hilfe , mein Hund ist psychisch so labil :(

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  • hilfe , mein Hund ist psychisch so labil :( Beitrag #1
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shalia

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hallo alle Miteinander :)

ich bin komplett fertig mit den Nerven , weiß einfach nicht mehr weiter. Ich hab mich durch sämtliche Foren gelesen und war auch schon beim Tierarzt ....

also ich habe seit etwa 6 Wochen eine Hündin , die ich quasi adoptiert habe , da die vorherigen Besitzer nicht mehr in der Lage waren , sich um sie zu kümmern.
Sie ist drei Jahre alt und eine Jack Russell-Pudel Mixhündin.
Sie hat das Temperament eindeutig von dem Jackie, ist nach außen hin ein sehr fröhlicher Hund, aber innerlich denke ich, ist sie kaputt.
Ich kann es nicht anders sagen. Sie kommt aus einem Haus , in dem die Besitzer sehr gewaltvoll waren ( sie wurde Treppen runtergeworfen usw) und hat daher ein erhebliches Misstrauen gegenüber Leuten, die laut sind, sich über sie beugen oder ähnliches.
Da ich sie vom Welpenalter an kenne, war es kein Problem , das Vertrauen zu ihr zu gewinnen, sie ist bei mir sehr zutraulich.
Nun ist es für mich allerdings eine Tortur, den kleinen zerrütteten Hund wieder aufzubauen.
Sie hat vor ALLEN Dingen Angst , die man sich nur vorstellen kann, das ist echt manchmal unerträglich und man kommt nicht mehr an sie ran, weder mit gut zureden noch mit streicheln oder so:?

zb : Türen knallen, Gewitter ( da steht sie kurz vor dem Herzinfarkt), Männer und männliche Stimmen, andere Hunde , Sirenen,....


eigentlich gibt es nichts, wovor sie nicht angst hat. Wenn ich sie alleine in der Wohnung lasse, dann geht das gerade ne viertel Stunde gut und dann bellt sie und fiept und im schlimmsten Fall uriniert sie und zerkratzt meine Türen :( Ich kann sie aber doch nicht 24 h beobachten ...

Heute war ein Gewitter und da hat sie ca. 2 Stunden gehechelt wie blöde und hat sich verkrochen.
Manchmal wenn ich ihr etwas sage , dann guckt sie mich nur komisch an und verharrt wie eine statue in ihrer Position, wie festgenagelt.
Wenn ich dann meinen "Befehl" wiederhole, bewegt sie die Pfoten in Zeitlupe vorwärts und zieht den Kopf und den Schwanz ein. Manchmal fängt sie ohne grund wie aus dem nichts an , wie verrückt zu zittern, am ganzen Leib. Wenn sie irgendwo liegt und Jemand geht an ihr vorbei , springt sie sofort auf. Sie verteidigt auch immer ihr Futter, wenn ich es ihr abnehmen will ( zB den Kauknochen) und knurrt laut.
Sonst ist sie ein augelassener Hund, sie tobt draußen sehr gerne und wenn wir zu Bekannten gehen , dann begrüßt sie alle freudig..sie macht einen glücklichen Eindruck, aber ich denke, sie ist außen froh und innen traurig...
Seit etwa einer Woche knabbert sie auch permanent ihre Pfoten an, aber obendrauf , so lange , bis sie triefnass sind...das sieht für mich nach Stressbewältigung aus ... der Tierarzt hat auch nichts äußerliches gefunden.
Ich schreie nicht und ich schlage sie nicht, das würde ich niemals tun. Also bei mir hat der Hund echt keinen Grund für dieses Verhalten... Ich denke, es kommt von ihrer damaligen Familie.... weil sie Gewalterfahrungen machen musste...

Ich war sogar bei TA und der hat Tabletten verschrieben gegen die ständige Nervosität...
aber ich weiß nicht , ob das alles so sinnvoll ist . hat jemand eine Idee , wie ich dem Hund helfen kann ?:eusa_think:
 
  • hilfe , mein Hund ist psychisch so labil :( Beitrag #2
Hallo und Willkommen hier im Forum ;).

