Hund = Rudeltier, warum dann aber trotzdem alleine möglich?

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  • Hund = Rudeltier, warum dann aber trotzdem alleine möglich? Beitrag #1
Winniegirl

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Hallo ihr Hunde-Experten ;)

Ich muss gleich sagen, ich habe keinen Hund (auch, wenn ein eigener Hund ein ganz ganz großer Wunsch von mir ist), und auch meine Hundeerfahrung ist eher rudimentär ausgebildet :uups: (beschränkt sich auf einen Familienrottweiler vor ungefähr 20 Jahren und ein paar Wochen Hundesitter)

Aber mir spukt da eine Frage im Kopf herum, vielleicht finde ich hier ja Antworten.

Also, der Hund an sich ist ja ein Rudeltier, wenn ich jetzt nicht komplett daneben liege. Warum ist es dann eigentlich möglich, einen einzelnen Hund zu halten, während bei Kaninchen oder Katzen (die ich ja immer für die absoluten Einzelgänger gehalten habe) sofort ein riesiger Aufschrei ertönt, wenn man diese alleine hält?
Liegt das daran, dass so ein Hund sich leichter auf Menschen "prägen" lässt (ist vielleicht doof ausgedrückt, aber ich hoffe, ihr wisst, was ich meine)? Weil, mal ganz ehrlich, das, was so ein Hundekumpel mit einem anderen Hund macht, dass kann doch ein Mensch gar nicht leisten. Mal davon abgesehen, dass wohl kaum ein Mensch "hundisch" spricht ;)

Ich will jetzt wirklich niemanden angreifen, der einen einzelnen Hund hält, aber interessieren würde mich das trotzdem mal, warum ein Einzelkaninchen oder eine Einzelkatze gleich als "Tierquälerei" bezeichnet wird, während ein Einzelhund absolut akzeptabel ist.
 
  • Hund = Rudeltier, warum dann aber trotzdem alleine möglich?

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  • Hund = Rudeltier, warum dann aber trotzdem alleine möglich? Beitrag #2
Huhu,

der Hund hat sich vor Jahrhunderten dem Menschen angeschlossen und ihn als Rudel akzeptiert. Dennoch haelt der Mensch den Hund ja nicht in Isolation, wenn er nur einen Hund haelt. Genau aus dem vor dir erwaehnten Grund :

Weil, mal ganz ehrlich, das, was so ein Hundekumpel mit einem anderen Hund macht, dass kann doch ein Mensch gar nicht leisten. Mal davon abgesehen, dass wohl kaum ein Mensch "hundisch" spricht ;)

ist es fuer Hunde wichtig, taeglich andere Hunde zu treffen, mit ihnen zu toben, ihre Botschaften zu lesen, mit ihnen Botschaften auszutauschen etc.

Kaninchen und Co. hat man ja bei sich zuhause und in Einzelhaft wird es nie einen Artgenossen auch nur von Weiten sehen, der Hund kommt jedoch auf den taeglichen Spaziergaengen mit seinen Artgenossen in Kontakt.
Dennoch ist die Mehrhundehaltung fuer einige Hunde - nicht alle, es gibt auch Tiere, die lieber Einzelhund sind und bleiben - eine Bereicherung, vor allen in Gebieten mit wenig vertraeglichen Hunden. Trifft man auf seinen Ausfluegen viele Hundekumpels, ist der Hund auch ohne Artgenossen gluecklich.

Katzen sind da wieder ein anderes Thema, Wohnungskatzen sind mit Kaninchen vergleichbar, Freigaenger sind eher revierbezogen und haben nur agonistische Interatkionen mit Artgenossen, selten hat man Freundschaften zwischen Tieren aus unterschiedlichen Haushalten, sie leben also dennoch isoliert, selbst mit Auslauf, was bei unvertraeglichen Hunden ja leider auch der Fall ist. Daher ist eine Sozialisation des Hundes im Welpenalter so verdammt wichtig, damit man ihn artgerecht halten kann.
 
  • Hund = Rudeltier, warum dann aber trotzdem alleine möglich? Beitrag #3
Huhu,
prinzipiell gefällt mir die Mehrhundhaltung auch besser (sofern alle Umstände - finanziell, Zeit, Verträglichkeit des Hundes etc. - stimmen). Ich denke nämlich auch, dass ein Mensch die Art zu spielen und zu kommunizieren dem Artgenossen nicht gleich machen kann.

