Anti-Jagdtraining

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  • Anti-Jagdtraining Beitrag #21
Hey Debbi, ich kann mich Verena nur anschließen!

Ohne jetzt jegliche Hundetrainer angreifen zu wollen, kann ich nur sagen, dass man bei vielen Trainern eben mit den "Normalhundehaltern" über einen Kamm geschoren wird, obwohl das ein fataler Fehler ist...:roll: Sämtliche Meutehunde, Bracken, Vorstehhunde und Konsorten sind zwar alles JAGDhunde und auch da gibt es sicher Rassen wie den Deutsch Kurzhaar oder die Weimaraner, die sicher alles andere sind, als leichtführig, ABER diesen Rassen ist eines gemeinsam, letztendlich sind sie doch auf Kooperation gezüchtet!

Auf Kooperation MIT dem Menschen, d.h. Aufmerksamkeit bekommen, absichern nach hinten etc. mit diesen Hunden zu trainieren ist auch schwierig und erfordert Geduld, aber es ist Teil ihrer Verwendung, Teil des Zuchtzieles und somit tief im Hund verwurzelt!

Kommt man nun mit Rassen wie den Nordischen, den Shibas, den Podencos oder den HSH, dann stehen viele Trainer da und faseln was von schlechter Bindung, ungenügendem Vertrauen etc. pp, weil diese Hunde eben NICHT auf Kooperation aus sind, weil sie Entscheidungen selbst treffen unabhängig von ihrem Menschen. Unabhängig von jeglichen Kommandos.

Würde ein HSH erst nach Hause laufen und Herrchen um Erlaubnis fragen, ob er den Wolf angreifen darf, wären die Schafe tot bis er wieder da wäre...*um es mal überspitzt auszudrücken* Ebenso ein Husky, der mitten im Rennen stehen bleibt um Frauchen nach dem Weg zu fragen...Folge wäre ein fataler Crash...kein Podenquero (Jäger die mit Podis jagen) hat Kommandos für seine Hunde, die fahren mit dem Jeep in die Pampa, lassen die Hunde von der Leine und warten dann, teilweise bis zu 8 Stunden bis die Podencos wieder eintrudeln mit oder ohne Kaninchen im Maul, manchmal geht auch ein Podi verloren und der wird dann tagelang gesucht (die guten Podis sind um die 5000-6000€ wert). Die Hunde haben Namen, aber sie kennen keinerlei Anweisungen wie "Stopp" oder "Hier" oder was auch immer, sie jagen vollkommen frei und selbstständig...und das seit Jahrtausenden.

So und dann hat man einen solchen Hund, bringt ihn mit nach Deutschland (oder er wird dort geboren), wo Hunde im Allgemeinen Verständnis immer noch treue, anhängliche Tiere im Stile von Lassie sein "müssen". Ein Hund der sich nicht dauern umdreht und Frauchen/Herrchen "fragt", ob er den weiterlaufen darf etc., gilt als stur, unberechenbar und schlecht erzogen.

Klar sollte der eigene Hund keine Gefahr für andere Menschen und Tiere darstellen, also ein gewisse Alltagstauglichkeit MUSS der Hund haben, das will ich gar nicht verneinen, aber es gibt eben Rassen, die seit Urzeiten auf Selbstständigkeit gezüchtet sind, aus denen macht man nicht von heute auf morgen einen willenlosen Roboter, der einem mit Herzchen in den Augen am Bein klebt...*um mal wieder in überspitzten Bildern zu sprechen*

Ich will der Trainerin nicht die Kompentenz absprechen, ich kenne sie ja nicht, aber ich durfte am eigenen Leibe schon oft erfahren, dass man ausgelacht, ja sogar angefeindet wird, wenn man einen Hund hat, der sich eben NICHT ableinen lässt, zumindest nicht überall. Jeder, der jedoch dann bereit war mit Tom mal eine Stunde spazieren zu gehen, hat dann verstanden, dass es eben nicht "selbstverständlich", "kinderleicht" und "superbabyeinfach" ist ihn dazu zu bewegen auch mal auf das andere Ende der Leine zu achten...;)

Clickern geht bei ihm gar nicht, bei mir ist es eher ein Zungeschnalzen (ich wollte ein Geräusch haben, das direkt von mir ausgeht), aber auch das funktioniert nicht immer, obwohl wir nun schon seit vier Jahren üben...:eusa_shhh: Und selbst wenn er ausgehungert ist, ist Futter in allen Variationen nur solange spannend wie es eben nichts Anderes zu sehen/hören/reichen gibt...

