Es ist sehr schwierig bei einer Fundkatze einzuschätzen, ob sie ein reiner Stubentiger ist, gerne mal einen Balkon erkunden möchte oder eben ein Freigänger ist. Als einziger Anhaltspunkt, dient eventuell noch der Fundort aber das wars dann auch schon.
Daher werden Fundkatzen fast immer, in der ersten Zeit nach der Aufnahme, als Freigänger benannt. Und dies ist auch logisch, aus einer Wohnungskatze einen Freigänger zu machen ist deutlich leichter als umgekehrt.
Genauso bei der Vermittlung als Einzelkatze oder zu anderen, man weiss es eben nicht und fast alle Tiere sind anfangs in der Gruppenhaltung (nach der Quarantäne Zeit), von den anderen Tieren verstört und meiden diese -> daher erstmal Angabe als Einzelkatze zu vermitteln.
Sind die Katzen länger bei uns, kann man dies viel besser einschätzen. Man sieht dann deutlich, ob sie lieber Einzelgänger sind und ob sie hinaus (in ein großes Freigehege) wollen. Aber auch da kann man sich immer noch täuschen bzw. kann es völlig umschwenken. Und die meisten Tiere sollen ja schnell ein neues Zuhause finden, da hat man gar nicht diese Zeit zum Einschätzen bzw. täuscht man sich auch sehr schnell -> wiederum daher der Weg "Einzelkatze" und "Freigang", denn die meisten Tiere kommen zurück weil sie entweder nicht verträglich sind oder Freigang wollen. Dies trifft dann auf einen großen Teil der Tiere zu, nicht weil man sich mit den Tieren nicht beschäftigt oder man nur schnell vermitteln will -> man will Tier und Mensch vor Enttäuschungen schützen.
Natürlich gibt es da noch die Tiere aus Privathaltung, über diese kann man viel mehr erzählen und weiss genauer, was diese Tiere wollen (falls die ehemaligen Besitzer die Wahrheit gesagt haben) aber bei uns machen sie maximal 20% aus. In der Regel werden sie aber nicht abgegeben weil sie so super lieb und anschmiegsam sind (wobei jetzt schon mehrfach Katzen aus genau diesem Grund abgegeben wurden :104

, genau solche Tiere wollen aber die meisten "Kunden".
Und was die Kinder angeht, auch bei uns gibt es eine solche Regel: "keine Katzen unter 6 Monate an Familien mit Kindern unter 6 Jahre!" und das ist auch logisch. Junge Katzen kennen keine Grenzen, egal wie gut sie erzogen sind, sie können durchaus sehr derb spielen. Umgekehrt können kleine Kinder häufig ihre eigene Kraft nicht einschätzen bzw. Eltern sind sehr sorglos und achten nicht auf das Spiel zwischen Kind und Katze -> auf beiden Seiten kommt es da immer wieder zu bösen Verletzungen (wenn nicht Schlimmeres).
Was das bessere Vermitteln bei den priv. Tierheimen angeht, so ist es ja auch selbstverständlich. Wir werden nicht durch die Stadt finanziell oder materiell unterstützt, alles muss aus Spenden und Vermittlungen finanziert werden. Damit ist jede gut vermittelte Katze (welche auch nicht zurück kommt), für den Erhalt des Tierheimes/ Vereines verantwortlich. Zudem ist nichts so wichtig, wie der gute Ruf. Daher nimmt man sich eben ausführlich Zeit (oftmals mehr als eine Stunde, nur zum Herumführen) und versucht von Vornherein ein "optimales Paar" zusammenzuführen (wobei es immer wieder passiert, dass das beschriebene Wunschtier am Ende das völlige Gegenteil der vermittelten Katze ist und gerade dort passt es zu 100%

).
So wird es bei uns im felidae gehalten, wenn unserer Katzen vermittelt werden. Man versucht auch immer den Leute völlig unbefangen entgegen zugehen, denn man täuscht sich gerade beim Äußeren sehr schnell. Aber nichts hilft, wenn der "erste Eindruck" nicht stimmt. Zum Glück haben wir aber fast immer ausreichend Helfer im Verein, so dass ein Zweiter "erster Eindruck" möglich ist.
@Lindie: auch bei einem städtischen Tierheim müssen die gesetzlichen Bestimmungen eingehalten werden. Wenn eine Überprüfung stattgefunden hat (und das geschieht mindestens einmal im Jahr durch das Veterinärtamt), muss alles soweit den Vorschriften entsprochen haben oder es wird geschlossen. Dabei spielt es keine Rolle, dass es beide Einrichtungen der Stadt sind.
Ich weiß jetzt nicht, wie groß diese sogenannten Zwinger sind aber in der Regel werden zwei Quadratmeter pro ausgewachsene Katze durch das Vet.amt "empfohlen". Ein Freigehege ist nicht vorgeschrieben, erst Recht nicht dessen Größe.
Die Freigänger sollen einfach nur die Möglichkeit haben, frische Luft zu atmen und dabei natürliche Umweltreize zu empfangen. Da reicht sogar schon Tunnel, von 40*40 cm, welcher einfach an der Außenwand entlangläuft und den die Tiere nutzen können. Nicht jedes Tierheim hat ja den Platz für Außengehege bzw. das Geld, um diese zu errichten. Wir haben einfach das Glück, dass unsere erwachsenen Katzen ein größeres Freigehege haben (größer als die drei Innenräume). Deswegen würde ich aber nie ein anderes Tierheim angreifen, wo die Katzen nur Innen untergebacht sind. Gleichzeitig bin ich mir bewusst, dass es noch besser ginge -> wie den Katzengarten des Tierheims Leipzig.