Andererseits hast du dir die Frage schon selbst beantwortet. Auch wenn wir kein Hund sind, können wir dem Hund zumindest gute Alternativen zu seinem "natürlichen Leben" bieten. Er bekommt Rudelhaltung durch uns, er kann seine Triebe in kontrolliertem Maße ausleben, er bekommt Körperkontakt und wir können auch gut kommunizieren, wenn wir uns denn ein wenig Mühe geben. Viele Hunde suchen auch von sich aus Kontakt zum Menschen, auch wenn ein anderer Hund dabei ist. Auch wenn Hund und Mensch verschieden sind, akzeptieren sie uns recht gut als Rudelmitglied. Dennoch gibt es natürlich auch Individuen, bei denen ein Zweithund fast Pflicht ist, denn manche Hunde orientieren sich sehr an anderen Hunden, was ihre Sicherheit angeht und das kann ein Mensch nicht immer wett machen (gerade wenn der Hund z.B. als Welpe schlecht sozialisiert wurde - da ist in der Erziehung nicht immer alles machbar oder es bedarf zumindest Unterstützung).

Ich kenne mich mit anderen Tierarten nicht gut aus, habe aber gehört, dass diese Einzelkatzensache auch noch nicht allzu lang als "Tierquälerei" bezeichnet wird. Bei Kaninchen (und anderen Tieren in der "Richtung") denke ich, dass wir ihre Artgenossen nicht gut "nachahmen" könnten, wie es bei einem Hund der Fall ist.

M.E. machen Spielverhalten, Anwesenheit und Körpersprache über einen Zweithund - die wir selbst nicht 100% in hündischer Form anbieten können - nicht das Glück eines Hundes aus. Er kann auch ohne Zweithund glücklich sein. Letztlich denke ich, dass ein forderndes und förderndes Zusammenleben den Hund glücklich macht. Er arbeitet schon so lange mit dem Menschen zusammen, dass er nicht zwangsweise einen Artgenossen braucht. Katzen oder Kaninchen hingegen scheinen ja nicht derart abhängig von ihrem Menschen zu sein (außer was eben Futter in "Gefangenschaft" angeht ;)) als dass ihnen ein Artgenosse nicht fehlen würde.

Hunde haben natürlich auch den Vorteil, dass sie durch regelmäßige Spaziergänge ihre Artgenossen treffen können. Das ist ja bei Kaninchen oder Einzelhauskatzen nicht möglich.
 
  • Hund = Rudeltier, warum dann aber trotzdem alleine möglich? Beitrag #4
Eine sehr gute Frage :)

Richtig, der Hund ist ein Rudeltier. Er lebt in einem sozialen Verband mit hierarischen Familienstrukturen, die Einzelhaltung ist Möglich, da -im Tierschutzgesetz verankert- ein regelmäßiger Kontakt zu artgleichen Tieren ermöglicht werden muss.
Natürlich ist die Haltung von 2 oder auch mehr Hunden für einen Hund (soweit er nicht schon durch den Menschen negativ auf andere Hunde geprägt wurde) schöner und auch wesentlich natürlicher.
Aber grade beim Thema Hund verlieren viele den Blick für die eigentliche Natur des Tieres.
Haushunde sind auf Menschen sozialisiert, Sie haben Sie als zu ihrem Leben dazugehörig und ungefährlich kennengelernt. Sie gehen eine soziale Gemeinschaft mit dem Menschen ein, sind aber nicht in der Form auf uns geprägt, das Sie uns für Artgenossen halten. Das geschieht lediglich bei isoliert aufgezogenen Flaschenaufzuchten (nicht zu verwechseln mit einem zufüttern per Flasche, wenn der Welpe ansonsten bei Mutter/Geschwistern verbleibt).
Eine komplette Handaufzucht von Geburt an, ist allerdings größtenteils abzulehnen und wenn nötig, dann mit so viel "frühkindlichem" Kontakt zu artgleichen Tieren, sprich anderen Hunden, wie irgend möglich.

