Praktikum in einer Kleintierklinik

Diskutiere Praktikum in einer Kleintierklinik im Smalltalk Archiv Forum im Bereich Smalltalk; Zum 3.Tag nochmal: Der Kuhkater wurde auf Pavo getestet? Uups, das bekommen doch nur Hunde....Du meinst bestimmt FIV/FIP? Ansonsten finde ich...
  • Praktikum in einer Kleintierklinik Beitrag #21
Zum 3.Tag nochmal: Der Kuhkater wurde auf Pavo getestet? Uups, das bekommen doch nur Hunde....Du meinst bestimmt FIV/FIP?
Ansonsten finde ich deine Berichte total spannend. Wie bei meiner Tochter (TA- Helferin), ich glaube, da kann man nach ein paar Jahren im Job ein Buch schreiben ;).
 
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  • Praktikum in einer Kleintierklinik Beitrag #23
Nene, ich mein Parvo ;)
 
  • Praktikum in einer Kleintierklinik Beitrag #24
Tag 5

Puh, heute war ein Montagmorgen wie ihn jeder gebrauchen kann :roll:
Nichtsahnend setzte ich mich in den Zug, wir fuhren los und blieben schon im nächsten Ort 10min stehen. Naja, kommt vor. Schließlich ging's weiter und wir fuhren, und fuhren, und fuhren... neben mir saß auch noch eine, die die gaaanze Zeit mit irgendeinem Kerl telefoniert hat. Das kann ich ja leiden, wenn ich noch halb verschlafen schon das Ohr abgekaut bekomme... Nunja, wir fuhren also weiter irgendwo durch's Nirvana und ich dachte mir, so langsam müssten wir doch trotzt der Verspätung mal ankommen... Aber die Gegend war so fremd... Schließlich passierte der Zug einen Bahnhof und ich war mir sicher, dass er da sonst nie vorbei fährt. Ich dann mal in der Klinik angerufen, dass ich später komme, weil die DB es mal wieder nicht gebacken bekommt. Als nächstes kamen Hanau.. Offenbach... Öhm - Stopp! Hanau?!?! Offenbach?!?! Ganz falsche Richtung! Dann kam Frankfurt Süd und ich hatte endlich meine Orientierung wieder. Wir mussten eine rieeesen Schleife gefahren sein und kamen nun aus der entgegengesetzten Richtung wie sonst am Frankfurter HBF an. Na super - folglich fiel auch meine Zwischenhaltestelle aus und nun stand ich da am HBF und konnte auf den nächsten Zug zurück warten :roll: Währenddessen habe ich das Telefonat einer jungen Frau mitgehört, die sagte, es habe sich jemand vor den Zug geschmissen oO
Letztendlich kam ich eine Stunde später als sonst in der Klinik an. Erst mal habe ich mir frische Arbeitsklamotten geholt, dann umgezogen und im Laufe des Tages festgestellt, dass heute irgendwie Totentag zu sein schien. Es begann damit, dass ich geholfen habe, alte Katzenkörbe in den Keller zu tragen, Katzenkörbe von verstorbenen Katzen... Da bekam ich auch mal die Gefriertruhe zu Gesicht, wo die Leichnahme aufbewahrt werden. Hmmmm, tolles Gefühl. Auf der Katzenstation waren heute nur der kleine Kuhkater und eine schwarze, fette 10-Kilo Katze mit Trichter. Auch unten war alles leer, bis auf die oberste Box, da lag ein Meerschwein. Ich guckte eine Weile und irgendwie schien es gar nicht zu atmen... Ich habe dann mal gefühlt, ob das überhaupt noch lebt, aber es war schon ganz steif. Brrrr. Nach einer Weile dumm rumstehen (da mache ich schon extra in einer Klinik Praktikum, weil ich dachte, da sei mehr los, als in einer normalen Tierartzpraxis und dann ist da voll tote Hose!), habe ich bei ein paar Behandlungen zugeschaut und bin danach in die Pause gegangen. Heute war auch ein Frettchen da, dass keinen nackeligen Schwanz hatte und so finde ich die ja dann doch wieder ganz schnuckelig :mrgreen: Als ich nach der Pause wieder runter kam, ging das Todesdrama weiter. Ein verstorbener Hund wurde in den Keller verfrachtet, danach habe ich bei einer Zahnbehandlung zugesehen und was da im Maul war, konnte man gut und gerne auch als Friedhof bezeichnen... Der Hund hatte sooo viel Zahnstein und hat echt übel gerochen, der Arme :( Unter den Belägen war schon alles ganz faul und es wurden mindestens sechs Zähne gezogen. Am