Turnierschleifen oder Pferdeliebe?

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  • Turnierschleifen oder Pferdeliebe? Beitrag #1
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Keksiboy

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Hallo Leute!
Ich habe eine Freundin, die hat jetzt ein eigenes Pferd bekommen. Ein Holsteiner Wallach der von einem Bereiter in L-Springen geritten wird. Am Anfang fand ichs erst mal sehr komisch, sie wusste gar nichts über ihr eignes Pferd,nicht mal Name. Nur das er sehr erfolgreich auf Turnieren ist, vor allem im Springen. Logischerweise frag ich erst mal nach, was sie jetzt mit ihm vorhat. Ihre Antwort: Ich reit den jetzt im E-springen. Ich denk nur okaaay denn ich muss sagen: Sie ist jetzt keine perfekte Reiterin, fast noch Anfängerin. Ich habe mich dann weiter mit ihr unterhalten und dabei kam halt raus, das sie das Pferd nicht mal putzt bevor sie reitet. Es wird ihr fertig gestriegelt da hingestellt, Satel und Trense muss sie selber anlegen. Dann aufsteigen, reiten- danach das Pferd einem Pfleger in die Hand drücken. Und auch in der Reitstunde kaum Lob für das Pferd der so.
Einfach schtrecklich! Ich muss sagen- ich habe keine Turnierambitionen un mein Pflegepferd steht jeden Tag mit 11 anderen Pferden auf der Weide und wird unmengen geputzt und gestreichelt.
Meine Frage jetzt anj euch: Was denkt ihr darüber: Sind Turnierschleifen wichtiger als die Verbindung zu einem Pferd? Warum sind viele Trnierreiter im Springen gar keine sooo gute Reiter und gwinnen dank ihren teuren Pferden? Falls ihr das alles anders seht als ich hab ich da kein Problem mit, jedem seine Meinung! Aber ich würde gern wissen, was ihr über das Thema denkt!
LG
 
  • Turnierschleifen oder Pferdeliebe? Beitrag #2
Huhu!

Wer hat ihr das Pferd gekauft?
Also ich bin natürlich für Pferdeliebe! ;)
 
  • Turnierschleifen oder Pferdeliebe? Beitrag #3
Also ich denke, man kann auch beides gut verbinden. Ich starte mit meiner Rb auch auf einigen Turnieren, trotzdem steht er 24h auf der Weide. Ich laufe schonmal 15min, um ihn zum Stall zu holen. Ich mache alles selbst, denn nur mit einer wirklich guten Verbindung wird man ein richtiges Team und nur dann wird man auf Turnieren dauerhaft erfolgreich sein;).

Z.B. finde ich zu viel Betüddeln und Vermenschlichen auch nicht besser, ein Pferd muss nicht 2h vor dem Reiten geputzt werden, einmal rüber reicht doch volkommen aus. Das Pferd kann es genießen, langweilt sich aber nicht. Meine RB z.B. liebt es auch, zu arbeiten. Pferde sind nunmal Nutztiere, die gearbeitet werden wollen. Also kann man doch ohne Probleme auch mal ein Turnier reiten. Wenn ich immer nur im Schritt ausreiten würde, wäre er auch nicht glücklich.

Ich denke, man muss da einen guten Mittelweg finden. Ich reite nur 1 Turnier im Jahr, gehe aber sonst viele Lehrgänge, damit wir in Form bleiben. Er und ich arbeiten gerne und wir haben auch ein entsprechend gutes Grundtempo, was ich wichitg finde. Bei vielen Reitern sieht man ja auch so ein Rumgelatsche, was wiederum schlecht für die Hinterhand ist und schlussendlich gesundheitsschädigend ist.
Das Alles muss natürlich auf einer guten Vertrauensbasis passieren!
 
