Ich kann dir ja mal erzählen, wie das bei uns abgelaufen ist, wenn dich das ein bisschen beruhigt.
Das Schlimmste war eigentlich, dass unsere Madame ab 18 Uhr am Vortag, wenn ich mich richtig erinnere, nichts mehr essen durfte. Diese verdatterten Blicke, als der Teller abends demonstrativ nicht gefüllt wurde, waren ganz schrecklich fürs Dosi-Herz. Als dann noch flehendes Maunzen dazukam, waren wir völlig hinüber. Muss dazu sagen, dass unsere Süße ohnehin sehr zierlich ist und wenn einen so ein zwei Kilo Miezi mit großen Augen anguckt und offensichtlich Hunger hat, da leidet man ja absolut mit. Aber gut, die Nacht haben wir irgendwie überstanden und sie vormittags in die Praxis gebracht. Mir war danach recht mulmig, weil die Ärztin bei der Untersuchung noch so bedeutungsschwanger gesagt hat, dass unsere Süße ganz schön klein wäre und zu dem Zeitpunkt waren wir fast bereit, eifrig zu nicken und den Termin zu verschieben. Aber sie meinte, man könne die Kastra trotzdem durchführen...
Um vier haben wir unser Riekchen wieder abgeholt. Als wir ins Zimmer kamen, saß sie schon hellwach in ihrer Transportbox und hat sich laut beschwert, während sie regelrecht am Gitter gerüttelt hat. Man sagte uns, sie hätte alles wunderbar verkraftet, wäre zügig aufgewacht und wir könnten sie beruhigt mit nach Hause nehmen. Da ging das Chaos aber erst los. Überzeuge mal einen spielwilden Jungspund davon, dass es keine gute Idee ist, nach einer OP noch leicht besoffen über Tische und Bänke zu turnen.

Hat uns einiges an Überredungskunst gekostet, bis sie irgendwann müde wurde und sich schlafen gelegt hat. Später am Abend gab's auch endlich die erste Mahlzeit, die sie wunderbar vertragen hat. Die Wunde ließ sie glücklicherweise in Ruhe, ansonsten hätten wir ihr eine Socke verpassen müssen. Nach einigen Tagen wurden die Fäden gezogen und das Thema war erledigt.