Tisch daneben wurde einem Meerschwein ein Abzess am Kinn behandelt. Da war einer der unteren Schneidezähne abgebrochen und die Wurzel hatte sich entzündet. Das hat auch nicht gut gerochen :? Zwischendurch kam ein Kannickelchen auf Station und dann kam wohl einer der Höhepunkte: Eine Rennmaus. Ein wunderschönes Goldfüchsen, so wie der kleine Karli, den ich manchmal zur Urlaubspflege aufnehme und den ich für Bekannte vergesellschaftet habe, dem ich ein größeres Gehege und eine mehr oder minder artgerechte Haltung ermöglicht habe. Da ich ja selbst auch vier Renner habe, fand ich es natürlich doppelt schade, dass das Kerlchen eingeschläfert werden musste. Was er hatte, wurde mir gar nicht gesagt, nur, dass ich nicht mit in den Raum sollte. Schließlich wurde die Maus aber doch in die Vorbereitung gebracht (wo ich auch viel bin), weil die Besitzerin es nicht sehen wollte. Eine Helferin hat den Kleinen also festgehalten und die Ärtzin die Spritze gesetzt. Die ganze Zeit war alles gut - bis die Maus sich zu einer letzten Tat entschloss und der Helferin in den Finger bis, aber so gehörig, dass sie gar nicht mehr los ging! Auch noch da, wo die Handfläche beginnt, am Gelenk... Die Helferin rief als nur "aaah" und quetschte das Tier zusammen, eine andere kam und versuchte den Kopf zu lösen und ich sagte dazwischen "Die Augen!, DIE AUGEN!!" Die fielen nämlich fast raus und ob die Besitzerin das so gefreut hätte... Ihren Schatz tot und dann auch noch mit herausgeplatzen Augen zu sehen... :? Auf jeden Fall bekamen wir die Maus dann von der Hand los und da schoss auch schon das Blut heraus, rasch ein Tupfer drauf und die blutbefleckte Maus noch ein bisschen sauber gewischt, dann wieder in die Box, mittlerweile war sie wohl tot, oder zumindest so gut wie, und raus mit ihr aus dem Raum. Die Wunde hat die zweite Helferin versucht auszuspülen und wie weit die mit der Spritze da rein kam... uuääh. Die Betroffene ist später noch ins Krankenhaus, nachdem alles dick und blau wurde und jetzt gegen ihren Willen bis Samstag krank geschrieben. Sie kam mit riesen Verband und Schiene wieder. Manche hielten das für ein bisschen übertrieben, immerhin war es "nur" ein Mausebiss, bei einer Katze wäre das vielleicht besser nachzuvollziehen.. Um ehrlich zu sein, wäre ich damit jetzt auch nicht zum Arzt, es sei denn, es hätte sich entzündet. Aber naja, passiert ist passiert.
Später habe ich noch erfahren, dass eine Katze im OP verstorben ist und dass der rote Kater, der eine Weile in der Klinik war, auch eingeschläfert wurde, also ein echter Totenmontag heute. Überraschenderweise komme ich damit aber gut klar, irgendwo berührt es natürlich, aber es zieht mich nicht runter oder macht mich traurig... Es gehört halt dazu. Ich dachte eigentlich, am Anfang wäre das etwas schlimmer, aber vielleicht habe ich ja durch meine lange, zahlreiche Kleintierhaltung schon so viel mit dem Tod zu tun gehabt, dass es da ein bisschen mehr braucht, um mich zu schocken.
Danach ist nichts nennenswertes mehr passiert und ich bin wie imemr um 15:15 gegangen.
Für die nächsten Tage würde ich mir wünschen, dass noch ein bisschen mehr passiert. Es ist so ganz schön öde, als rumzustehen und so sehe ich ja auch nicht so bombe viel... Außerdem würde ich gerne noch eine große OP miterleben. Leider kommen die meisten Patienten erst mittags und auch größere Behandlungen und OP's finden eher dann statt, aber wenn ich nicht um kurz nach 3 gehe, komme ich erst soo spät heim, ich bin so schon immer erst um 5 zuhause. :| Naja, ich hoffe mal, die Woche bringt noch was mit sich. :)
 
  • Praktikum in einer Kleintierklinik Beitrag #25
Okay das mit der Maus ist ja auch irgedwie ein bisschen lustig wenn sie dann mit verband nem dicken und so wieder in die Praxis kommt.Aber auch irgendwie "autsch-haft".
Hast du deinen Arbeitsplan schon?
 