  • Turnierschleifen oder Pferdeliebe? Beitrag #4
Hey,

ich denke das eine muss das andere nicht ausschließen. ich kenne einige erfolgreiche turnierreiter die ihr/e pferd/e (haben alle max 2) abgöttisch lieben und für nichts auf der welt hergeben würden.

genauso das springreiten selber- ein guter reiter mit schlechtem pferd wird genauso wenig erfolgreich sein wie ein schlechter reiter auf einem guten pferd. dass beide zusammen harmonieren, das pferd gerne springt, ihm keine unvernünftigen leistungen (zu hohe sprünge) abverlangt werden und der reiter auch mal auf das pferd hört, darauf kommt es an.

Off-Topic
tatsache ist, das pferd wird immer besser wissen wie es zu springen hat wenn es gut ausgebildet ist.


aber: so wie deine freundin das handhabt macht das kein guter springreiter, und auf kurz oder lang wird sie probleme mit dem pferd bekommen. springen ist eine sache des vertrauens, und wie soll man jemandem vetrauen der einen grad mal ab und zu sattelt und reitet? naja, das wird sie schon schnell genug merken (wenn sie zum ersten mal im wassergraben sitzt)
 
  • Turnierschleifen oder Pferdeliebe? Beitrag #5
Also ich finde das schon sehr komisch von deiner Freundin :/
Ich finde,es gehört einfach beides dazu,aber man muss auch die Verbindung zum Pferd stärken.
Es hat ja dann auch keine richtige Bindungsperson,wenn sich so viele Menschen drum kümmern.
Also es tut mir ehrlich gesagt schon etwas leid :/
 
  • Turnierschleifen oder Pferdeliebe? Beitrag #6
So jetzt muss ich erstmal mit dem Geruecht aufraeumen, dass Springreiter auch weiterkommen, wenn sie nicht reiten koennen!
Das ist vllt in den kleinen Klassen so, aber um so hoeher es wird umso mehr siebt es sich aus.
Man muss sein Pferd gymastizieren koennen um beim Springen erfolgreich sein zu koennen ;)

Ich selbst finde es auch sehr traurig, was ich schon alles auf Turnierplaetzen sehen musste. Bereiter die das Pferd abgesprungen sind und wo der Reiter dann nur zum Springen drauf kam.
Bei uns im Stall waren auch ein paar, die ein Pferd nach dem anderen "Sauer" gesprungen haben, weil sie einfach nicht richtig reiten konnten.
Dennoch sollte man doch an seinen PARTNER denken und das sollte das Pferd sein und nicht der Typ auf der Tribuene ;)

Nein jetzt mal ehrlich, habt ihr in den hohen klassen mal einen nicht reiten koennenden Springreiter gesehen? Vllt haben sie manchmal lustige Sitze aber reiten koennen die alle. :D

Ich selbst bin auch mal eine Zeitlang turnier gesprungen und habe mein Pferd nicht nur dafuer benutze, sie ist mein Freizeit und Sportpartner gewesen und als ich merkte, dass das Turnierspringen nichts mehr fuer uns ist, habe ich ihr zuliebe aufgehoert.
Jeder Mensch ist zum Glueck anders und wenn das Maedel so scheisse mit ihrem Pferd umgeht, dann wird sie mit allem so sein. Egal ob es Freunde, Familie oder halt ihre "Sportgeraete" sind. Den auch wenn man Turniere reitet kann man eine super Bindung zum Pferd haben, es erleichtert das naemlich auch :)
 
  • Turnierschleifen oder Pferdeliebe? Beitrag #7
Gut reiten muss auch in den höheren Klassen kein Springreiter - mit Rollkur, scharfen Kandaren und Sporen sowie Barren im Training und Coumarin an den Beinen bekommt man das auch gut ohne Können hin. ;)

Dieses Mädchen muss ja eine Menge Geld haben, wenn sie sogar Pfleger hat, die sich um das Pferd kümmern. Allerdings wird das garantiert nicht auf Dauer gutgehen - aber das macht solchen Personen ja meist nichts aus, dann kommt ein neues Pferd her und das alte wird verkauft.
Ich persönlich könnte mit einem Pferd so nicht umgehen. :?
 