Wir sind weder Rudel noch Artgenossen, noch ersetzen wir den Kontakt zu anderen Hunden. Wir sind auch keine "Alphas", erstens weil es auch unter Hunden "DEN Alpha" nicht gibt und zweitens wird eine wirkliche Rangordnung, ein Rudel nur unter artgleichen Tieren gebildet. Wir sind Sozialpartner und managen das Leben unserer Hunde, wir stellen einen individuellen "Verhaltenskodex" für unseren Hund und zu unserem jeweiligen Leben passend, auf.
Aber wir sind keine Hund, wir bilden kein Rudel mit ihnen und wir ersetzen niemals nicht die Sozialstrukturen und Verhaltensmuster eines anderen Hundes.

Hauskatzen :mrgreen:
Ich kenne die Meinung viele Katzenmenschen, und natürlich ist es -besonders für reine Hauskatzen- schöner wenn eine 2te oder 3te Katze da ist (ich selbst hab 4 davon :cool:). Aber rein art-biologisch betrachtet, Katzen sind -mit Ausnahme des Löwen- KEINE Rudeltiere und werden es auch durch noch so eindringliches beschwören viele Katzenhalter nicht werden.
 
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  • Hund = Rudeltier, warum dann aber trotzdem alleine möglich? Beitrag #5
Hallo,

ich hab mal eine sehr schöne Doku über die Enstehung der Haustiere gesehen (leider ist mir grad entfallen wann und wo das war...:roll:), aber dort wurde immer wieder betont, dass der Hund das einzige Tier ist, dass sich evolutionär auf den Menschen regelrecht "abgestimmt" hat. Er ist im Gegensatz zu den anderen Haustieren (Katze, Pferd etc.) in der Lage uns Menschen zu "lesen" (im Sinne von Mimik deuten etc. - klar "versteht" auch manche Katze, was wir wollen, aber lange nicht so "angeboren" und sicher wie ein Hund - und auch klar ist, dass ich jetzt von Hunden spreche, die von Anfang an auf Menschen geprägt werden und nicht von solchen die im Keller aufwachsen!) und dementsprechend zu reagieren. Er kann den Menschen also als "vollständigen" Sozialpartner akzeptieren, weshalb auch ein Einzelhund mit regelmäßigem Artgenossenkontakt sicher nicht so unglücklich ist wie eine alleinlebende Wohnungskatze oder ein Einzelkaninchen!

Ich persönlich bin jedoch eine absolute Verfechterin der Mehrhundehaltung! :D Denn keine Hundewiese, kein Hundeplatzfreund und kein noch so engagierter Beistzer kann einen "wahren" Rudelfreund ersetzen. Wenn ich sehe wie liebevoll meine Hunde untereinander sind, wie sehr sie darauf reagieren, wenn mal einer fehlt und wie gerne sie sich auch einfach statt mit mir mit sich selbst und ihrem "Rudel" beschäftigen, dann weiß ich, dass ich da echte "Rudelkinder" zuhause habe, die sicher unglücklich wären ohne die anderen!

Klar gibt es auch jene Hunde, die wirklich gerne Einzelhund sind und wo es auch besser ist, dass sie es bleiben, aber ich kenne nur sehr, sehr wenige Hunde dieser Art! Von meinem "Opi" würde ich zwar auch behaupten, dass er nicht zwingend Artgenossen braucht, bzw. bisher dieser Meinung war...;) ABER: Inzwischen spielt er richtig ausgiebig mit Lupina, kuschelt hin und wieder mit Tom und ist allgemein viel entspannter geworden. Er knurrt nicht mehr wegen jedem "Scheiß", lässt sich Sachen wegnehmen, sich überall anfassen, sich überrennen etc. - das ist sicher auch eine Frage der Erziehung, aber ich denke, dass auch meine beiden anderen Wuffs dazu beigetragen haben ihn zu "zähmen". Gerade Lupina ist was Beschwichtigung und Unterwerfung angeht sehr detailliert, d.h. lag sie anfangs noch gleich auf dem Kreuz, wenn "Opi" böse wurde, so reicht inzwischen meist ein kurzes Lecken seiner Lefzen und ein Wegducken. Ich habe das Gefühl, er hat in de letzten Monaten wirklich noch dazu gelernt, was Artgenossenkommunikation angeht und alleine dafür hat sich die Mehrhundehaltung schon gelohnt! :D
 
  • Hund = Rudeltier, warum dann aber trotzdem alleine möglich? Beitrag #6
Denn keine Hundewiese, kein Hundeplatzfreund und kein noch so engagierter Beistzer kann einen "wahren" Rudelfreund ersetzen.

