Zum Thema Tierklinik kann ich dir folgendes erzählen: Ich bin für die Fibro-Sarkom-OP extra an die Uni-Klinik Leipzig gegangen, ca. 80 Kilometer von meinem Heimat-Ort entfernt, weil man dort viel Erfahrung und die besten technischen Einrichtungen für so eine OP hat und das war wohl der entscheidende Fehler!
Man weiß es nicht genau aber sicherlich dort hat sich meine Katze diese Infektion mit einem sogenannten multiresistenten Krankenhauskeim geholt! So was kann passieren, passiert ja auch immer öfter Menschen in den Krankenhäusern. Allerdings war die Kommunikation mit mir ganz schlecht, man kann dort nach der OP nur telefonieren, persönlich besuchen geht nicht. Am Telefon ist dann immer keine kompetente Person erreichbar, ein versprochener Rückruf erfolgt auch nicht. Die Krönung war dann die Entlassung meiner Katze.
Nachdem ich an einem Freitag, der eventuell auch schon der Entlassungstermin hätte sein können, nur hat eben vorher niemand mit mir geredet, mittags um 12 Uhr dort angerufen hatte, bekam ich plötzlich zu erfahren, sie können ihre Katze heute noch abholen! Ich ganz erstaunt: Bis wann denn? Bis ca. 15 Uhr! Inzwischen war es fast 13.00 Uhr und ich in 80 km Entfernung auf der Arbeit, ohne jede Vorinformation! Ich bin also losgedüst und holte meine Katze alarmmäßig dort ab.
Der erste Eindruck war nicht gut, sie war völlig apathisch, die OP-Wunde sah, bis auf eine kleine kritische Stelle, gut aus. Allerdings wurde sie so plötzlich entlassen, weil sie nach Aussage des behandelnden Arztes nicht fraß und sich insgesamt, fern der Heimat, nicht wohl fühlte. Ich nahm sie also mit nach Hause. Sie fraß auch dort nicht, blieb apathisch, speichelte aus dem Mund...
Wir fütterten und tränkten die Katze notdürftig mit einer kleinen Kinderspritze. Mir wurde Angst und einen Tag später, am folgenden Sonntag morgen fuhr ich mit ihr zum Bereitschaftsarzt. Dort wurde festgestellt, das sie eine starke Infektion im Maul und an der inzwischen teilweise offenen OP-Narbe hatte. Auf der Zunge befanden sich zwei sehr starke Infektionsherde, die Oberhaut der Zunge hing faktisch in Fetzen, die arme Katze konnte gar nicht mehr fressen und trinken. Das alles wurde in der Klinik, einen und einen halben Tag zuvor, nicht bemerkt! Der Bereitschaftsarzt begann sofort eine Behandlung mit Antibiotika und meinte, in 4-5 Tagen sieht das viel besser aus. Gleichzeitig begann er eine Art Zwangsernährung per Flüssigkeitsinfusion und Fütterungsspritze.
Am nächsten Morgen gingen wir zum behandelnden TA, der staunte ebenfalls über die massiven Infektionsherde, glaubte aber auch diese bald im Griff zu haben. Nach mehr als einer Woche mit täglichen Tierarztbesuchen, wechselnder Behandlung mit unterschiedlicher Antibiotika, der genannten Ernährung beim TA und auch zu Hause trat immer noch keine Besserung ein. Jetzt wurde ein umfassender Labortest durchgeführt, mit dem Ergebnis, das es sich hier um einen multiresistenten Krankheitserreger handelt, der nur noch auf ganz wenige Wirkstoffe anspricht. Einer dieser Wirkstoffe, der allerdings mit negativen Nebenwirkungen auf Magen und Darm einhergehen kann, wurde eingesetzt. Dank der aufopfernden Pflege meiner Mutter, einer tatkräftigen Rentnerin, war diese Behandlung von Erfolg gekrönt und die Nebenwirkungen blieben aus. Die Behandlung muss man sich so vorstellen, täglich zweimal bekam die Katze eine winzige, viertel Tablette, dazu bekam sie immer vor der Tablette eine 10 ml Spritze Wasser eingeflößt, anschließend die Tablette, eingewickelt in ein kleines Stück Putenfleisch, anschließend eine 15ml Spritze mit verdünnter Katzen-Energie-Nahrung (vom TA), anschließend nochmal 10ml Wasser! Das Alles, damit die den Magen angreifende Tablette bei der völlig kaputten Zunge nicht noch die Speiseröhre und den Magen reizen kann. Dazu kommt noch zweimal täglich Wunde desinfizieren und salben, das Alles bei einer Katze, die nicht immer kooperativ ist, eher im Gegenteil! Ein Fulltime-Job also! Im Ergebnis begann die Wunde und die Zunge zu heilen, wir schöpften echt Hoffnung! Das Tier erholte sich, ist auch jetzt sehr aktiv aber die Wunde blieb offen, sie „hypergranulierte“, dh, es begann wildes Fleisch zu wuchern. Dieses wurde in einer weiteren OP entfernt, die Wunde wurde neu genäht, mit dem Ergebnis, das die Katze sich nach zwei Tagen die Fäden selbst „gezogen“ hat und damit die Wunde wieder offen war. Die Behandlung ging inzwischen weiter, das wilde Fleisch der Wunde wuchert wieder, so eben hat sich die Katze wieder blutig gekratzt, was man wohl praktisch kaum verhindern kann, die Wunde sieht inzwischen wieder sehr böse aus. Morgen gehen wir wieder zum TA, ich ahne schon, was der mir raten wird. Damit sind wir dann dort, wo ich schon vor einem viertel Jahr, vor der OP, zu stehen befürchtet hatte. Ich habe nun im Rückblick meine Katze, die zu dem Zeitpunkt noch keine Beschwerden hatte, die Schwellung an der Seite spürte sie noch gar nicht, in eine Behandlung gegeben, bei der sie völlig kaputt gemacht wurde. Der ganze Sommer ging für uns und die Katze in „die Binsen“, ich habe über 2000 € ausgegeben um nun festzustellen, das wohl kaum noch was geht! Soviel zum Thema Tierklinik, Gruß Axl