  • Praktikum in einer Kleintierklinik Beitrag #26
Naja, ob das mit der Maus jetzt so lustig war... hm, Ansichtssache. Immerhin hat das Tierchen dabei seine letzten Atemzüge getan und so kleine Wunden können sich auch ruck zuck entzünden. Ich persönlich hätte das gut desinfiziert und was drumgewickelt, fertig. Aber die Helferin war dann auch etwas durch den Wind, immerhin hat das Kerlchen fast ganz durch gebissen.

Nee, Arbeitsplan habe ich nicht und werde ich wohl auch nicht mehr bekommen, es ist jetzt jemand neues für mich zuständig, weil die alte jetzt wo anders arbeitet und ich habe keine Ahnung, wer das ist :mrgreen:
Aber ich werde sowieso immer um halb 9 da antanzen und um viertel nach 3 wieder gehen, weil ich, wenn ich mir meine Arbeitszeiten anders lege, so spät heim komme. Um 5 reicht mir schon, habe auch noch einen Zoo, der versorgt werden möchte *g* Und was die Aufgaben angeht, schwirre ich immer überall mal rum und gucke, was es zu tun gibt. ^^
 
  • Praktikum in einer Kleintierklinik Beitrag #27
Tag 6

Hm, also so langsam bin ich immer froh, wenn ich in die Pause kann oder es Zeit ist, zu gehen. Die ersten zwei Tage waren super, aber mittlerweile ist es irgendwie öde... Heute war schon wieder kaum was los. Ein paar Behandlungen, eine Kastra beim Hund, ein Ultraschall, ein Kaninchen füttern, Tische wischen, Müll rausbringen... Hm. Wenn ich was zu tun habe, ist alles schön und gut, aber wenn nicht.. dann stehe ich doof rum und irgendwann drückt mir jemand eine blöde Aufgabe auf, die natürlich auch mal gemacht werden muss, aber wohl auch noch nicht unbedingt jetzt... Aber halt dumm, wenn die Praktikantin mehr oder minder gelangweilt da rum steht. :? Deswegen wurde ich heute zwei Mal losgeschickt, einmal Katzenstreu und was zu trinken für eine der Ärtzinnen kaufen und einmal, eine Geburtstagskarte für eine Helferin holen. Aber nix Kitschiges, nix mit Blümchen, nix mit Goldschrift, nix dies, nix das, naja in sowas bin ich ja ganz gut...:roll: naja am Ende würde es eine in meinen Augen total süße Karte mit einem Jacky auf einem pinken Kissen, mit Brille und Schleifchen und nem bunten Wirbel im Hintergrund... Ausgeflippt, wie es sein sollte. Naja, so pralle war sie wohl doch nicht, da sie pink war, aber Pech halt. Soll'n se selbst eine holen *g*
Wie gesagt, war heute wieder nichts so Spannendes los. Mir wurden ein paar Sachen gezeigt, aber nur Kleinigkeiten wie Alkohol auffüllen oder eben den weg durch den Kelelr zu den Mülltonnen...
Im Grunde könnte ich mir schon vorstellen, in diesem Beruf zu arbeiten. Der Tag mit den Mädels macht schon Spaß und wenn ich nicht "nur" die Praktikantin wäre, würde es denke ich auch noch mehr Gaudi machen, dann würde ich ja mehr dazu gehören. Aber so das Arbeitsklima ist toll und man macht verschiedene Sachen und Tiere sind eben auch so der Bereich, in dem ich mich wohl fühle. Und wenn man irgendwann mal so arbeitet, ist man sicher auch mal ganz froh, sein Geld mit rumstehen zu verdienen :mrgreen: Nur jetzt im Praktikum, wo ich mir egrne alles angucken möchte, ist das natürlich bedeppert... Dann habe ich noch erfahren, dass die eine Helferin einen Stundenlohn von ca. 6€ hat, keine Ahnung ob das auf alle zutrifft, aber ich denke, das wird ähnlich sein. Und das wäre mir ehrlich gesagt schon zu wenig. Also dann muss es wohl doch die Ärtzin sein, nur da ist wieder die Sache mit dem Studium.... Hmmmpf *g* Mal sehen, wie ich das alles schaukel, wenn es so weit ist.
Jetzt geht es morgen erst mal weiter und ich hoffe weiterhin, dass es mal wieder ein voller Tag wird, sonst endet das wieder in "Als-auf-die-Uhr-schau-ob-schon-Zeit-für-Pause-ist-Warten".
 