Dein Hund ist ein Wrack, das siehst du ganz richtig...
Tun kann man da nicht viel, sie wurde anscheinend misshandelt, solche Ängste sitzen tief, wirklich tief.
Der Schlüssel zu einem entspannteren Hund ist Vertrauen.
Es ist aber leider so, dass es sehr lange dauern kann, dieses wieder aufzubauen, vielleicht gelingt es nie ganz.
Du solltest den Hund nicht zu sehr schonen, das heißt durchaus Grenzen aufstellen und das Befolgen von Kommandos einfordern.
Allerdings solltest du Rücksicht auf ihre Ängste nehmen und sie immer nur mit wenigen Angstverursachern einzeln konfrontieren.
Wenn sie Angst bekommt ist es das beste, das einfach zu ignorieren, bei Gewitter eventuell die Fenster zu schließen, damit es leiser ist.
Mit der Zeit, wenn das Vertrauen zu dir groß genug ist, wird sich deine Ruhe auf den Hund übertragen.
Man kann sie auch nach und nach mit fremden Menschen in Kontakt bringen, immer andere Gassiwege wählen, damit sie unterschiedliche Dinge sieht usw..
Wichtig ist aber, das langsam anzugehen, damit die Konfrontation mit den Angstauslösern für den Hund immer positiv endet.
Bei Menschen ist es meist das beste, sie ignorieren den Hund völlig. Wenn sie sich an die reine Anwesenheit von Fremden erst einmal gewöhnt hat kann man ausprobieren, ob sie sich anfassen lässt. Es gibt aber auch Fälle, da kommt es nie dazu, da das Vertrauen zu sehr erschüttert ist.

Mit den Geräuschen verhält es sich ähnlich: Der Hund muss merken, dass ihm nichts geschieht. Das funktioniert nur, wenn er die Geräusche immer wieder hört und ihm nichts passiert.
Auch mit den Kommandos funktioniert es auf diese Weise. Fordere das Kommando ein, aber freundlich, mit leiser und sachter Stimme. Du kannst sie auch mit Futter oder einem Spielzeug bestätigen (am besten schon für die kleinsten erledigten Aufgaben oder Fortschritte).

Das Wegnehmen eines Kauknochens würde ich allerdings konsequent üben, denn es ist wichtig, dass ich meinem Hund auch mal etwas wegnehmen kann. Gib ihr einfach einen Kauknochen, setz dich neben sie und streichel sie. Wenn sie knurrt gibst du das Kommando "Nein". Allerdings würde ich den Knochen nicht ständig wegnehmen, da ich mir in dem Fall nicht sicher bin, ob sie aus Futterneid oder Angst handelt.
Du kannst den Lernprozess in diesem Fall - und auch eure Bindung - aber durch ausschließliche Handfütterung beschleunigen. So merkt sie, dass du die Ressourcen verwaltest und gleichzeitig auch, dass du ihr nichts streitig machst.

Grundsätzlich würde ich aber zu einem Hundetrainer oder einer Hundeschule raten. Ein so ängstlicher Hund kann sehr anstregend sein und man macht schnell mal einen Fehler, den man selbst zwar nicht bemerkt, der Hund aber sehr wohl. Ein Außenstehender kann eher beurteilen, wo man noch an sich arbeiten muss und wie man in gewissen Situationen auf den Hund reagieren muss.
Auf Drogen würde ich den Hund erst einmal nicht setzen, zunächst würde ich es mit Geduld und Konsequenz versuchen.
Am wichtigsten bei all dem ist aber, immer Ruhe zu bewahren. Für einen ängstlichen Hund musst du 24h am Tag ein Ruhepol sein, der Souveränität und Sicherheit ausstrahlt. Erwarte auch nicht zu viel von dem Hund, Angst überwindet man nicht in wenigen Tagen, auch wenn es aus deiner Sicht zur Zeit keinen Grund gibt, dass sie Angst hat. Der Hund braucht eine Weile, um zu verstehen, dass er nun keine Angst mehr zu haben braucht.

Liebe Grüße
 
  • hilfe , mein Hund ist psychisch so labil :( Beitrag #3
Es gibt ein tolles Buch, das ich dir empfehlen kann: ,,Angst bei Hunden" von Martin Rütter. Da sind u.a. auch gut die Gewitterangst beschrieben, die man zwar nur schlecht wieder weg bekommt, aber so mäßigen kann, dass der Hund ein Gefühl von Sicherheit bekommt.

Ich würde es auf jeden Fall auch mit pflanzlichen Mitteln, vielleicht auch Homöophatie probieren, das bringt den Hund auf jeden Fall mal auf ein Level auf dem man mit ihm arbeiten kann, ohne dass er vor Angst fast stirbt.
Toll sind bei Geräuschen auch CD's die man abspielen lassen kann, so gewöhnt der Hund sich langsam dran, dass gar nichts Schlimmes passiert.