  • Turnierschleifen oder Pferdeliebe? Beitrag #8
Off-Topic
Spätestens wenn sie das Pferd ein Paar mal in den Sprung gesetzt hat, wird es ihr auch nicht mehr helfen, dass er mal einen L-Parcours durchgelaufen ist ;)



Wie einige vielleicht Wissen bin ich leidenschaftlicher Turnierreiter, aktuell in S*- und S**- Dressur unterwegs. Und grade, wenn das ganze Erfolg haben soll, geht nichts über eine gute Bindung zu dem Pferd.
Da kann es noch so viel Talent und Go mitbringen. Wenn ich nicht mit den Pferden zusammen passe, nicht auf die kleinste Unstimmigkeit richtig reagiere, wird es früher oder später in einem Desaster enden.

Wir gehen jedes zweite Wochenende los aufs Turnier. Dennoch kommt er jeden Tag mit seinen Kumpels ( unter anderem ehemalige Turnierpferde von mir, die auch nach ihrer "aktiven" Zeit hier bleiben und ihre Rente genießen) auf die Wiese und darf ein pferdegerechtes Leben, soweit das in Menschenhand möglich ist, leben.

Das deine Freundin ein Pferd ausgesucht hat, welches für ihre Turnierambitionen geeignet ist, ist nicht verwerflich. Es nützt ja nichts, wenn sie gerne durchstarten möchte mit einem zuverlässigen Lehrpferd, aber dann einen unbegabten Springverweigerer bekommt und nur noch frustriert in den Stall fährt.

Das aber ein Pferd kein Selbstläufer ist, wird sie noch früh genug merken. Landet der Gute das erste Mal im Sprung und ist nur ein bisschen empfindlich, wird er in der Zukunft öfter die Bremse ziehen.
Die einzigen die sich dann darüber "freuen" dürfen, sind die Bereiter, die das ganze doch wieder grade biegen sollen :roll:

Deine Freundin wird aus dieser Erfahrung noch lernen. Entweder wird sie ihr handeln dem Pferd gegenüber ändern, oder ( was definitiv häufiger vorkommt) sie wird immer wieder An- und Verkaufen, weil " die Böcke so doof sind".
 
  • Turnierschleifen oder Pferdeliebe? Beitrag #9
Gut reiten muss auch in den höheren Klassen kein Springreiter - mit Rollkur, scharfen Kandaren und Sporen sowie Barren im Training und Coumarin an den Beinen bekommt man das auch gut ohne Können hin. ;)

Dieses Mädchen muss ja eine Menge Geld haben, wenn sie sogar Pfleger hat, die sich um das Pferd kümmern. Allerdings wird das garantiert nicht auf Dauer gutgehen - aber das macht solchen Personen ja meist nichts aus, dann kommt ein neues Pferd her und das alte wird verkauft.
Ich persönlich könnte mit einem Pferd so nicht umgehen. :?

Also das ist der groesste Wachsinn den ich je gehoert habe. Ich will dich mal sehen, wie du durch nen S-Parcour kommst, ohne ordentlich reiten zu koennen. Da hilft dir auch keine Kandare, Rollkur etc... Vllt solltes du dir das mal genauer anschauen bevor du deine unqualifizierten Aeusserungen loslaesst!
 
  • Turnierschleifen oder Pferdeliebe? Beitrag #10
Sorry, falls du meine Ironie nicht bemerkt hast. ;) Ich habe nur aufgezählt, was viele Springreiter der höheren Klassen, die auch im Fernsehen zu sehen sind, mit ihren Pferden machen, um sie über den Sprung zu bekommen. Diese Reiter können höchstens Abstände gut einschätzen und ihr Pferd richtig lenken, gut gymnastiziert sind aber die wenigsten - und wenn man dann Pferde sieht, die ihren Kopf trotz Martingal extrem weit hochnehmen und man schon das weiße in den Augen sieht, glaube ich nicht, dass die gute Reiter haben.