  • Praktikum in einer Kleintierklinik Beitrag #28
Also ich hab nen Stundenlohn von 6.65 Euro und das ist relativ gutes Mittelfeld...

Ich freu mich schon auf deinen nächsten Eintrag :)
 
  • Praktikum in einer Kleintierklinik Beitrag #29
Also ich würde gerne auch etwas über dem Mittelfeld liegen...:eusa_shhh: Ich muss keineswegs reich werden, aber ich weiß jetzt schon ganz genau, dass ich auch später mal einen groooßen Kleinzoo haben werde und gerne auch noch größer als jetzt, aber eben nur, sofern ich die Mittel dazu habe... Sprich eine ausreichend große Wohnung und natürlich auch genug Geldpölsterchen und ich möchte ja dann auch nicht am Hungertuch nagen, damit meine Fell- und Federpopos und was dann noch so bei mir lebt, im Luxu schwimmen.

Also ich hätte ganz gern das so fast unmögliche: Einen richtigen geilen Job, der saumäßig viel Kohle bringt :mrgreen:
 
  • Praktikum in einer Kleintierklinik Beitrag #30
Haha, ich bin ja auch ungelernt. Also für nen Nebenjob. Als ausgebildete Fachkraft solltest du wohl mehr verdienen. So um die 2500 Euro im Monat wären schick.
 
  • Praktikum in einer Kleintierklinik Beitrag #31
Also ich hätte ganz gern das so fast unmögliche: Einen richtigen geilen Job, der saumäßig viel Kohle bringt :mrgreen:

Ich fürchte aber, dass es so einen Job in diesem Bereich nicht geben wird :?
 
  • Praktikum in einer Kleintierklinik Beitrag #32
Der Durchschnittslohn für TFA`s ist in den neuen Bundesländern so um die 6-7 € pro Stunde. Wenn man Pech hat, arbeitet man in einer Kleintierpraxis 30-32 Stunden pro Woche, aufgeteilt in Früh- und Nachmittagsschicht. Bedeutet: 2x am Tag hin- und herfahren, Benzin und Zeit verschwenden, dadurch keine Freizeit und ausgezahlt (Single, kein Kind) ca. 620-700 €. So sieht leider die Realität aus. Also sollte man es sich ganz genau überlegen, ob das der Beruf fürs Leben ist. Wann spart man fürs neue Auto (welches vom Arbeitgeber oft vorrausgesetzt wird), wer zahlt die Miete, wohnt man evtl. bis get no bei den Ellis? Holt man sich Unterstützung vom Staat? Für eine Tätigkeit, welche man als Beruf gelernt hat, und damit auch ordentlich bezahlt werden sollte. Oder man arbeitet in einer Tierklinik, im Schichtbetrieb, mit viel Wochenenden und Überstunden und gibt dann entnervt in einigen Jahren in der Tretmühle auf...
Oder man lässt es ganz und hat die Tiere nur noch als Hobby.....
 
  • Praktikum in einer Kleintierklinik Beitrag #33
@Pfötchen: Und wie sieht's bei Tierärzten aus? Auch so schlecht (finanziell) wie bei TFAs?
 