Hast du denn das Reizangeltraining schonmal ausgebaut, dass du mit einer weiteren Person zusammen übst? Also dass diese Person die Reizangel hat und du dich voll auf den Hund konzentrieren kannst? Oder hat Malou überhaupt kein Interesse an dem "Gefuchtel"? Was habt ihr denn schon für Gegenstände an die Angel gehängt?

Lass dich auf jeden Fall nicht unterkriegen! Auch wenn manche Leute dich mit ihren Aussagen verletzen - es ist schwer, aber es geht! ;)
Und wenn du mal ganz viel mentalen Aufbau brauchst, komme ich mit Tom vorbei und zeig dir mal wie hilflos man an einer 7m Schleppe hängen kann, wenn Mister Podenco mal wieder abgeht wie ne Rakete - so schlimm kann Malou gar nicht sein! :lol:
 
  • Anti-Jagdtraining

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  • Anti-Jagdtraining Beitrag #22
Pöh also ich rege mich schon über deine Trainerin auf, auch wenn meine Vorredner es mehr in Watte packen *g*

Ich find das total frech, so etwas zu sagen. Für mich stellt das nur fehlendes Feingefühl und "ich mache hier meine Methoden und sonst nix Anderes, was man mir vorschlägt" dar. Wenn sie meint, dass das Einfrieren nix bringt, was hat sie denn für einen Gegenvorschlag? Ich meine, sollst du jetzt kapitulieren und dir Malou an den Bauch binden? :eusa_eh: Und das mit der Bindung ist für mich ja mal totaler Quatsch. Was hat überhaupt Abhauen OHNE ersichtlichen Grund mit Bindung zu tun? Wäre es jetzt stärkere/noch schwächere Bindung, wenn Malou MIT ersichtlichen Grund wegläuft? So oder so sollte das ja nicht sein, aber das einfach mal so in den Raum zu werfen, finde ich schon krass. Zumal eure Beziehung doch schon so viel besser wurde und ihr seit Jahren stetig übt, das muss sie nach Monaten doch festgestellt haben...

Also die Sache ist doch die. Ihr habt viel ausprobiert und es gab noch nicht viel, was funktioniert hat. Da muss die Trainerin doch auch mal irgendwie über den Tellerrand schauen :eusa_think: Dass Malou aber im Training vorbildlich ist und "draußen" nicht, könnte vielleicht auch mit deiner Selbstsicherheit zu tun haben. Hunde sind ja (leider?) nicht doof. Vielleicht merkt sie einfach deine Stimmung. Beim Mantrailing hast du Leute um dich herum, die dir helfen, du kannst Malou klare Anweisungen geben und hast (unbewusst?) das Gefühl "hier ist alles ok. Hier läuft sie nicht weg". Auf Spaziergängen, wo du allein bist, bist du auch irgendwie auf dich allein gestellt, vielleicht spürt Malou da einfach deine Unsicherheit, was sie direkt für ihre Zwecke ausnutzt. Dass das so ist, muss ja nicht an der Bindung liegen, aber welcher Hund nutzt denn nicht gerne mal die Schwächen seines Herrchens aus ;) Vielleicht wird sie einfach selbst unsicher und hat das Geühl, sie muss irgendein Ruder übernehmen, welches du in solchen Momenten unbewusst abgibst.

Ich kann dir auch nur sagen: Lass dich nicht unterkriegen, so wie du es machst, machst du es sehr gut! Jeder Hund hat seine Macken. Sei es eine kleine Unverträglichkeit, Jagdtrieb, schnelles Aufdrehen usw. Mir wurde auch schon wie oft gesagt, ich solle es aufgeben, Hanna wird NIE verträglich mit größeren Hunden. Ich probiers trotzdem weiter :cool: Man muss nur immer weiter versuchen, den individuellen Weg zu finden.
 