Klar gibt es auch Außnahmen, aber die meisten Reiter, die ich gesehen habe, hatten weder einen guten Sitz noch eine angenehme Zügelführung. Durch "Hilfsmittel", wie ich sie oben beschrieben habe, werden die Pferde aber dennoch gefügig gemacht - und wer so etwas braucht, ist für mich kein guter Reiter.
 
  • Turnierschleifen oder Pferdeliebe? Beitrag #11
Hey!
Ich find epersönlich ja auch den Mittelweg am besten.Wie viele von euch denk ich auch, dass man in den höheren Klassen nur mit Reitkunst weiter kommt, aber ich kenne schon relativ viele Turnierreiter die in klasse e springen und nicht wirklich reiten können... Es ist aber schon beruhigend zu lesen, das die meisten von euch so denken wie ich und meine freundin für ziemlich merkwürdig halten:D
LG
 
  • Turnierschleifen oder Pferdeliebe? Beitrag #12
Ich persönlich bin durch und durch Freizeitreiter - ohne jegliche Turnierambition. Mein Pferd steht 24 h am Tag mit seinen Kumpels draussen, egal wie das Wetter ist. Wir machen unter professioneller Anleitung Horsemanship und gehen viel ausreiten, 1 - 2 Mal in der Woche wird er dressurmäßig gearbeitet. Fürs Putzen nehme ich mir schon sehr viel Zeit, "einmal drüber" gibt es bei mir nicht, weil ich finde, intensive Pflege ist ein absolutes Muss! So finde ich, dass mein Pferd ein sehr pferdegerechtes und glückliches Leben führt :)

Allerdings verurteile ich niemanden, der Turniere reitet. Jeder möchte anders weiterkommen, bei mir ist es eben das Horsemanship. Wenn Pferde fair geritten werden und ein pferdegerechtes Leben führen können, dürfen sich auch gerne in den schweren Klassen unterwegs sein - jedoch werden genau diese Pferde die Pferde sein, die dauerhaft Erfolg und Spaß haben. Das gibt es jedoch sehr sehr selten.
Viel zu oft sieht man aber das typische Leben eines Turnierpferdes: 23 h am Tag in einer Gitterbox, 1 h Training, kein Koppelgang weil die Besitzer Angst haben, das Pferd könne sich verletzen. Schrecklich!!! Das ist dann solche Besitzer, die einfach nur "erfolgsgeil" sind. Für die habe ich überhaupt kein Verständnis.

Schauen wir uns doch mal das Paradebeispiel Totilas an: Von Außen ein wunderschönes Pferd, toll anzuschauen wenn er seine Beine schmeißt. Doch was hinter seiner Fassade steckt wollen die meisten nicht wissen bzw. sie sehen es gar nicht. Mir tut dieses Pferd einfach nur Leid. Er kann wohl nur von saftigen grünen Wiesen träumen (warscheinlich weiß er nicht einmal, was eine Wiese ist). Warten wir mal 1 - 2 Jahre ab (wenn überhaupt) und er ist PLATT. Dann wird er an irgendjemand verkauft, weil er nix mehr taugt. So hat er sich sein Leben bestimmt nicht vorgestellt!

Aber so ist es leider viel zu oft. Egal ob in der Dressur oder im Springen, auch im Western- oder Rennsport gibt es das. Es muss jeder selbst seine Entscheidungen treffen, jedoch muss man dabei auch das Pferdewohl berücksichtigen. Doch das machen leider die Meisten nicht. Aber dann sollte man sich nicht wundern, und muss auch bereit sein, die Konsequenzen zu tragen. Aber wer tut das schon aufrichtig?
 
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