten arbeite oder am See Obst pflücke. Das ändert sich, sobald andere Hunde, Tiere oder Menschen auftauchen - aber das ist für das Alter und für die kurze Zeit, die wir erst zusammen sind, völlig normal.
4. Mein Hund behauptet so gut wie gar nicht mehr den Führungsanspruch, sodass die erwähnten Methoden im Grunde nicht mehr notwendig sind. Es funktioniert inzwischen auch sehr gut auf Kommandos.

Das Besondere an meiner Hündin ist, dass sie die ersten 4 Monate ihres Lebens beinahe völlig autark zugebracht hat. Sie wuchs auf einem Bauernhof mit ihrer Mutter und ihren Wurfgeschwistern auf, die den lieben langen Tag lang mehr oder weniger sich selbst überlassen waren. Regeln kannten sie so gut wie keine. Wenn sie Hunger hatten, mussten sie sich melden, sonst gab es nix. Hierarchien gab es vorrangig innerhalb des Rudels, aber nicht zwischen Mensch und Tier. Ich musste bei ihr also quasi von null anfangen. Dazu gehörte auch, ihr klarzumachen, dass sie ihre bisherige Position im Rudel in ihrem neuen Umfeld aufgeben und mir folgen muss. Und zwar in allen Lebenslagen. Dazu kommt, dass sie ein Jagdhund ist. An der Disziplin zu arbeiten ist gerade bei diesem Hundetyp oberstes Gebot. Ich bin übrigens nicht auf der Wurstbrühe dahergeschwommen und habe mir mal aus Lust und Laune einen Hund angeschafft.
Ich habe mich 18 Monate lang darauf vorbereitet, Seminare in der Hundeschule besucht, Bücher gelesen usw. In dieser Zeit habe ich gemerkt, dass es so viele Erziehungsansätze wie Trainer und Psychologen gibt, die oft auch fundamental widerstreiten. Jeder will sich mit seinem durchsetzen und profilieren. Für den Halter bleibt eigentlich nur, sich von jedem das praxisnähste und zum eigenen Hundetyp passendste herauszusuchen, mit dem er im Alltag am besten zurecht kommt. Ich persönlich halte viel von gewaltfreier Erziehung. Und zu 98 Prozent findet die bei mir auch statt, wenn man den sanften Druck auf die Schnauze oder einen klaren Dämpfer in die Flanken bei Fehl- oder das zu Boden drücken bei rüpelhaftem Verhalten als "gewaltsam" bezeichnen möchte. Diese zwei Prozent, die hoffentlich bald überhaupt nicht mehr nötig sein werden, nehme ich in Kauf. WEIL es funktioniert. Ich halte Konsequenz und Durchsetzungvermögen für weitaus wichtiger als völlige Gewaltfreiheit - weil sich mit ersteren beiden Letztere nämlich in Kürze ganz von selbst ergibt. Im Rudel meines Trainers erlebe ich das täglich. Wir trainieren immer im Rudel (4 Aussies). Und wenn sie dort ihre Sperenzchen macht, kriegt sie einen Rüffel vom Rudelchef, dass sie zwei Meter weit fliegt. Und dann ist für den Rest des Tages Ruhe im Schiff. Sobald sie sich falsch verhält (z.B. an jemandem hochspringt), ist der Rudelchef zur Stelle, verbellt und knufft sie. Das ist so viel hilfreicher als alle möglichen Theorien in Ratgebern - oder Foren. Mein Trainer hat mir klargemacht, dass ich diese Methodik auch im Privaten weiterführen muss, wenn sie versucht, sich über mich zu erheben (was für das Alter auch völlig normal ist). Es ist völlig logisch, dass ich das nicht genauso schnell kann wie ein Aussie-Rüde. Aber die Wirkung ist trotzdem dieselbe. Das könnt ihr nun bestreiten und bezweifeln, so ganz ohne dabei gewesen zu sein - aber es wirkt dann eben schwerlich seriös.
Und weil ich die Pauschalbreitseite gegen meinen Trainer bereits kommen sehe: Mein Trainer ist diplomierter Biologe, Tierpsychologe und Homöopath. Er bildet Trainer und Therapiehunde aus. Anders als so viele andere hat er Jahre seines Lebens in Hörsälen und mit seinen Hunden zugebracht. Und das wunderbar entspannte Klima in seinem Rudel und das absolute Vertrauen, dass es ihm als Führer entgegenbringt, geben ihm Recht.
 
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  • So werde ich Rudelchef… Beitrag #160
Ich habe diese Erziehung als Kind mitbekommen, bei Hunden.
Freu dich, wenn dein Hund aelter wird.
Du WIRST dein intensiveres Verhalten nicht selber bemerken.
Oder meinst du, die schlagenden, schreienden Eltern machen das mit nem Saeugling? Ne, sowas entwickelt sich.

Ich hab zudem letztens eine alte Frau gesehen, die ihren Hund mitten auf dem Feld eins drueber zog- aber keine Sorge, dem machte das nix aus, der war das gewohnt.

UND: Hier vermischt keiner was mit dem 1x1 der Hundehaltung.
Es IST das 1x1 der Hundehaltung!
 
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