  • Anti-Jagdtraining Beitrag #23
Das hast du alles sehr treffend beschrieben Tompina! Da kann ich dir nur zustimmen!!:clap:

EDIT (automatische Beitragszusammenführung)

Pöh also ich rege mich schon über deine Trainerin auf, auch wenn meine Vorredner es mehr in Watte packen *g*

Ich find das total frech, so etwas zu sagen. Für mich stellt das nur fehlendes Feingefühl und "ich mache hier meine Methoden und sonst nix Anderes, was man mir vorschlägt" dar. Wenn sie meint, dass das Einfrieren nix bringt, was hat sie denn für einen Gegenvorschlag? Ich meine, sollst du jetzt kapitulieren und dir Malou an den Bauch binden? :eusa_eh: Und das mit der Bindung ist für mich ja mal totaler Quatsch.

Gut, dass du es aussprichst. :D
 
  • Anti-Jagdtraining Beitrag #24
Huhu,
Danke ihr Drei, dass ist lieb von euch.
Jetzt nochmal mit klarem Kopf. Aufgrund unserer Anfangszeit, hat sie mit ihrem Spruch bei mir mitten ins Schwarze getroffen- mein wunder Punkt. Daher hat es mich auch sehr getroffen und ich bin eigentlich immer noch sehr wütend.

Meine Trainierin ist Experte für Herdenschützer, hat selber welche und hatte auch schonmal vor Jahren einen Husky. Sie kennt sich schon mir unabhängigen Hunden aus. Ich habe keine Ahnung ob Malou wirklich eine Nordische Seite in sich trägt, aber viele Verhaltensmuster deuten schon darauf hin.

Letzendlich war und ist sie ein Hund der sich nicht voll und ganz darauf konzentriert bei mir zu sein. Das ist okay für mich. Wir haben eine andere Bindung das ist Wahr. Wärend sich Gasthund Spike völlig auf mich fixiert wenn er bei mir ist und ich ihn somit auch bedenkenlos ableinen kann, macht mein Hund sein Ding und vergisst mich auch hin und wieder.

Aber wenn es darauf an kommt, wenn Situationen für Malou bedrohlich erscheinen oder sie unsicher ist, orientiert sie sich an mir. Sie lässt sich nicht von jedem sofort Anfassen oder nimmt leckerchen an. Ich dagegen kann alles mit ihr machen, sie vertraut mir. Das war nicht immer so und das haben wir uns aufgebaut und ich bin froh und dankbar das sie sich so auf mich einlässt.

Eigentlich bin ich stinksauer, das sie mir sowas an den Kopf wirft. Es ist einfach nicht gerechtfertigt. Es gab beim Trailen nie eine Situation in der der Eindruck entstanden sein könnte, dass Malou keine Bindung zu mir hat. Sie ist mit Feuereifer dabei und beobachtet jeden meiner Schritte genau, wartet darauf das es los geht. Da unterscheidet sie sich kein Stück von den anderen Hunden. Ich selbst erkenne meinen Hund in solchen Situationen garnicht wieder. So konzentriert und voller ergeiz ist sie sonst nicht. Okay ausserhalb eines Trails sieht das ganze wieder etwas anderes aus, aber das sieht die Trainerin ja nicht.

Ich glaube, ihr ist garnicht bewusst, was sie mit ihrem Spruch bei mir ausgelöst hat. Sie hat mich wirklich getroffen, grade weil mir ihre Meinung so wichtig ist. Natürlich mache ich mir immer noch Gedanken, ob ich mir das vielleicht nur schön rede und es besser laufen könnte. Und sicherlich gibt es auch Herdenschützer oder Nordische Hundehalter, die eine engere Bindung zu ihrem Hund haben. Es ist aber nun nicht so, das ich nichts dafür tue.

Ich möchte auch nicht, das jetzt der Eindruck entsteht, das Malou ein Problemhund ist. Das ist sie ganz sicher nicht und ihr gegenüber absolut nicht fair. Da gibt es bestimmt ganz andere Kaditaten.
Ansich ist sie in meinen Augen recht Pflegeleicht und Anspruchslos. Manchmal würde ich mir wünschen, das sie etwas mehr Pfeffer hätte:mrgreen:

Trotzdem wird mich das Thema nicht so schnell los lassen.