  • Praktikum in einer Kleintierklinik Beitrag #34
Das kann ich nicht genau sagen. Ich denke mir, selbstständige TÄ werden auch ganz schön knüppeln müssen, um aufs Geld zu kommen. Eine Praxis einrichten, Angestellte bezahlen, Ärger mit Klienten, welche cronisch klamm sind aber trotzdem eine Behandlung wollen.
Oder man lässt sich anstellen, in einer Tierklinik. Ich denke, der Verdienst wird doch schon gut sein. Gibts denn hier einen (angehenden)TA, der Auskunft geben möchte?
 
  • Praktikum in einer Kleintierklinik Beitrag #35
Ich fürchte aber, dass es so einen Job in diesem Bereich nicht geben wird :?

Ich fürchte, den gibt es in keinem Bereich :mrgreen: Naja ich kann mit Kompromissen leben. Ich will wie gesagt nicht reich werden, ich möchte nur gut über die Runden kommen und auch mal ein bisschen was übrig haben. Und ich kann dafür auch was machen, also so ist es ja nicht.

Ich habe mir auch schon überlegt, nicht einfach allgemeine TÄ zu werden, sondern mich auf irgendwas zu spezialisieren, Hüft-OP's oder so. Die sind immer ordentlich teuer xD
Naja erst mal sehen, ob ich letztendlich wirklich in die Richtung gehe.


Tag 7

So, heute war schon etwas besser. Es war zwar genauso wenig los, wie in den letzten Tagen, wenn nicht sogar noch etwas weniger, aber trotzdem hatte ich eigentlich als was zu tun. Angefangen habe ich in der Katzenklinik mit Näpfe waschen, Mensch, das waren mindestens 100 Stück *scherz*:mrgreen: Dann abtrocknen, den Katzen Wasser reinstellen, ein paar Katzen füttern, ein paar musste für den Ultraschall nüchtern bleiben. Dann Infusionen umfüllen und anhängen, jetzt weiß ich auch wirklich, wie das geht *g* Die Wäsche in den Keller bringen und anstellen, frische Decken und Handtücher wieder mit hoch nehmen, zwischendurch mal runter gehen und schauen, was da so ist. Dann bin ich wieder hoch und mit in eine Behandlung, oder sagen wir mal das, was eine Behandlung werden sollte. Es war eine 9 Monate alte Kuhkatze, die kastriert und geimpft werden sollte und zum Check-Up da war, am Mittag sollte dann das Geschwisterchen folgen. Die Besitzerin warnte schon vor, dass sie nicht so ganz ohne war und es wurden schon mal Handschuhe geholt. Als Katzi dann raus aus dem Korb sollte, geriet sie in Panik und robbte sich aus dem Arm der Ärtzin und plums, war sie unten. Während ich die Tür bewacht habe, hat man versucht, die Kleine wieder einzufangen, doch die sprintete mit lauten Gemauze von Ecke zu Ecke, bis wir wirklich Hilfe brauchten. Schließlich waren es zwei Ärtzinnen, eine Helferin und Ich, die versucht haben, Katzi wieder auf den Tisch zu bringen. Letztendlich hat das auch geklappt, aber sie hat sich wie ein Wurm unter wildem Gefauche, Schreien und Beißen wieder aus dem Griff entwunden und schwuuups, war sie erneut auf dem Boden. Das Spielchen ging also von vorne los, doch auch das zweite Auf-dem-Tisch-sitzen nahm kein erfolgreiches Ende und so haben wir's dann gelassen. Katzi kam wieder in den Korb und es wurde ein Kastrations- und Impftermin für morgen festgelegt. Mal schauen, wie das so wird, ich hoffe, ich kriege es mit :mrgreen:
Danach war ich unten und habe etliche Blutbecher gespült, während eine Helferin neben mir im Labor mit Kotproben beschäftigt war, mit der habe ich nebenbei ein bisschen gelabert, die ist total nett. Sie ist auch noch nicht sooo lange da, vielleicht komme ich deshalb gut mit ihr aus.
Dann wurde ich mit zwei kleinen Minipäckchen zur Post geschickt, jawooohl, null Orientierung, keine Ahnung wo ich da bin, aber naja. Diese Welt ist doch voll von netten Menschen, die man zur Not fragen kann...*räusper* Ich also losgezogen, erst links, dann zweite Kreuzung rechts, wie beschrieben, aber da kam keine Post. Also wieder zurück, ein DHL-Auto gesehen und mal in die Richtung gelaufen, aus der es kam, vielleicht war da ja die Post. War sie aber nicht. Also wieder zurück... Irgendwann habe ich zwei ältere Damen gefragt und nach deren Beschreibung habe ich es dann tatsächlich gefunden. Puh xD Als ich wieder in die Klinik kam, war es schon 12, also Zeit für mein Päuschen. Ich wollte pünktlich um 1 fertig sein, damit ich die Kastration bei einer Katze nicht verpasse. Was zu essen gekauft, in den Aufenthaltsraum und mein halbes Stündchen verbracht, dann war ich ein bisschen auf der Katzenstation, dann unten und als ich grade wieder oben war, kam das Kätzchen, dass kastriert werden sollte. Es kam erst mal in eine Box, dann kamen plötzlich alle Ärtze rein: Klinikbesprechung. Das Kätzchen hatte sich derweil in den Kopf gesetzt, schnell wieder abzuhauen, bevor die Tür zugemacht wurde und schoss plötzlich an mir vorbei, aber ich konnte sie schnappen und halten :D *stolz* Die hatte eine ganz komische hormonelle Veränderung und deswegen riiiesig angeschwollene Sitzen, fast wie Tumore. Aber nach der Kastra sollte sich das zurück bilden. Dann bin ich in den Aufenthaltsraum und habe gewartet, bis die Ärtzebesprechung vorbei war und die Kastra anfing. Das hat sich ein bisschen verschoben und währenddessen habe ich noch mit zwei Helferinnen gequatscht und erfahren, dass die letztes Jahr teilweise 50 Bewerbungen am Tag hatten :shock: Und die eine hat ein bisschen erzählt, wie es in ihrer alten Praxis war, das war ganz nett, mal ein bisschen was zu hören, wie unterschiedlich das doch ist... Dann irgendwann fing die Kastra an, oder eher die Kastras, einmal eine Katze, einmal ein Kater. Die Katze wurde kopfüber gehängt und los ging's. Ich stand in der hintersten Ecke, um was zu sehen und trotzdem nicht zu stören, aber letztendlich habe ich doch nicht sooo viel gesehen. Was ich aber gesehen habe, war viel unspecktakulärer, als ich erwartet hatte. Mensch, ich dachte Bauchaufschneiden wäre mal was Größeres geworden, aber das hat ja nicht mal geblutet. Ich will doch noch eine große OP sehen *g* Naja dafür dauerte das Ganze realtiv lange, etwas über eine halbe Stunde und ich habe mir schön die Beine in den Bauch gestanden... *seufz* Also das tut man da wirklich andauernd.
Hm, was habe ich dann gemacht... War kurz bei Leuten im Ultraschall.. Irgendwie habe ich wohl die Zeit überbrückt :mrgreen: Zum Schluss habe ich noch bei einer Ratten-Tumor-OP zugeschaut und dann war's schon wieder viertel nach drei. Also wenn man was zu tun hat, dann geht die Zeit da schon ganz gut um.
Morgen ist dann mein vorletzter Tag, mal sehen, was der so mit sich bringt. :)
 
