- die hygienischen Bedingungen sind meist "unter aller Sau" und Infektionen an der Tagesordnung
Das kann man so nicht sagen. Ich kenn etliche extensive Haltungen, die ne Katastrophe sind, und ein paar wenige intensive, die schlimm sind. Es ist auch einfach erklärbar, warum meist die richtigen Massentierhaltungen hygienisch sehr gut sind: die Bauern leben von diesen Tieren. Ausfälle bedeuten auch Profitausfälle und das kann den Bauer die Existenz kosten.
- veterinärmedizinische Untersuchen zielen auf "Essbarkeit" ab und ignorieren meist die willkürliche Tötung von "Kümmerlingen" (zu kleine/schwache Ferkel werden so lange auf den Boden geschlagen bis sie tot sind...das ist gängige Praxis)
Kümmerlinge würden eh sterben, das sind nicht überlebensfähige Tiere, die meistens verdursten/verhungern würden, weil sie den Kampf um die Zitze nicht schaffen und wenn sie eine abbekommen, dann die, in der nur wenig oder gar keine Milch ist. Das über die Kante schlagen ist, sofern man es beherrscht, tatsächlich die humanste Art mit Kümmerlingen umzugehen. Beherrschen heißt, dass man eben nicht so lange bis, sondern ein präziser Schlag.
- Kühe leiden unter den ständigen Schwangerschaften, die notwendig sind um Milch bekommen zu können ( schmerzhafte Euterentzündungen sind sehr häufig)
Nur bei mangelnder Hygiene. Und wie bereits gesagt die Intensivbauern sind sehr dahinter her, dass das nicht passiert.
- Kälber werden ohne Licht und Bewegungsmöglichkeiten aufgezogen um möglichst weißes Fleisch verkaufen zu können. Gefüttert werden sie nur mit Futter, das kaum Eisen enthält um das Blut hell zu halten (sie dürfen auch nicht an den Eisenstangen an die sie gebunden sind lecken)
Das stimmt nicht.
1. Kälber dürfen nicht angebunden sein. Falls du so etwas bei einem Bauern gesehen hast, dann kannst du das bei einem Veterinäramt melden.
2. Das mit dem Futter stimmt auch nicht. Nur ein Teil der Kälber werden auf weißes Fleisch gezüchtet. Dafür werden sie schlicht und ergreifend nur mit Milchaustauscher gefüttert bis zur Schlachtung.
3. Kälber müssen ab der ich weiß nicht mehr wievielten Woche bei genügend Licht in einer Gruppenhaltung auf Stroh gehalten werden. Alles andere ist Tierschutzwidrig und darf gerne angezeigt werden (ich hab das allerdings noch nie gesehen, also diese falsche Haltung).
- männliche Küken werden vergast oder geschreddert (durchaus auch lebendig)
Nicht nur männliche Küken, auch männliche Kälber von Milchviehrassen.
- der Stress der Schlachtung und der Transport dahin ohne Futter, Wasser und Platz
Auch das stimmt hinten und vorne nicht. Wasser müssen sie haben. Es gibt ordentlich schwarze Schafe bei den Transportern, ABER da haben wir ein schönes bürokratisches System, das da schön greift: der Bauer übergibt seine Tiere einem unabhängigen Transportübernehmen, das die Tiere zum Schlachthof bringt. Geht da zu viel schief, bekommt der Bauer weniger Geld vom Schlachthof, der Bauer wird also dem Transportunternehmen bald nimmer vertrauen. Kurzum: alle beteiligten werden unterm Strich darauf achten, dass da möglichst viel richtig läuft.
- die Schlachthelfer schlagen, treten, teletakten und drangsalieren die Tiere
Ob extensiv oder intensiv gehaltene Tiere: am Ende landen alle am selben Schlachthof. Und hier ist v.a. der Veterinär/die Veterinäre gefragt, dass die ihre Leute a Bisserl unter Kontrolle haben, wobei natürlich da auch wieder das Problem ist, dass der Schlachthofbetreiber Profit will und Profit oft nix mit Tierschutz zu tun hat. Und er Hauptveterinär steht zwischen den Fronten. Ein sehr weites Feld.
- die automatisierte Schlachtung führt dazu, dass Tiere lebendig gehäutet/überbrüht/zerteilt werden
Na ganz so schlimm ist es nicht. Das sind absolute Ausnahmefälle. Und auch hier gilt: ob extensiv oder intensiv, alles landet auf demselben Schlachtband.
- ungeborene, jedoch lebende Kälber von Mutterkühen, die in die Schlachtung kommen werden herausgeschnitten und der Forschung zur Verfügung gestellt (so genannte "Glitscher")
Das hätte ich noch nie gehört.
- Milch voller Entzündungserreger durch die Euterentzündungen und ein permanenter Schwangerschaftshormon und Stresshormoncocktail (Milch wird immer zusammengemischt. Das heißt, dass von z.B. 6 Höfen alles in einer Produktionsphase zusammen abgekocht wird etc. )
Milch wird sehr genau kontrolliert, je größer der Betrieb, desto genauer. Kurzum: Entzündungserreger sind da normalerweise keine drin.
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Selbst die Höfe mit einem positiven Image misshandeln Tiere ohne Ende (Wiesenhof ist da ein wundervolles Beispiel).
Wiesenhof ist nicht wirklich ein gutes Beispiel, weil Wiesenhof hat alles, aber ganz bestimmt kein positives Image, jedenfalls nicht in Fachkreisen ...
Wenn sie "Glück" haben landen sie in einer kleinen Schlachterei wo der Metzger weiß was er tut und nicht glaubt, dass ein halbherziger Bolzenschuss ein ausgewachsenes Rind töten kann.
Der Bolzenschuss soll das Tier gar nicht töten, sondern nur betäuben.
Wenn man bedenkt, dass Folter in Deutschland eig. verboten ist, frage ich mich warum das nicht auch dafür gilt, wenn Tiere zu Tode gefoltert werden.
Ähm, das ist verboten, deswegen haben wir auch Gesetze, wie eine Schlachtung ablaufen muss. Schlimm ist, dass diese Gesetze nicht immer korrekt eingehalten werden.
Der Film "Glasswalls" von Paul McCartney zeigt das übrigens ganz schön. Sollte man sich allerdings nur ansehen, wenn man wirklich starke Nerven hat und sowas sehen kann.
Ganz so krass geht's bei uns aber nicht ab.
EDIT (automatische Beitragszusammenführung)
Tatsächlich sind oft die Tiere in der intensiver Haltung wesentlich gesünder und besser gepflegt als die in extensiver Haltung, da bei letzterer der Bauer wirklich von den Tieren lebt und sich Ausfälle nicht erlauben kann.
Was essen Tiere in Massentierhaltung? Gras bestimmt nicht, eher gutes Regenwaldsoja. Und zwar viel davon.
Aber nicht nur die Tiere in intensiver Haltung, auch die in extensiver Haltung.
Wäre es nicht vielleicht Sinnvoller, weniger Pflanzen an Tiere zu verfüttern, von deren Fleisch wir eh viel zu viel essen, und stattdessen die Pflanzen hungernden Menschen zu essen zu geben, z.b. in Afrika? :eusa_think:
Du weißt schon was das Grundnahrungsmittel in vielen afrikanischen Ländern ist, oder?

Davon mal abgesehen, ist es ein absolut utopischer Glaube, dass diese Pflanzen an hungernde Menschen gehen würde.
Was ist denn Minihaltung?
Ich meinte damit extensive Haltung.