Zum eigentlichen Thema.
Ich werde mal schauen, wie ich da jetzt weiter mache. Das "Erstarren" zu Klickern ist sicherlich ein Versuch wert. Ich muss nur noch den richtigen Moment herrrausfinden. Nicht das ich sie hinterher in ihrem Jagdverhalten bestärke.
Ausserdem, werd ich das "Stop" Signal jetzt bis zum erbrechen üben, da sie meist an der Leine ist, hab ich das ein wenig schleifen lassen. Wenn das so richtig Sitz, hab ich immerhin noch eine Chance bei Fasanen und Co.
Meine eigentliche Hundetrainierin werde ich ebenfalls nochmal zu rate ziehen. Sie kennt uns von Anfang an und hat uns immer Begleitet. Sie weiß wie es war und wie es jetzt ist.
Ausserdem wird ihr Hund richtig jagdlich geführt und sie hat somit vielleicht nochmal ein ganz anderes Blickfeld. Leider ist sie erstmal für eine ganze Weile Krank. Wenn sie allerdings auch sagt, das ich an unsere Bindung arbeiten muss.... dann muss ich das ganze nochmal überdenken. Weil dann ist da definitiv etwas dran.

Danke euch, für eure gutes Zureden und das sich jemand hier meine Romane durch liest.

LG Debbi
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Anti-Jagdtraining Beitrag #25
Dann bin ich gespannt, was deine "alte" Hundetrainerin dazu sagt. Das würde mich auch interessieren. :) Ich hoffe, du machst tapfer weiter und wir hören noch oft von dir. :)
 
  • Anti-Jagdtraining Beitrag #26
Huhu,
Wie es der Zufall so will, habe ich eine Bekannte mit meinem "Problem" zugenölt und die hat mir dann eine Hundeschule empfohlen. Diese Hundeschule bietet eine spezielle Jagdhundtruppe an. Sie besuche diese seit 2 Monaten und könnte ihre beiden Hunde wieder bedenklos ableinen. Gearbeitet wird mit Schleppleine und Positiver Verstärkung. Der Internetauftritt und die Erzählungen macht mir viel Hoffnung. Hört sich erstmal alles ganz gut an. Leider ist diese Hundeschule ziemlich weit weg. Ich werde nun erstmal nachfragen, ob sie noch einen Platz haben und wo trainiert wird. Daran könnte es noch scheitern.
Würd mich freuen wir wir damit eine Chance bekommen könnten. Leider fällt dann das Longieren flach. Das wird dann doch zuviel. Naja, das läuft uns ja nicht weg.

Ansonsten habe ich in den letzten Woche unsere "Zusammenarbeit" etwas intensiviert:mrgreen:.
Trockenfutter wird jetzt draußen erklickert. Es war recht mühsam und hat mehrere Tage gedauert, Malou zum fressen zu übereden, aber mittlerweile klappt es recht gut. Zwar nicht immer, aber dann leidet sie halt Hunger. Sie fängt ganz langsam an sich mehr auf mich zu konzentrieren, ist Aufmerksamer. Das Kommado "Schau" (mich angucken) üben wir auch grade, unter großer Ablenkung klappt das noch nicht so gut, sind aber auch nioch im Aufbau.

Jeder einzige Pellet ist nun mit einem Komando behaftet. Sie bekommt rein garnichts mehr ohne etwas zutun. Sie musste sich bisher ihr Futter erarbeiten, aber grade bei wenig Zeit, gab es das mal doch so. Barfen gab es auch so in den Napf- momentan muss sie darauf verzichten. Der Klicker ist immer dabei.
Recht Zeitintensiv, wenn man bedenkt, das ich das normale Futter nicht über den ganzen Tag verteilen kann, da ich ja nun auch arbeiten muss. Ausserdem frisst sie ja nicht immer, da muss der hunger schon groß sein. Oft spuckt sie es auch noch einfach aus und geht weiter. Dann gibt es halt nichts mehr. Bin ja schon froh wenn sie überhaupt mal drauße frisst. Spike war uns eine große hilfe. Futterneid sei Dank:eusa_shhh: Trotzdem muss ich morgens eher Aufstehen *grummel*

In der Firma wo sich Malou wärend meiner Arbeitzeit aufhält, wurde besprochen, das sie nichts zu futtern bekommt. Ich hoffe sie halten sich dran. Ausserdem findet mein Freund es nicht so prickelnt, dass er ihr momentan auch nichts mehr zuwerfen darf. Muss er mit leben.