Wie Mischling schon sagte ist es das beste Ängsten keine große Aufmerksamkeit zu schenken. Trösten gibt es bei Hunden nicht. Du kannst ihr nur als souveräne Rudelführerin zeigen, dass das doch gar nichts ist, indem du es schlichtweg ignorierst und einfach weitergehst.
Üben kannst du auch, dass sie sich selbst wieder als Etwas fühlt. Beispielsweise bringst du ihr bei in eine Box zu gehen in der sie in jedem Fall in Sicherheit ist, ihre Sicherheitszone sozusagen ;) Wenn sie das auf Kommando kann, kannst du verschiedene abgeminderte Reize abspielen lassen und sie dann in diese Box schicken. Sobald sie drine ist hört der Reiz schlagartig auf.

Solche traumatisierten Hunde erfahren oft das Gefühl völliger Hilflosigkeit und einen enormen Kontrollverlust. Sie geben sich völlig auf. Mit dieser Übung (aber dann bitte seeehr behutsam angehen und wirklich erst, nachdem sie zuverlässig in die Box geht) kannst du ihr das Gefühl zurückgeben die Situation kontrollieren zu gehen, das ist ein enormer Schritt für einen Hund, der eigentlich nicht mehr will.

Wenn sie deine Nähe sucht, lass es zu, beachte sie aber trotzdem nicht. Ein Fehler wäre es auch sie z.B. zu einer raschelnden Tüte hinzulocken. Folgt sie dir tatsächlich und die Tüte raschelt plötzlich doch laut los, kann es sein, dass sie dir nicht mehr vertraut.
Beim Türe schlagen würde ich das ganze positiv verknüpfen. Geht sie auf Futter? Langsam die Tür schließen, sie kriegt Futter (das alles geht übrigens wortlos ab, kein Lob, gar nichts). So lange üben, bis du merkst, es wird besser. Dann immer lauter die Türe zuschlagen und immer kriegt sie nen Keks.
Wir haben unserem Hund so einige Ängste mit dieser Methode abgewöhnt, vor allem bei bestimmten Geräuschen, die in unsicheren Situationen auftauchten und die er damit verknüpfte. Wir ahmten das Geräusch immer nach und er bekam jedes Mal nen Keks. Einziger Nachteil bei der Methode: Später wird sie wohl immer angerannt kommen, wenn ne Tür zuschlägt. :lol:

Ich muss trotzdem noch kurz los werden, dass ich es unglaublich ehrenhaft finde, wie es immernoch Leute gibt, die so einen armen Tropf aufnehmen und mit ihm arbeiten wollen. Das ist eine Aufgabe, aber wenn man es geschafft hat, bekommt man den tollsten Hund, den man sich vorstellen kann. Respekt an dich.
Und zu den Vorbesitzern, ich hoffe doch sehr, dass diese Leute die Strafe bekommen haben, die sie verdient haben...
 
  • hilfe , mein Hund ist psychisch so labil :( Beitrag #4
Hallo Shalia,

ich kann das gut nach empfinden, meine Mama hat(te) einen ähnlichen Fall. Die hat auch sehr viel Angst, bei Menschen geht es komischer Weise, also sie ist absolut freundlich und offen, solange der Mensch freundlich ist, erhebt man seine Stimme hat sie Angst oder macht er eine unerwartete Bewegung Andere Hunde mag sie auch...aber fremde Tiere findet sie doof, im Tierpark war sie auch völlig verängstigt und eben Geräusche, Bewegungen, ungewohnte Situationen und Gegenstände machen ihr Angst

z.B. hab ich mal ne Zeit in die Hand genommen da hat sie fast einen Panikanfall bekommen, ich gehe mal davon aus das sie damit geschlagen wurde -.-
Oder wenn ich zu meinem Hunde "Nein" sage hechtet sie mit eingeklemmten Schwanz auf ihren Korb.

Ich kann mich den anderen nur anschließen, uns hat es geholfen das Verhalten zu ignorieren, meine Mama ist auch erst immer hingerannt und hat sie betüddelt, bis wir es anders versucht haben. Wir haben den Alltag einfach laufen lassen, wenn dann eine Zeitung kam und sie wegrrannte dann war das eben so, sie sollte einfach lernen das sie bei uns keine Angst haben muss das sie gehauen wird. Bei ihr hat das wirklich geholfen, sie hat sich schon sehr verändert.

lg
Anni
 
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