Das bringt mich auf die spontane Ergänzung, dass man aber einen Zweithund (oder mehr) nie als Ersatz für alle anderen Hunde sehen sollte, die der Hund auf Spaziergängen sind. Es gibt leider genug Leute, die sich den Spaziergang sparen wollen und sich einen zweiten Hund dazu holen. "Dann ist er nicht so allein". Ein Hund muss trotzdem auch andere Hunde kennenlernen, sonst kann er unverträglich ihnen gegenüber werden. Ich denke, es ist ganz gut ausgedrückt, wenn man sagt "Zweithunde ersetzen die sozialen Kontakte zwischendurch nicht 100%" und "Soziale Kontakt zwischendurch ersetzen den Zweithund nicht 100%". Wobei zweiteres zumindest ausreichend ist, für ein unbeschwertes Hundeleben *g*
 
  • Hund = Rudeltier, warum dann aber trotzdem alleine möglich? Beitrag #7
Hey,

ich denke die anderen haben es auf den Punkt gebracht. allerdings sollte man bei der mehrhundehaltung eines bedenken: die rudeldynamik. man kann sich, wenn man nicht aufpasst (wie eben pewee erwähte "dann ist der erste nicht so allein) 2 absolut unverträgliche hunde die jedem fremden im duett an die kehle wollen.

zudem finde ich dass "rudelhaltung" erst dann möglich ist wenn die beiden hunde auch etwas voneinander haben. zb ne deutsche dogge und ein Chihuahua werden nie wirklich was voneinander haben, da sie nicht so recht miteinander spielen können (jedenfalls nicht gefahrlos). da sind sozialkontakte mit hunden in passender größe sehr wichtig.

Off-Topic
ja, zu meinem chi soll auch ein großer hund dazukommen- allerdings treffen wir mehrmals in der woche viele kleinsthunde auf der hundewiese, wobei abbey die sowieso nicht so recht mag.
 
  • Hund = Rudeltier, warum dann aber trotzdem alleine möglich? Beitrag #8
Off-Topic
Ich würde halt aufpassen, dass der Hund nicht zu groß ist. Ganz ehrlich, da kann man mir erzählen, was man will, ab einem gewissen Größenunterschied ist es nunmal gefährlich für den kleineren Hund. Ich würde schauen, welche Größe du deinem Hund "zumuten" kannst und auf deine Vernunft hören. Ein Chi muss natürlich nicht nur Gefährte eines anderen Chis oder Kleinhund sein. Aber wie du selbst sagtest, sind Doggen nunmal nicht gerade die besten Entscheidungen bei einem Chi. Aber gut, es soll ja nicht in eine Diskussion ausarten, die wäre hier Fehl am Platz :)
 
  • Hund = Rudeltier, warum dann aber trotzdem alleine möglich? Beitrag #9
Hey, klar natürlich haben zwei Hunde alleine im Garten auch nichts von ihrer Rudelhaltung...und andere Kontakte sind natürlich auch notwendig...bei mir ist das alles so selbstverständlich durch die 3 Hunde meiner Vermieter und den zwei, drei regelmäßigen Gassigehfreunden, dass ich das andersherum gar nicht mehr sehe...;)

Und ein Rudel sollte natürlich aus "kompatiblen" Hunden bestehen...ich merke selbst oft, dass Tom sicher noch doller und besser mit einem anderen Podi spielen könnte, als mit seiner "kleinen" Lupina, weshalb auch iwann Podi 2 einziehen wird...*hust*
 
  • Hund = Rudeltier, warum dann aber trotzdem alleine möglich? Beitrag #10
ich hätte auch gerne wieder mind. 2 hunde aber mein dicker ist damit leider nicht so recht einverstanden. ich könnts mir auch gar nicht mehr leisten.

finde auch dass man das nicht vergleichen kann. ein allein gehaltener hund wird ja im normalfall (hoffentlich!) nicht zuhause isoliert wie es zb bei kaninchen oder wohnungskatzen der fall ist.
 
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