Ich bilde mir ein, das es uns helfen wird, wobei Malou glaubig noch nicht so begeistern von meiner Idee ist. Ich hoffe ich bin nicht zu streng. :uups: Mich hat nun der Ergeiz gepackt. Ich erwarte keinen Kadavergehorsam, dafür ist sie der falsche Hund.
Aber sie soll schon mitbekommen, das ich beim gassi gehen noch dabei bin und nicht nur ihr eigenes Ding machen. Ich muss sie dazu nur noch überreden.
 
  • Anti-Jagdtraining Beitrag #27
Debbi, das klingt doch richtig gut.
Es ist klar, dass Loulou von deiner Strenge nicht begeistert bist... aber sie wird es überleben.
Und die Ergebnisse können sich doch schon sehen lassen. :clap:
Auch dein Freund wird lernen ihr nichts mehr zu geben (da wirst du bei ihm mehr Erfolg haben als ich bei meinem Mann *seufz*).
 
  • Anti-Jagdtraining Beitrag #28
Para
[VERSTECK]Du wirst staunen wenn du sie das nächste mal siehst:p Die fetten Jahre sind vorbei. Prinzessin Ilse muss nun hart arbeiten *hehe* Ich bin hochmotiviert:roll: Okay ich will jetzt nicht übertreiben.
Jan hält sich sich an unsere Vereinabrungen, auch wenn es ihm nicht passt. Er möchte hin und wieder auch mit ihr ein paar Übungen machen, nur fängt sie dann fürchterlich an zu kaspern und er findet das recht witzig, wenn sie genau das tut was er eben nicht will. Irgendwie ist ihm so garnicht bewusst, das sie ihn überhaupt nicht ernst nimmt. Neulich kam er nach Hause und sie rennt auf ihn zu spring an ihm hoch und beißt ihm immer wieder in den Arm- und er lacht und lässt sich beißen und anrempeln und lobt sie dafür. :eusa_doh:[/VERSTECK]
 
  • Anti-Jagdtraining Beitrag #29
Das Loulou unterwegs frisst ist doch schon klasse... schließlich kannst du mich ja nicht ständig dabei haben.:mrgreen:

Und das Malou mit Jan den Molly macht... kommt mir irgendwie bekannt vor.
Bei uns gibt es am Tisch nichts zu essen. Rat mal wo Inka während der Mahlzeiten sitzt.:silence: Denn da fällt immer irgendetwas runter.:evil:
 
  • Anti-Jagdtraining Beitrag #30
Ich werde jetzt zwar Gefahr laufen, mich unbeliebt zu machen, aber ich will euch meine Erfahrung trotzdem nicht vorenthalten. Ich habe hier auch ein Exemplar der Sorte "Selbstständiger Jäger", inzwischen fast zwei. Mit zwei Monaten hatte sie den ersten Jagderfolg, als sie auf einem Stallkaninchen saß. Von Welpenalter an (kenn sie seitdem sie 2 Monate alt ist, sie gehört mir, seitdem sie 3 Monate alt ist) war sie nicht wirklich ableinbar. Sobald irgendein Jagdobjekt in die Nähe gekommen ist, war ich egal, Instinkt lief ab und falls das Jagdobjekt weg war (Enten, die in den Teich gehen, bleiben weiter interessant, man kann ja am Ufer auf und ab rennen) wurde ich auch gesucht. Hat man mich nicht gefunden, steckte man einfach die Nase auf den Boden und spätestens dann findet man mich ja :roll: ... Kurzum ich habe hier ein kleines extrem selbstständiges Monster.

Also, von klein auf trainiert. Unterordnung, Schleppleinentraining, Antijagdtraining, Dummytraining, Fährtenarbeit, Special Spielzeug, Handfütterung, nur draußen füttern (und da war ich hart, längste Zeit der Futterverweigerung lag bei 5 Tagen), zwei Trainer zur Verzweiflung bringen, das ganze Repertoire. Mit dem Ergebnis, dass ich einen superbraven Hund habe, den gerne jeder nimmt, weil er in der Wohnung so unkompliziert ist. ABER wehe, es kommt etwas jagbares unter die Nase. Aus. Vorbei. Erziehung? Noch nie was von gehört.