  • Praktikum in einer Kleintierklinik Beitrag #36
Tag 8

Heute hat sich mein Wunsch eeendlich erfüllt, es gab eine große OP :D
Aber fangen wir vorne an: Nachdem ich mich auf spiegelglatten Gehwegen und Straßen ordentlich hingelatzt habe, der Bus ausfiel und ich eine halbe Stunde in der Kälte rumgestanden habe, kam ich doch irgendwann mehr oder minder heil und pünktlich in der Klinik an. Los ging's mit ein paar üblichen Kleinigkeiten, Stationstiere begutachten, füttern, tränken, bisschen putzen und danach in ein paar Behandlungen gehen. Dann wurde ich wieder zur Post, die ich diesmal gleich fand (xD), und einkaufen geschickt, was tatsächlich ziemlich lange dauerte... Danach haben die Kaninchen Futter bekommen, heute waren gleich vier Stück auf Station, und naja... was war denn noch so. Zwischendurch bin ich halt immer mal wieder hoch und runter um zu gucken, was wo geht, aber so wirklich voll war's wieder nicht. Schließlich war eines der Ninchen dran, das mit dem fetten Abzess direkt unter dem Auge, das war schon alles so groß und dick, dass der halbe Augapfel raustand. Das arme Tier konnte nicht mal mehr das Auge zumachen. Zuerst wurde ins Mäulchen geschaut und ein Zahn gezogen, da war schon ordnetlich Süff im Maul und als dann die Beule von außen aufgeschnitten wurde, kam auch irgendwann der Eiter. Iiiih, das ist noch ecklicher als Zahnbehandlungen xD Naja dann wurde alles viel gespült und die Kanüle hing ja so weit drin, aber nicht in der Mundhöhle... folglich irgendwo hinterm Auge. Es wäre dann eine Möglichkeit gewesen, das Auge rauszuoperieren, aber die Ärtzin sah keine allzu großen Erfolge darin und nach einem Telefonat mit den Besitzern wurde der Kleine erlöst...Hm, das tat mir schon leid wie sie dann am Telefon als gesagt hat "Ja er schläft schon.. Ich lass ihn jetzt weiterschlafen..." och :( Dann durfte ich auch mit dem Stetoskop zuhören, wie das Herz immer langsamer schlug, dann hat man gesehen, wie sich die Muskeln entspannt haben...Hm. Irgendwann war der Süße dann drüben.
Ich verstehe nicht, wie manche Leute alles so lang vor sich herschieben. Sei es jetzt der Abzess am Kanickel, der Tumor an der Ratte oder der Zahnstein am Hund... *kopfschüttel* Sehr unverantwortlich was man da sieht, teilweise...
Um 12 bin ich wieder in die Pause, in der wir neuerdings immer diese Zoosendungen gucken, die heißt iwas mit Puma&Co. :mrgreen: Und lecker Apfelplunder von Backfactory gegessen *biggrins*
Nunja, dann habe ich den Handtuchschrank aufgeräumt und gewartet, bis die Visite vorbei war, damit die OP's anfangen. Irgendwann ging's dann los mit einer Hündin, die ein paar gaanz kleine Mamatumore hatte. Das war mal eine recht blutige Geschichte, weil das Gesäuge gut durchblutet ist. Hat auch mal gespritzt, hihi ^^ Und danach kam eeeendlich, endlich meine große OP :D Eine Gebärmutterentzündung bei einer Hündin, folglich kam das Ding raus. Bauchdecke aufgeschnitten, das hört sich fast an, als würde man Papier schneiden oO Und darunter lag alles wild durcheinander, also in meinen unerfahrenen Augen. Da war irgendwas geschlängeltes, bestimmt Darmschlingen oder so was und dann haben sie diese riiiesige Gebärmutter da rausgewühlt mit den ganzen komischen Schleimhäuten dran und das entfernt. Und ich musste sie dann ins Labor stellen, suppi ;D Das fand ich gut, dass da mal so richtig die Innereien zu sehen waren und da in dem Hund rumgewühlt wurde... das muss ich ja alles vertragen können. Kann ich zum Glück sehr gut, was ich weniger vertrage, ist das lange rumstehen. Meine Füße tun immer noch weh *seufz*
Naja danach war die Zeit auch schon wieder um und ich habe mich auf den Heimweg gemacht.
Für meinen letzten Tag morgen hoffe ich immer noch einen einen Schwung Arbeit und noch die ein oder andere spannende Behandlung oder OP... Und es wäre toll, wenn man endlich rausfinden könnte, was der kleine Kuhkater hat. Der ist jetzt schon so lange da und bisher waren alle Untersuchungen erfolglos... /:
 
