Trotzdem ist es den Tieren gegenüber nicht gerecht, wenn sie noch nciht mals einen angemessenen großen Käfig bekommen.
Das unterschreibe ich sofort!
Und genau da ist meine Kritik:
Bei Goldhamstern ist es inzwischen nachgewiesen, daß sie in viel zu engen Käfigen gehalten werden. Selbst in Käfigen mit einem Quadratmeter Lauffläche und 80cm Buddeltiefe zeigen Goldhamster noch Stereotypien - es reicht also bei weitem nicht!
Projekt Hamster bei Uni Bern
Nun sagt mir ehrlich, welcher von euch Goldhamsterhaltern bietet mehr Buddeltiefe wie 80cm und mehr Lauffläche wie einem Quadratmeter?
Wenn ich Hamster, egal welche Art, buddeln sehe, tränen mir die Augen, wenn ich an die vielen Hamster denke, die noch nicht mal genügend Einstreu zum Buddeln haben!
Selbst Eichhörnchen, die unter den gesetzlichen Mindestanforderungen gehalten werden, zeigen keine Stereotypien.
Kaninchen zeigen bei zuwenig Platz eine erhöhte Aggression untereinander. In freier Wildbahn tun sich oft zwei bis drei Rammler zusammen, um mehrere Häsinnenreviere halten zu können. Sie schlafen nebeneinander, sie belecken sich, sie sind viel liebevoller miteinander wie Häsinnen miteinander.
Eine Zusammenhaltung von unkastrierten Rammlern ist bei Kaninchen aber gar nicht möglich, insbesondere nicht auf nur 20m² Terrasse! Ein deutliches Zeichen, daß es NIEMANDEN gibt, der seine Kaninchen bei genügend Platz hält!
Eichhörnchen zeigen nicht mal unter den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestmaßen eine erhöhte Aggressivität untereinander. Die meisten Eichhörnchenhalter aber halten sie in Volieren, die viel größer sind, wie die gesetzlich vorgeschriebenen Mindestmaße.
Hier wurde das Argument gebracht, daß Eichhörnchen ja durch die Bäume klettern und entsprechend Höhe brauchen - 90% ihres Lebens verbringen sie dennoch in einer Höhe vom Boden bis 2m. Es sind zwei Meter Höhe für Eichhörnchenvolieren vorgeschrieben!
Goldhamster verbringen 80% ihres Lebens in einer Tiefe von 2m unter Bodengrund! Wer von euch bietet das seinem Hamstern? Nur, weil ein Goldhamster in einem Käfig keine 2m tief buddeln kann, weil es da nix zu buddeln gibt, heißt das doch noch lange nicht, daß ihnen das abgezüchtet wurde! Die Versuche in der Uni Bern zeigen da etwas ganz anderes!
Selbst die meisten Zwerghamster verbringen die meiste Zeit ihres Lebens unter einem Meter unter Bodenoberfläche, man findet sich durchaus auch noch in einer Tiefe von über 2,5m!
Wer von euch bietet den seinem Zwerghamster einen solchen Auslauf mit derartiger Buddeltiefe?
Wo liegt die Logik, für hüpfende und springende Eichhörnchen genügend Höhe zu fordern, aber buddelnden Tieren die Tiefe zu verweigern?
Dazu kommen einfach die Sache mit den Meerschweinchen. Bis auf wenige Ausnahmen, die sich tatsächlich freiwillig streicheln lassen, ist ein Gestreichelt werden für Meerschweinchen unangenehm und nicht artgerecht. Trotzdem werden sie gegen ihren Willen auf den Schoß genommen, zwangsgeknuddelt und wenn sie es ohne zu murren über sich ergehen lassen oder wegen Streß sogar anfangen zu dösen, weil sie schlichtweg emotional überfordert sind, wird dies als Zahmheit ausgelegt!
Auch das Fressen auf dem Schoß ist KEIN Zeichen für Wohlbefinden, sondern bei Dauerstreß einfach nur eine überlebenswichtige Strategie. Nur zur Erinnerung, Meerschweinchen haben einen Stopfmagen, sie müssen permanent fressen, damit es ihnen gut geht!
Macht doch da mal den Versuch, setzt euch in eure Meerschweinchengehege OHNE Futter in der Hand und kurz nach einer Fütterung. Wieviele eurer Meerschweinchen kommen nun freiwillig auf euren Schoß gekrochen? Wenn ihr sie nicht davon abhaltet, gleich wieder runterzuhüpfen, wieviele bleiben dann noch auf dem Schoß, wenn man sie berührt?
Was glaubt ihr, woher es kommt, daß viele Meerschweinchen ach so zahm sind, aber sobald man nach ihnen greift, fliehen?
Den Greifvogel als Erklärung könnt ihr schon mal streichen, Greifvögel existieren für domestizierte Meerschweinchen seit gut 4.000 Jahren nicht mehr!
Was die Domestikation angeht - es gibt inzwischen bei den Eichhörnchen etliche nachweisliche Verhaltensmerkmale und Farbmerkmale, die darauf hindeuten, daß sie sich schon von der Wildform deutlich entfernt haben.
Gehegeeichhörnchen sind weniger Scheu in neuen Situationen (auch wenn sie von wilden Eichhörnchen aufgezogen werden, s. Leyhausen), sie sind neugieriger, schließen sich schneller dem Menschen an (auch Wildeichhörnchen schließen sich schnell dem Menschen an, aber eben nicht so schnell ... da brauchts dann schon ein halbes Jahr, was bei Gehegeeichhörnchen innerhalb weniger Wochen und Monate geht.)
Eichhörnchen gibt es in Weiß, Gescheckt, schwarz und etliche andere Färbungen.
Was meint ihr, wie gut kann ein weißes Eichhörnchen mit reduzierter Scheu in Freiheit überleben?
Wer solche Tiere wie Hamster und Kaninchen sein Eigen nennt und sie eben nicht optimal unterbringen kann, soll bitteschön auch nicht auf Haltern oder Züchtern rumhacken, die "Wildtiere" halten, die schon lange keine mehr sind, die aber eindeutig artgerechter gehalten werden wie eben Kaninchen und Hamster.