Und nach 1,5 Jahren Dauertraining und nicht wirklich entspannten Spaziergängen, hat es mir gereicht. Hauptproblem jetzt ist, dass ich in der Großstadt wohn und mein Hund, sollte er mich mal nicht mehr finden, auch auf die Idee kommt, alleine nach Hause zu gehen. Spätestens da findet man mich nämlich ganz gut ;). Blöd nur, dass da ein paar 4 spurige Straßen dazwischen sind... Oder aber man sucht einfach irgendeinen Menschen, der einen dann wieder zu mir bringt. Blöd nur, dass ihre Lieblingsmenschen Kinder sind und die es überhaupt nicht lustig finden, wenn ein kleiner Hund zu ihnen gelaufen kommt. Die Gefahr, entweder einen überfahrenen Hund oder eine Anzeige, weil mein Hund Kinder angefallen hat (hab ich mir schon einmal anhören dürfen), zu haben, ist mir einfach zu groß geworden. Und nur an der Leine, geht auch nicht wirklich bei einem so umtriebigen Wirbelwind.
Also hab ich mich vor zwei Wochen zum Kauf eines Sprayhalsbandes entschieden. Und ich hatte viele Bedenken. Jetzt bereu ich es keine Minute. Einmal gesprüht und seither ist die Sache klar. Sie will los rennen, ich ruf nein, sie dreht um, kommt zu mir, wird belohnt.

Soviel zu meiner persönlichen Erfahrung, das große Aber kommt aber noch hinterher. Denn ganz so einfach ist glaub ich die Verwendung des Halsbandes nicht und durch die falsche Verwendung entstehen glaub ich die Probleme.
1. Man muss sich als erstes ganz deutlich vor Augen halten, ob der Hund, der abhaut, evtl. doch nicht ganz so konsequent erzogen ist, wie man selbst glaubt.
2. Bevor man so ein Ding verwendet, sollte man seinen Hund wirklich verdammt gut kennen.
3. Das Halsband ist kein Automat, sprich, man muss trotzdem auch weiterhin ein verdammt gutes Auge auf seinen Hund haben, ständig in Kommunikation bleiben und nicht glauben, jetzt rennt er mir hinterher wie ein Lemming.
4. Belohnen, wenn die Instinkthandlung abgebrochen wurde. Meine darf alternativ Futter jagen oder wir spielen wild oder oder oder.

Letztenendes darf man auch nicht den psychologischen Faktor des Teils vergessen. Ich fühl mich sicherer, seitdem sie es trägt. Wir haben zwar nimmer sprühen müssen, aber sie hat es noch an. Durch diese Selbstsicherheit hab ich natürlich auch eine andere Ausstrahlung, mehr Alphatier mäßig und auch dadurch reagiert sie anders auf mich. Das ist mir schon klar.
Unterm Strich ist meine Meinung, dass man das Teil nicht verurteilen, aber genauso wenig heilig sprechen sollte.
 
  • Anti-Jagdtraining Beitrag #31
Hundenase, so sehe ich es (in etwa) auch. Ich finde die Dinger natürlich nicht gut und würde sie auch nie so leichtfertig einsetzen, wie es Hundetrainer oder auch Erziehungssendungen gerne mal empfehlen. Der große Knackpunkt ist für mich: Du hast vorher viel anderes probiert UND du gibst deinem Hund die Chance, ein richtiges Verhalten an den Tag zu legen, welches du belohnen kannst. In dem Falle, kann ich diese Erziehungsmethode verschmerzen (auch wenn es dir natürlich egal sein kann, ob ich das gut finde :lol:).

Was für mich eben gar nicht geht, sind Dinge, die auch wirklich Schmerzen bereiten können. Oder das jetzt ein Halsband mit Wasser macht, bezweifel ich natürlich auch. Was gar nicht geht, sind diese Sprühhalsbänder mit Zitronensaft. :?

Die Frage ist eben auch immer, was der Hund für ein Charakter ist - wenn er ein absolutes Sensibelchen ist, würde ich die Dinger nie verwenden. Aber dann ist eben auch fraglich, ob so ein Charakter, was das Jagen angeht, jemals so schwierig wird, wie deiner.

Dennoch würde ich immer erst alles andere versuchen, bevor ich zu Meideverhalten übergehe. Steht aber eben außer Frage, dass man irgendwann alles ("gewaltlose") probiert, wenn sonst nichts geholfen hat.
 