  • Praktikum in einer Kleintierklinik Beitrag #37
Tag 9

So, mein letzer Tag war leider nicht so spannend, wie es wünschenswert gewesen wäre, aber alles in allem war er okay. Angefangen habe ich unten, wo ich in mehrere Behandlungen mitgegangen bin. Meine größte und wohl längste Aufgabe bestand darin, einen Hund beim Aufwachen aus der Narkose zu bewachen. Das hat sich sooo gezogen... ^^ Danach habe ich so dies und das erledigt und mehrfach die Station und die Vorbereitung gefegt, um mich zu beschäftigen :mrgreen: Dann kam meine Pause, die ich ganz heimlich mal um 20 Minuten verlängert habe... naja war ja eh nix los. Habe den Helferinnen bei den OP-Vorbereitungen zugeguckt, immer wieder rumstehendes Zeugs weggeräumt, mal ein Tier mit gehalten, zwischen Kleintier- und Katzenklinik gependelt und das Ende der Visite abgewartet, denn solange die Ärtze weg sind, gibt es auch keine Behandlungen und außer Aufräumen auch nicht so viel für eine Praktikantin zu tun... und aufgeräumt habe ich ja ;D Das wohl traurigste Erlebnis heute war, dass auch die letzten Untersuchungsergebnisse des Kuhkaterchens erfolglos waren und die Besitzer einer Probe-OP nicht zustimmen. Da sich sein Zustand aber fortlaufend verschlechtert, soll er nun eingeschläfert werden. :( Mann ey, das finde ich so traurig. Der Kleine ist so unglaublich niedlich, nicht nur vom Aussehen, auch vom Verhalten her, er kuschelt sich immer so richtig in die Arme, wenn er gehalten wird und er ist doch grade mal 5 Monate alt :( Naja, was soll man machen...
Dann gab es eine Milz-OP, die ich unglaublich gerne angeguckt hätte, aber davor hatte die operierende Ärtzin eine... nennen wir es kleine Auseinandersetztung mit einem anderen Arzt, weil der wohl den Hund erst noch schallen wollte, aber dann doch nicht mehr, aber jetzt auf jeden Fall eine Nierenbiopsie... Naja die Ärtzin war dann etwas angepisst und hat eine Helferin aus dem Raum geschickt, mit der Ansage, sie soll die Tür zumachen und sie und ihre OP-Helferin allein lassen, da bin ich besser auch mal gegangen... Aber danach habe ich mir die Milz angeguckt, die rausgeholt wurde, mann, ganz schön groß das Ding. Ich dachte, das wäre so ein Miniorgan :mrgreen: In der Milz war ein Tumor, der dann rausgeschnitten und eingeschickt wurde. Man konnte ganz toll das gesunde vom bösartigen Gewebe unterscheiden, letzteres war irgendwie ganz dunkel, fast schwarz.
Naja etwas später gab es zwei weitere OP's, einmal eine Ratte mit riesigem Tumor, irgendwie haben alle Ratten da enorme Geschwüre oO Die Ärtzin meinte, das wäre, als hätten wir zwei Medizinbälle am Hinterteil hängen... /: Also dass die Leute damit immer so lange warten *kopfschüttel*
Und dann noch ein Hund, der wahrscheinlich mal einen Unfall hatte und bei dem eine Pfote missgebildet war und nun so mehr oder weniger gerichtet werden sollte. Das war eine blutige Angelegenheit... ^^
Naja noch ziemlich am Anfang der beiden OP's wurde es Zeit für mich zu gehen, doch mein "macht's gut, war schön bei euch" nahm irgendwie keiner wahr... :? Also bin ich hoch und oben hat mich eine Helferin ganz lieb verabschiedet, sie hat mich sogar in den Arm genommen. Auch zwei andere waren noch total nett. Naja, habe nicht mehr alle gesehen, bevor ich gegangen bin, vielleicht schreibe ich ja noch eine Tschüss-Karte hin :mrgreen:

Letztendlich kann ich sagen, dass sich das Praktikum sehr gelohnt hat, es hat mal mehr, mal weniger Spaß gemacht, aber alles in allem fand ich es ganz gut und denke auf jeden Fall, dass diese Berufsrichtung was für mich wäre. Auch dass es ein freiwilliges Praktikum war, hat mir auf jeden Fall ein paar Pluspunkte eingebracht, unter anderem, dass ich nicht so viel putzen musste, das hat eine Helferin mal gesagt. :mrgreen: Zitat: "Das ist ja auch ein freiwilliges Praktikum, ich mein, ich könnte ihr viel mehr zum putzen oder so geben, mach ich aber nicht, dann mach ich's lieber selbst." Also freiwillig scheint eine Seltenheit zu sein... Hm ^^
Ich freue mich auch schon auf mein nächstes Tierarzt-Praktikum, was ich vor den Osterferien in einer Klinik für Vögel, Reptilien, Amphibien und Fische machen werde. Mal schauen, was bei unseren pelzigen Genossen so anders ist *g*
 
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Praktikum in einer Kleintierklinik

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