  • Anti-Jagdtraining Beitrag #32
Seitdem ich das Ding dran hab, werd ich immer mal wieder in den Parks drauf angesprochen, ob man denn damit auch dieses oder jenes Verhalten abgewöhnen kann (z.B. Bellen oder Klauen). Und dann frag ich die Leute immer ein bisschen aus und meistens findet sich dann ein kleines Problem, das evtl. der Auslöser sein könnte. Meist hoffnungslose Inkonsequenz. Und denen rate ich dringend ab von dem Teil, sie sollen erstmal an der Konsequenz arbeiten, was viele dann aber nicht wollen ... :roll:

Meine ist auch ein Sensibelchen, aber bei der Erziehung manchmal ein Ochse. Ich sag nur: in die Schleppleine reingerannt, dass es einen rumschleudert und nicht mal mit der Wimper gezuckt. Oder mein Topfavorit: in nen Fluss gefallen, weil sie weggelaufen ist, dabei noch zu mir geschaut hat und ins Leere getreten ist. Ich hab sie rausgezogen aus dem eiskalten Wasser im Winter, weil sie da nie alleine rausgekommen wäre (steile Mauer). Aber glaubt man, der Welpe wäre glücklich? Nein! Schüttelt sich und will weiter spielen.

EDIT: Strom oder Zitronella ist für mich auch ein absolutes No-Go! Meine Maus is letzte Woche gegen nen Stromzaun mit der Nase, leider haben wir sie ne Sekunde vorher noch angesprochen und sie hat geglaubt ich und meine Freundinnen wären Schuld gewesen ... :roll: Dramaqueen hat geschrieen und ist die nächsten 3 Stunden mit eingezogenem Schwanz neben uns her gedackelt und hat sich nicht getraut sich auch nur einen Meter zu entfernen. Dieses Verhalten zeigt sie beim Spray überhaupt nicht, da haut sie nur nen Stachel rein, kommt dann wieder, wird belohnt und dann rennt sie wieder los und freut sich ihres Hundelebens.
 
  • Anti-Jagdtraining Beitrag #33
Meist hoffnungslose Inkonsequenz. Und denen rate ich dringend ab von dem Teil, sie sollen erstmal an der Konsequenz arbeiten, was viele dann aber nicht wollen

Ohja, das kenne ich. Neulich kam mir eine Halterin entgegen. Der Hund sprang mich vorsichtig an und sie wollte ihm das abgewöhnen. Also suchte sie mehrere Minuten (!) nach ihrer Schütteldose, um dann zu schütteln als der Hund schon längst unten war und nur an meiner Hand schnufferte :roll:

Ich merk schon, du hattest von Anfang an einen Satansbraten :mrgreen:

Hattest du das Halsband zusammen mit einem Trainer verwendet bzw. hast du es dir zeigen lassen oder wusstest du schon von dem Gebrauch?
 
  • Anti-Jagdtraining Beitrag #34
Hattest du das Halsband zusammen mit einem Trainer verwendet bzw. hast du es dir zeigen lassen oder wusstest du schon von dem Gebrauch?
Ich hab mich eingelesen und das Ding ohne Hund mal ausprobiert, also geschaut wann und wie das sprüht. Da ich meinen Hund sehr gut kenne und allgemein viel Ahnung von der Körpersprache von Hunden habe (ist für mich in meinem Job selbstverständlich), habe ich es selbst durchgeführt. Einen Trainer hätte ich eh erst rangelassen, wenn auch er die Eigenarten meines Hundes sehr gut kennt. ;) Das wäre nur bei meiner ersten Trainerin, bei der ich mit ihr als Welpe war, gegangen, aber da wohn ich jetzt 500km entfernt.
Und selbstverständlich verwende nur ich das Halsband, bei den Hundesittern bleibt sie an der Leine.

Satansbraten trifft es ganz gut. Wie gesagt, zwei Trainer waren mit ihrem Latein am Ende. Immer wieder durfte ich mir anhören, dass sie so einen Hund noch nie gesehen haben. Die erste meinte dann nur, dass wir evtl. später mal über ein Sprayhalsband nachdenken sollten. Aber eben erst wenn sie erwachsen ist und wir alles andere ausprobiert haben.
 
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